Mira

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Mira
Mira

Dänemark 2025 / Spielfilm / 85 Minuten / 5.-7. Jahrgangsstufe

Inhalt

»Warum weiß ich nichts über Liebe und Jungs?« Es klingt ziemlich verzweifelt – und nicht zum ersten Mal stellt sich Mira derart existentielle Fragen. Sie ist gerade Zwölf geworden und kommt mit ihrem Leben eigentlich ganz gut zurecht. Ihre Mutter ist die beste und nervigste Mutter zugleich. Sie ist eine sehr selbstbewusste, alleinerziehende Frau, der es leichtfällt, sich zu verlieben. Die Galerie der allesamt sympathischen Verehrer verewigt Mira in ihrem Comic-Heft. Ob sie selbst es vom Vater geerbt hat, dass ihre Gefühle noch nicht zum Schweben kamen? Mira kann sich kein Bild von ihm machen, würde ihn nicht erkennen, liefe er in Kopenhagen auf der Straße an ihr vorbei. Bislang hat sie auch nichts vermisst. Sie war absolut glücklich, mit ihrer besten Freundin Naja an der Seite und mit Louis als Drittem im Bunde. Das Trio geht gern auf Schrottplätze, um dort Dinge zu entdecken, die sie dann mit viel Fantasie und Kreativität zu Skulpturen zusammenfügen. Eine Ausstellung ist ihr Ziel. Doch die Gemeinschaft beginnt zu bröckeln, als eine Neue in die Klasse kommt. Beate ist als Influencerin aktiv und schon einigermaßen bekannt. Sie gibt Schminktipps und schart Mädchen um sich für ihren »Love Club«. Naja ist höchst angetan von der Neuen, Mira weit weniger. Doch der Gruppendruck wächst und erpresst von Mira Bekenntnisse: Sie muss einen Freund nachweisen und den auch noch geküsst haben. Fast zwangsläufig verstrickt sie sich in Widersprüche, verfängt sich in Halbwahrheiten und Lügen, verletzt Gefühle: ihre eigenen und die von Menschen, die ihr wichtig sind. Zum Glück findet sie in der Großmutter eine lebenskluge Beraterin und am Ende wieder zu sich selbst. Ihre Idee für eine neue Skulptur, »Die Vergessensmaschine«, wird sie Louis präsentieren und mit ihm gemeinsam zum Laufen bringen. Ihre ehemals beste Freundin Naja wird zwar nicht zur Eröffnung der Ausstellung erscheinen, aber es gibt noch ein Happy-End.

Ein Jahr näher dran, ein Teenager zu sein: mit allen Höhen und Tiefen der Gefühle, warmherzig, einfühlsam, mit viel Witz und allem Film-Ernst des Lebens.

Fotos: Der Filmverleih, Stuttgart

Das Buch zum Film
Mira #freunde #verliebt #einjahrmeineslebens
von Sabine Lemire, mit Illustrationen von Rasmus Bregnhøi
Übersetzung aus dem Dänischen von Franziska Gehm
Deutsche Erstausgabe, 104 Seiten, gebunden
Klett Kinderbuch Verlag GmbH, Leipzig 2018
ISBN 978-3-95470-189-6 / 16 Euro

Themen

Individualität   |  Identität   |  Familie   |  Familien- und Generationsbeziehungen   |  Freundschaft   |  (erste) Liebe   |  Außenseiter   |  Ich-Stärke   |  Gruppenzugehörigkeit   |  Gruppendruck   |  soziale Medien   |  Influencer   |  Empathie   |  Vertrauen   |  Ehrlichkeit   |  Toleranz   |  Enttäuschung   |  Reue   |  Tagebuch   |  Kreativität   |  Kunst-Performance   |  Literaturverfilmung

Fächer

Deutsch   |  Sachunterricht   |  L-E-R   |  Kunst   |  fächerübergreifend

»Der Film zeigt eindringlich, wie soziale Medien und Gruppenzwang die Wahrnehmung von Vorpubertären beschleunigen: Alles wirkt größer, schneller und dringlicher, als es tatsächlich ist. Was ›Mira‹ so gut macht, ist die Kombination aus Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit. Limkilde wagt es, große Emotionen klein zu halten und kleine Momente groß zu machen. Die verspielten Animationen, die Miras Gefühle visualisieren – flatternde Schmetterlinge, Kritzeleien, die Wut oder Unsicherheit ausdrücken – verleihen dem Film einen ganz eigenen Ton und machen abstrakte Emotionen greifbar. Die jungen Schauspieler spielen auffallend natürlich; vor allem Hauptdarstellerin Ellen Edith Pultz-Hansen verleiht Mira eine entwaffnende Mischung aus Hartnäckigkeit und Verletzlichkeit. Eine kleine Anmerkung ist, dass manche Handlungsstränge etwas zu glatt zu Ende geführt werden, doch das wiegt den aufrichtigen Blick, den der Film bietet, kaum auf.«
Patricia Smagge, cinemagazine.nl

»In ›Mira‹ verbinden sich das facet­ten­reiche Drehbuch, die präzise Kame­rafüh­rung und die über­zeu­genden schau­spie­le­ri­schen Leistungen zu einem stimmigen, durch­dachten Film, der eine Realität abbildet, die vielen Familien – und insbe­son­dere jungen Zuschaue­rinnen und Zuschauern – vertraut sein dürfte. Die Schul­vor­füh­rung im Rahmen des Filmfestivals Malmö machte deutlich, wie stark der Film sein Publikum zu fesseln vermag.«
Annika Gustafsson, artechock.de, München

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