Das sind die langweiligsten Ferien aller Zeiten: Statt Urlaub zu machen, zieht der 12-jährige Karli in ein bröckelndes Hotel in den Alpen, das seine Eltern neu eröffnen wollen. Hier verbringt er seine Tage damit, alte Tapeten von den Wänden zu kratzen. Doch eines Tages bleibt er in einem Lastenaufzug stecken und findet sich in der Vergangenheit wieder – genauer gesagt im Jahr 1938. Er lernt das jüdische Mädchen Hannah kennen, das mit ihrem Vater vor den Nationalsozialisten aus Berlin geflüchtet ist. Zusammen mit dem gleichaltrigen Schuhputzer Georg kommen sie einem Juwelendiebstahl auf die Spur. Gleichzeitig beginnt Karli mehr über die Zeit des Nationalsozialismus zu lernen. Allmählich versteht er, in welcher Gefahr seine neue Freundin Hannah schwebt. Schafft er es, sie zu warnen und den Lauf der Geschichte zu ändern?
In Form eines spannenden Zeitreise-Krimis sensibilisiert der Film Kinder für die Zeit des Nationalsozialismus und den Holocaust.
Fotos: © Kevin Lee - Amour Fou / farbfilm Verleih
»Lechner präsentiert mit seinem Film eine Liebeserklärung an den aufklärerischen Geschichtsunterricht, der seine Zuschauer:innen ernst nimmt, sie mit unangenehmen Wahrheiten konfrontiert, aber auch bedürfnisorientiert Genrekonventionen bedient. Es verwundert daher kaum, dass Norbert Lechner im Rahmen des ›Goldenen Spatz‹ betonte, dass der Film dezidiert an Schulklassen im Kontext der SchulKinoWochenund anderen pädagogischen Formaten angeboten wird.«
Damian Sprenger, blickpunkt:film, München
»Besonders beeindruckt hat uns die Charakterentwicklung von Hannah, welche durch das für sie unerklärliche Verhalten ihres Vaters in ihrem generellen Misstrauen gegenüber anderen Menschen bestärkt wird. Im Verlauf ihrer Freundschaft mit Karli und Georg lernt sie wieder zu vertrauen und die Handlungen ihres Vaters nachzuvollziehen. Karli wiederum lernt, wie wichtig Freundschaften auch in der gegenwärtigen Zeit sind und wie groß die Probleme der Welt im Vergleich zu seinen eigenen sein können.«
jugend-filmjury.com, Berlin
»Es ist eine mutige Entscheidung, ein solch schwieriges, aber dennoch wichtiges Thema kreativ und fantasievoll zu verfilmen. Die Geschichte war ernsthaft, aber dennoch kindgerecht erzählt, wodurch das Thema Nationalsozialismus langsam und verständlich an die Zuschauer herangeführt wurde. Ein Fahrstuhl als Zeitreisemaschine wurde gut gewählt, und auch die Grundregel des Zeitreisens wurde eingehalten. Diese besagt, dass man die Vergangenheit nicht verändern darf. Abschließend kann man sagen, dass es ein sehr abwechslungsreicher Fantasyfilm mit Krimiatmosphäre und einer Vielzahl an Informationen über den Nationalsozialismus ist. Aus diesen Gründen ist der Film der Gewinner in dieser Kategorie.«
aus der Jurybegründung, Deutsches Kinder Medien Festival »Goldener Spatz« 2025: Bester Film in der Kategorie Fiktion Langfilm