FILMERNST

Sehend lernen – Die Schule im Kino

Das Kompetenzzentrum für
Film – Schule – Kino
im Land Brandenburg

FILMERNST-Herbstprogramme

In diesem Sommer waren wir so schnell wie lange nicht mit den neuen Programmen. Pünktlich zum Beginn der Vorbereitungswoche auf das neue Schuljahr sind die filmernsten »Druckwerke« in den Bildungseinrichtungen des Landes. Alle neuen Filme stehen auch schon komplett in der FILMERNST-Datenbank, mit weiteren Informationen, den Trailern, Begleitmaterial und sämtlichen Terminen in den jeweiligen Spielorten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch in einem unserer Partner-Kinos.


Hier die Links zu den Flyern, zum »regulären« Herbstprogramm sowie zu den Veranstaltungen der JugendFilmTage im Landkreis Dahme-Spreewald und – erstmals – im Landkreis Spree-Neiße und Cottbus. 


Flyer Filmernst Herbstprogramm


Flyer Filmernst JuFiTa 2026 LDS


Flyer Filmernst JuFiTa 2026 SPN

Bitte beachten!


Die für den 29. September geplanten Veranstaltungen im Filmmuseum Potsdam können an dem Tag leider nicht stattfinden, da der Saal für einen anderen Termin gebraucht wird. Das Filmmuseum bat um Verlegung der beiden Termine auf Dienstag, den 13. Oktober 2026.


Koschka 13.10.202609:00 – 10:15


Mira  13.10.202611:00 – 12:25


Macht Lärm!

»Plitsch Platsch forever!« (empf. für 3.-5. Klasse) war ein Riesenerfolg in der Schweiz – und damit wir hierzulande auch verstehen, worum es geht, wurde vom Schwyzerdütschen ins Hochdeutsche synchronisiert. Das hat vielleicht nicht mehr den charmanten Klang, aber wir können dem Geschehen um eine Freibad-Rettung problemlos folgen. Begeistert schrieb eine Kritikerin, der Film wäre »wie ein Sprung vom Dreimeterbrett: Mut sammeln, Luft holen und dann mitten rein – ins Wasser wie ins Leben«. Auch wenn die Freibad-Saison …



…vorbei ist, die nächste kommt bestimmt – und was uns die Kinder im Film in Sachen Engagement, Verantwortung, Gemeinschaftssinn vormachen, gilt das ganze Jahr über.

»Macht Lärm und sorgt dafür, dass man euch hört!« So lautet einer der zweckdienlichen Ratschläge von Frau Hunziker, die jetzt im Altenheim lebt, aber offenbar über einschlägige Erfahrungen in der Protestbewegung verfügt. Bei der Rettung des Freibades werden sie von großer Bedeutung sein.

Für »Plitsch Platsch forever!« trifft leider zu, was wir immer wieder auch bei anderen guten Kinderfilmen feststellen müssen: Sie finden nur höchst unzureichend Leinwandpräsenz. Nach acht Wochen bundesweitem Kinoeinsatz zählte der Film gerade mal 4.100 Besucher. Bei FILMERNST sind wir nach nicht mal zwei Wochen Anmeldezeit bei 650 bestätigten Karten für den Film. Wir schwimmen weiter! Filme wie diese finden bei FILMERNST ihren Platz.

Übrigens, hier ist der Platz dafür, um das mal zu erwähnen: Wenn sich Filme bei ihrer Entstehung – von der Idee über die weitere Konzeption, vom Drehbuch bis hin zur Inszenierung - der Kompetenz dramaturgischer Beratung versichern, so ist das in den meisten Fällen ein großes Plus. Bei und für »Plitsch Platsch forever!« gab es eine solche von Beate Völcker. Beate ist eine langjährige FILMERNST-Freundin, Mentorin würde auch zutreffen – und so freuen wir uns immer sehr, wenn wir Filme präsentieren können, an denen Beate dramaturgisch entscheidend mitgewirkt hat. »Fritzi – Eine Wendewundergeschichte« wäre ein wunderbares Beispiel dafür. Im aktuellen Programm ist Beate Völcker gleich doppelt vertreten als Dramaturgin, denn auch die Katzen in Bernd Sahlings »Koschka« hat sie dramaturgisch begleitet. Wir haben es gemerkt ...

Fotos: Der Filmverleih, Stuttgart

Kein Knockout

Eine Perle des europäischen Jugendfilms ist »Wild Foxes« (empf. ab 8. Klasse). Diese belgisch-französische Ko-Produktion ist zwar nicht synchronisiert, aber mit den deutschen Untertiteln ohne Schwierigkeiten zu verstehen. So verstehen wir auch, dass es kein Sport- und schon gar kein klassischer Box-Film ist, selbst wenn wir einige kurze, intensive, authentische Kampfszenen erleben. Vielmehr geht es um das Sich-Selber-Finden in einer schwierigen Zeit. Was und wer ist mir wichtig? Was will ich und was will ich nicht? Woran erkenne ich …


… meine wahren Freunde? Wer hilft mir, wie kann ich anderen beistehen? Nicht zuletzt: Das überraschend Schöne an »Wild Foxes« und seiner Erzählung ist ein Mädchen, das im Sportinternat nicht nur Teakwondo trainiert, sondern zugleich ihre Liebe zur Musik, zum Jazz unter Beweis stellt. Die Beziehung zwischen dem Boxer Camille und der Trompeterin Yasemine hat weniger mit erster Liebe zu tun, aber ungemein viel mit Einfühlung, Verständnis, Ermutigung – auch und gerade in schwierigen Zeiten.

Kein Knockout, sondern eine absolute Empfehlung für die Oberstufe – und natürlich hoffen wir sehr, dass die Resonanz darauf groß ist. Bisher jedenfalls sieht es gut aus: schon knapp 500 angemeldete Schülerinnen und Schüler. Ring frei zur nächsten Runde!

Fotos: Grandfilm, Nürnberg

Der doppelte Bernd

Seit Jahren schon sind sie eine gute Tradition: die JugendFilmTage zu den Themen »Liebe, Freundschaft, Sexualität« – in Kooperation von FILMERNST und dem Gesundheitsamt des Landkreises Dahme-Spreewald. Immer Ende November, Anfang Dezember in den »Spreewald Lichtspielen« Lübben und im »Capitol« Königs Wusterhausen, erlebten wir im Laufe der Jahre stets bestens besuchte Veranstaltungen, oft mit Gästen vom Team der präsentierten Filme. Erfolg spricht sich rum – und so gibt es …



… in diesem Jahr erstmals auch in Cottbus, Forst und Spremberg die JugendFilmTage, hier als Kooperation von FILMERNST und dem Fachbereich Gesundheit der Stadt Cottbus/Chóśebuz sowie dem Gesundheitsamt des Landkreis Spree-Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa.

Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen der Gesundheitsämter gestaltete sich sehr konstruktiv und produktiv – und ob wir genügend Besucher für die Veranstaltungen finden werden, diese Frage beantwortete sich ziemlich schnell: Mehrere Termine waren im Nu ausgebucht, was höchst erfreulich ist. Es bedeutet aber zugleich, dass wir alle folgenden Anfragen abschlägig bescheiden mussten, was wir natürlich sehr bedauern.

Für einige Veranstaltungen gibt es aber noch freie Plätze, vor allem auch für den ganz herausragenden Film »Junge Mütter« (Belgien, Frankreich 2025, empf. ab 9. Jahrgangsstufe), der in Lübben am 26. November und in Königs Wusterhausen am 3. Dezember läuft (Beginn jeweils 10 Uhr).

Außerdem in Lübben und Königs Wusterhausen für die jüngeren (4.-8) Jahrgangsstufen: Bernd Sahlings von der Kritik hochgelobter, vorletzter Film »Ab morgen bin ich mutig«. Bei FILMERNST im Herbst 2026 also gewissermaßen ein doppelter Bernd: Manchmal läuft es einfach!

Wir freuen uns schon sehr, Bernd Sahling am 2. Dezember im »Capitol« Königs Wusterhausen begrüßen zu können. Bis dahin wird er wohl von seinen Weltreisen zurück sein.

Zur Premiere der JugendFilmTage in Cottbus, Forst und Spremberg werden die Filme »Anne liebt Philipp« (Norwegen/Deutschland 2011, empf. für 4.-7. Jahrgangsstufe) und »Das schönste Mädchen der Welt« (Deutschland 2018, empf. ab 8. Jahrgangsstufe) präsentiert – und zwar im »Obenkino« Cottbus, im »Spreekino« Spremberg und im Forster Museum für Textil- und Industriegeschichte Lausitz.

Flyer Filmernst JuFiTa 2026 LDS

Flyer Filmernst JuFiTa 2026 SPN

Fotos: Wild Bunch Germany, München

Kakistokratie

Auf das filmernste Geschehen im Herbst haben wir nun ausführlich hingewiesen, das war die Rundbrief-Pflicht sozusagen. In der abschließenden Rundbrief-Kür wenden wir den Blick zunächst nach Venedig, wo beim ältesten Filmfestival der Welt im Moment noch die hochkarätigen Wettbewerbsbeiträge um wertsteigernde Auszeichnungen konkurrieren. Einen Preis gab es gleich zu Beginn des Festivals: George Clooney wurde mit einem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk geehrt. In seiner Dankesrede gebrauchte er ein Wort, das … 


… nach Aufklärung verlangte. »Ich glaube, wir leben im Moment vielleicht in einer Kakistokratie. Das ist ein Land, das von den am wenigsten qualifizierten Leuten regiert wird«, lautete sein ernüchterter Befund. »Aber wir werden da durchkommen«, versicherte er dem Publikum. Wie man so rein- und durchkommt, hat George Clooney nicht nur in »Ocean’s Eleven« mehrfach bewiesen. Der »Goldene Löwe« ist verdient – und für seine engagierte Dankesrede gibt es ein Lob. 

Kein Lob gab es von der Jury-Präsidentin, der US-amerikanischen Schauspielerin Maggie Gyllenhaal. Sie kritisierte zu recht den viel zu geringen Frauenanteil beim diesjährigen Festival. Hier fände dann erneut ein griechisches Wort seinen praktischen Ausdruck: »Patriarchat«

Übrigens: Kakistokratie heißt »Herrschaft der Schlechtesten« – und die britische Zeitung »Economist« wählte den Begriff 2024 zum »Wort des Jahres« – mit explizitem Verweis auf die sich abzeichnende zweite und vielleicht letzte Amtszeit des jetzigen MAGA-Präsidenten.

Unser Faible für Sprache und Worte, für Neologismen und Fremdworte, aber auch für die Jugend- oder Un-Worte des Jahres haben wir ja schon des öfteren in den FILMERNST-Rundbriefen bekundet. »Kakistokratie« war neu für uns, wir sind also etwas klüger geworden. Wir hätten noch einen weiteren, ganz persönlichen Favoriten für ein Wort des Jahres, bei dem man zwar nicht unbedingt klüger wird, aber den man hin und wieder in ein Streitgespräch einflechten könnte: Vielleicht entsinnen Sie sich noch, wie der echauffierte Jung-Trainer Julian Nagelsmann nach dem WM-Spiel gegen Paraguay die (Fehl-)Entscheidung des marokkanischen Schiedsrichters charakterisierte: Das wäre ja wohl ein »Vollwitz« gewesen. Nun ist er weg, der Nagelsmann, kein Witz!

Foto: George Clooney in »Ocean's Eleven«, Warner Bros. GmbH

Space Night

Nun kehren wir vom Festivalpalast am venezianischen Lido zurück in heimische Gefilde, in einen Kinopalast nach Werder und in ein MovieMagic nach Eberswalde. Beide Häuser sind seit vielen Jahren gute, verlässliche Partner. Wir wissen, was sie, was unsere Partnerkinos generell leisten, um den Betrieb am Laufen zu halten, um die Säle zu füllen. Am Vormittag mit FILMERNST natürlich – und abends mit Filmen, aber auch mit anderen Kulturveranstaltungen, mit Kleinkunst, Kabarett, Konzerten. Darauf möchten wir an dieser Stelle hinweisen, auf ein ganz besondereres Konzert: POND präsentiert …



… mit »Space Night« ein Elektronikkonzert der Extra-Klasse.

Im Kino »MovieMagic« Eberswalde schon am Freitag, dem 18. September (Beginn 20 Uhr) und im »Scala Kulturpalast« Werder am Freitag, dem 16. Oktober 2026, (Beginn 19:30 Uhr). Am Samstag, dem 17. Oktober 2026 (Beginn 20 Uhr) gibt es ein weiteres Konzert, im Französischen Dom am Berliner Gendarmenmarkt.

POND war die erste Gruppe, die weiland in der DDR elektronische Instrumentalmusik live aufführte. Ihre LPs »Planetenwind« und »Auf der Seidenstrasse« verkauften sich hunderttausendfach.

Der Synthesizer-Künstler und das POND-Mastermind Wolfgang Paule Fuchs hat nach den klassik-affinen Werken »Bilder einer Ausstellung« (nach Modest Mussorgski), nach »Gemälde einer Vernissage« (nach Bildern von Willi Sitte) sowie »Edelweiß« (Klassik & Poesie) nun ein weiteres Multimedia-Programm konzipiert: »POND Space Night – Elektronische Instrumentalmusik zwischen Erde , Himmel & Weltall« lädt ein zu einer Reise durch Raum und Zeit.

Wolfgang Paule Fuchs schrieb uns, dass seine Konzerte auch bestens geeignet seien als Erlebnis für Schülerinnen und Schüler der oberen Jahrgangsstufen, eine »außergewöhnliche Musikstunde« gewissermaßen. Klassen-Karten-Anfragen für die Konzerte in Eberswalde und Werder  direkt beim Künstler unter 0160 1884727

Da wir für außerschulische Lernorte viel übrig haben, geben wir diese Offerte gern weiter. Wir wünschen POND, aber vor allem auch unseren Partnerkinos volle Häuser und eine spannende Reise durch den Weltraum.

Foto: POND

Wal-Reiterin

Gut, wir geben es zu: Der erste Text des Rundbriefes sollte in seiner Überschrift das Lockwort »Wal« haben. »Wal-Kampf« war uns zu politisch und »Wal-Urne« zu deprimierend. Beides hätte ja auch keinerlei Bezug zu FILMERNST. »Wal-Reiterin« dagegen schon, als Übersetzung des originalen »Whale Rider«. Dieser neuseeländische Film war vor mehr als 20 Jahren eine frühe Perle im FILMERNST-Programm. Am Ende der Geschichte reitet ein 12-jähriges Mädchen auf dem Rücken eines Wals hinaus auf den Pazifik, führt damit …


… nicht nur ein ganzes Rudel lebensüberdrüssiger Meeressäuger in die Freiheit, sondern auch ihr Dorf und ihren Stamm in die Zukunft. Dem Großvater hat sie mit der Wal-Rettung eindrucksvoll klar gemacht, dass es nicht auf ewig ein Junge sein muss, der die Traditionen fortführt und das Erbe der Whangara bewahrt.

»Whale Rider«, der Film, entstand nach dem Roman des Māori-Schriftstellers Witi Ihimaera. Aus seiner New Yorker Wohnung heraus hatte der neuseeländische Autor einen im Hudson River aufgetauchten Wal beobachten können. Das seltene Ereignis inspirierte ihn dann zur literarischen Verarbeitung der Wal-Mythen seines Volkes.

Nun sind wir natürlich sehr gespannt auf die literarischen und filmischen Verarbeitungen von Timmys Ostsee-Odyssee. Vielleicht greift ja MV-Umweltminister Till Backhaus gleich mal selbst zur Feder. Als Experten sich gewiss zeigten, dass der wochenlang ganz Deutschland in Hochspannung haltende Buckelwal nun endlich das Zeitliche gesegnet habe, verkündete der wal-kämpfende Minister in einem NDR-Interview: »Ich kann Ihnen heute sagen: Der Wal lebt.«

Wenn das kein Stoff für dramatische Kunst ist! Doch ob FILMERNST den Timmy-Film dereinst ins Programm nimmt, bleibt abzuwarten. Wir würden weiter »Whale Rider« empfehlen!

Teaserfoto: Andrew Bain auf Unsplash 
Filmplakat und Filmstill: Pandora Film, Köln 2003

Königliches Traumpaar

Vom pazifischen Ozean um Neuseeland kommen wir nun auf kürzestem filmischen Weg ins brandenburgische Havel- und Seenland – und damit zum FILMERNST-Frühsommer-Programm. Der Film für die Kleinsten ist unser Gruß an den Regisseur Rainer Simon. Als junger Mann hatte er 1968 einen fantastisch-fulminanten Film gedreht: »Wie heiratet man einen König«. Fast 60 Jahre nach ihrem Entstehen ist diese Grimmsche Märchenadaption noch immer ein absolut geistreiches Vergnügen. Sie überrascht und überzeugt …


… von Anfang bis Ende mit Bildern und Tönen, Farben und Formen höchster Lebensfreude. Ein Dank also gen Potsdam an Rainer Simon. Ein Dank und Gruß aber auch nach Berlin, wo die DEFA-Stiftung ihren Sitz hat und seit Jahren dafür sorgt, dass das DEFA-Erbe erhalten und bewahrt, gehegt und gepflegt wird. Und dass Filme eben auch digitalisiert werden, damit sie nicht auf analogem Material in Archiven verstauben, sondern in Kinos weiter am Leben bleiben. Wie eben »Wie heiratet man einen König« (wir werden uns bei Rainer Simon erkundigen, warum dem Titel das Satzzeichen fehlt, obwohl es doch ganz eindeutig eine Frage ist).

Und um noch mal auf das havelländische Wasser zurückzukommen: Gedreht wurde u.a. um das Dorf Päwesin herum. Das erste Bild des Films zeigt uns ein windschiefes Häuschen an einem See. Ein malerisch schönes Motiv – und Rainer Simon glaubt sich zu erinnern, dass es ehemalige Kieskuten waren, »wo unsere Szenenbildner das Häuschen hinbauten, nachempfunden dem Weiherhaus von Albrecht Dürer«. Nicht das einzige Bild und die einzige Einstellung wie gemacht für den Kunstunterricht.

Wir empfehlen »Wie heiratet man einen König« für 1. bis 3. Klasse. Aber eigentlich ist er sehenswert für jedes Alter – und für die Älteren, die DEFA-Freunde, gibt es viel (wieder-)zuentdecken, vor allem auch ganz großartige Schauspielerinnen und Schauspieler. Cox Habbema und Eberhard Esche sind ein Traumpaaar!

Hier die Online-Version des Flyers mit dem FILMERNST-Frühjahrsprogramm.

Der MDR widmet sich mit einem opulenten Programm dem Jubiläum »DEFA 80« – unter diesem Link finden Sie alle Filme und alle Sendezeiten: https://www.mdr.de/presse/achtzig-jahre-defa-100.html

Teaserfoto: © DEFA-Stiftung/Hans Rudolf Hattop, Wolfgang Reinke
Gemälde: »Weier Haws«, Aquarell, Albrecht Dürer 1495/96

Ungarisch übersetzt

Wir bleiben am Wasser und baden jetzt im Balaton: Die 13-jährige Nina lässt sich rücklings auf dem See treiben, schaut in den strahlend blauen Himmel mit einer dahinschwebenden weißen Wolke. Das Mädchen träumt aber nicht nur so vor sich hin, sondern versucht, Bilder ihrer Mutter zu erinnern. Die ist vor acht Jahren schon gestorben, und nun drängt es die Tochter, mehr oder überhaupt etwas über die Frau zu erfahren, von der sie so gut wie nichts weiß, von der es absolut keine Fotos zu geben scheint. Um ihr auf die Spur zu kommen, beginnt Nina zu schreiben – und es wird »Der Sommer, als ich (m)eine Geschichte fand« …


Eigentlich trägt der Film den Titel »I Accidentally Wrote A Book – Der Sommer, als ich (m)eine Geschichte fand« – und das wäre der längste Titel gewesen, den wir jemals für einen Film gehabt hätten. Vor allem hätte er auf dem Flyer so viele Zeilen beansprucht, dass für den Inhaltstext kaum noch was übrig geblieben wäre. Also haben wir uns für die Kurzfassung entschieden, die auch schon lang genug ist. Und weil es so schön klingt, würden wir Ihnen gerne auch den Titel im Original zu Gehör bringen. Da das nicht geht, schreiben wir ihn wenigstens hin: »Véletlenül írtam egy könyvet«. So besonders wie der Titel ist auch das Werk: Ein Kinderfilm, der nicht behauptet, sondern zeigt, wie traurig und ernsthaft, wie kreativ und originell die Geschichten des Lebens sind.

Ungarische Filme waren bislang bei FILMERNST viel zu selten, fast nie zu sehen. Was nicht unbedingt daran liegt, dass es keine gäbe. Sie finden nur nicht den Weg zu uns, laufen vielleicht noch auf Festivals, aber nicht in den Kinos und nicht synchronisiert. Von daher sind wir froh um die Initiative des Chemnitzer SCHLiNGEL. Immer mehr der auf dem Festival gezeigten und ausgezeichneten Filme werden über den eigenen Landfilm-Verleih für das normale Kinoprogramm bereitgestellt. Der Vertrieb erfolgt über den im schleswigschen Ascheffel beheimateten barnsteiner filmverleih. Dort sitzen Film-Enthusiasten, mit denen wir seit Jahren bestens zusammenarbeiten, die uns Filme frühzeitig signalisieren und empfehlen, wie eben das – ins Ungarische übersetzte – »Véletlenül írtam egy könyvet«. Das aus dem Niederländischen übersetzte Buch von Annet Huizing, nach dem der Film entstand, trägt übrigens den Titel: »Wie ganz zufällig aus meinem Leben ein Buch wurde«
Eine Geschichte, so viele Titel!

Nun aber: Baden im Balaton! – mit der filmernsten Ergänzung, dass wir vor etlichen Jahren schon mal einen Film im Programm hatten, der am und auf dem Balaton spielt: Robert Thalheims leider arg unterschätzter »Westwind«, mit Friederike Becht, Luise Heyer, Franz Dinda und Volker Bruch. Zwei Mädchen aus der DDR, Zwillinge, die als Kanutinnen künftig Medaillen für ihr Sport-Land holen sollen. Das Sommer-Trainingslager am Plattensee ist eine Auszeichnung für sie, doch ihr Rudergleichschlag kommt schjon bald aus dem Takt. Die Bekanntschaft mit zwei Hamburger Jungs verursacht eine Konfusion der Gefühle und verlangt eine Entscheidung: Zurück in die DDR oder Flucht in den Westen? Ein Schicksalsmoment, im Sommer 1988. Ein spannend erzählter, eindringlich gespielter, emotional bewegender Film, auch für den Geschichts- und Politikunterricht. FILMERNST hat ausführliches Begleitmaterial für diesen Film erstellt.

Fotos: Landfilm Filmverleih, Chemnitz / barnsteiner filmverleih, Ascheffel (»Der Sommer, als ...«) / Zorro Filmverleih, München (»Westwind«)

Aktuelle Programmfilme

Koschka

1.–3. Jahrgangsstufe

Wie heiratet man einen König

1.–3. Jahrgangsstufe

Plitsch Platsch forever!

3.–5. Jahrgangsstufe

Der Sommer, als (m)ich meine Geschichte fand

4.–6. Jahrgangsstufe

Mira

5.–7. Jahrgangsstufe

DJ Ahmet

8.–12. Jahrgangsstufe

Delegation

8.–13. Jahrgangsstufe

Wild Foxes

8.–13. Jahrgangsstufe

Junge Mütter

9.–13. Jahrgangsstufe

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SchulKinoWochen im Land Brandenburg

Ein Projekt von VISION KINO – Netzwerk für Film- und Medienkompetenz in Kooperation mit FILMERNST.
Gefördert durch die Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH,
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Sehend lernen –
Die Schule im Kino

FILMERNST

… bietet

im besonderen Lernort Kino und als Teil des Unterrichts ein regelmäßiges Programm ausgewählter Kinder- und Jugendfilme für alle Jahrgangsstufen – und darüber hinaus die Möglichkeit für Veranstaltungen mit medienpädagogisch und künstlerisch wertvollen Wunschfilmen.

… vernetzt

engagierte Lehrer, Kinobetreiber, Filmverleiher und Filmemacher und ist als Kompetenzzentrum Ansprechpartner für schulfilmische Projekte aller Art.

… präsentiert

sein Angebot in zahlreichen Brandenburger und auch Berliner Kinos und hat sich zum Markenzeichen für schulische Film- und Kinokompetenz entwickelt – in der Region und darüber hinaus.

… fördert

mit anspruchsvollen Unterrichtsmaterialien, mit moderierten Veranstaltungen, Gesprächen und Diskussionen nachhaltig die Entwicklung von Film- und Medienkompetenz, von kultureller und Allgemeinbildung.