FILMERNST

Sehend lernen – Die Schule im Kino

Das Kompetenzzentrum für
Film – Schule – Kino
im Land Brandenburg

Von Herzen glücklich

Wut, Liebe, Hoffnung. Dieser Film beeindruckt von der ersten bis zur letzten Minute. Er ist schmerzhaft schön, wie seine Heldin. »Vena«, der Filmtitel, stellt die Verbindung zur Nabelschnur-Vene her: Sie versorgt den Fetus mit allem, was er braucht: mit Blut und Nährstoffen, sogar mit Gefühlen. Aber auch mit allem, was er nicht braucht. Ein harter Film, ein zu Herzen gehender Film. Wir wollten ihn unbedingt im Programm – und die JugendFilmTage Ende 2025 boten uns hier die passenden Gelegenheiten. Der Einsatz hat sich gelohnt …


… und darüber freuen wir uns sehr. Auch über die schon jahrelange gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Dahme-Spreewald, mit den »Spreewald-Lichtspielen« Lübben und dem »Capitol« Königs Wusterhausen.. Angefangen hatte es mit einer Veranstaltung rund um den Welt-Aids-Tag, daraus hat sich dann eine Reihe entwickelt und im Landkreis als feste Kooperation etabliert.

Die Bilanz 2025 kann sich sehen lassen: Fünf Veranstaltungen mit fast 500 Besuchern: knapp 200 im Jugendfilm »Eva & Adam« und drei Veranstaltungen mit 300 Besuchern bei »Vena«. Alle Veranstaltungen wurden moderiert, boten Gespräche mit dem Publikum und, so es möglich war, mit Gästen.

Zu den »Vena«-Vorführungen konnten wir gleich zweimal den Hauptdarsteller begrüßen – und für Paul Wollin war es ein Novum: Zum ersten Mal die Begegnung mit einem Publikum außerhalb von Premieren- und Festivaltouren. Mit ganz anderer Atmosphäre und zum Teil auch anderen Fragen. Bis hin zur Begegnung mit einem Mädchen, das auf ihn zukam und, den Tränen nahe, von ganz persönlichen Momenten berichtete, von der Drogenabhängigkeit ihrer Schwester. Der Film habe ihr eine Art Halt geboten. »Liebe reicht eben NICHT immer….du mußt die Hilfe auch annehmen wollen«, hatte Paul Wollin, aus eigener Erfahrung, im Gespräch gesagt. Es waren intensive und gewiss nachwirkende Momente, sehr gelungene Veranstaltungen.

Auch die Regisseurin, Chiara Fleischhacker, wäre gern unser Gast gewesen, aber da sie intensiv an einem neuen Film arbeitet, wäre der Weg von Weimar nach LDS zu weit gewesen. Wir haben ihr berichtet – und sie schrieb uns zurück: »Mein klares Ziel als Regisseurin ist es, die Filme, die ich mache, aus der Bubble der Filmbranche zu bringen, zugänglich für alle zu machen. Vor allem auch Menschen zu finden, die Filme an Orte und zu Menschen bringen, die sich per se nicht vom Kino angesprochen fühlen. Junge Menschen mitzudenken und durch Veranstaltungen wie die von FILMERNST mit einzubeziehen, macht mich von daher von Herzen glücklich und führt das aus, was für mich der Sinn und die Relevanz von Kino ist. Danke!«

Fotos + Teaserbild: Weltkino Filmverleih, Feldafing, Leipzig (»Vena«)

Das war’s aber noch nicht mit den JugendFilmTagen 2025: Weil die Gesundheitsämter der Landkreise auch miteinander in Kontakt sind und gute Erfahrungen zur Nachnutzung empfehlen, gab es im Frühjahr bereits eine Anfrage des Landkreises Potsdam-Mittelmark. Wir waren bereit für die neue Kooperation – und so begann es mit zunächst einem Film, präseniert in drei Kinos: dem »Hofgarten« in Bad Belzig, dem »Neuen Lichtspielhaus« Beelitz und den »Neuen Kammerspielen« Kleinmachnow. Sechs Veranstaltungen mit dem Dokumentarfilm »Berlin Bytch Love« zogen 370 Jugendliche in die Kinos. Dr. Christoph Löwer, Beigeordneter des Landkreises Potsdam-Mittelmark, war als Schirmherr der JugendFilmTage zu Gast im »Neuen Lichtspielhaus« Beelitz – auf dem Bild gemeinsam mit der FILMERNST-Moderatorin Regine Jabin, mit Sandra Klebba vom Fachdienst Gesundheit, mit der Beelitzer Jugendamtsleiterin Antje Lempe sowie Margo Schuster und Angela Hauer von den Pro Familia-Beratungsstellen. Sie freuten sich sehr über die gelungene Premiere im voll besetzten Kino mit 60 Jugendlichen der Oberschule Beelitz und der Gesamtschule Treuenbrietzen.

Fotos: Stadt Beelitz

Wie schon im Jahr davor im Landkreis Dahme-Spreewald mit »Berlin Bytch Love« gab es auch bei den Veranstaltungen im Landkreis Potsdam-Mittelmark intensive Gespräche zum Film und die Begegnung mit den Regisseuren Heiko Aufdermauer und Johannes Gierke, die uns anschließend schrieben: Vielen Dank, dass Ihr diese Vorführungen möglich macht. Wir freuen uns, dass der Film so noch weiter im Gespräch bleibt und immer wieder zu neuen Gedanken und Diskussionen führt. Es ist immer wieder neu und toll bei FILMERNST.

Fotos: Silentfilm Berlin (»Berlin Bytch Love«)

Gut zu Fuß

Wir wissen natürlich, dass unsere Filmangebote primär von jenen Schulen genutzt werden, die direkt im jeweiligen Kino-Ort oder in naher Umgebung liegen. Die jährlichen Umfragen bestätigen das – und wir müssen notgedrungen in Kauf nehmen, dass die schulfilmischen Angebote nicht von allen wahrgenommen werden können. Einige nehmen aber schon auch weitere Wege auf sich, das dann zumeist mit dem ÖPNV. Ein Novum für uns – und wir wollten es erst gar nicht glauben – war die Wanderung von 200 Schülerinnen und Schülern …


… von Teltow ins Kino »Neue Kammerspiele« nach Kleinmachnow. Rund vier Kilometer, die die Mädchen und Jungen aus der »Ernst-von-Stubenrauch-Grundschule« unter ihre Füße nahmen, um dann »Weihnachten im Zaubereulenwald« zu sehen. Zurück natürlich wieder eine Stunde per pedes – und die Lehrerin, die den Wunschfilm bei uns nachgefragt hatte, berichtete von einem rundum gelungenen Erlebnis. Den FILMERNST-Wander-Pokal haben sie schon mal gewonnen!

Echter Schmerz …

… wäre vielleicht eine Übersetzung für »A Real Pain«. Diesen Film möchten wir gern am 15. Oktober im Potsdamer Filmmuseum zeigen, doch leider gibt es noch keine einzige Anmeldung dafür – Grund für unseren »echten Schmerz«. Deshalb an dieser Stelle noch einmal die große Bitte an die Oberstufen-Lehrkräfte in und um Potsdam, Ihre Möglichkeiten für einen Kinobesuch der besonderen Art zu prüfen – oder auch Kolleg:innen darauf hinzuweisen. »A Real Pain« läuft im Rahmen der Ausstellung »How to Catch a Nazi« ... 


... für die wir, in Koooperation mit dem Filmmuseum Potsdam, das schulfilmische Begleitprogramm gestalten und organisieren durften. Die Auftaktveranstaltung am 17. September war ein schöner Erfolg: ein ausgebuchter Kinosaal, ein intensiven Filmerlebnis, ein sehr aufmerksames jugendliches Publikum – und nach der Vorführung ein gutes Gespräch mit den Gästen, u.a. dem Antisemitismus-Beauftragten des Landes Brandenburg, Andreas Büttner, und dessen Stellvertreterin, Frau Dr. Verena Buser. 

Beide haben uns ihre Teilnahme auch an den nächsten Veranstaltungen der Reihe avisiert – und als Gäste für die Veranstaltung am 15. Oktober haben wir auch die aus New York stammende Schriftstellerin Holly-Jane Rahlens und den Synchronsprecher Constantin von Jascheroff,  die deutsche Stimme des Hauptdarstellers Kieran Culkin, angefragt.

Wir würden uns natürlich sehr über die Linderung unseres »Phantomschmerzes«, sprich über Anmeldungen für diese und die weiteren Veranstaltungen der Reihe freuen.

Anmeldung für den 15. Oktober (Beginn 10 Uhr) –Eintrittspreis 4,50 € pro Schüler:in, zwei Begleitpersonen pro Klasse kostenfrei.

Hier noch einmal der Flyer  zur Veranstaltungsreihe und der direkte Link zu »A Real Pain« mit dem Begleitmaterial.

Blühende Landschaften

»Nächstes Jahr fahren wir auch mal wieder in Urlaub«, sagt die Mutter bei einem Familienfest im Garten. Es ist schön hier auf dem Lande, in der Lausitz. Doch der Schein trügt. Als blühende Landschaften präsentieren sich im Jahre 2006 lediglich die Rapsfelder. Alles andere ringsum hält nicht, was den Menschen versprochen und von ihnen erhofft wurde. »Mit der Faust in die Welt schlagen« heißt der 2018 erschienene Roman des 1994 in Räckelwitz bei Bautzen geborenen Lukas Rietzschel. Es war das wuchtige literarische Debüt eines jungen Mannes, das von einer jungen Frau in einen fulminanten Film verwandelt wurde – ab jetzt im FILMERNST-Herbstprogramm. Kongenial …


… heißt es oft, wenn die filmische Adaption der Kritik und dem Publikum besonders gelungen erscheint. Für Constanze Klaues Film (empf. ab 8. Klasse) stimmt es: Sie trifft Geist und Gehalt der literarischen Vorlage – und übertrifft zugleich beides. Schon beim Lesen hatte man Bilder für die Figuren und Szenen im Kopf. Auf der Leinwand begegnet man ihnen wieder, in ganz ähnlicher oder in abweichender, veränderter, vielleicht auch irritierender Form. Genau diese Differenz macht das Sehen zu einem Erlebnis, die Geschichte der Menschen in der Lausitz zwischen 2006 und 2015 zu einer Neu-Entdeckung. Natürlich bietet sich gerade für den Literaturunterricht ein Vergleich der beiden Kunstwerke an, aber die Möglichkeiten für eine intensive Beschäftigung mit inhaltlichen wie formalen Elementen gehen weit darüber hinaus.

Die Schauspielerinnen und Schauspieler, gleich ob Erwachsene, Kinder oder Jugendliche, liefern Leistungen weit über dem Durchschnitt. »Filme sehen lernen« heißt hier aber auch zu sehen, was die Kamera von Florian Brückner aus der Landschaft herausholt, was das Szenenbild und die Kostüme hinzufügen, um uns in die Zeit nach der Wende zu versetzen. Der Film ist eine Wucht und wirkt daher lange nach. Wir sind sehr froh, ihn im Programm zu haben und empfehlen ihn hier sehr, wie übrigens auch die Jugendfilmjury der Filmbewertungsstelle: »Der Film hat uns auf eine besondere Art mitgerissen. Wir empfehlen diesen berührenden Film mit aktuell politischem Inhalt ab 13 Jahren«.

Ein Foto von der Premiere im Drehort des Films, viele der Szenen entstanden in und um Görlitz. 2. v.l. auf dem Bild im Görlitzer »Filmpalast« der Autor des Romans, Lukas Rietzschel. Rechts neben ihm der fantastische  Darsteller des Tobi, Camille Loup Moltzen. Mit der Hand auf seiner Schulter die Regisseurin Constanze Klaue, rechts neben ihr mit Cowboyhut Meinhard Neumann, der markante Darsteller des Uwe. 
Foto: FILMERNST, Susanne Pomerance

Titelfoto: Across Nations Filmverleih, Stuttgart/Berlin

Manege frei!

»So lange es Kinder gibt, so lange gibt es den Zirkus.« Eine Menge Lebensweisheiten hat der Urgroßvater, ein Urgestein der fahrenden Zunft, seinem Ur-Enkel mit auf den Weg zu geben. »Zirkuskind« ist eine Perle für die Jüngsten, aber eigentlich hat er ein Publikum zwischen 6 und 99 verdient. Als erster Dokumentarfilm in der Reihe »Der besondere Kinderfilm« wurde er mit viel Liebe vom Künstlerinnen-Duo »Badabum« gedreht, das sind Anna Koch und Julia Lemke. Am 16. Oktober ist bundesweiter Kinostart, die Manege für die erste FILMERNST-Veranstaltung öffnet sich aber schon am 30. September im »Union-Kino« Luckenwalde. Dafür danken wir …


… dem Verleih Across Nations sehr – und wollen uns natürlich mit einer großartigen Besucherresonanz revanchieren. Santino, der elfjährige Protagonist von »Zirkuskind« (empf. ab 2. Klasse), den wir ein Jahr lang begleiten dürfen, muss auf der Familien-Zirkustour durchs Land auch immer die Schulen wechseln. Stets wird er gefragt, wie das denn so sei, ohne feste Wohnung und ohne Freunde, die einem über Jahre vertraut und verbunden sind. Eine der Schulen, die Santino besucht und die wir im Film sehen, ist in Rathenow, wo insbesondere die »Pestalozzi«- und die »Spektrum«-Förderschule schon seit langem nicht nur zirkusbegeistert, sondern auch selbst zirzensisch aktiv sind. Und vielleicht gehen die Kinder, wenn sie den Film bei FILMERNST gesehen haben – ob im »Haveltor«-Kino in Rathenow oder den anderen 30 Spielorten –, noch einmal mit ihren Eltern oder Großeltern ins Kino. Es ist ja nicht nur ein fantastischerZirkus-, sondern vor allem auch ein wunderbarer Mehrgenerationenfilm.

Fotos: Across Nations Filmverleih, Stuttgart/Berlin

Smartphone-Hotel

»Amanda ist hier nicht willkommen!« Die Elfjährige hat Lars hintergangen und ihn angelogen wegen eines üblen, ihn verletzenden Videos. Dass wir »Lars ist LOL« ins Programm nehmen, war für uns seit langem ausgemachte Sache. Gut, dass es solche Kinderfilme gibt, die sich weltweit auf Festivals Auszeichnung um Auszeichnung verdienen und damit für große Aufmerksamkeit sorgen. Noch besser aber, dass sie hierzulande auch einen Verleih finden, der Lust und Kraft hat, solche Filme in die Kinos zu bringen. Immer wieder werden wir von Lehrkräften nach Kinder- und Jugendfilmen zum Thema Mobbing …


… gefragt und zunehmend auch um Filmvorschläge zu den Thema Social Media, Umgang und Missbrauch sozialer Netzwerke. »Lars ist LOL« (empf. für 4.-6. Klasse) bringt beides zusammen – und das auf eine sehr einfühlsame, aber auch, was seelische Verletzungen anlangt, sehr deutliche Weise. Um so entlastender und befreiender, wenn am Ende Amandas Entschuldigung akzeptiert wird, Versöhnung und Vergebung möglich sind. Die Lehrerin richtet, um künftigen Versuchungen und Missbräuchen zumindest während des Schultages vorzubeugen, ein »Smartphone-Hotel« ein.

Vielleicht keine so schlechte Lösung, zumindest ein Versuch. In etlichen europäischen Ländern gibt es ja bereits Mobiltelefon-Verbote in Schulen, in Deutschland wurde eine bundesweite Vorgabe von der Kultusministerkonferenz noch im Mai abgelehnt. Die Bundesländer entscheiden eigenständig über entsprechende Empfehlungen und Regelungen. Mit Beginn des neuen Schuljahres haben beispielsweise Hessen, Schleswig-Holstein, Bremen und auch Brandenburg die Vorschriften verschärft, setzen verstärkt auf Verbote. Ziel ist es, die private Handy-Nutzung weitgehend aus den Schulen zu verbannen, um die Konzentration zu fördern und die sozialen Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen zu stärken. Sachsens Kultusminister Conrad Clemens lud zum Auftakt des neuen Schuljahres gleich zu einem medienwirksamen »Handygipfel« nach Dresden ein. Bundesbildungsministerin Karin Prien hatte sich genau diesen Tag für ihren Antrittsbesuch im Freistaat ausgesucht. Ab zweitem Halbjahr sind dort nun Handys tabu.

»Lars ist LOL« ist jedenfalls ein sehr geeigneter filmischer Beitrag, auch für Kultusminister und Ministerinnen, um das vielschichtige Problem mit seinen möglichen Auswirkungen und Folgen zu diskutieren, auch gemeinsam mit den Kindern. 
Also: »Lars« sehen und dann darüber reden!

Fotos: Der Filmverleih, Stuttgart

Hey, Siri …

»Der Spaß ist jetzt vorbei«, sagt die Direktorin zu Jordan und nimmt ihm das Handy ab. Nächste Woche wird er sich, gemeinsam mit seiner Mutter, vor der Schulkonferenz verantworten müssen. Auch in »Juniors« geht es um den Missbrauch sozialer Medien, um die scheinbar so einfache Möglichkeit, mit einer gefakten Erzählung an Klicks und damit auch an Geld zu kommen. Allerdings ist hier die Lüge ganz gewaltig – und um so größer und folgenreicher sind die Enttäuschungen und Vertrauensbrüche. Wenn Ihnen die Geschichte und der Film bekannt vorkommen: Wir hatten ihn bereits im Angebot …


… des FILMERNST-Frühjahrsprogramms, aber da die Zeit zwischen Flyer-Versand und Sommerferien so kurz bemessen war, mussten wir viele Termine leider absagen. Insofern versuchen wir es jetzt noch einmal, der Film hat es verdient! Irgendwann in »Juniors« kommen die Protagonisten an einen Punkt, wo nicht nur alles verloren scheint, sondern wirklich verloren ist – zumindest für einen der beiden. Die Fallhöhe von Jordans Lüge war aber auch gewaltig: Er hatte über seinen Videokanal verkündet, dass er Krebs habe und für die teure Therapie Spenden gut gebrauchen könne. Seine Glatze macht die infame Täuschung auf den ersten Blick glaubhaft. In Wahrheit will Jordan aber das online reichlich eingehende Geld für den Kauf einer neuen PlayStation verwenden. Natürlich ist die Enttarnung nur eine Frage der Zeit – und der Schwindel zu groß, als dass er sich mit Entschuldigungen und Reue leicht aus der Welt schaffen ließe.

»Hey, Siri, bin ich ein guter Mensch?«, möchte Jordan von der künstlichen Intelligenz wissen. »Das kann ich nicht beantworten«, lautet die Antwort. »Juniors« (empf. für 7.– 9. Klasse) ist, ungelogen, ein ganz großartiger Jugendfilm mit Ernst und Empathie.

Fotos: Landfilm Verleih, Chemnitz

Ohne Routine und Rituale

»Verhaltet euch unauffällig. Kein lautes Rufen auf Hebräisch!« Israelische Jugendliche werden für ihren Stadtrundgang durch Krakau instruiert. Es ist eine Klassenfahrt der ganz besonderen Art. Eine Reise, die junge Israelis nach Ende der Schulzeit obligatorisch gen Polen führt, zu den Orten früheren Schreckens, den Mahnmalen des Holocausts. Was diese Tour in ihnen auslöst, wie sie sich der Vergangenheit und den Erwartungen der Erinnerungskultur stellen, wird zur Suche nach dem eigenen Platz im Leben. »Delegation« ist ein Film, der Jugendliche …


… gleich welcher geografischen, sozialen oder religiösen Herkunft – zum Nachdenken bringt, wie die Vergangenheit hineinwirkt in die Gegenwart. Der Film erzählt davon, wie Geschichte ohne Routine und Rituale lebendig bleibt, für jeden, wo auch immer.

Der Film des Regisseurs Asaf Saban ist in Deutschland noch nicht in den Kinos gelaufen, hat aber auf Festivals weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt und Auszeichnungen gewonnen. Am 17. September wird er – mit anschließendem Gespräch – im Filmmuseum Potsdam gezeigt, denn: In diesem Herbst gibt es aber nicht nur wie gewohnt das reguläre FILMERNST-Programm, sondern darüber hinaus noch eine Sonderreihe mit vier Filmen für die Oberstufe: Es ist die schulfilmische Ergänzung zu einer Ausstellung im Filmmuseum Potsdam mit dem Titel »How to Catch a Nazi«.

»In Brandenburg wissen viele Schülerinnen und Schüler zu wenig über jüdisches Leben, Geschichte und Religion«, konstatierte erst unlängst Andreas Büttner. Der Antisemitismus-Beauftragte des Landes Brandenburg sieht »einfach zu viele Bildungslücken«, daher müsse in Schulen mehr Wissen dazu vermittelt werden. Mit diesem Programm für die Oberstufe wollen wir hierfür einen Beitrag leisten. Die Veranstaltungen sind zunächst für das Filmmuseum Potsdam terminiert. Wir möchten aber auch Lehrkräfte in den anderen FILMERNST-Spielorten des Landes auf diese Sonderreihe aufmerksam machen – und vor allem auf die Möglichkeit, die vier Filme als »Wunschfilm«-Veranstaltungen in einem Kino Ihrer Region bei uns anzufragen.

Die Zeit bis zum 17. September, um noch die Teilnahme an dieser Veranstaltung zu planen, ist knapp bemessen. Wir wissen das – und möchten Sie dennoch herzlich einladen zum Besuch dieses Films. Wir freuen uns sehr, dass uns der Antisemitismus-Beauftragte des Landes Brandenburg, Andreas Büttner, bereits zugesagt hat – und ebenso die Schnittmeisterin des Films, Michal Oppenheim.

Anmeldungen direkt online hier.

Fotos: farbfilm Verleih, Berlin

Aktuelle Programmfilme

Lauras Stern

1.–3. Jahrgangsstufe

Hola Frida

1.–4. Jahrgangsstufe

Die Schatzsuche im Blaumeisental

2.–5. Jahrgangsstufe

Zirkuskind

2.–5. Jahrgangsstufe

Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde

3.–6. Jahrgangsstufe

Der letzte Walsänger

3.–6. Jahrgangsstufe

Wow! Nachricht aus dem All

3.–6. Jahrgangsstufe

Coco Farm

4.–6. Jahrgangsstufe

Ab morgen bin ich mutig

4.–7. Jahrgangsstufe

Der Prank – April, April!

4.–7. Jahrgangsstufe

Romys Salon

4.–8. Jahrgangsstufe

Flow

4.–13. Jahrgangsstufe

Das geheime Stockwerk

5.–7. Jahrgangsstufe

Lioness – Die Löwin

5.–7. Jahrgangsstufe

Momo

5.–7. Jahrgangsstufe

Amelie rennt

6.–10. Jahrgangsstufe

Wenn du Angst hast, nimmst du dein Herz in den Mund und lächelst

7.–9. Jahrgangsstufe

Reinas – Die Königinnen

7.–13. Jahrgangsstufe

Über uns von uns

8.–10. Jahrgangsstufe

Die Möllner Briefe

8.–13. Jahrgangsstufe

Im Prinzip Familie

8.–13. Jahrgangsstufe

Nulpen

8.–13. Jahrgangsstufe

Paternal Leave – Drei Tage Meer

8.–13. Jahrgangsstufe

22 Bahnen

9.–13. Jahrgangsstufe

Amrum

9.–13. Jahrgangsstufe

Ein Tag ohne Frauen

9.–13. Jahrgangsstufe

Könige des Sommers

9.–13. Jahrgangsstufe

Marie Curie

9.–13. Jahrgangsstufe

September 5

9.–13. Jahrgangsstufe

Riefenstahl

10.–13. Jahrgangsstufe

Die verlorene Ehre der Katharina Blum

11.–13. Jahrgangsstufe

Alle Programmfilme anzeigenausblenden

SchulKinoWochen im Land Brandenburg

Ein Projekt von VISION KINO – Netzwerk für Film- und Medienkompetenz in Kooperation mit FILMERNST.
Gefördert durch die Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH,
den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
und die Filmförderungsanstalt.

Mehr
Telefon 03378 209 161 (Susanne Guhlke)
03378 209 162 (Jana Hornung)
03378 209 148 (Susanne Pomerance)
E-Mail kontaktfilmernst·de
Instagram @filmernst
Postanschrift FILMERNST – Kinobüro im LIBRA
Struveweg 1
14974 Ludwigsfelde-Struveshof
Sehend lernen –
Die Schule im Kino

FILMERNST

… bietet

im besonderen Lernort Kino und als Teil des Unterrichts ein regelmäßiges Programm ausgewählter Kinder- und Jugendfilme für alle Jahrgangsstufen – und darüber hinaus die Möglichkeit für Veranstaltungen mit medienpädagogisch und künstlerisch wertvollen Wunschfilmen.

… vernetzt

engagierte Lehrer, Kinobetreiber, Filmverleiher und Filmemacher und ist als Kompetenzzentrum Ansprechpartner für schulfilmische Projekte aller Art.

… präsentiert

sein Angebot in zahlreichen Brandenburger und auch Berliner Kinos und hat sich zum Markenzeichen für schulische Film- und Kinokompetenz entwickelt – in der Region und darüber hinaus.

… fördert

mit anspruchsvollen Unterrichtsmaterialien, mit moderierten Veranstaltungen, Gesprächen und Diskussionen nachhaltig die Entwicklung von Film- und Medienkompetenz, von kultureller und Allgemeinbildung.