Reinas – Die Königinnen

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Reinas – Die Königinnen
Reinas

Peru, Schweiz 2024 / Spielfilm / 100 Minuten / 7.-13. Jahrgangsstufe

Inhalt

Lima im Sommer 1992: Vor dem Hintergrund sozialer und politischer Unruhen sollen die Schwestern Aurora und Lucía mit ihrer Mutter Elena Peru verlassen. Das Haus ist schon leergeräumt, ein neuer Job in den USA steht bereit: Es fehlt nur noch die Unterschrift des Vaters auf der Ausreisegenehmigung. Der unzuverlässige Lebenskünstler Carlos hat sich seit Jahren
nicht mehr blicken lassen. Doch jetzt nutzt er die Gelegenheit, um sich seinen Töchtern wieder anzunähern. Carlos ist ein charmanter Hochstapler, der sich mal als Schauspieler, mal als Krokodiljäger oder Geheimagent ausgibt. Und trotz ihrer anfänglichen Ablehnung genießen die Mädchen bald die gemeinsamen Abenteuer, die sie auch vom bevorstehenden Abschied ablenken. Zwischen Vater und Töchtern entsteht eine unerwartete Nähe, die die Mädchen vor eine schwierige Entscheidung stellt.

Im politisch aufgeladenen Peru der 1990er Jahre erzählt »Reinas« eine universell verständliche Geschichte über Neuanfänge und die Suche nach Zugehörigkeit.

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Perú, años 90. Con una situación política muy convulsa y los militares controlando las calles, dos hermanas adolescentes y su madre están a punto de abandonar el país en busca de una vida mejor. Para ello necesitan la autorización de su padre. Mientras la consiguen, nace una inesperada y única relación entre las niñas y su padre que les hará plantearse a todos cual es la vida mejor por la que luchar.

Fotos: Arsenal Filmverleih, Tübingen

Themen

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Fächer

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»Wir erleben mit, wie sich Lucía und Aurora vom Ort ihrer Kindheit verabschieden müssen – von ihren sozialen Kontakten und der gewohnten Umgebung, die trotz aller erkennbaren Probleme für sie mit vielen positiven Erinnerungen verbunden ist. So entsteht ein wehmütiger Ton, der jedoch auch mit Neugier und Hoffnung auf das Neue kombiniert wird. Darüber hinaus beleuchtet Reynicke feinfühlig die Annäherung zwischen den beiden jungen Protagonistinnen und ihrem Vater, dem Gonzalo Molina die nötige Ambivalenz verleiht.« 
Andreas Köhnemann, spielfilm.de, Nierstein

»Indem sie ihrer eigenen Geschichte nachspürt, liefert die Regisseurin einen unaufdringlichen Beitrag zur aktuellen politischen Debatte um die Ursachen von Flucht und Migration. Vielleicht haben ihn die Schweizer auch aus diesem Grunde als ihren Kandidaten in das kommende Oscar-Rennen um den besten ausländischen Film geschickt. Wer ›Reinas‹ gesehen hat, wird nicht mehr leichtfertig von ›illegaler Einwanderung‹ oder ›Wirtschaftsflüchtlingen‹ sprechen. Und das keineswegs, weil der Film solche Begriffe explizit thematisieren würde. Sondern weil er authentisch und basierend auf eigenem Erleben davon erzählt, wie es ist, seine Heimat zu verlassen. Egal, ob als Kind oder als Erwachsener.« 
Peter Gutting, film-rezensionen.de, München

»Die Erzählstruktur kommt, trotz aller Verwerfungen, ohne das grosse Drama aus, dafür mit subtiler Spannung rund um die Abreise: Der Vater muss noch seine Einwilligung geben – während Aurora und Lucía aus verschiedenen Gründen lieber im gewohnten Umfeld bleiben würden. Gonzalo Molina als Vater Carlos, der sein abgewetztes Äusseres mit viel Liebenswürdigkeit und schwadronierender Fantasie wettmacht, trägt die Handlung souverän, während Jimena Lindo die Mutter spielt, die mit ihrem unerschütterlichen Vertrauen zu ihrem ehemaligen Partner dem Plot einen unaufgeregten Dreh gibt und ihre vergangene Liebe umso glaubhafter macht.« 
Doris Senn, cinemabuch.ch, Zürich

»Klaudia Reynicke setzt in dem eingängigen, atmosphärischen Soundtrack sehr gezielt peruanische Musik für leichtere Momente ein. Eine wilde, vom Lachen der Kinder begleitete Autofahrt durch den Wüstensand bei Lima versprüht eine lebensfreudige Stimmung, die auch das Gefühl zwischen Kindheit und Jugend trifft, das Lucia und mehr noch Aurora während ihres letzten Sommers in der alten Heimat erfasst  [...]  Zur durchdachten Bildsprache gehören zudem häufige Gruppenaufnahmen, die den auf die Figuren konzentrierten Ansatz betonen und die thematisch passend oft wie Familienfotos wirken.« 
Christian Horn, filmdienst.de, Bonn

»Das Fami­li­en­drama ist immer dann am stärksten, wenn Reynicke mit liebe­voller Hand die inner­fa­mi­liären Span­nungen im Vorfeld der geplanten Emigra­tion schildert, insbe­son­dere das enge, aber komplexe Verhältnis zwischen den beiden Schwes­tern, die Carlos immer wieder Reinas (Köni­ginnen) nennt. Während die junge Lucia sich nach fami­liärer Gebor­gen­heit und Sicher­heit sehnt, will die jugend­liche Aurora mehr Freiheit und Selbst­be­stim­mung und streckt schon die Fühler nach außen aus.«
Reinhard Kleber, artechock.de, München

»Am stärksten ist ›Reinas‹ ..., wenn er zeigt, wie die beiden Mädchen gemeinsam Zeit verbringen, sich in den Sommerferien langweilen und vor dem Fernseher abhängen. Auch die Bildgestaltungmit ihren warmen Farben und den behutsamen Kamerabewegungen strahlt dabei etwas Heimeliges aus, was hier deutlich passender wirkt als in den großen Konfliktmomenten. Zugleich zeigt uns Reinas ihren schon von den elterlichen Konflikten geprägten Blick auf die Welt, ihre jugendlichen Ängste und Sorgen sind die wirkungsvollsten Gefühle des Films.«
Dominic Hochholzer, critic.de, Berlin

»Der Film wechselt geschickt zwischen den Perspektiven der Schwestern – die trotz ihres Altersunterschieds ein inniges Verhältnis miteinander haben – und ihrem Vater. Aber auch die Mutter macht eine wichtige Entwicklung durch. Die chaotische Lage im Land, die hauptsächlich durch die Augen ihrer jungen Protagonistinnen gezeigt wird, beeinflusst jeden einzelnen von ihnen und ihre Familiendynamik [...] Indem die Eltern und ihre Töchter in diesem subtilen Drama die harte Realität anerkennen, rücken sie als Familie näher zusammen.«
Gabriele Summen, nd-aktuell.de, Berlin

»Reynicke schafft eine filmische Stimmung des Gewährens, in der eine ungekannte, berückende Nähe entstehen kann. Der Suspense, den das Drehbuch gegen Ende schürt, erwächst weniger aus dem Bangen, ob Carlos sein Versprechen endlich erfüllt, die Ausreisepapiere zu unterschreiben. Vielmehr beruht er auf der Hoffnung, dass die Entzauberung in Einsicht umschlägt.«
Gerhard Midding, epd film.de, Frankfurt/Main

»›Reinas‹ hat etwas Schwärmerisches, wie man es in den leichten Momenten der Film von Sofia Coppola findet, aber auch etwas zutiefst Profundes, erkennt die Schwelle aus der Kindheit zum Erwachsenwerden wie eine zweite Geburt, wie man das ja auch aus den besten Beispielen dieser Art von Film kennt, von Truffaut oder Cuarón, nur dass der Blick unverkennbar der der Regisseurin ist, ihr Ton, ihre Geschichte, ihre Figuren, die es beherrscht, die Handlung einfach einmal abheben zu lassen wie in der tollen Sequenz, wenn Carlos erstmals wieder zu seinen Töchtern durchdringt, als er mit ihnen in einem Geländewagen durch die Dünen rauscht, dann aber auch ganz still und eindringlich sein kann, wenn sie einfach nur zusieht, wie ihre Figuren ihre sich radikal verändernde Welt betrachten. Aller Schmerz und alle Freude spricht dann aus ihren Bildern.«
Thomas Schultze, THE SPOT media & film, München

»Zum Familienleben gehört auch der Glaube an Geister. Die Großmutter erzählt gerne, dass ihre verstorbene Schwester oft in die Wohnung zurückkehrt, um sich die Haare zu kämmen. Zwei, drei kurze Szenen streifen beiläufig das Verhältnis zur Haushälterin, die sich nicht allzu sehr vereinnahmen lassen will. Vor allem aber geht es immer wieder um Auroras und Lucias Gefühlschaos. Die Teenagerin möchte plötzlich selbst entscheiden, ob sie das Land verlässt. Die Treffen mit dem Vater lassen eine emotionale Dynamik entstehen, die zeitweise außer Kontrolle gerät und Elenas Ausreiseplan gefährdet. Reynickes Film berührt, weil er die Figuren und ihre Konflikte so einfühlsam und spannend schildert. Carlos, der unstete Mensch und unzuverlässige Vater, wird seiner Rolle in der Familie auf überraschende Weise doch noch gerecht.« 
Bianka Piringer, kino-zeit.de, Mannheim

»La película, aún con debidos conflictos internos y externos presentes, no es oscura, como pueden serlo otras cintas ubicadas en el Perú de los años 90. La calidez del verano es un muy adecuado canalizador de la ternura de las niñas. Ellas viven la realidad familiar y nacional desde otro plano, con otra perspectiva, encontrando el juego y la amistad a pesar de los apagones, la inflación y los cortes de agua. La luz y colorización del filme son parte de esa mirada dulce y amorosa, del descubrimiento y de las ganas de ser felices como se pueda. Ese corazón inocente es el motor de la película.« Mariale Bernedo, cinencuentro.com

»Der Film ist trotz der vorhandenen inneren und äußeren Konflikte nicht düster, wie es andere Filme sein können, die im Peru der 90er Jahre spielen. Die Wärme des Sommers ist ein sehr geeigneter Kanal für die Zärtlichkeit der Mädchen. Sie erleben die familiäre und nationale Realität aus einer anderen Ebene, mit einer anderen Perspektive, und finden trotz Stromausfällen, Inflation und Wasserengpässen Spiel und Freundschaft. Die Beleuchtung und Farbgebung des Films sind Teil dieses sanften und liebevollen Blicks, der Entdeckung und des Wunsches, so glücklich wie möglich zu sein. Dieses unschuldige Herz ist der Motor des Films. 
Mariale Bernedo, cinencuentro.com (übersetzt mit DeepL)

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