Marie Curie

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Marie Curie

Deutschland, Frankreich, Polen 2016 / Spielfilm / 96 Minuten / 9.-13. Jahrgangsstufe

Inhalt

Für ihre Erforschung radioaktiver Strahlung erhält die Physikerin Marie Curie im Jahr 1903 als erste Frau einen Nobelpreis – gemeinsam mit ihrem Ehemann Pierre. Marie brennt für ihre Forschung, sie ist für sie nicht bloß Arbeit, sondern Lebensaufgabe. Besonders die Anwendung von Strahlung in der Krebstherapie treiben sie und Pierre voran. Mit der gleichen Beharrlichkeit widmet sich Marie der Bildung ihrer Töchter. Doch einige Jahre später kommt Pierre bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Für Trauer bleibt kaum Zeit, denn Marie muss nicht nur allein die gemeinsame Forschung weiterführen, sondern sich auch als Witwe und Mutter gegen eine frauenfeindliche Wissenschaftswelt behaupten. Als ihre Affäre mit einem verheirateten Kollegen öffentlich wird, stellt die Presse sie an den Pranger – gerade als sie ihren zweiten Nobelpreis, diesmal für Chemie, erhalten soll.

Forschung als Leidenschaft und Lebensaufgabe: Ein Biopic der zweifachen Nobelpreisträgerin und Pionierin der Krebstherapie.

Fotos: NFP marketing & distribution*, Berlin

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Fächer

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»Weshalb dreht man in Deutschland (allerdings in Koproduktion mit Frankreich und Polen) einen solchen Film? Aus persönlicher Faszination und in der Hoffnung, dass sich Schulklassen für ihn interessieren werden. Beiden Impulsen wird ›Marie Curie‹ gerecht [...] Die Inszenierung steht im Dienst einer ereignis- und personenreichen Geschichte. Sie lässt sich auf die Schilderung eines anstrengenden Alltags ein, in dem Forschung, Kindererziehung und die Anfechtungen durch männliche Doppelmoral unter einen Hut gebracht werden wollen. Das Zeitkolorit tritt zurück, Kostüme, Maske und Szenenbild beschwören es eher dezent. Der Film ist wendig. Marie muss nicht aufhören, eine Frau ihrer Zeit zu sein, um eine moderne Heldin zu werden.« 
Gerhard Midding, epd film, Frankfurt/Main

»Der 2016 erschienene Film konzentriert sich dabei auf die Zeit zwischen den beiden Nobelpreisen. Dramaturgisch ist das sicherlich die spannendste Zeit. Direkt nach dem Triumph folgte der Absturz: Ihr Mann kommt bei einem Unfall ums Leben, sie selbst muss sehen, wo sie bleibt. Denn auch wenn die höchste Auszeichnung im naturwissenschaftlichen Bereich ihr eigentlich Türen öffnen müssten, so finden sich doch genügend Leute, welche diese mit aller Macht geschlossen halten wollten. Eine Frau, die an der Universität die Naturgesetze der Welt erklärt? Auf keinen Fall! Umso beeindruckender ist, wie sie sich dennoch durchsetzt. Wie sie nicht aufgibt, sondern weiter macht und ihr Ziel verfolgt.« 
Oliver Armknecht, film-rezensionen.de, München

»Anders als frühere Filmdramatisierungen von Marie Curies Leben widmet sich diese erstmals der ›Langevin-Affäre‹, jenem Skandal, der sie fast ihren zweiten Nobelpreis gekostet hätte: 1910, vier Jahre nach dem Tod ihres Mannes, beginnt die Wissenschaftlerin mit ihrem Kollegen, dem verheirateten Familienvater Paul Langevin eine Liebesbeziehung. Der Boulevardjournalist Gustave Téry veröffentlicht die Liebesbriefe des Paares, die ihm Langevins Frau zugespielt hat. Daraufhin beginnt eine mediale Hetzjagd, die an die gerade ausgestandene Dreyfus-Affäre erinnert und noch von übelster Misogynie gerade auch der Forscherkollegen übertroffen wird. Der Ehebrecher bleibt freilich von Anfeindungen verschont.« 
Lisa Bingenheimer, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»›Marie Curie‹ zeigt die Titelheldin als Feministin wider Willen. Ohne aktiv auf die Straße zu gehen oder lauthals ihre Rechte einzufordern, fordert diese Frau die Männerwelt allein dadurch heraus, dass sie ihrer Arbeit nachgeht. Sie ist Wissenschaftlerin, Professorin, alleinerziehende Mutter und Liebhaberin. Vielen Kollegen wie dem Physiker Émile Amagat, den das Drama neben dem Journalisten Gustave Téry als Gegenspieler aufbaut, ist das ein Dorn im Auge. Tief im Denken des vorigen Jahrhunderts verhaftet, bricht sich ihre Geringschätzung des weiblichen Geschlechts wiederholt verbal Bahn. Wenn Curie den Herren ein ums andere Mal gewitzt und trocken Paroli bietet, hat sie die Lacher auf ihrer Seite.« 
Falk Straub, spielfilm.de, Nierstein

»Xenophobie brach sich ungeniert Bahn. ›Polackin‹, ›Jüdin‹ (was sie gar nicht war) befanden sich auch im Sortiment. Ein linkes Boulevardblatt brachte die Serie ›Liebe im Labor‹ – und garnierte sie mit Liebesbriefen, die Langevins eifersüchtige Ehefrau einem Journalisten zuspielte. Marie Curie als Heldin einer Seifenoper? Nein. Indem Marie Noëlle dem ›Skandal‹  ausgiebig Raum gibt, schält sie das wahre Gesicht der französischen Ständegesellschaft und des patriarchalen Wissenschaftskosmos jener Zeit heraus. Marie Curie hatte Feinde darin, weil sie eine Frau war, weil sie keine Französin war. Vor allem aber, weil sie besser war als die meisten der Professoren, die darüber entschieden, unter welchen Bedingungen sie forschte.«
Christina Bylow, Berliner Zeitung

»Immer wieder zeigt der Film Wissenschaftler, die hinter Curies Rücken tuscheln, ihre Verdienste kleinreden oder ihr die private Unabhängigkeit absprechen. Wenn dann sogar der schwedische Botschafter von der Annahme des Nobelpreises abrät, ist der Gipfel männlicher Arroganz erreicht. Am Schluss verpflanzt der Film seine Protagonisten mit ihren alten Kostümen ins Paris von heute. Frauen ringen noch immer um Anerkennung, will die Regisseurin uns sagen. Noch so ein Bild, das viel zu stark geraten ist.« 
Michael Ranze, filmdienst.de, Bonn

»Regisseurin Noëlle inszeniert ihre Heldin als geradezu unwiderstehliches, strahlendes Wesen, dessen Charme und Charisma sich niemand entziehen kann. Sie bewegt sich sicher in der Männerdomäne Wissenschaft, forscht und schreibt unermüdlich, ist liebende Mutter und bezirzt nicht nur ihren späteren Liebhaber. Dafür findet die Regisseurin durchaus schöne Bilder: wenn sie etwa während einer Konferenz als einzige Frau zwischen steifen Gelehrten barfuss über den Strand tänzelt – und dabei Albert Einstein um den Finger wickelt.«
Ingrid Beerbaum, kunstundfilm.de, Kassel/Berlin

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