FILMERNST

Sehend lernen – Die Schule im Kino

Das Kompetenzzentrum für
Film – Schule – Kino
im Land Brandenburg

FILMERNST-Frühjahrsprogramm

Die Flyer mit dem Frühjahrs-/Sommerprogramm sind aus der Druckerei gekommen und wurden gerade vom LIBRA aus auf den Weg in die Schulen des Landes gebracht. Im Laufe dieser Woche sollten Sie die Druckwerke in der Hand haben. Freuen Sie sich auf vier besondere Filme, wie immer für alle Jahrgangsstufen und mit zahlreichen Anknüpfungspunkten für die Einbeziehung in den Unterricht. Für einen ersten Eindruck hier die Online-Version des Flyers. Die vier Filme stehen auch schon komplett in der Datenbank, mit weiteren Informationen, den Trailern, Begleitmaterial und allen Terminen in den jeweiligen Spielorten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch in einem unserer Partner-Kinos.

Pretty in pink

Ganz wenig Wasser nur gibt es im Film »DJ Ahmet«. Lediglich frühmorgens klatscht der Vater seinem Sohn einen Scheffel eiskaltes Nass ins Gesicht, damit der aufstehe und sich an sein Tagwerk mache: Schafe hüten. Weil ihm eins von den 20 Tieren abhanden kam, muss Ahmet so lange draußen schlafen, bis die Herde wieder komplett ist. Das Leben in diesem nordmazedonischen Dorf bewegt sich in archaischen Bahnen. Eine arrangierte Ehe ist, auch heute noch, nichts Ungewöhnliches. Sie entspricht den Traditionen der hier lebenden türkischen Minderheit der Yörük …


… zu der auch die Vorfahren der 15-jährigen Aya gehören. Eigentlich in Deutschland lebend, ist das Mädchen in die Heimat ihrer Familie zurückgekommen, wo bereits ein ihr völlig unbekannter Bräutigam auf sie wartet. Doch die Zeiten haben sich gewandelt, und Aya hat einen Plan, wie die Hochzeit zu verhindern wäre. Mit ein paar mutigen Freundinnen will sie beim jährlichen Dorffest einen Auftritt präsentieren, der gegen alle Braut-Regeln verstößt. Ahmet hilft ihr bei den heimlichen Proben, indem er seinen Traktor DJ-mäßig mit Lautsprechern bestückt, aus denen die Rap-Songs ertönen. Die Musik ist für Ahmet ein Elixier, das ihn an die verstorbene Mutter erinnert und nun von Aya neuen Sinn bekommt. Ausbrechen aus der Herde, wie eines seiner Schafe, das aus der Reihe tanzt, um dann doch wieder zur Familie zu stoßen. Das Ende wird pretty in pink!

»DJ Ahmet« hat, nach seiner Premiere beim berühmten Sundance-Festival in Salt Lake City, eine weltweite Tour absolviert, wurde vielfach ausgezeichnet und von den Medien hochgelobt. Gerade auch für die großartigen Laiendarsteller, die der Regisseur nach ausgiebiger Suche in den noch bestehenden Yörük-Gemeinden fand. Mit welcher Intensität und Subtilität sie ihre Rollen spielen – Haupt- und Nebendarsteller, Kinder, Jugendliche, Erwachsene –, ist nachhaltig überzeugend und jetzt bei FILMERNST zu erleben.

Fotos: Neue Visionen Filmverleih, Berlin

Klassenfahrt nach Krakau

Es vergeht kein Tag, an dem nicht solche Nachrichten zu lesen sind: »Antisemitische Vorfälle haben … auch in NS-Gedenkstätten deutlich zugenommen«. Vielfach, aber eben nicht nur gibt es einen rechtsextremen Hintergrund, knapp die Hälfte der Geschehnisse ist anti-israelisch motiviert. Das nicht einfach nur stillschweigend hinzunehmen und sich noch weiter ausbreiten zu lassen, ist gesellschaftliche Verpflichtung, auch der Schulen. »Zu viele Bildungslücken« jedoch wurden Brandenburger Schülerinnen und Schülern bescheinigt, sie wüssten »zu wenig über jüdisches Leben, Geschichte und Religion«. Im Herbst …


… des vergangenen Jahres haben wir mit einem filmischen Sonderprogramm zu den Themen Holocaust und Antisemitismus etwas dazu beitragen wollen, Wissen zu erweitern und Gespräche zu befördern. Die vier ausgewählten Filme liefen im Rahmen einer Ausstellung im Filmmuseum Potsdam mit dem Titel »How to Catch a Nazi«. Die Resonanz war leider bescheiden, was die weiter oben getroffenen Einschätzungen nur zu bestätigen scheint. Zu wenige Klassen und Gruppen bekundeten Interesse am Angebot, meldeten sich zu den Filmen und den Ausstellungsrundgängen an. Für jene aber, die ins Potsdamer Filmmuseum kamen, bewirkte das im »Lernort Kino« Gesehene und Besprochene durchaus etwas, wirkte nach und regte zum Weiterdenken an.

Genau das möchten wir fortsetzen, bieten einen der Filme im Frühjahrsprogramm nicht nur im Filmmuseum Potsdam, sondern landesweit in allen Partner-Kinos an: »Delegation«, das Werk des israelischen Regisseurs Asaf Saban, hat auf Festivals weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt und Preise gewonnen. Der Film erzählt davon, wie Geschichte ohne Routine und Rituale lebendig bleibt, für jeden, wo auch immer.

»Verhaltet euch unauffällig. Kein lautes Rufen auf Hebräisch!« Mit diesen Regeln werden israelische Jugendliche für den Rundgang durch Krakau instruiert. Es ist eine Klassenfahrt der besonderen Art. Eine Reise, die junge Israelis nach Ende der Schulzeit obligatorisch gen Polen führt, zu den Orten früheren Schreckens, den Mahnmalen des Holocausts. Zu vieles scheint auf der Fahrt in die Vergangenheit allerdings normiert und programmiert. Routine mit Fixpunkten und kalkulierten Emotionen. Was aber macht es mit einem, wenn man in Maidanek vor den Bergen von Schuhen der Häftlinge steht? Was macht es mit einem (um auf den einleitenden Satz dieses Textes zurückzukommen), wenn man in Gedenkstätten antisemitische Grafitti liest? Was diese Tour in den israelischen Jugendlichen auslöst, wie sie sich der Vergangenheit und den Erwartungen der Erinnerungskultur stellen, wird zur Suche nach dem eigenen Platz im Leben.

Natürlich besteht auch weiterhin die Möglichkeit, die anderen Filme des letztjährigen Sonderprogramms als »Wunschfilm«-Veranstaltungen in einem Kino Ihrer Region bei uns anzufragen.

In diesem Zusammenhang möchten wir gern noch auf zwei Bücher hinweisen. Zum einen auf: Ben Salomo: Sechs Millionen, wer bietet mehr? Judenhass an deutschen Schulen
Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, Berlin 2025, 170 Seiten, Klappenbroschur, 18 Euro, ISBN 978-3-633-54342-7
»Lesen sollten das Buch vor ­allem Pädagogen, die sich scheuen, über Antisemitismus zu sprechen, denn Salomo liefert in erster Linie Argumente für die Notwendigkeit einer antisemitismuskritischen ­Bildungsarbeit, keine Anleitungen.« (aus einer Kritik des Buches von Silvia Stieneker, jungleworld.de)

Zum anderen auf: Sarah Cohen-Fantl: Wie alles begann und sich jetzt wiederholt. Meine jüdische Familiengeschichte. 
Bonifatius Verlag, Paderborn, 304 Seiten, gebunden, 25 Euro, 
ISBN 978-3-98790-100-3 
»Eine Auseinandersetzung mit der Frage, was ›Nie wieder‹ bedeutet, wenn Antisemitismus erneut um sich greift, und wie sich jüdisches Leben zwischen Erinnerungspflicht und alltäglicher Bedrohung behauptet. Sarah Cohen-Fantl gelingt damit ein Werk, das gleichermaßen Zeugnis und Selbstbehauptung ist. Ein Buch, das unbequem bleibt, weil es bewegt. Und das zum Handeln auffordert«, schrieb Jasmin Arémi in »mena-watch«, einem unabhängigen Nahost-Thinktank mit Sitz in Wien. Einen Auszug aus dem Buch in der »Jüdischen Allgemeinen« lesen Sie hier. 

Stehende Ovationen

Bildungslücken wie die eben beschriebenen schnell und dauerhaft zu schließen: Niemand dürfte wohl daran ein größeres Interesse haben als der Bildungsminister. Wir werden ihn bei passender Gelegenheit zu einer FILMERNST-Veranstaltung einladen und hoffen natürlich sehr auf eine Begegnung im »Lernort Kino«. Damit FILMERNST zu keiner Zeit im Regen steht, dafür haben wir uns seit seiner »Geburt« um einen Schirmherren bemüht – in Gestalt des Bildungsministers resp. der Bildungsministerin. Wie Sie alle wissen, …


… stand mal wieder ein Wechsel an, so dass wir in unserer ansehnlichen Schirmherren-Galerie inzwischen bei Porträt Nummer 7 angelangt sind. Wir freuen uns sehr, dass Gordon Hoffmann schnell und entschlossen den Schirm in die Hand genommen hat. Auf den an die Schulen gesandten Flyern fehlt sein Name, da war die Bestätigung noch nicht amtlich, aber auf der Online-Version des Flyers ist alles komplett.

Gordon Hoffmanns Vorgänger im Amt, Steffen Freiberg, sei auf dem SPD-Landesparteitag mit stehenden Ovationen verabschiedet worden, wie wir lasen. Ein bergmännisches »Glück auf!« soll er der neuen Koalition zugerufen haben. Wir danken ihm und zitieren aus Tucholskys Gedicht »Danach« die Zeile: »Und darum wird beim happy end im Film jewöhnlich abjeblendt«.

Probleme, Probleme

»Wie füllen wir denn diese Zeit? Wir denken über – gestatten Sie den Ausdruck? – über allen Teufelskram nach. Und das Resultat? Probleme! Dinge, die für den nichtdenkenden Menschen vollkommen selbstverständlich wären, wuchten sich auf, ballen sich zu unlösbaren Problemen. Wir haben Erziehungsprobleme, volkswirtschaftliche Probleme, Eheprobleme, wissenschaftliche Probleme, Sexualprobleme. Auf jeden Quadratmeter unserer Erde ein Problem!« Nun, hätten Sie gedacht, dass diese »Problematik« aus dem Abituraufsatz eines 19jährigen stammt? Von einem, der später mehrfach …


… für den Literatur-Nobelpreis im Gespräch war? Der selbst zum Abiturthema werden sollte mit seinen Werken, nun aber leider immer seltener unterrichts- und prüfungsrelevant ist.

Nun, der junge Max Frisch wählte 1930 im Deutsch-Abitur die »freie Erörterung« zum Thema »Licht- und Schattenseiten der modernen Technik«. Dass sein Ego auch in jungen Jahren Anspruch bewies, zeigte seine Ansage: »Ich erstrebe hier keine Vollständigkeit. Aus Mangel an Zeit und Lust.«

Wenn Sie wissen möchten, wie die Prüfer das Problembewusstsein des jungen Mannes benoteten, können Sie das in diesem Buch erfahren:
Bitte nicht ins Buch kritzeln! Von Lehrmitteln und Lernwegen
Herausgegeben von Dirk Vaihinger, mit Illustrationen von Sarah Weishaupt. Lehrmittelverlag Zürich 2026 / I
SBN 978-3-03713-972-1 / 108 Seiten / 16 Euro

https://nichtkritzeln.ch/

Sollten noch Examen anstehen, dann wünschen wir allen Prüflingen viel Erfolg – und verzichten Sie auf Sätze wie: »Ich erstrebe hier keine Vollständigkeit. Aus Mangel an Zeit und Lust.«

Knospen und KI

Auch diesen Rundbrief wollen wir gern wieder poetisch beenden. Aber nicht mit einem langen Frühlingsgedicht, sondern mit einem Haiku, passend zur Kirschblüte. Drei Zeilen, 17 Silben. Knappste Form, höchstes Gefühl. Aus Mangel an Zeit und Lust, wie der junge Max Frisch, bemühen wir die KI – und müssen doch korrigierend eingreifen: Die zweite Zeile wurde uns mit fünf statt sieben Silben angeboten. Also machten wir einen eigenen Vorschlag …


Im Frühlingsregen
Max Frisch wartet ohne Schirm
Knospen fragen nach.

Chat GPT wusste das wohlwollend so einzuschätzen:

Das funktioniert deutlich stärker als Haiku jetzt hast du auch eine klare 5–7–5-Struktur – und inhaltlich gewinnt es ebenfalls: Der Frühlingsregen setzt die Jahreszeit und Stimmung. »ohne Schirm« ist ein konkretes, alltägliches Bild sehr haiku-typisch. Die letzte Zeile öffnet dann einen Resonanzraum: Die Knospen wirken beinahe neugierig oder ungeduldig gegenüber dem Wartenden. Außerdem entsteht etwas subtil Ironisches: Der reale Schriftsteller Max Frisch steht plötzlich wie eine Figur im Regen beobachtet von der Natur selbst. Die Zäsur zwischen Zeile zwei und drei funktioniert gut. Das Gedicht hat Ruhe, Bildlichkeit und eine kleine Verschiebung ins Surreale alles Dinge, die ein gutes, modernes deutschsprachiges Haiku tragen können.

Damit wünschen wir Ihnen einen schönen Frühling. Nehmen Sie auf Ihre Spaziergänge einen Schirm mit, damit Sie nicht, wie der reale Schriftsteller Max Frisch, plötzlich im Regen stehen. Lassen Sie sich von Knospen befragen. Seien Sie neugierig auf deren Antworten.

Teaserbild: David Brooke Martin auf unsplash

Mut für Filme und Kinos

Wir wollten Ihnen, uns und dem neuen Jahr noch etwas Luft lassen, ehe im wahrsten Sinne des Wortes der FILMERNST des Lebens wieder beginnt. Nun aber ist es höchste Zeit, die Auszeit zu beenden, denn bald schon gibt es die nächste Ferienwoche, vor allem aber einiges zu berichten: sowohl im 2025er Nachtrag als auch im 2026er Ausblick – und da möchten wir den Blick gleich auf die nächsten SchulKinoWochen richten, die zum nunmehr 20. Male stattfinden werden: vom 12. bis 27. März. Mit so vielen Spielorten …


… wie noch nie, runden 33! Neu oder seit langem erstmals wieder dabei: das »Union« in Luckenwalde und der »Hofgarten« in Bad Belzig. In diesem schönen Kino wird am 12. März auch die Eröffnungsveranstaltung über die Bühne gehen – und es bedurfte keines großen Mutes, sich für den jüngsten Film unseres FILMERNST-Paten Bernd Sahling als passenden Auftakt zu entscheiden: »Ab morgen bin ich mutig«.

Die Kritik im Münchner Branchenblatt »THE SPOT media & film« ist nur eine von etlichen begeisterten Stimmen: » …ein überaus unterhaltsamer pädagogischer Film über die Liebe, andererseits der seltene Fall eines Liebesfilms für Kinder, in dem der jugendliche Held schließlich das erste Verliebtsein fast beiläufig in all seinen Facetten und dabei sich selbst kennenlernt, genauso, wie es tröstlicherweise jeder Erwachsene vor ihm irgendwann schon einmal durchlebt hat.«

Fotos: Real Fiction Filmverleih, Köln

»Ab morgen bin ich mutig« gehört zu den insgesamt 31 Filmen der diesjährigen SchulKinoWochen – und dass viele Lehrkräfte offenbar schon auf das Angebot des Jubiläumsjahrgangs gewartet haben, zeigt die erste Resonanz nach Aussendung des Programmhefts: Anmeldungen kamen bereits aus mehr als 100 Schulen, für rund 5.200 Kinder und Jugendliche aller Jahrgangsstufen. 

Der filmische Spitzenreiter bis dato wird wohl auch am Ende die Nase vorn haben: Tobias Krell alias Checker Tobi mit seiner dritten Weltexkursion: »Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde« . Dicht gefolgt von Bernd Sahlings »Ab morgen bin ich mutig« – und einem Film, der erst am Eröffnungstag der diesjährigen SchulKinoWochen, nämlich genau am 12. März, in die deutschen Kinos kommen wird. Dank der jahrelangen freundschaftlich-filmernsten Verbundenheit zum Berliner farbfilm-Verleih dürfen wir »Das geheime Stockwerk«, eine Zeitreise in die deutsche Geschichte,  ohne die sonst übliche Karenzzeit zeigen.

Poetisch, magisch, zauberhaft: Ein Film, der Sterne und Herzen schweben lässt, ist »Lauras Stern«, den wir früher schon mal mit Erfolg im Programm hatten. Poetisch, magisch, zauberhaft, ließe sich aber auch über einen Animationsfilm sagen, der ganz neu, am 12. Februar, seinen Kinostart erlebt und wenig später bei uns zu sehen sein wird: »Hola Frida«. Und weil uns das kleine Mädchen, aus der eine große Malerin werden wird, viel zu erzählen hat,  geben wir ihr gleich selbst das Wort: »Für mich ist nichts unmöglich (…) Ich umarme das Leben und gestalte es neu.«

Fotos: eksystent Filmverleih, München / Tobo Studio; Du Coup Animation & Production

Auf ein Neues also, mit den SchulKinoWochen 2026. 
Wir freuen uns über viele Anmeldungen!

Alle Filme finden Sie auf unserer Webseite, hier können Sie sich auch direkt online anmelden.

pdf: Programm SchulKinoWochen Brandenburg 2026

Erste Wahl: Literatur und Leinwand

»Dürfen Lite­ra­tur­ver­fil­mungen mehr wagen als die Vorlage? Auf jeden Fall!« Frage und Antwort stammen aus einer Kritik des Films »22 Bahnen«. Es ist die Leinwand-Adaption eines Bestsellers, des 2023 erschienenen literarischen Debüts von Caroline Wahl. Mehr als 600.000 Exemplare des Buchs wurden bereits verkauft – und wahrscheinlich auch gelesen. Der gleichnamige Film läuft seit rund 20 Wochen in den Kinos, bislang haben ihn fast 700.000 Menschen gesehen …


… und die SchulKinoWochen bieten weitere Gelegenheit. Seit jeher sind Literaturadaptionen fester Bestandteil des Programms und natürlich per se für den Literaturunterricht relevant. Caroline Wahl und ihre Bücher jedenfalls offerieren viel und nicht nur Lesestoff für Gespräche über Literatur: über die Themen und Geschichten, über Erzähl- und Gestaltungsweisen, über Sprache und Stil, über Leben und Vermarktung der Autorin. Und nicht zuletzt eben über die Transformationen des Werks in andere Medien, im speziellen Falle der Film. Diverse Anknüpfungspunkte und Möglichkeiten für einen diskursiven, hochinteressanten Literaturunterricht

Die erst 30-jährige Caroline Wahl hat nach »22 Bahnen« zwei weitere Romane mit Bestsellerpotential verfasst – »Windstärke 17« und »Die Assistentin« – und findet es mit dem ihr eigenen Selbstbewusstsein längst an der Zeit, endlich auf die Nominierungsliste für den Deutschen Buchpreis zu kommen. Lesen und schauen wir mal …

Fotos: Constantin Film Verleih, München

Weitere Literaturadaptionen im Programm der SchulKinoWochen: »Lauras Stern« (gleichnamiges Kinderbuch von Klaus Baumgart), »Momo« (die zweite Verfilmung des Michael-Ende-Bestsellers), »Romys Salon« (gleichnamiges Buch von Tamara Bos), 
»Die verlorene Ehre der Katharina Blum« (nach Heinrich Bölls gleichnamigem Roman) – und nicht zuletzt, ganz aktuell, 
»Amrum«, die von Fatih Akin verfilmten, auf persönlichen Erinnerungen beruhenden Kriegs- und Nachkriegserzählungen seines Mentors und väterlichen Freundes Hark Bohm.

Fotos: Warner Bros. Pictures Germany (»Lauras Stern« und »Amrum«); Constantin Film, München (»Momo«); StudioCanal, Berlin (»Die verlorene Ehre der Katharina Blum«)

Um auf den eingangs zitierten Satz aus der Kritik zu »22 Bahnen« zurückzukommen: Geschrieben wurde sie von Axel Timo Purr, zu lesen ist sie in voller Länge im Münchner Filmmagazin artechock.de.
Ein Vergleich dieser professionellen Filmbewertung mit einer selbst verfassten Einschätzung, auch das wäre ja ein aufschluss- und erkenntnisreiches Unterfangen für den Literaturunterricht.  
Für »Windstärke 17«, ebenfalls in der Regie von Mia Maariel Meyer, gibt es bereits den entsprechenden filmischen Rückenwind, sprich die Fördergelder, gedreht wird u.a. auf der Insel Rügen. Ob der Rückenwind ausreicht für Filmpreise: Wir werdern sehen, vielleicht auch bei den SchulKinoWochen.

Zirkus- und andere Familien

»Dokumentarfilme können ergreifend, humorvoll, aufrüttelnd und tiefgründig sein. Sie sind ein essentieller Teil der öffentlichen Meinungsbildung.« So steht es auf der Webseite von LETsDOK, einer Initiative der »Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm« – mit dem Ziel, einem weithin unterschätzen Filmgenre eine Stimme zu geben. Bei FILMERNST stehen dem Dokumentarischen die Türen von jeher weit offen, erst recht zu den SchulKinoWochen. VISION KINO weist kontinuierlich in FilmTipps auf wichtige Dokfilme hin; oft werden wir ganz direkt von Dokumentarfilmschaffenden gefragt …


… ob wir denn nicht ihre Filme in unsere Programme nehmen könnten. Die Themen seien doch brisant und böten viel Gesprächs- und Diskussionsstoff auch für den Unterricht, für verschiedene Fächer. Dem können wir in den meisten Fällen nur zustimmen, würden gern und mehr unterstützen, wohl wissend um die oft schwache Resonanz auf das reichhaltige Angebot. Von Ausnahmen freilich abgesehen: »Checker Tobi« zum Beispiel, auch Filme über Bienen und Bäume, Wiesen und Wälder laufen gut. Aber »Holy Shit« oder »Auf der Kippe«, »No Land’s Song« oder »Blix Not Bombs«

Fotos: farbfilm Verleih Berlin (»Holy Shit«); Real Fiction Filmverleih, Köln (»Auf der Kippe«); Hanfgarn & Ufer Filmproduktion, Berlin (»No Land’s Song«); CineGlobal, München (»Blix Not Bombs«)

Dennoch: Dokumentarfilme bleiben ein fester Bestandteil des schulfilmischen Angebots. Dieses Jahr bei den Brandenburger SchulKinoWochen immerhin mit sechs Beiträgen, darunter der 2025 mit dem Deutschen Dokumentarfilmpreis gewürdigte und soeben mit dem Bayerischen Filmpreis 2026 geehrte »Im Prinzip Familie«. Diese Auszeichnung und Wertschätzung des Films freut uns besonders, denn der Regisseur Daniel Abma war bereits zu Beginn des Schuljahres unser Gast: Im »Filmpalast« Oranienburg gab es eine Sonderveranstaltung, bei der 240 Jugendliche des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums »Im Prinzip Familie« sahen und sich sehr beeindruckt zeigten. 

Fotos: FILMERNST

Im Anschluss daran schrieb uns Daniel Abma und bedankte sich für den großartigen Tag: »Viele, die unseren Film gesehen haben, berichteten, dass er hilft, Berührungsängste abzubauen, dass er Vorurteile auflöst und Stigmatisierung entgegenwirkt: Eine Zuschauerin, die selbst in einer Wohngruppe lebt, erzählte nach der Vorführung, dass sie nun verstanden habe, dass nicht sie die Ursache für ihre Situation ist – der Film habe sie gestärkt.«

»Im Prinzip Familie« wird nun in mehreren Spielorten im Rahmen der SchulKinoWoche zu sehen sein, ebenso wie der bereits im FILMERNST-Herbstprogramm präsentierte »Zirkuskind«. Die beiden Regisseurinnen, Anna Koch und Julia Lemke, wurden in der Kategorie »Bester Kinderfilm« gerade für den Preis der deutschen Filmkritik 2025 nominiert, den renommierten Bayerischen Filmpreis haben sie gerade erhalten.  Darauf ein doppelter Salto!

Fotos: Across Nations Filmverleih, Stuttgart/Berlin

Aktuelle Programmfilme

Wie heiratet man einen König

1.–3. Jahrgangsstufe

Der Sommer, als (m)ich meine Geschichte fand

4.–6. Jahrgangsstufe

DJ Ahmet

8.–12. Jahrgangsstufe

Delegation

8.–13. Jahrgangsstufe

SchulKinoWochen im Land Brandenburg

Ein Projekt von VISION KINO – Netzwerk für Film- und Medienkompetenz in Kooperation mit FILMERNST.
Gefördert durch die Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH,
den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
und die Filmförderungsanstalt.

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03378 209 162 (Jana Hornung)
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Postanschrift FILMERNST – Kinobüro im LIBRA
Struveweg 1
14974 Ludwigsfelde-Struveshof
Sehend lernen –
Die Schule im Kino

FILMERNST

… bietet

im besonderen Lernort Kino und als Teil des Unterrichts ein regelmäßiges Programm ausgewählter Kinder- und Jugendfilme für alle Jahrgangsstufen – und darüber hinaus die Möglichkeit für Veranstaltungen mit medienpädagogisch und künstlerisch wertvollen Wunschfilmen.

… vernetzt

engagierte Lehrer, Kinobetreiber, Filmverleiher und Filmemacher und ist als Kompetenzzentrum Ansprechpartner für schulfilmische Projekte aller Art.

… präsentiert

sein Angebot in zahlreichen Brandenburger und auch Berliner Kinos und hat sich zum Markenzeichen für schulische Film- und Kinokompetenz entwickelt – in der Region und darüber hinaus.

… fördert

mit anspruchsvollen Unterrichtsmaterialien, mit moderierten Veranstaltungen, Gesprächen und Diskussionen nachhaltig die Entwicklung von Film- und Medienkompetenz, von kultureller und Allgemeinbildung.