Die neunjährige Lucie hätte nie gedacht, dass ihre Sommerferien auf dem Land in Bectoile so aufregend werden würden. Dort besucht sie ihre Mutter. Denn die ist Archäologin und leitet eine Ausgrabungsstätte in einer alten Schlossruine an ihrem einstigen Heimatort. Dass für ihre Mutter mit dem Ort viele Erinnerungen verbunden sind, merkt Lucie schnell. Und dass diese auch Teil ihrer eigenen Geschichte sind auch. Gleich am ersten Tag nimmt sie ein verletztes Dachsjunges in ihre Obhut und lernt Yann kennen, mit dem sie sich anfreundet. Neugierig folgen sie einem Blaumeisenpaar, das sie an einen geheimnisvollen Platz mitten im Wald lockt. Dort treffen sie auf einen seltsamen alten Mann, der ganz allein in einem Camper wohnt. Alle halten sich von ihm fern – nur Lucie nicht, denn vielleicht ist er der Einzige, der dem Dachs helfen kann.
Lucie lüftet ein Familiengeheimnis: Papieranimation über eine besonders aufregende Ferienreise aufs Land.
Fotos: Luftkind Filmverleih GmbH, Hamburg
»Von Anfang an ist da die große Lust, die Welt zu erkunden, wenn es in den Wald geht und in die alte Ruine. Natürlich geschieht das eher im Kleinen, wenn ein Kind in einem Film für Kinder unterwegs ist. Später wird es zwar schon auch etwas brenzligere Momente geben, bei denen auch für Spannung gesorgt wird. Der Film hat aber eher die Atmosphäre eines Sommerabenteuers, ist kein Hollywoodblockbuster mit absurden Gefahren und besonders bösen Gegenspielern. Genauer gibt es hier überhaupt keine antagonistische Figur.«
Oliver Armknecht, film-rezensionen.de, München
»Lucies oft humorvollen Erlebnisse sind zwar eher klein, aber eben Erlebnisse, die die jungen Zuschauer genauso selbst haben könnten (und die deshalb sogar besonders involvierend sind). Zur Erhöhung der Glaubwürdigkeit, also zum ›realistischen‹ Gefühl, trägt auch die Machart bei: Der aus mehr als 100.000 Einzelbildern gefertigte Film fühlt sich trotz der eher simplen Designs ungemein lebendig an, wofür nicht nur die ausdrucksstarken Zeichnungen, sondern ebenso viele kleine, beiläufig eingestreute Details sorgen. Da sitzt beim Vorbeifahren am Wegesrand ein kleiner Igel und guckt Mutter und Tochter hinterher – oder es flirren, kaum wahrnehmbar, winzige Fliegen durch den Kuhstall.«
Thorsten Hanisch, filmstarts.de, Berlin
»So vermitteln die Papieranimationen den Eindruck, in ein Kinderbuch zu blicken, in dem alles in Bewegung gerät. Aber ganz ohne jede Hektik. Das Drehbuch von Lanciaux und Pierre-Luc Granjon lässt sich viel Zeit, die verschiedenen Stränge zu etablieren, die Figuren vorzustellen und schließlich alles miteinander zu verbinden. Es gibt im ganzen Film keinen falschen Ton, keine überflüssige Szene, keinen misslungenen Scherz. Die Tiere ermöglichen visuelle Gags und zum aufregenden Finale hin beschleunigt sich das Tempo des Films, als ein heftiger Sturm erst die Ausgrabung und dann sogar das Leben von Caro und Pierrot gefährdet.«
Rochus Wolff, filmdienst.de, Bonn
»Eine wichtige Rolle spielt im Film der Chanson-Klassiker ›Lau Mauvaise Réputation‹ (zu deutsch: Der schlechte Ruf) des französischen Sängers Georges Brassens aus dem Jahr 1952, der bissige Kritik an Vorurteilen und am gesellschaftlichen Anpassungsdruck auf Nonkonformisten übt. Im Film schlägt das Lied eine Brücke zwischen Lucie und der Außenseiterfigur des ›Zauberers‹, der ein belastendes Geheimnis mit sich herumschleppt.«
Reinhard Kleber, artechock.de, München
» ... viel mehr als ein nostalgischer Ausflug ins Kinderkino vergangener Zeiten. Hier kommt ein äußerst liebevoll gestalteter Animationsfilm ins Kino, der mit Herz, Humor und handwerklicher Raffinesse ein Sommerabenteuer erzählt, das wegen seiner menschlichen Wärme und nicht zuletzt wegen seines Plädoyers für gegenseitigen Respekt sowohl Kinder als auch Erwachsene anspricht. Und ein wenig Poesie (aber keinesfalls Kitsch) liegt zusätzlich wie ein Hauch von Puderzucker über dem Film und macht ihn noch ein bisschen schöner. Wer hier nicht lächeln muss, hat vermutlich kein Herz. Und am Ende bleibt nur der Wunsch, dass die wirkliche Welt ein bisschen mehr wie das Blaumeisental sein sollte: voll Humor und Friedfertigkeit und randvoll mit Schätzen für alle, die bereit sind, auf Entdeckungsreise zu gehen.«
Gaby Sikorski, programmkino.de, Berlin
»Die Blaumeisen sind nicht die einzigen Tiere, die die Animatoren und Autoren charmant zum Leben erwecken. Ein großer, überschwänglich-tollpatschiger Hund, eine Dachsfamilie und eine eigenwillige Gans, die partout nicht ihrem Platz auf dem Traktor aufgeben will, bevölkern die ländliche Welt, die fernab von knallig-bunten, hektisch-actionreichen Animationsfilmen lauschig und liebevoll gearbeitet ist. Die menschlichen Figuren, wie das Nachbarpaar von Caro, ist wie die Gans leicht schrullig. Das Paar wie ihr Enkel, mit dem sich Lucie anfreundet, sind herzensgute Menschen.«
Heike Angermaier, THE SPOT media & film, München
»Für die Zielgruppe des Films (5-8 Jährige), waren wahrscheinlich die liebevoll gestalteten kleinen Tiere ein Highlight des Filmes: die kleine Hummel die durch die Luft brummt, der Hund, der den kleinen kranken Dachs zudeckt, ein Marienkäfer, der über den Grashalm spaziert, der grinsende Regenwurm, der aus der Erde gekrochen kommt, die kleinen Frösche im See und natürlich die zwei kleinen Blaumeisen, die Lucy den ganzen Film lang begleiten. All diese Figuren findet man auch in dem besonders gestalteten Abspann.«
Niklas, michelmoviekids.de (MICHEL – Kinder und Jugend Filmfest, Hamburg 2025)