Könige des Sommers

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im Land Brandenburg

Könige des Sommers
Vingt dieux

Frankreich 2024 / Spielfilm / 92 Minuten / 9.-13. Jahrgangsstufe

Inhalt

Totone hängt mit seinen Freunden in den Feldern rum, betrinkt sich auf Dorffesten, prügelt sich, tanzt und knutscht. Manchmal hilft er seinem Vater bei der Käseherstellung, die eine Haupteinnahmequelle für die ganze Region ist. Als der Vater plötzlich verunglückt, muss Totone den Lebensunterhalt für sich und seine achtjährige Schwester allein sicherstellen. Wir erleben ihn bei der Herausforderung, plötzlich ein erwachsenes Leben führen zu müssen. Das raue Umfeld macht ihn zunächst hoffnungslos,  motiviert ihn aber auch. Er hört von einem Käsewettbewerb, bei dem ein Preisgeld von 30.000 Euro winkt. Mit Comté aus der Käserei seines Vaters will er gewinnen. Das gelingt aber nur mit der Milch der benachbarten Molkerei. Hier wohnt auch Marie-Louise, auf die er schon länger ein Auge geworfen hat. Die beiden verlieben sich, aber als Marie-Louise bemerkt, dass er ihre Milch stiehlt, ist sie stinksauer.

Zwischen Komödie und Sozialdrama: Das zarte Porträt eines jungen Landwirtes in rauem Umfeld.

Fotos: Pandora Film, Aschaffenburg

Themen

Familie   |  Familien- und Geschwisterbeziehungen   |  Geschlechterrollen   |  Verlust eines Menschen   |  Trauer   |  Identität   |  Selbstfindung   |  Lebenskonzepte   |  Zukunftspläne   |  Träume   |  Werte   |  Arbeit   |  Landwirtschaft   |  Agrarindustrie   |  Lebensmittelproduktion   |  Liebe   |  Freundschaft   |  Vertrauen   |  Provinz   |  Heimat   |  Frankreich

Fächer

Deutsch   |  L-E-R   |  Arbeitslehre/Wirtschaft-Arbeit-Technik   |  Sozialkunde   |  Französisch   |  fächerübergreifend

» ... ein kitschfreier, tragikomischer und berührender Coming-of-Age-Film, in dem neben klassischen Themen wie Erwachsenwerden, Freundschaft und Liebe auch Vertrauensbrüche und Trauerbewältigung Platz finden. Doch ›Könige des Sommers‹ verliert nur selten seinen optimistischen und humorvollen, mal raubeinigeren, mal gefühlvolleren lakonisch-leichten Grundton – und vieles passiert zwischen den Zeilen.« 
Stefanie Borowsky, kino-zeit.de, Mannheim

»Der Film funktioniert vor allem durch Perspektiven. Mit Nahaufnahmen werden Ausdrücke festgehalten, die Emotionen viel besser verdeutlichen, als Worte es je könnten. Courvoisier nimmt sich die Zeit, die Gesichter sprechen zu lassen, und die Schauspieler liefern das nötige Können. Letzteres ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass sowohl Clément Faveau (Totone) wie auch Maïwène Barthelemy (Marie-Louise) zum ersten Mal in einem Film spielen. Beide sind angehende Landwirte; Faveau musste erst überzeugt werden, die Rolle überhaupt zu übernehmen.« 
Greta Zieger, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Ohne rosarote Brille, echt und rau und dennoch mit Lebensfreude, Witz und Zärtlichkeit zeigt sie in ›Vingt dieux‹ die nicht einfache Lebensrealität in einer bäuerlichen Randregion. Nicht zuletzt ist der Film auch visuell ein Fest, voller Licht und Farbe. ›Vingt dieux!‹ möchte man ausrufen, was für ein wunderbarer Film!« 
Brigitte Häring, Radio SRF 2 Kultur, Zürich

» ... die Regisseurin zeigt neben der Erschöpfung und Anstrengung, den kleinen Momenten, in denen Totone auch einmal allen Mut fahren lässt, wenn keiner zuschaut, den Kopf auf dem Arm ruhend, ratlos und rastlos, die positive Kehrseite: die Freunde, die Solidarität, die Selbstlosigkeit, mit der der eine sein geliebtes Stockcar-Auto eintauscht gegen einen Traktor, damit der beste Freund wieder eine Chance hat, die Entdeckung der Liebe und der Sexualität, die ersten Schritte als Käsemacher. Kleine Siege sind hier große Triumphe, kleine Rückschläge eine Katastrophe.« 
Thomas Schultze, THE SPOT media & film, München

»Ein Gutteil der Intensität dieses Heimatfilms ist – ganz im Gegensatz zur gewohnten französischen Gesprächigkeit – der ausdrucksstarken Maulfaulheit des Antihelden geschuldet. Hier wird nicht gejammert und nicht geflirtet. Meist beschränkt sich die Kommunikation auf Anraunzen und auf Blicke, mal melancholisch, mal mit einem inte­ressierten Glimmen. Die Beschreibung prekärer Lebensumstände scheint von Ken Loach inspiriert. Doch statt politischer Botschaften kommt hier das Käsemachen als Metapher ins Spiel. Das ›Auskäsen‹ des Jungspunds, der inmitten der von ihm verursachten Bredouillen seinen Weg findet, folgt einer Eigengesetzlichkeit, die immer wieder überrascht und beglückt.« 
Birgit Roschy, epd film, Frankfurt/Main

» ... ein beglückender Heimatfilm im besten Sinne des Wortes, man spürt die tiefe Verbundenheit der Regisseurin mit den Menschen und der Landschaft, das ist kein fremder Blick von außen, sondern eine Begegnung auf Augenhöhe. Diese kleine Geschichte auf dem Land spiegelt bewegend und authentisch die Welt eines Heranwachsenden, der vielleicht kein Meister-Käser, aber sicher ein anständiger Mensch wird.« 
Knut Elstermann, radioeins.de, Potsdam/Berlin

»›Könige des Sommers‹ ist immer dann am stärksten, wenn der Film sich viel Zeit lässt, Momente auskostet – schöne wie auch schmerzhafte. Mit einer linearen, kaum verzweigten Handlung kann sich Courvoisier ganz auf die Entwicklung ihrer Figuren und das Portrait deren Milieus konzentrieren: junge Menschen auf dem Land, die sich an den Traditionen ihrer Eltern entlanghangeln, um eine eigene Zukunft, eine eigene Identität zu finden. Und auch wenn sie (und in erster Linie Totone) dabei neben Höhen auch Tiefen durchschreiten, so hat Courvoisier niemals Freude an ihrer Tragik, kostet die Dramatik nicht aus, sondern nutzt sie lediglich, um ihre Figuren daran wachsen zu lassen.« 
Sophie Charlotte Rieger, filmloewin.de, Berlin

»Immer wieder blickt die Kamera auf die Landschaft, die Weiten des Jura, im Osten Frankreichs an der Grenze zur Schweiz. Hier – weit weg vom Geschehen in Paris und den pulsierenden Großstädten – leben die Menschen vor allem auf dem Land, in kleinen Dörfern und alten Bauernhäusern, sie betreiben Landwirtschaft, kümmern sich um die traditionsreichen Familienhöfe und stellen den berühmten Käse her, den Comté, für den die Region Franche-Comté bekannt ist. In diesem Umfeld spielt ›Könige des Sommers‹ und präsentiert ein authentisches Portrait vom Aufwachsen und Leben fernab der großen Städte  [...] Aber nicht nur der komplexe Reifeprozess des Comtés braucht seine Zeit. Jene braucht auch das Publikum, um sich an ›Könige des Sommers‹ und seine Figuren, aber auch die Machart zu gewöhnen. Ist dies einmal geschafft, fällt es allerdings schwer, damit aufzuhören, Totone auf seinem Weg zu begleiten und zuzusehen, wie er reift und ein Stückchen erwachsener wird.
Verena Schmöller, kinder-jugend-filmportal.de, Remscheid

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