Karl hat sich in seine Klassenkameradin Lea verliebt. Die wechselt aber bald die Schule, und es bleibt nicht mehr viel Zeit, sie besser kennenzulernen. Bestärkt durch seinen großen Bruder, traut sich Karl, Lea zu sich nach Hause einzuladen. Zum Glück ist sie fasziniert von seinem Hobby: Im Badezimmer hat er eine Dunkelkammer improvisiert und entwickelt selbst seine Fotografien. Als die Projektfahrt für die 6. Klasse ansteht, ist Karl aufgeregt. Denn
es erscheint ihm als letzte Chance, Lea endlich von seinen Gefühlen für sie zu erzählen. Die Klasse will während der Projektfahrt einen Film zum Thema »Verliebt« drehen. Karl übernimmt die Kamera, Lea und ihre Freundin befragen Menschen auf der Straße, im Pflegeheim und in der ganzen Klasse. So erfährt Karl viel über das Thema aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln, auch aus Leas Sicht.
Eine Hommage an das Filmemachen, die Fotografie, Poesie und
Rockmusik – kreativ sein macht mutig!
Fotos: Real Fiction Filmverleih e.K., Köln
»Im Kino für junge Menschen ist das Thema Liebe so selten, wie es umgekehrt in Filmen für Erwachsene viel zu häufig vorkommt. Man meint, es gäbe nicht viel zu sagen, über eine junge Liebe, über die Angst, abgewiesen zu werden, und die Unsicherheit darüber, wie das überhaupt alles geht. Dabei gibt es für diese Art von Gefühlen kein Alter. Es ist nur schwierig, authentisch darüber zu erzählen, ohne Klischees zu bemühen, kitschig oder belehrend zu werden. Bernd Sahling ist es auf ganz einfache Weise gelungen, er hat seine Protagonisten ernst genommen, mit ihnen und nicht über sie gesprochen und seine Kamera auf Augenhöhe positioniert.«
Ulrich Sonnenschein, epd film, Frankfurt/Main
»›Ab morgen bin ich mutig‹ konstruiert keine aufwändig-spektakuläre Handlung, folgt eher behutsam und sanft dem Rhythmus und dem Temperament der Kinder, die ihre Rollen nicht zu spielen scheinen, sondern sich intuitiv der Wahrheit ihrer Figuren verpflichtet fühlen. Manch vertrauliches Gespräch, das sie miteinander führen, hätte durchaus nach hinten losgehen und aufgesetzt wirken können, doch selbst betont private Momente tragen die jungen Darstellerinnen und Darsteller souverän. So ist es bewegend zu beobachten, wie konzentriert sie ihre Dialoge sprechen, quasi so, als würden sie sich auch in ihrem eigenen Alltag so unterhalten. Ebenso alltäglich wie liebenswürdig entwickeln sich am Ende dann die (Liebes-)Dinge für Karl, auch weil er lernt, ein Stück weit loszulassen und einfach nur er selbst zu sein.«
Horst Peter Koll, kinder-jugend-filmportal.de, Remscheid
»Der auf Kinder- und Jugendfilme spezialisierte Regisseur und Drehbuchautor Bernd Sahling (›Die Blindgänger‹) präsentiert eine Art Lehrfilm für Pubertierende über das große Rätsel Liebe im Gewand einer fiktionalen Handlung. Karl dient als Identifikationsfigur für Teenager*innen, die sich womöglich gerade ähnliche Fragen stellen wie er. Wie muss man sich verhalten, um die begehrte Person für sich einzunehmen, und wie ist das mit dem Küssen? Der Film gibt eine Botschaft schon im Titel vor, die andere lautet tröstlich: Du bist nicht allein – auch andere haben Probleme mit der ersten Liebe, und wenn sie in Kummer mündet, so geht der auch vorbei.«
Bianka Piringer, kino-zeit.de, Mannheim
»›Ab morgen bin ich mutig‹ ist einerseits ein überaus unterhaltsamer pädagogischer Film über die Liebe, andererseits der seltene Fall eines Liebesfilms für Kinder, in dem der jugendliche Held schließlich das erste Verliebtsein fast beiläufig in all seinen Facetten und dabei sich selbst kennenlernt, genauso, wie es tröstlicherweise jeder Erwachsene vor ihm irgendwann schon einmal durchlebt hat. Dazu gehört dann auch die schmerzhafte Erfahrung, enttäuscht zu werden – und die Überwindung, die es mitunter kostet, zu sich selbst zu stehen. Womit Karl am Ende sogar ohne Plateausohlen über sich hinauswächst.«
Corinna Götz, THE SPOT, media & film, München
»Piotr Rosolowski erweckt mit der Kamera einen fast dokumentarischen Eindruck, und seine beobachtende Haltung deckt sich mit der erzählerischen Zurückhaltung des Drehbuchs, das nichts mühsam zerredet, sondern sich lieber aufs Bild verlässt. Karl fotografiert als Hobby, sein Vater hat ihm das gezeigt, und entwickelt die Fotos noch ganz traditionell und analog in der Dunkelkammer; mit gekonnten Handbewegungen belichtet er einzelne Stellen der Bilder etwas mehr, um die Belichtung im Negativ etwas auszugleichen.«
Rochus Wolff, filmdienst.de, Bonn
»Geschickt verknüpft Bernd Sahling die fiktionale Geschichte mit einem Film im Film, der die Kinder das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchten lässt. Und doch bleibt die Produktion gelegentlich ein wenig in ihrem Werkstattmodus stecken und will einen nicht so recht mitnehmen. Vieles bleibt unausgesprochen, Karls Entwicklung ist schwerfällig. Das ist schade, denn der Ansatz ist gut: Der Blick in den normalen Alltag von Heranwachsenden ohne Fantasy oder überdrehte Plots ist mutig und tut gut in der Kinderfilmwelt.«
Verena Schmöller, Münchner Merkur
»Der Film punktet mit präzisem Blick für Wünsche und Unsicherheiten und guten Erwachsenenrollen, neigt aber auch zur pädagogischen Erbauung und hätte manche Szenen liebevoller auserzählen können. Die Kids formulieren derweil unbekümmert eigene Flirtrezepte: Klug sein kommt immer gut.«
Uwe Mies, Kölnische Rundschau
»Neben den visuellen Medien spielt in ›Ab morgen bin ich mutig‹ auch die Musik eine wichtige Rolle. Die deutschsprachigen Texte der Indie-Band REEB reflektieren facettenreich die Gefühlslagen von Teenagern wie Tom, die dynamischen Auftritte der Band kommen bei der Zielgruppe im Film gut an und dürften auch im Kino für Feel-Good-Momente sorgen.«
Reinhard Kleber, artechock.de, München