»Dürfen Literaturverfilmungen mehr wagen als die Vorlage? Auf jeden Fall!« Frage und Antwort stammen aus einer Kritik des Films »22 Bahnen«. Es ist die Leinwand-Adaption eines Bestsellers, des 2023 erschienenen literarischen Debüts von Caroline Wahl. Mehr als 600.000 Exemplare des Buchs wurden bereits verkauft – und wahrscheinlich auch gelesen. Der gleichnamige Film läuft seit rund 20 Wochen in den Kinos, bislang haben ihn fast 700.000 Menschen gesehen …
… und die SchulKinoWochen bieten weitere Gelegenheit. Seit jeher sind Literaturadaptionen fester Bestandteil des Programms und natürlich per se für den Literaturunterricht relevant. Caroline Wahl und ihre Bücher jedenfalls offerieren viel und nicht nur Lesestoff für Gespräche über Literatur: über die Themen und Geschichten, über Erzähl- und Gestaltungsweisen, über Sprache und Stil, über Leben und Vermarktung der Autorin. Und nicht zuletzt eben über die Transformationen des Werks in andere Medien, im speziellen Falle der Film. Diverse Anknüpfungspunkte und Möglichkeiten für einen diskursiven, hochinteressanten Literaturunterricht.
Die erst 30-jährige Caroline Wahl hat nach »22 Bahnen« zwei weitere Romane mit Bestsellerpotential verfasst – »Windstärke 17« und »Die Assistentin« – und findet es mit dem ihr eigenen Selbstbewusstsein längst an der Zeit, endlich auf die Nominierungsliste für den Deutschen Buchpreis zu kommen. Lesen und schauen wir mal …
Fotos: Constantin Film Verleih, München
Weitere Literaturadaptionen im Programm der SchulKinoWochen: »Lauras Stern« (gleichnamiges Kinderbuch von Klaus Baumgart), »Momo« (die zweite Verfilmung des Michael-Ende-Bestsellers), »Romys Salon« (gleichnamiges Buch von Tamara Bos),
»Die verlorene Ehre der Katharina Blum« (nach Heinrich Bölls gleichnamigem Roman) – und nicht zuletzt, ganz aktuell,
»Amrum«, die von Fatih Akin verfilmten, auf persönlichen Erinnerungen beruhenden Kriegs- und Nachkriegserzählungen seines Mentors und väterlichen Freundes Hark Bohm.
Fotos: Warner Bros. Pictures Germany (»Lauras Stern« und »Amrum«); Constantin Film, München (»Momo«); StudioCanal, Berlin (»Die verlorene Ehre der Katharina Blum«)
Um auf den eingangs zitierten Satz aus der Kritik zu »22 Bahnen« zurückzukommen: Geschrieben wurde sie von Axel Timo Purr, zu lesen ist sie in voller Länge im Münchner Filmmagazin artechock.de.
Ein Vergleich dieser professionellen Filmbewertung mit einer selbst verfassten Einschätzung, auch das wäre ja ein aufschluss- und erkenntnisreiches Unterfangen für den Literaturunterricht.
Für »Windstärke 17«, ebenfalls in der Regie von Mia Maariel Meyer, gibt es bereits den entsprechenden filmischen Rückenwind, sprich die Fördergelder, gedreht wird u.a. auf der Insel Rügen. Ob der Rückenwind ausreicht für Filmpreise: Wir werdern sehen, vielleicht auch bei den SchulKinoWochen.