Ein Stein fliegt und klirrt – das Fenster des Nachbarn geht kaputt. Ramona und Nico sind Freundinnen, faule Lappen und frisch aus der Schule. Doch statt sich Gedanken um ihre Zukunft zu machen, lassen sie sich lieber vom hitzigen Berliner Sommer erschlagen. Als sie einen geliebten Nachbarsvogel freilassen, müssen sie fliehen – in die politisch aufgeladene Welt, auf die sie eigentlich keine Lust haben. Warum wollen alle wissen, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen, obwohl diese wissentlich und stetig von den gleichen Leuten zerstört wird? Auf ihrer ziellosen und halbherzigen Suche nach dem entflogenen Vogel und bald auch Ramonas Bruder, ringen sie um ihre Freundschaft und den Glauben an sich selbst.
Coming-Of-Age-Film, Generationenporträt, Komödie, Roadmovie –
»Nulpen« nimmt uns mit auf die Suche nach einem Vogel, bis der längst vergessen ist. Die Suche geht trotzdem weiter, doch wonach suchen, wenn du heute 18 bist?
Fotos: UCM.ONE, Berlin
»›Nulpen‹ illustriert nicht nur in einer überraschend spritzigen Tonalität die Freundschaft zweier Mädels im zeitgenössischen Berlin, sondern bildet mit eben jenen nonchalanten Protagonistinnen einen Querschnitt durch die Gefühlswelt der Generation Z. Aktueller Slang, kurzweiliges Tempo und die unverblümte Schilderung von Problemen machen Sorina Gajewskis ersten Langspielfilm zu einem gelungenen Coming-of-Age-Zeitzeug*innenbericht, anhand dessen in z.B. 20 Jahren derzeitige Lebensrealitäten gut nachvollzogen werden können.«
Elias Schäfer, film-rezensionen.de, München
»Am Ende bleibt die Gewissheit: ›Nulpen‹ ist kein Film über Helden, sondern über junge Menschen, die keine Ahnung davon haben, wie das mit dem Erwachsenenleben eigentlich funktioniert – und die genau deshalb berührend echt wirken. Sorina Gajewski gelingt das Kunststück, Berlin und die Jugend als chaotische, vibrierende, manchmal hässliche, aber immer lebendige Einheit und Realität zu zeigen. Dafür braucht sie keine großen Gesten. Nur Hitze, Humor und zwei junge Frauen, die mit offener Zwille und offenem Herzen losziehen, um vielleicht keinen Vogel, aber dafür ein Stück weit sich selbst zu finden.«
Gaby Sikorski, filmstarts.de, Berlin
»Irgendwann geht es um Plattenbau versus Eigenheim; irgendwann geht es darum, Hühner zu zähmen. Es sind tolle Einfälle, die der Film ausbreitet, die die beiden Protagonistinnen durchführen, als wäre alles dokumentarisch ihr Alltag. Das ist superlustig, und es macht sich nie lustig über sie. Im Gegenteil: Wohl kaum ein Film hat diese Generation bisher so ernst genommen wie ›Nulpen‹, der sie ganz direkt und nah begleitet, in ihrer internalisierten Desillusion, in ihrem Zukunftsnihilismus, weil eine Rettung unmöglich zu sein scheint.«
Harald Mühlbeyer, kino-zeit.de, Mannheim
»›Nulpen‹ wirkt anfangs wie ein leichter Sommerfilm über zwei Jugendliche in Berlin. Mit der Zeit fängt er jedoch die Zerrissenheit einer ganzen Generation ein. Zwischen Berliner Spätis, Klimaprotesten und belanglosen Gesprächen zeigt er, wie schwer es sein kann, sich in einer komplexen Welt zurechtzufinden. Der Film trifft einen Nerv – leise und ironisch, aber er thematisiert das, was viele Jugendliche bewegt. Besonders Ramonas schlagfertige Art und der authentische Jugendslang stechen heraus und machen den Film zu einem charmanten Regiedebüt.«
Andrea Höglinger, subtext.at, Linz
»Gajewski versucht, die Atmosphäre der realen Stadt einzufangen, fernab von Sehenswürdigkeiten und international anerkannten ›coolen‹ Orten. In der DNA von ›Slackers‹ [engl. Titel des Films] steckt ein bisschen von der Lockerheit von Richard Linklaters ›Slacker‹, und es gibt eine Menge mutiger Attitüden, mit denen die Filmemacherin, ähnlich wie ihre Figuren, versucht, bestimmte Unsicherheiten zu kaschieren. Es gibt auch Momente der Sanftheit, auch wenn sie nur eine kurze Pause von den Versuchen der Figuren darstellen, sich aus den Schwierigkeiten zu befreien, die sie sich meist selbst eingebrockt haben. Die beiden jungen Hauptdarstellerinnen verkörpern ihre Figuren und interagieren miteinander und mit der Außenwelt mit einer spürbaren Chemie.«
Marko Stojiljković, cineuropa.org, Brüssel – übersetzt mit DeepL.com