
Von Herzen glücklich
Wut, Liebe, Hoffnung. Dieser Film beeindruckt von der ersten bis zur letzten Minute. Er ist schmerzhaft schön, wie seine Heldin. »Vena«, der Filmtitel, stellt die Verbindung zur Nabelschnur-Vene her: Sie versorgt den Fetus mit allem, was er braucht: mit Blut und Nährstoffen, sogar mit Gefühlen. Aber auch mit allem, was er nicht braucht. Ein harter Film, ein zu Herzen gehender Film. Wir wollten ihn unbedingt im Programm – und die JugendFilmTage Ende 2025 boten uns hier die passenden Gelegenheiten. Der Einsatz hat sich gelohnt …
… und darüber freuen wir uns sehr. Auch über die schon jahrelange gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Dahme-Spreewald, mit den »Spreewald-Lichtspielen« Lübben und dem »Capitol« Königs Wusterhausen.. Angefangen hatte es mit einer Veranstaltung rund um den Welt-Aids-Tag, daraus hat sich dann eine Reihe entwickelt und im Landkreis als feste Kooperation etabliert.
Die Bilanz 2025 kann sich sehen lassen: Fünf Veranstaltungen mit fast 500 Besuchern: knapp 200 im Jugendfilm »Eva & Adam« und drei Veranstaltungen mit 300 Besuchern bei »Vena«. Alle Veranstaltungen wurden moderiert, boten Gespräche mit dem Publikum und, so es möglich war, mit Gästen.
Zu den »Vena«-Vorführungen konnten wir gleich zweimal den Hauptdarsteller begrüßen – und für Paul Wollin war es ein Novum: Zum ersten Mal die Begegnung mit einem Publikum außerhalb von Premieren- und Festivaltouren. Mit ganz anderer Atmosphäre und zum Teil auch anderen Fragen. Bis hin zur Begegnung mit einem Mädchen, das auf ihn zukam und, den Tränen nahe, von ganz persönlichen Momenten berichtete, von der Drogenabhängigkeit ihrer Schwester. Der Film habe ihr eine Art Halt geboten. »Liebe reicht eben NICHT immer….du mußt die Hilfe auch annehmen wollen«, hatte Paul Wollin, aus eigener Erfahrung, im Gespräch gesagt. Es waren intensive und gewiss nachwirkende Momente, sehr gelungene Veranstaltungen.
Auch die Regisseurin, Chiara Fleischhacker, wäre gern unser Gast gewesen, aber da sie intensiv an einem neuen Film arbeitet, wäre der Weg von Weimar nach LDS zu weit gewesen. Wir haben ihr berichtet – und sie schrieb uns zurück: »Mein klares Ziel als Regisseurin ist es, die Filme, die ich mache, aus der Bubble der Filmbranche zu bringen, zugänglich für alle zu machen. Vor allem auch Menschen zu finden, die Filme an Orte und zu Menschen bringen, die sich per se nicht vom Kino angesprochen fühlen. Junge Menschen mitzudenken und durch Veranstaltungen wie die von FILMERNST mit einzubeziehen, macht mich von daher von Herzen glücklich und führt das aus, was für mich der Sinn und die Relevanz von Kino ist. Danke!«





Fotos + Teaserbild: Weltkino Filmverleih, Feldafing, Leipzig (»Vena«)
Das war’s aber noch nicht mit den JugendFilmTagen 2025: Weil die Gesundheitsämter der Landkreise auch miteinander in Kontakt sind und gute Erfahrungen zur Nachnutzung empfehlen, gab es im Frühjahr bereits eine Anfrage des Landkreises Potsdam-Mittelmark. Wir waren bereit für die neue Kooperation – und so begann es mit zunächst einem Film, präseniert in drei Kinos: dem »Hofgarten« in Bad Belzig, dem »Neuen Lichtspielhaus« Beelitz und den »Neuen Kammerspielen« Kleinmachnow. Sechs Veranstaltungen mit dem Dokumentarfilm »Berlin Bytch Love« zogen 370 Jugendliche in die Kinos. Dr. Christoph Löwer, Beigeordneter des Landkreises Potsdam-Mittelmark, war als Schirmherr der JugendFilmTage zu Gast im »Neuen Lichtspielhaus« Beelitz – auf dem Bild gemeinsam mit der FILMERNST-Moderatorin Regine Jabin, mit Sandra Klebba vom Fachdienst Gesundheit, mit der Beelitzer Jugendamtsleiterin Antje Lempe sowie Margo Schuster und Angela Hauer von den Pro Familia-Beratungsstellen. Sie freuten sich sehr über die gelungene Premiere im voll besetzten Kino mit 60 Jugendlichen der Oberschule Beelitz und der Gesamtschule Treuenbrietzen.
Fotos: Stadt Beelitz





Wie schon im Jahr davor im Landkreis Dahme-Spreewald mit »Berlin Bytch Love« gab es auch bei den Veranstaltungen im Landkreis Potsdam-Mittelmark intensive Gespräche zum Film und die Begegnung mit den Regisseuren Heiko Aufdermauer und Johannes Gierke, die uns anschließend schrieben: Vielen Dank, dass Ihr diese Vorführungen möglich macht. Wir freuen uns, dass der Film so noch weiter im Gespräch bleibt und immer wieder zu neuen Gedanken und Diskussionen führt. Es ist immer wieder neu und toll bei FILMERNST.









Fotos: Silentfilm Berlin (»Berlin Bytch Love«)