No Land’s Song

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No Land’s Song

Deutschland, Frankreich 2015 / Dokumentarfilm / 95 Minuten / 9.-13. Jahrgangsstufe

Inhalt

»Das wird definitiv nicht genehmigt«, sagt der Beamte im Ministerium für Kultur und Islamische Führung in Teheran. Wir sehen den Mann nicht, aber wir hören ihn. Filmen ist nicht erlaubt, aber Sara hatte auf dem Weg zu ihm, im Fahrstuhl, unter ihrem Hijab ein Mikro versteckt. So werden wir Ohrenzeuge, wie er auf den Antrag der jungen Komponistin reagiert, ein Konzert mit Solistinnen zu organisieren. Seit der Islamischen Revolution 1979 ist das verboten, das Regime hat ein fundamentales Problem mit Frauen in der Musik. Ein Religionslehrer erklärt Sara warum: Die weibliche Stimme ist eine Gefahr für jeden Zuhörer, wegen ihrer Sanftheit vermag sie Männer zu erregen. Sara blickt ihn fassungslos an, aber sie gibt nicht auf. Unbedingt will sie iranische Sängerinnen zu Gehör bringen, wie das schon vor 90 Jahren möglich war. Zudem möchte sie eine kulturelle Brücke bauen und in Paris lebende Musiker:innen zum gemeinsamen Konzert einladen. Die Hürden sind gewaltig. Noch etliche Male wird Sara ins Kulturministerium zitiert und in höchster Spannung gehalten. Kurz vor dem Auftritt droht das endgültige Aus, doch die Künstler:innen lassen sich nicht erpressen. »Ich bin eine der furchtlosen Frauen«, singt die Tunesierin Emel Mathlouthi.
Alle im Saal erheben sich für Standing ovations. Ein Triumph!

Grandiose Stimmen in einem der schönsten Musikfilme des letzten Jahrzehnts – einem politischen Film.

Fotos: Hanfgarn & Ufer Filmproduktion, Berlin


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»Ein Dokumentarfilm, der alles mitbringt, was man sich als Zuschauer im Kino wünscht: Eine Story mit klarem Ziel, Höhen und Tiefen, Rückschlägen und Glücksmomenten. Eine sympathische Protagonistin, um die sich nach und nach eine bunte Schar von Mitstreitern sammelt, die den Film durch ihre Eigenheiten bereichern und denen der Film genug Raum gibt, dass jeder einzelne auch als Individuum zur Geltung kommt. Zusammen bilden sie schließlich eine eingeschworene Gruppe, die für ihren Auftritt kämpft. Ein einziger öffentlicher Auftritt, bei dem Frauen auf der Bühne singen – und der so viel mehr bedeutet als ein bloßes Konzert.«
Kirsten Kieninger, kino-zeit.de, Mannheim

»›No Lands Song‹ ist ein lebendiger, vielschichtiger Dokumentarfilm, niemals belehrend, aber sehr lehrreich. Ayat Najafi ist mit seiner Kamera immer dabei, unauffällig, aber immer mittendrin. Ein Film, der viel erzählt über die iranische Gesellschaft, über die Stadt Teheran und über ein mitreißendes Engagement für die Freiheit der Musik.«
Wolfgang Martin Hamdorf, Deutschlandfunk, Köln

»›No Lands Song‹ ist nicht nur das Porträt einer mutigen Frau, sondern auch ein Musikfilm: Traditionelle Lieder, begleitet von persischen Instrumenten und Gitarre, erklingen sowohl im finalen Konzert, als auch während des Films. Die KünstlerInnen proben gemeinsam und musizieren zum Spaß. Sara Najafi begibt sich auch auf die Spuren zweier berühmter Sängerinnen von einst, der legendären Qamar, die 1924 öffentlich auftrat und deren Stimme auf Band erklingt, sowie der Interpretin Delkash, die mit einem Filmausschnitt von 1960 gewürdigt wird.«
Bianka Piringer, spielfilm.de, Nierstein

»Es ist kein Geheimnis, dass das Konzert letzendlich am 19. September 2013 wirklich in der prall gefüllten City Opera von Teheran stattfand und so nicht nur Saras Anstrengungen recht gab, sondern allen, die ihre Kraft für die Frauen im Iran einsetzen. Dass es dabei keinesfalls nur um die Schönheit der weiblichen Stimme ging, wie Sara gegenüber der Behörde argumentiert hatte, machen neben dem kraftvollen Auftritt der Truppe auch Texte wie ›Misch dich ein, geh auf Risiko, zerstöre die Tyrannei!› deutlich. Am Ende stimmte an diesem Abend auch das Publikum unter stehenden Ovationen in den Gesang ein.«
Silvia Hallensleben, epd film, Frankfurt/Main

»Die Bilder des Konzerts sind grandios. Die Sängerinnen singen Soli – die männlichen ›Alibi‹-Sänger hören einfach auf zu singen und lassen die Frauen weitermachen. Eines der Lieder stammt aus der Revolution von 1979 und spricht wortgewaltig und explizit vom Widerstand gegen die Tyrannei. Dann singt Mathlouthi ihr Lied von 2011 und begleitet sich dabei selbst auf der Gitarre. Das Publikum ist euphorisch. Im Anschluss an die Filmvorführung gab es eine Fragerunde mit dem Regisseur Ayat Najafi, Saras Bruder. Er sagte, dass das Konzert zwar wichtig gewesen sei, aber nicht den Durchbruch gebracht habe, den sie sich erhofft hatten. Die Restriktionen der Regierung wurden verschärft, und es fanden keine weiteren Konzerte statt. Aber der Kampf geht weiter – und dieser Film ist ein Teil dieses Kampfes.«
Phil Butland, CinePhil – A Berlin Filmblog (übersetzt mit DeepL)


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