Über uns von uns

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Film – Schule – Kino
im Land Brandenburg

Über uns von uns
فـــــــــيلم لـــــــــرند بيروتــي

Deutschland, Jordanien, Saudi-Arabien 2024 / Dokumentarfilm / 95 Minuten / 8.-10. Jahrgangsstufe

Inhalt

»Über uns von« uns dokumentiert über mehrere Jahre das Leben von sieben jungen Teenagerinnen mit Fluchterfahrung bzw. Migrationshintergrund in Eberswalde. Regisseurin Rand Beiruty begleitet sie durch die herausfordernden Phasen des Erwachsenwerdens und gibt dabei Einblicke in ihren Alltag, ihre Kämpfe mit Sprachbarrieren, persönliche und strukturelle Diskriminierungs- und Rassismuserfahrungen und ihr Ringen
um Selbstverwirklichung. Einblicke in Kunst-, Musik- und Film-Workshops dienen als zentrales erzählerisches Element. In den Workshops schreiben, inszenieren und reflektieren die Mädchen ihre eigenen Filmszenen – ein Ansatz, der authentische Einblicke in ihre Träume, Berufswünsche, Ängste und Ziele ermöglicht, ohne dabei zu intim zu werden. Die sympathischen, witzigen und schlauen Protagonistinnen bieten ideale Identifikationsmöglichkeiten für viele Jugendliche.

Ein vielschichtiges Porträt junger Frauen in Eberswalde auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben.

Fotos: Real Fiction Filmverleih, Köln

Themen

Erwachsenwerden   |  Heimat   |  Identität   |  Flucht/Vertreibung   |  Migration   |  Integration   |  Diskriminierung   |  Rassismus   |  Toleranz   |  Werte   |   ethnische und kulturelle Diversität   |  Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik   |  Selbstfindung   |  Zukunftspläne   |  Berufswünsche   |  Lebenskonzepte   |  Träume   |  Anerkennung   |  Akzeptanz   |  Sprache   |  Kommunikation   |  Medien   |  Dokumentarfilm

Fächer

Deutsch   |  L-E-R   |  Sozialkunde   |  Politische Bildung   |  fächerübergreifend

»Von Bagdad ins brandenburgische Eberswalde ist es ein harter Schnitt. Vor drei Jahren ist Zaarah dort gelandet – wie auch andere Geflüchtete aus dem arabischen Sprachraum. Besonders die jungen Frauen stehen hier zweifach unter Druck: einerseits halten ihre Familien die traditionellen Werte hoch, andererseits brüllen manche Vertreter der Bevölkerung vor Ort ›Kopftuch runter‹, wenn die Mädels im Park miteinander kichern. Dass sie kaum Deutsche in ihrem Alltag kennen, sei auch eigene Schuld, gibt eine zu. Es sei eben einfacher unter ›ihresgleichen‹.« 
Silvia Hallensleben, epd film, Frankfurt/Main

»Vieles von dem, was uns die Regisseurin zeigt, ist von einer sehr universellen Natur. In vielerlei Hinsicht sind die Teenagerinnen ganz gewöhnlich, machen dieselben Entwicklungen durch wie andere auch. Da geht es um die Frage, wer sie sind, wer sie sein wollen, welche Ziele sie in ihrem Leben verfolgen. Und eben auch, welche Berufe sie einmal ausüben wollen. Das ist im Einzelfall dann vielleicht nicht immer realistisch. Immerhin gibt ihnen der Film aber die Möglichkeit so zu tun als ob.« 
Oliver Armknecht, film-rezensionen.de, München

»Richtig spannend sind die künstlerischen Workshops, die Filmemacherin Rand Beiruty für die Protagonistinnen organisiert hat. Denn dabei werden sie dazu angeregt, über sich nachzudenken, sich kreativ mit ihren Träumen und Wünschen auseinanderzusetzen. ›Beschreibt einen Tag in eurem Leben in fünf Jahren!‹, ›Wenn ich dürfte, würde ich…‹, ›Was bedeutet das Wort ‚fliehen‘ für dich?‹ sind nur einige der Fragen, mit denen sich die Mädchen zeichnend, tanzend, singend oder spielend beschäftigen. Die Ergebnisse lassen tief in ihr Inneres schauen. Eine bewegende Szene erzählt davon, was die Vornamen der Mädchen bedeuten. So wurde Mirna beispielsweise nach der Heldin einer mexikanischen Seifenoper benannt, während der kurdische Mädchenname Semay mit ›silbernes Wasser‹ übersetzt werden kann.« 
Barbara Felsmann, kinder-jugend-filmportal.de, Remscheid

»Die jordanische Dokumentarfilmerin Rand Beiruty, die selbst zwischen Kulturen aufgewachsen ist, nähert sich mit einem Experiment auf Augenhöhe: Statt zu inszenieren, lässt sie ihre jungen Protagonistinnen in Workshops selbst kreativ werden, Filmszenen und Gedichte schreiben, die Beiruty danach in ihren Film integriert. Welche Wege und Hürden die jungen Frauen schon auf sich genommen haben, kommt nur in Ansätzen zur Sprache. Die Kamera zeigt meist den Alltag der sieben Freundinnen, die auch eine Art Ersatzfamilie füreinander sind, sich über ihre Träume und Ängste austauschen« 
Anna Hantelmann, indiekino.de, Berlin

»Rand Beiruty gelingen energiegeladene Szenen, in denen sich die unbändige Lebensfreude der jungen Mädchen und Frauen Bahn bricht. Gleichgültig, ob manche von ihnen Kopftuch tragen, andere ihr langes Haar frei fallen lassen: Die Jugendlichen verbindet viel. Allein schon, dass sie zusammen Arabisch sprechen können, verstehen, was ihr Gegenüber meint und welche Erfahrungen es mitbringt, gibt ihnen die Möglichkeit, sich auszudrücken und Halt in der Gruppe zu erleben. Die schönsten Szenen entstehen, wenn die jngen Frauen fröhlich einen Spielplatz zwischen den Wohnblocks kapern, lachend durch den Park streifen, einen Hip-Hop-Auftritt hinlegen. Der emotional berührende Film zeigt auf, wie wichtig dieser Zusammenhalt für die jungen Migrantinnen ist.« 
Bianka Piringer, kino-zeit.de, Mannheim

»Rand Beiruty begreift ihre Protagonistinnen als Mitwirkende. In kreativen Runden mit der Regisseurin und Sozialarbeiterinnen schreiben und spielen die Mädchen ihren Alltag durch. Dabei geht es um Rassismuserfahrungen und den Umgang mit Traditionen in der Familie. Mit genauem Blick und viel Verständnis zeigt der gut beobachtete Dokumentarfilm, welches Potential in ihnen und in dem kulturellen Austausch steckt, wenn sich denn die Möglichkeit hierzu eröffnet.« Lars Tunçay, kreuzer-leipzig.de

Aus einem Gespräch für das arte-Magazin, das Paula Schweers mit Rand Beiruty führte:

»Wie liefen die Drehtage ab?«

»Die Arbeit hat mir großen Spaß gemacht. Ich habe die Mädchen bei einem Theaterworkshop in einem Kulturzentrum in Eberswalde kennengelernt, den ich geleitet habe. Trotz ihrer teils schwierigen Erfahrungen erzählten sie mit so viel Energie und Humor aus ihrem Leben, dass mir schnell klar war: Das möchte ich filmisch festhalten. Während des Drehs wurde viel gelacht und getanzt.«

»Haben Sie noch Kontakt zu den Jugendlichen aus Ihrem Film?»

»Ja, mit einem Mädchen mit Romnja-Hintergrund arbeite ich gerade an einem neuen Film. Von den anderen erfahre ich regelmäßig etwas – über Liebesgeschichten, berufliche Pläne, kleine und große Erfolge. Für mich war es sehr bewegend, gemeinsam mit ihnen den fertigen Film zu schauen. Für sie war es wie ein Zeitraffer ihres eigenen Erwachsenwerdens auf der großen Leinwand.«

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