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Filmernst - Sehend lernen - Die Schule im Kino

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FILMERNST-Geschichte

Ende 2002 nahm das Projekt seinen – zumindest öffentlich sichtbaren – Anfang. »Stell dir vor, es gibt einen phantastischen Kinderfilm – und keiner geht hin«, so hieß es in unserer ersten Pressemeldung. »Warum? Weil er gar nicht im Kino läuft.« Die Rede war vom dänischen Kinderfilm »Miracle – Ein Engel für Dennis P

In seinem Heimatland war das Spielfilmdebüt der Regisseurin Natasha Arthy ein grandioser Kassenerfolg und auch international sorgte das hinreißende Musical über Schutzengel, erste Liebe und dicke Freundschaft für Furore. Obwohl es auch einen deutschen Verleih gab – alpha medienkontor –, brachte es »Ein Engel für Dennis P.« bundesweit nur auf 2.600 Kinozuschauer – und war im Land Brandenburg überhaupt nicht zu sehen.

Miracle – Ein Engel für Dennis P.

Das wollten wir ändern und organisierten – unter der wirklich mitreißenden Schlagzeile: »Ein Film, der Flügel verleiht. In deiner Stadt – in deinem Kino!« – mit Überraschungsengeln und himmlischen Stars zwei Familien-Kino-Sonntage in Cottbus und Prenzlau. Als unser erster Gast rappte Constantin von Jascheroff, die Synchronstimme von Dennis P., mit einem eigens für uns komponierten und getexteten Song über die Bühne des Prenzlauer UNION. Was ihm und uns aber fehlte, war ein großes Publikum. Nicht mal 30 Personen, Eltern mit ihren Kindern, verloren sich jeweils in den großen Kinosälen von Cottbus und Prenzlau.

Dennis P. hatte gegen Harry P. keine Chance. Den beiden Pilotveranstaltungen folgten zwar noch vier weitere Wochentags-Vorführungen mit medienpädagogisch-spielerischem Begleitprogramm – in Finsterwalde, Eberswalde, Rathenow und im Potsdamer Filmmuseum, doch alles in allem kamen wir zur – zunächst ernüchternden, dann aber doch erhellenden – Erkenntnis:
Sonntags-Events auf keinen Fall!

Schulfilmveranstaltungen – warum nicht?

»Wir sind dabei«, sagten uns einige Kinoleiter: »Wenn ihr uns das Publikum bringt, und wenn ihr die Schulen mit dem nötigen Material versorgt.«
»Wir sind dabei«, sagten uns auch einige Lehrerinnen und Lehrer: »Wenn ihr uns geeignete Filme offeriert und den Kinobesuch zum nachhaltigen Erlebnis macht.«
»Wir sind dabei«, sagten uns schließlich die Förderer: »Wenn ihr wirklich überzeugt seid vom Konzept und uns eine realistische Kalkulation dafür liefert.«

Im Mai 2003 ging es dann – unter dem wenig aufregenden Titel »KinderKinoSpecial« – mit unserem Abspielring weiter: in den Kinos von Finsterwalde, Lübben, Neuruppin, Potsdam (Filmmuseum), Prenzlau und Rathenow. Mit einem Angebot von künstlerisch wertvollen, auch lehrplanrelevanten Filmen am Vormittag, also während des Unterrichts. Das Kino als Chance und Möglichkeit eines außerschulischen Lernortes. Gefördert durch die Filmboard Berlin-Brandenburg, das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport und das Ministerium für Wirtschaft des Landes Brandenburg.

Mit »The Mighty«, »Kletter-Ida«, »Kinder des Himmels« und »Whale Rider« erreichten wir reichlich 3.000 Schülerinnen und Schüler. Die Zahlen bestätigten nicht nur das Interesse am Besuch anspruchs-voller Kinderfilme im Kino, sie verdeutlichten vor allem, dass es sich lohnt, mit diesen Filmen auseinanderzusetzen. Schon damals sprachen wir von einem Beitrag sowohl zur Film- als auch zur kul-turellen und Allgemeinbildung. Nicht zuletzt wollten wir die Lust auf Kino und auf Leinwanderlebnisse befördern und dadurch die Kinos stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken.

Das Kind braucht einen Namen!

Was uns noch immer fehlte, war ein zugkräftiger Name für das Projekt – auffällig, einprägsam, unverwechselbar. »KinderKinoSpecial« klang doch eher spröde und rational. Spätestens zum Frühjahr 2004 musste – auch für die effizientere Medien- und Öffentlichkeitsarbeit – ein neuer Auftritt her, mit Logo, Website und allem drum und dran. Viele verwegene Vorschläge gab es, wie das Kind denn am besten heißen könnte. KINSKI, was für »Kids ins Kino« stand, fiel in Befürchtung dämonischer Konnotationen ebenso schnell durch wie KILIMAN, was irgendwo in Afrika kleiner Berg heißen soll. Was letzten Endes Bestand hatte, allen Anfechtungen widerstand, uns immer runder, witziger und vieldeutiger vorkam, nannte sich schlicht »Film-Ernst«. Ob wir dabei schon den kleinen Knubbel vor Augen sahen, den uns der Grafiker dann entwarf? Eine Figur mit Anziehungskraft auf die angestrebte Zielgruppe zwischen 6 und 16, aber auch mit positiver Ausstrahlung auf die Erwachsenen? Ein spontaner Sympathieträger: frisch und freundlich, aufgeschlossen und wissbegierig, altklug und intelligent, selbstbewusst und durchsetzungsstark – mit einer Spur Frechheit und natürlich nicht ohne Hintersinn. Uns und unsere Partner – in den Schulen und den Kinos, in Politik und Kunst – wollten wir mit »Film-Ernst« beim Wort nehmen. Alle, die es wirklich ernst meinen mit der Förderung von Medienkompetenz, Filmwirtschaft und Filmkultur für Kinder und Jugendliche im Land Brandenburg.

Anfang Mai 2004 war es dann soweit: »FILMERNST« erblickte offiziell das Licht der Welt, und als gute Eltern hatten wir uns auch um würdige Paten bemüht: gleich zwei Minister des Landes Brandenburg – der Bildungsminister und der Wirtschaftsminister – übernahmen die Schirmherrschaft und wollten sich gemeinsam für »FILMERNST« stark machen.

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