FILMERNST

Sehend lernen – Die Schule im Kino

Das Kompetenzzentrum für
Film – Schule – Kino
im Land Brandenburg

Ausgezeichnete Filme

Wir fanden das damals, im Sommer 2013, eine sehr gute Idee: »Filmernst verleiht herausragenden Kinder- und Jugendfilmen im Programm unserer Partner-Kinos das FILMERNST-Gütesiegel. Ein Prädikat für Filme mit dem besonderen Etwas. Für künstlerisch anspruchsvolle und medienpädagogisch wirksame Filme. Für Filme, die Lust auf Kino und filmische Entdeckungen machen. Für Filme, die von vielen gesehen werden sollten: in der Gruppe, mit der Familie, der Schulklasse.« »Pauls Schulweg« ...


... war der erste Film, der das Gütesiegel bekam. Der Dokumentarfilm begleitet einen Erstklässler sechs Monate am Anfang einer langen Schulzeit. Die Kamera beobachtet, lässt Paul und den anderen Kindern Raum zur Entfaltung. Lustige Sätze sind da zu hören, altkluge natürlich auch, sensible und grobe Töne, spontan dahingesagte, aber auch viele lang nachwirkende Gedanken. Die Bilder zeigen die Freude, aber auch die Mühen am und mit dem Lernen. Ein Film, wie gemacht für FILMERNST. Er bekam gute Kritiken, lief bundesweit in einigen Kinos, im Land Brandenburg aber leider nur einen Tag im »Union Filmtheater« Fürstenwalde. Auch und gerade solchen Filmen wollten wir mit dem Gütesiegel zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen und für einen individuellen Kinobesuch oder auch eine Wunschfilm-Veranstaltung mit der Klasse werben.

Dass die Idee nicht schlecht war und durchaus Beachtung fand, besagten Stimmen wie diese:

»Das neue FILMERNST-Gütesiegel generiert erhöhte Aufmerksamkeit und formuliert damit eine klare Empfehlung an die Kinos, die aus der Vielzahl an Kinder- und Jugendfilmen nun noch gezielter ihr Programm gestalten können. Für uns als Verleih ist das auf alle Fälle eine nützliche Sache, die wir vielseitig nutzen können
Alexander Dupont-Geisselmann, Geschäftsführer, farbfilm Verleih, Berlin

»Mit dem neuen FILMERNST-Gütesiegel werden nicht nur Kinobetreiber, sondern auch Eltern, Lehrer und Erzieher ganz gezielt auf besonders empfehlenswerte Kinder- und Jugendfilme aufmerksam gemacht. Es trägt zu einer besseren Wahrnehmung dieser Filme bei und steigert das Interesse an der Marke FILMERNST. Dadurch kann vielleicht auch außerhalb von Schulveranstaltungen der FILMERNST Kinder und Eltern in die Kinos locken und dabei helfen, ihnen besonders gute und sehenswerte Filme nahezubringen.«
Michael Güll, Betreiber des Filmtheaters Union, Fürstenwalde

Wir haben es also eine geraume Weile probiert, aber leider nicht mit dem erhofften und gewünschten Erfolg – und letztlich fehlte dann auch die nötige Ausdauer. Das Gütesiegel kam nicht auf die Plakate in den Aushängen der Kinos, weil eben die Filme dort gar nicht oder nur selten liefen. Immerhin hatten sie auf dieser Webseite eine eigene Rubrik – und sowohl die Filmemacher:innen als auch die Verleihe wussten die Auszeichnung durchaus zu schätzen. Doch der letzte Eintrag liegt lange zurück – und wir konnten uns nur immer ein wenig mit der Ausrede trösten, dass natürlich alle in unseren Programmen gezeigten Filme das Gütesiegel verdient hätten. Ja, schon – aber …

Von daher wollen wir eine Fortsetzung versuchen, und jene Filme wieder stärker hervorheben, die uns besonders am Herzen liegen. Vorschläge dafür sind natürlich immer willkommen.

April 2017:
Freya – Geschichte einer Liebe

Alle Ausdauer und aller Aufwand für diesen Dokumentarfilm haben sich gelohnt: Für diese Frau und die Geschichte ihrer großen Liebe, für die Erinnerung an das, was heute und in Zukunft von Bedeutung ist. Als über 90-Jährige erzählt sie von der Stärke ihrer Liebe zu Helmut James Graf von Moltke, der am 23. Januar 1945, unter dem Fallbeil der Nazis, in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurde. Freya spricht von Charakter und Überzeugungen, von Werten und Würde. Ihre so schlichten, aber klugen Worte über die Dummheit des Nationalismus gehören in Stein gemeißelt. Wunderbare, feinfühlige, mutmachende Briefe, die sich Freya und Helmut bis zuletzt geschrieben haben. Nina Hoss und Ulrich Matthes geben diesen Zeilen des Ehepaars ihre Stimmen. Eine große Liebesgeschichte und Momente großer Geschichte. Absolut empfehlenswert!

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Oktober 2017:
Die Unsichtbaren – Wir wollen leben

Im Mai 1943 deklarierte Goebbels die Reichshauptstadt als ›judenrein‹. Tatsächlich aber verbargen sich noch rund 7.000 jüdische Bürger in Berlin. Sie wollten leben und machten sich unsichtbar. In menschlicher Nächstenliebe und mit großem Mut wird vielen geholfen, finden sie Zuflucht und Verstecke. Bei Kriegsende haben 1.500 überlebt. Der Film macht vier dieser Unsichtbaren sichtbar. Er gibt ihnen Namen und Gesicht, verknüpft ihre dokumentarischen Erinnerungen mit Spielszenen und Archivmaterial. Ein Film von wunderbarer Wucht!

Februar 2017:
Mein Leben als Zucchini

»Willkommen im Haus der Springbrunnen!« Außergewöhnlich, diese Begrüßung an einem Ort, wo man Freundlichkeit nicht unbedingt vermutet. Doch dieses Waisenhaus ist wirklich außergewöhnlich – ebenso wie die sieben hier lebenden Mädchen und Jungen, die ein schweres Schicksal teilen. Außergewöhnlich ist aber auch dieser Animationsfilm in Stop-Motion-Technik. Er hat Witz und Wärme, Verstand und Gefühl. Er bringt das Schwere mit Leichtigkeit zum Schweben, wie den Drachen des Neunjährigen, der sich »Zucchini« nennt. Der stellt am Ende fest: »Manchmal weint man, weil man froh ist.« Über diesen außergewöhnlichen Film zum Beispiel.

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Oktober 2016:
Auf Augenhöhe

Durch einen Zufall hat der zehnjährige Michi endlich erfahren, wer wohl sein Vater ist. Für einen im Kinderheim lebenden Jungen ist das wie ein Sechser im Lotto. Doch als er den vermeintlichen Vater zum ersten Mal sieht, wird aus Freude blankes Entsetzen. Tom entspricht ganz und gar nicht Michis Wunsch und Bild von einem großen, starken Beschützer. Auch den eigentlich selbstbewussten Tom wirft die unverhoffte Vater-Rolle aus der Bahn. Ein hartes Ringen um Anerkennung, die Überwindung von Vorurteilen und echte Freundschaft beginnt. Darsteller, Drehbuch, Dialoge: Der dritte Streich aus der Reihe »Der besondere Kinderfilm« ist in jeder Hinsicht ein Meisterstück.

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Februar 2017:
Enklave

Was für ein Schulweg: Da läuft ein 10-Jähriger zu einem KFOR-Kontrollposten, steigt hier in einen Schützenpanzer und wird zum Unterricht gefahren. Im Klassenzimmer sitzt nur er allein, 2004, in einer serbischen Enklave im Kosovo. Es herrscht Frieden im Land, mit einer scheinbar unüberwindlichen, aggressiven Feindschaft zwischen Albanern und Serben. Aus den Augen eines Kindes erleben wir die Normalität des Ausnahmezustands. Eindringliche Bilder, fragende Blicke: Was passiert hier eigentlich und muss das für ewig so sein? Ein Film von stiller Wucht – und mit einer großen Hoffnung. Für Kinder und für Erwachsene!

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Juli 2015:
Rico, Oskar und das Herzgebreche

Rico träumt von der Traumhochzeit, die seiner Mutter den Traummann und ihm den Traumvater beschert. Einen überaus geeigneten Kandidaten gibt’s ja schon, aber das erwachsene »Herzgebreche« zwischen Tanja und Westbühl dauert halt seine Zeit. Bis es so weit ist, muss er erst mal mit seinem blitzgescheiten besten Freund Oskar nachweisen, dass seine Mutter keine Betrügerin ist, sondern der aller »in ordnungste« Erwachsene, den es gibt. Turbulent, witzig, blitzgescheit: das flott-fortgesetzte Kreuzberger Abenteuer, das nach Fortsetzung verlangt!

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Oktober 2015:
Unser letzter Sommer

Eine so noch nie erzählte Geschichte über drei junge Leute, die der Krieg 1943 in Polen unfreiwillig zusammen- und mit großem Leid wieder auseinanderbringt. Es geht um den Anspruch auf Glück, die Pflicht zur Verantwortung, das Maß an Schuld. Kein lauter, (an)klagender, apodiktischer Film, sondern ein mit Zwischentönen und Andeutungen fast schon pastelliertes Bild, das am Ende den Verlust an Menschlichkeit und Würde in unmenschlichen Zeiten umso bitterer macht.

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September 2016:
Ab ans Meer

Tomáš ist 11 und weiß genau, was er mal werden will: ein Filmemacher, mindestens so berühmt wie der große Miloš Forman. Er weiß auch: Gute Filme brauchen ein Geheimnis. Das findet Tomáš gleich bei sich daheim – und so macht er sich mit seinem besten Freund Harris daran, es vor laufender Kamera zu lösen. Die beiden Jungs filmen mit entwaffnender Ehrlichkeit. Nichts ist zu privat, nichts bleibt verborgen – auch wenn es weh tut. Der Clou des Films von Ji?í Mádl: Der Blickwinkel der Protagonisten ist auch der Blickwinkel des Publikums. Näher hat man sich der Welt von Heranwachsenden selten gefühlt.

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August 2015:
About a Girl

Das Leben ist schöner als man in pubertärer »Bocklosigkeit« – und mit Songs von Kurt Cobain im Ohr - vermutet, und es wäre jammerschade, es vor der Zeit selbst zu beenden. Zum Glück ist Charleens Suizidversuch nicht ins Wasser gefallen, hält das Leben für die Fünfzehndreivierteljährige bei allem Chaos überraschende Wendungen parat. Locker-flockig, sarkastisch-sentimental: Erwachsenwerden ist vielleicht nicht immer ein Vergnügen, dieser Film dagegen schon. Eine rabenschwarze Komödie mit absoluter Erleuchtung!

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Juni 2015:
Shana

Basierend auf einem erfolgreichen Jugendbuch, hat sich der italienisch-schweizerische Regisseur einen Traum erfüllt: einen Film mit India­nern in deren Heimat zu drehen. Das Volk der Scw’exmx habe ihm einen Teil sei­ner Seele geschenkt, der Film sei Teil ihrer Kultur geworden. Es ist die Geschichte eines 12-jährigen »First Nations«-Mädchens, die seit dem Tod ihrer Mutter das Vertrauen in sich selbst und die Musik verloren hat. In der Begegnung mit einem weißen Wolf und dem Geist ihrer Ahnen wird sie zu sich selbst finden, zu den Wurzeln ihrer indigenen Identität und ihrer musikalischen Berufung. Eine berührende spirituelle Reise, eine nachwirkende Erzählung von magischer Kraft. Auf Festivals weltweit gezeigt und vielfach ausgezeichnet!

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Mai 2015:
Giraffada

Der zehnjährige Ziad setzt all seine Hoffnungen auf Gott, ein Wunder und letztlich den Vater: Ihn muss er für etwas absolut Unmögliches und Gefährliches, für ein alle Realitäten außer Kraft setzendes Abenteuer gewinnen. Eine Giraffe ist aus einem Tierpark in Tel Aviv zu entführen und die Sperranlagen überwindend ins Westjordanland zu bringen, in den Zoo von Kalkilia. Völlig aussichtslos, völlig illusorisch. Doch dann scheint ein Wunder zu geschehen: Mauern öffnen sich, und eine Giraffe überquert majestätischen Schritts die feindlichen Linien. Traum oder Wirklichkeit? Giraffada statt Intifada, ein Zeichen der Hoffnung in einem politischen und zugleich märchenhaft-realistischen Film für Kinder und Erwachsene.

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Januar 2015:
Wir sind jung. Wir sind stark.

Wie Gewalt entsteht und wohin sie führen kann, welche Ursachen und Zusammenhänge es geben könnte, lässt »Wir sind jung. Wir sind stark.« anschaulich, eindrucksvoll und künstlerisch überzeugend nach- und miterleben. Ein Film zum richtigen Zeitpunkt, aber weit davon entfernt, nur gut gemeint zu sein. Der Film erschöpft sich nicht im Blick zurück, in der Bereicherung oder Wiederauffrischung zeitgeschichtlichen Wissens. »Wir sind jung. Wir sind stark.« ist Zeitgeschichte und Rückblick, aber mindestens ebenso Gegenwart und aktuelle Vergewisserung eigener Meinungen, Haltungen, Positionen. Ein starkes Stück Kino!

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September 2014:
Schönefeld Boulevard

Cindy steht kurz vor dem Abitur – und könnte danach die Welt entdecken. Aber Cindy will gar nicht weg aus Schönefeld – und sehnt sich doch danach, mal abzuheben und wenigstens etwas über den Dingen zu schweben. Der Zufall führt sie aus ihrer Lethargie und auf völlig neue Flugbahnen. Sie entdeckt sich, ihre verborgenen Gefühle und Qualitäten. Offen, neugierig, naiv: Cindy hebt ab, ohne davonzufliegen. Das großartige Porträt eines vom Leben nicht gerade verwöhnten Mädchens. Warmherzig, einfühlsam und absolut ehrlich. Pointierte, lakonische Dialoge und vielsagende Bilder. Gesichter und Probleme wie aus der Nachbarschaft – in einem Film, größer als das Leben.

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Juli 2014:
Rico, Oskar und die Tieferschatten

Einzigartig in ihrer Verschiedenheit, urkomisch und dabei absolut ernsthaft: der mit dem Merk-Recorder ausgestattete Rico und der aus strengen Sicherheitsgründen stets Helm tragende Oskar. In Wort und Bild eine rasante, witzige, mitreißende Geschichte. Zwei wunderbar sympathische Helden – an ihrer Seite eine Riege prominenter, mit höchstem Vergnügen spielender Erwachsener. Eine gelungene Literaturverfilmung, empfohlen für Kinder ab 8!

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Januar 2014:
Dancing in Jaffa

Da kommt ein älterer Herr aus New York in seine Geburtsstadt Jaffa und möchte palästinensische und jüdische Kinder in einem Tanzprojekt zusammenbringen. So einfach, so aussichtslos.
Mit Mut und Leidenschaft setzt Pierre Dulaine dagegen und schafft das Unmögliche: Nach einem Vierteljahr können sie einander berühren, sich aneinander festhalten, miteinander tanzen. Ein Wunder – in einem herzerwärmenden Dokumentarfilm von Hilla Medalia.

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November 2013:
Kopfüber

Ein Problemkind mit »Buchstabensuppe« im Kopf. Schwierig für Mutter, Lehrer, Freunde. Ein Fall von ADHS.  Mit Tabletten wird manches besser, aber nicht alles gut. Saschas Wesen scheint sich zu verändern, der Zehnjährige scheint nicht mehr lachen zu können. Ein brisantes Thema in einem berührenden Film: authentisch, ehrlich, herausfordernd.

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Oktober 2013:
Das Pferd auf dem Balkon

Der 10-jährige Mika ist ein ›Aspi‹, ein Kind mit Asperger-Syndrom. Die gleichaltrigen Dana gibt vor, eine indische Prinzessin zu sein, stammt aber aus einer Roma-Familie. Gemeinsam mobilisieren sie all ihren Geist für die verwegene Rettungsaktion eines Pferdes. Ein fantastisch-verrücktes Alltagsmärchen mit der mutmachenden Erkenntnis, ganz normal anders zu sein.

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September 2013:
Das Mädchen Wadja

Ein Mädchen wünscht sich ein Fahrrad, um mit einem Jungen um die Wette zu fahren. Hier eine Selbstverständlichkeit, in Riad (fast) undenkbar. Der erste Spielfilm aus Saudi- Arabien, bei dem eine Frau Regie geführt hat, ist eine gesellschaftspolitische Sensation. Einblicke in das Leben von Frauen und Mädchen in einem ansonsten verschlossenen Land.

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Juli 2013:
Pauls Schulweg

Sechs Monate am Anfang eines langen Schulweges. Die Kamera beobachtet, lässt Paul und den anderen Kindern Raum zur Entfaltung. Lustige Sätze sind da zu hören, altkluge natürlich auch, sensible und grobe Töne, spontan dahin gesagte, aber auch viele lang nachwirkende Gedanken. Ein schönes, einfühlsames Porträt eines kleinen großen Menschen.

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Juni 2013:
Clara und das Geheimnis
der Bären

Ein mutiges und starkes Mädchen in einer mysteriösen, hochspannenden Geschichte. Grandiose Natur- und Landschaftsbilder aus den Schweizer Alpen – und ein bärenstarkes Finale. Ein Erlebnis auf der großen Leinwand!

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Telefon 03378 209 161 (Jana Hornung)
03378 209 162 (Kathrin Lantzsch)
03378 209 148 (Susanne Guhlke)
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Postanschrift FILMERNST – Kinobüro im LISUM
Struveweg 1
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