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Wer küsst schon einen Leguan?

Deutschland 2003

 

Inhalt

Heute ist Tobias' 13. Geburtstag, aber weit und breit niemand da, mit dem er ihn feiern könnte. Seine alleinerziehende Mutter (29) kümmert sich weniger um den Sohn und mehr um den neuen Freund, von dem Tobias nur drangsaliert, gestraft und gedemütigt wird. Auch in der Klasse bekommt das Geburtstagskind statt Glückwünschen nur die gemeinen Sprüche der anderen zu hören. Kein Wunder, wenn ihn Enttäuschung, Trotz und Wut aggressiv werden lassen. Von Lena (12), die ihn ganz gern zum Freund hätte und ihm helfen möchte, will Tobias nichts wissen – sie ist ihm einfach zu dick…
Als in die Wohnung gegenüber ein neuer Nachbar einzieht – mit einem echten Leguan im Gepäck –, ist Tobias fasziniert von der sympathischen Ausstrahlung und der lockeren Art des jungen Mannes. Hoffnungsvoll setzt der Junge nun alles daran, die Freundschaft von Max (35) zu gewinnen. Das nächste Mal, als die Mitschüler Tobias wegen seines nicht vorhandenen Vaters hänseln, kann der mit einer sensationellen Neuigkeit aufwarten: Nicht nur sei der Vater endlich zurückgekehrt von einer langen Dienstreise, vor allem habe er ihm einen exotischen Leguan mitgebracht. Um den verblüfften Klassenkameraden die geforderten Beweise zu präsentieren, entführt Tobias kurzerhand das außergewöhnliche »Haustier« – und steckt gleich noch ein Foto des Wunschvaters zum Vorzeigen ein. Und so staunt Max nicht schlecht, als er im Supermarkt von Tobias’ Lehrerin erkannt, als heimgekehrter Papa auf das Herzlichste begrüßt und sogleich zur Klassenfahrt eingeladen wird. Von Tobias inständig gedrängt, gibt Max schließlich nach und lässt sich auf das Vater-Sohn-Spiel ein. Nicht zuletzt deshalb, weil er sich einen eigenen Vorteil davon verspricht: Als Autor einer täglichen TV-Serie gehen ihm langsam die Ideen aus; seine Chefin hat ihm schon den Rauschmiss angedroht. Die Geschichte mit Tobias könnte ihm nun realistische Anregungen und frischen Schwung liefern…
Die neue Gemeinschaft entwickelt sich wunderbar: gegenseitiger Erfahrungsaustausch unter Männern über die Dinge des Lebens. Tobias zeigt Max, wie man einen Haushalt führt, Max erteilt Tobias Nachhilfe in Mathe. Als Krönung die Klassenfahrt. Max‘ vorsorgliche Warnung: »Gewöhn' dich nicht zu sehr an mich!« möchte Tobias am liebsten überhören, denn der Ältere scheint doch das neue »Familienleben« ebensosehr zu genießen wie der Jüngere. Tobias ist glücklich und voller Träume. Vielleicht könnten ja Max und seine Mutter irgendwie zusammen… – und vielleicht würde Max dann wirklich sein Vater werden?
Doch plötzlich kommt alles ganz anders: Auf der Heimfahrt von ihrem Ostseeurlaub verunglücken Tobias’ Mutter und ihr Freund tödlich. Max weiß noch nichts von dem tragischen Geschehen, und als ihn Tobias in seiner Verzweiflung fragt, ob er denn jetzt bei ihm bleiben könne, lehnt der "Vater wider Willen" kategorisch ab – diese Verantwortung möchte er einfach nicht übernehmen. Maßlos enttäuscht, findet sich Tobias mit seinem Schicksal ab und zieht ins Kinderheim.
Wochen vergehen. Der Junge hat sich an seine neue Umgebung gewöhnt und fühlt sich inmitten der anderen offenbar ganz wohl. Kurz vor Weihnachten aber holt ihn die Vergangenheit ein: Als er im Fernsehen die neuen Soap-Folgen mit seiner Geschichte sieht, hält er es nicht mehr aus und haut ab. Max, der – von Lena gedrängt – Tobias endlich besuchen will, scheint für eine Versöhnung zu spät zu kommen. Doch dann fällt dem »Vater« ein, wo er seinen »Sohn« finden wird…

Themen
Familie, Freundschaft, Liebe, Lebenschancen, Außenseiter, Vater-Sohn-Verhältnis, Erwartung und Enttäuschung, Selbstverwirklichung, Durchhaltevermögen, Verantwortungsbewußtsein, Trauer und Tod, Fernsehserien und Wirklichkeit

Fächer
Deutsch, Lebensgestaltung-Ethik-Religion

Pressestimmen
»Ein dichter Film, authentisch gespielt…, eröffnet der Film die Chance zur Sensibilisierung und zur Toleranz. Trotz seiner Problemorientierung gleitet er nicht in Schwermütigkeit ab. Mit einem Augenzwinkern auf die Konsumkultur schafft es der Film, in unaufdringlicher Weise zu berühren.« Internationale Fachjury, 8. Internationales Chemnitzer Kinderfilmfestival 2003

»Wir haben uns für den Film entschieden, da er uns zeigt, wie das Leben auch sein kann… Vor allen Dingen zeigt er uns viele Gefühle, die wir in anderen Filmen nicht so intensiv erleben konnten. Es gab auch viele witzige Szenen in dem Film, die uns sehr gefallen haben. Dieser Film war sehr spannend und abwechslungsreich. Vor allem spielten die Schauspieler sehr gut und die Musik war immer sehr passend zu der Geschichte.«
Europäische Kinderjury, 8. Internationales Chemnitzer Kinderfilmfestival 2003


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