»And the Oscar goes to …« Wie gern hätten wir diesen Satzanfang gehört, komplettiert durch: »Sound of Falling« – so der englische Titel von Mascha Schilinskis »In die Sonne schauen«. Letzten Mai hatte sie damit in Cannes Publikum und Jury beeindruckt. In gleich acht Kategorien konkurrierte ihr Vier-Generationen-Frauen-Porträt dann um den Europäischen Filmpreis. Dass das Werk als deutscher Beitrag ins Oscar-Rennen geschickt wurde, verwunderte daher niemanden. Als letzte Woche die fünf internationalen Titel für die Endrunde bekanntgegeben wurden …
… musste Mascha Schilinski aber in die Sonne schauen: Die Oscar-Zeremonie am 16. März im Dolby Theatre in Los Angeles wird ohne sie über die Bühne gehen. Schade, aber auch ohne diesen Ritterschlag bleibt es ein großartiger Film, den wir wahrscheinlich nicht im normalen FILMERNST-Programm wiederfinden werden, aber sehr gerne für Wunschfilm-Anfragen empfehlen.
Der Oscar-Exkurs sollte hier eigentlich nur die Überleitung bilden für den Hinweis, dass von den 31 Filmen des SchulKinoWochen-Programms die allermeisten mit ziemlich bedeutsamen Auszeichnungen und Preisen bedacht wurden, zwei sind ja bereits im vorhergehenden Text erwähnt.
Aber in der Tat: Sogar einen Oscar-Gewinner haben wir im Angebot, was wirklich selten ist: Aber an »Flow« kam im letzten Jahr keiner vorbei, zu groß waren das Staunen und die Begeisterung über diesen Animationsfilm aus Lettland. Zum Oscar gesellte sich der Golden Globe, der französische César und im Heimatland von Gints Zilbalodis der Lettische Filmpreis. Dass in der Hauptstadt Riga ein Denkmal in Gestalt einer Katze errichtet wurde, gleich neben dem Freiheits-Monument, ist für einen Film wohl eine seltene, einmalige Ehrung. Absolut sehenswert, dieser »Flow«, in der Sonderreihe »17 Ziele – Kino für eine bessere Welt«.
Fotos: LETA, Edijis Pālens via Gints Zilbalodis (Katzendenkmal Riga);
MFA+ FilmDistribution, Regensburg (Filmstills)
Hier, in unvollständiger Auflistung, noch ein paar weitere Verweise auf goldene und andere Preise der Filme, die wir während der SchulKinoWochen 2026 präsentieren.
»Goldene Spatzen«, beim traditionsreichen Deutschen Kinder Medien Festival in Erfurt und Gera, flogen dem »Geheimen Stockwerk« und den »Nulpen« zu, vor einigen Jahren schon »Amelie rennt«. Der (in Eberswalde angesiedelte) Dokumentarfilm »Über uns von uns« wurde 2025 von der FBW-Jugend-Filmjury als »Bester Jugendfilm« gekürt
Fotos: farbfilm Verleih, Berlin (»Amelie rennt« und »Das geheime Stockwerk«); UCM.ONE, Berlin (»Nulpen«); Real Fiction Filmverleih, Köln (»Über uns, von uns«)
»Amelie rennt« durfte sich 2018 auch über eine LOLA freuen, den Deutschen Filmpreis. Den bekam im letzten Jahr ebenfalls der hochdramatische Spielfilm »September 5« – und das in etlichen Kategorien: Bester Spielfilm, Beste Tongestaltung, Bester Schnitt, Bestes Maskenbild. Zudem erhielt er den »Brücke-Friedenspreis des Deutschen Films«.
Als der Deutsche Filmpreis noch nicht auf den Namen LOLA hörte, gab es ihn im Jahre 1976 für einen Film, der zweifellos zum nationalen filmischen Erbe zählt: Volker Schlöndorffs »Die verlorene Ehre der Katharina Blum«, nach dem gleichnamigen Buch des Literatur-Nobelpreisträgers Heinrich Böll. Der Film läuft, wie »September 5«, in der bpb-Sonderreihe »Demokratische Grundrechte schützen: Presse, Recht und Ethik«. Ein Filmband in Gold gab es damals für die beeindruckende Hauptdarstellerin Angela Winkler, ebenso für den Kameramann Jost Vacano. Eine Wiederentdeckung, ein Filmschatz bei den SchulKinoWochen.
Da die Berlinale 2026 vor den Kinotüren steht und in ihren verschiedenen Reihen sicher wieder Filme ins Licht rückt, die erst ins »normale« Kino und dann auch ins FILMERNST-Programm kommen könnten: Hier noch ein Rückblick auf 2025 ausgezeichnete Berlinale-Beiträge. Für einen wirklich sehr schönen, berührenden österreichischen Film – mit dem wahrscheinlich längsten Titel, den wir jemals im Programm hatten: »Wenn du Angst hast nimmst du dein Herz in den Mund und lächelst« – war der »Teddy Award«, ein LGBTIQ-Filmpreis, die verdiente Würdigung. Die AG Kino-Gilde verlieh ihren Preis an »Paternal Leave – Drei Tage Meer«, eine berührende deutsch-italienische Tochter-Vater-Geschichte. Und die für uns immer sehr relevante Berlinale-Sektion »Generation Kplus« hatte 2025 eine »Lobende Erwähnung« für »Zirkuskind«, was wir und bestimmt auch die 1.600 Kinder bestätigen können, die den Film im Herbst in 22 Veranstaltungen erlebten.
Fotos: eksystent Filmverleih, München (»Paternal Leave«); Arsenal – Institut für Film und Videokunst, Berlin (»Wenn Du Angst hast …«)
Beim Bayerischen Filmpreis 2026 waren wir schon, mit »Im Prinzip Familie« und »Zirkuskind«. Eine Ehrung fehlt aber noch, die Auszeichnung in der Kategorie »Bester Film«: Die bekam »Amrum« – und Regisseur Fatih Akin rief seinem jungen Hauptdarsteller Jasper Billerbeck in einem anderen als dem auf der nordfriesischen Insel gesprochenen und im Film auch zu hörenden Öömrang-Dialekt zu: »Das ist dein Fame, Digga!« Wir sind platt – und gratulieren herzlich!
Teaserbild LOLA: © Clemens Porikys / Deutsche Filmakademie