Die »Hundstage« haben bekanntlich nichts mit dem besten Freund des Menschen zu tun. Sie lassen uns auf und in den Himmel schauen: auf das Sternbild »Großer Hund« mit dem strahlenden Sirius. Wir indes haben die zwischen 23. Juli und 23. August liegenden, heißen »Hundstage« nicht zur astronomischen Bildung im Einleitungstext plaziert. Sondern schlicht deshalb, um mit einer tierisch guten Überleitung vom Hund auf »Koschka« zu kommen ...
… was auf Russisch Katze heißt und im Herbstprogramm so vielfach schnurrt, dass es nicht nur für kleine Katzenfreunde eine große Freude ist. Wir hatten ja schon einige Filme mit und über Katzen im FILMERNST-Angebot: erst jüngst den Oscar-prämierten »Flow«, vor einigen Jahren den in Tokio herumstreunenden schwarzen Kater »Rudolf« – und nicht zu vergessen die sprechende Katze in Rolf Losanskys DEFA-Klassiker »Moritz in der Litfaßsäule«. Das alles waren animierte »Schnurrer«.
Bei »Koschka« (empf. für 1.-3. Klasse) dagegen haben wir es mit sehr echten, quicklebendigen Katzen zu tun, wie uns der Regisseur – und FILMERNST-Pate – Bernd Sahling berichtete: »Es waren fünf Katzen im Wurf von zwei Müttern. Mit drei kleinen Miezen und natürlich einer der beiden Mütter haben wir die jeweiligen Szenen gedreht. Wir wollten den Müttern nicht alle Katzen wegnehmen – und drei Minikatzen vor der Kamera sind beim Drehen auch sportlich genug, denn die bewegen sich ja ständig – und zwar ziemlich schnell.«


»Koschka« wird erst im kommenden Frühjahr in die deutschen Kinos kommen, sorgt aber jetzt schon für Furore, national wie international. Seine Weltpremiere erlebte der Film beim Internationalen Filmfestival für Kinder und Jugendliche im tschechischen Zlín, wo er eine erste »Lobende Erwähnung« der Fachjury erhielt. Ende August war »Koschka« beim Festival des Deutschen Films in Ludwigshafen vertreten, mit vier ausverkauften Vorstellungen. In der letzten Septemberwoche wird »Koschka« im Wettbewerb des Internationalen Festivals für junge Filmfans in Frankfurt/Main antreten. Die LUCAS-Kolleg:innen haben pädagogisches Begleitmaterial für die Arbeit mit dem Film erarbeitet, es ist hier in der Datenbank abrufbar.
Am 18. Oktober läuft »Koschka« im Rahmen der 70. Ausgabe des BFI London Film Festival, allein die Einladung ist eine Auszeichnung. Zuvor geht es für Bernd Sahling noch über den Großen Teich: In Los Angeles und Houston wird er dabei sein, wenn das Goethe-Institut seinen Film präsentiert.
Dank der langjährig vertrauten Beziehungen zu Bernd Sahling und zum Berliner farbfilm Verleih hat FILMERNST die Möglichkeit bekommen, »Koschka« bereits jetzt im FILMERNST-Herbstprogramm einzusetzen. Geplant sind 50 Veranstaltungen, für 21 liegen schon Anmeldungen vor.
Wir haben an dieser Stelle, ganz exklusiv für und bei FILMERNST, einige Fotos von den Dreharbeiten. Es heißt ja immer, wer mit Kindern und Tieren dreht, der müsse schon ziemlich verrückt sein, um das alles unter einen Hut zu kriegen. Bernd Sahling hat das oft genug geübt, wie gut es ihm gelungen ist, davon können Sie sich mit Ihren Schülerinnen und Schülern überzeugen.
Und vielleicht, wenn Bernd mit den Katzen nicht gerade durch die Welt tourt, wird er auch bei uns die eine oder andere FILMERNST-Veranstaltung begleiten. Wir werden ihn sanft umschnurren …
Fotos: Bernd Sahling (privat und Dreharbeiten von »Koschka«),
farbfilm-Verleih, Berlin
Auf den Fotos: Bildgestalterin Sabine Ballnat (Tieraufnahmen); Sebastian Erbes (Jan), Ilkay Yalcin (Sami), Bella Mortlock (Martha); Bildgestalter Piotr Rosolowski und die 1. Kameraassistentin Sabine Rösing; Jan/Sebastian Erbes und Kameramann Piotr Rosolowski; Sebastian Erbes bei der ersten Begegnung mit den Katzenkindern mit der Tierpflegerin Anika Erdmann