Das geheime Stockwerk

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Film – Schule – Kino
im Land Brandenburg

Das geheime Stockwerk

Österreich, Luxemburg, Deutschland 2025 / Spielfilm / 96 Minuten / 5.-7. Jahrgangsstufe

Inhalt

Das sind die langweiligsten Ferien aller Zeiten: Statt Urlaub zu machen, zieht der 12-jährige Karli in ein bröckelndes Hotel in den Alpen, das seine Eltern neu eröffnen wollen. Hier verbringt er seine Tage damit, alte Tapeten von den Wänden zu kratzen. Doch eines Tages bleibt er in einem Lastenaufzug stecken und findet sich in der Vergangenheit wieder – genauer gesagt im Jahr 1938. Er lernt das jüdische Mädchen Hannah kennen, das mit ihrem Vater vor den Nationalsozialisten aus Berlin geflüchtet ist. Zusammen mit dem gleichaltrigen Schuhputzer Georg kommen sie einem Juwelendiebstahl auf die Spur. Gleichzeitig beginnt Karli mehr über die Zeit des Nationalsozialismus zu lernen. Allmählich versteht er, in welcher Gefahr seine neue Freundin Hannah schwebt. Schafft er es, sie zu warnen und den Lauf der Geschichte zu ändern?

In Form eines spannenden Zeitreise-Krimis sensibilisiert der Film Kinder für die Zeit des Nationalsozialismus und den Holocaust.

Fotos: © Kevin Lee - Amour Fou / farbfilm Verleih

Themen

(deutsche) Geschichte   |  Nationalsozialismus   |  Diktatur   |  Antisemitismus   |  Familie   |  Werte   |  Freundschaft   |  Mut   |  Zusammenhalt   |  Verantwortung   |  Zeitreise   |  Detektivgeschichte   |  Erinnerungskultur

Fächer

Deutsch   |  Geschichte   |  L-E-R   |  Politische Bildung   |  fächerübergreifend

»Lechner präsentiert mit seinem Film eine Liebeserklärung an den aufklärerischen Geschichtsunterricht, der seine Zuschauer:innen ernst nimmt, sie mit unangenehmen Wahrheiten konfrontiert, aber auch bedürfnisorientiert Genrekonventionen bedient. Es verwundert daher kaum, dass Norbert Lechner im Rahmen des ›Goldenen Spatz‹ betonte, dass der Film dezidiert an Schulklassen im Kontext der SchulKinoWochenund anderen pädagogischen Formaten angeboten wird.« 
Damian Sprenger, blickpunkt:film, München

»Regisseur Norbert Lechner spielt mit den Zeitebenen, etwa wenn die Menschen des Jahres 1938 Karlis merkwürdiges Gerät bestaunen, mit dem man nicht nur telefonieren, sondern auch Fotos machen kann. Der Film vermeidet es aber, das Zeitparadoxon zu überreizen. Obwohl sich Karli über die Verbrechen der Nazis informiert hat, nickt er erst am Ende zustimmend, als Bruno zögerlich fragt, ob den Juden ›Schlimmes‹ bevorstehe. Der Film kommt, auch dank der schauspielerischen Leistungen der jugendlichen Darsteller, ohne aufgesetztes Pädagogisieren aus – und wartet am Ende mit einer überraschenden Pointe auf.«
Raimund Gerz, epd film, Frankfurt/Main

»Im Kontext der deutschen Erinnerungskultur reiht sich der Film in eine Tradition ein, die seit den 1990er Jahren verstärkt versucht, neue Zielgruppen zu erreichen – weg von reiner Dokumentation, hin zu erzählenden, identifikationsstiftenden Formaten. Angesichts des Verschwindens der Zeitzeug*innen gewinnt dieser Ansatz weiter an Bedeutung. ›Das geheime Stockwerk‹ macht deutlich: Erinnerung ist kein statisches Wissen, sondern ein Prozess des Verstehens, der Empathie und der Haltung. Gerade vor dem Hintergrund erstarkender rechtsextremer und antisemitischer Strömungen in Europa wirkt der Film wie ein notwendiger Gegenentwurf. Er zeigt, dass demokratische Werte, Toleranz und Zivilcourage nicht abstrakt sind, sondern im Alltag beginnen – oft unscheinbar, oft im Kleinen.« 
Arbeitskreis Zukunft braucht Erinnerung, Berlin

»Der Junge mit Hoodie, Sneakers und dem Handy in der Hosentasche wird zur Identifikationsfigur für das junge Kinopublikum. Er ist es, der in der anderen Zeit – wie in einem fremden Land – beobachtet, Fragen stellt, verstehen will: Warum wird Hannah, aber auch Georg so viel Unrecht entgegengebracht? Warum soll das Mädchen aus ihrer Heimat, die sie liebt, fliehen? Warum muss sie, ein höfliches, freundliches, hilfsbereites, ganz normales Mädchen, um ihr Leben fürchten? ›Das geheime Stockwerk‹ bringt die Schrecken des Nazi-Regimes nicht im Bild auf die Leinwand, sondern vermittelt vor allem über das Erzählen: Er macht Antisemitismus über die erzählten Erfahrungen von Hannah oder auch durch Georgs unbekümmerte Aussagen deutlich.« 
Verena Schmöller, kinder-jugend-filmportal.de, Remscheid

»Die drei jungen Hauptdarsteller wirken dabei ungekünstelt und reagieren mit einer erfrischenden Direktheit auf die Wendungen der Handlung. Besonders die ersten Szenen von Karlis Ausflug in die Vergangenheit haben dabei fast einen Hauch von Wes-Anderson-Charme: verschrobene Figuren, leicht entrückte Dialoge, aber immer verankert in einer deutschsprachigen Realität. Am Ende bleibt Das geheime Stockwerk nicht nur eine Abenteuergeschichte, sondern auch eine Erinnerung daran, dass Fantasie und Gedächtnis keine Gegensätze sind.« 
Ania Gleich, ray Filmmagazin, Wien

»Besonders beeindruckt hat uns die Charakterentwicklung von Hannah, welche durch das für sie unerklärliche Verhalten ihres Vaters in ihrem generellen Misstrauen gegenüber anderen Menschen bestärkt wird. Im Verlauf ihrer Freundschaft mit Karli und Georg lernt sie wieder zu vertrauen und die Handlungen ihres Vaters nachzuvollziehen. Karli wiederum lernt, wie wichtig Freundschaften auch in der gegenwärtigen Zeit sind und wie groß die Probleme der Welt im Vergleich zu seinen eigenen sein können.«
 jugend-filmjury.com, Berlin

»Es ist eine mutige Entscheidung, ein solch schwieriges, aber dennoch wichtiges Thema kreativ und fantasievoll zu verfilmen. Die Geschichte war ernsthaft, aber dennoch kindgerecht erzählt, wodurch das Thema Nationalsozialismus langsam und verständlich an die Zuschauer herangeführt wurde. Ein Fahrstuhl als Zeitreisemaschine wurde gut gewählt, und auch die Grundregel des Zeitreisens wurde eingehalten. Diese besagt, dass man die Vergangenheit nicht verändern darf. Abschließend kann man sagen, dass es ein sehr abwechslungsreicher Fantasyfilm mit Krimiatmosphäre und einer Vielzahl an Informationen über den Nationalsozialismus ist. Aus diesen Gründen ist der Film der Gewinner in dieser Kategorie.«
aus der Jurybegründung, Deutsches Kinder Medien Festival »Goldener Spatz« 2025: Bester Film in der Kategorie Fiktion Langfilm

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