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Kroko

Deutschland 2003

 

 

Inhalt

In ihrer Clique ist Kroko die Queen. Mit gefährlich-lauerndem Blick, lethargisch und aggressiv zugleich, bügelt sie alles und jeden nieder. Schroff und schräg, anmaßend und aufsässig: Kroko nimmt sich, was sie braucht. Im Kaufhaus die Klamotten, an der Tanke ein Auto. Der Kick des nächtlichen Wettrasens hält an, bis ihr ein Radfahrer über die Kühlerhaube fliegt. Vor Gericht keine Reue und keine Entschuldigung, stoisch nimmt sie das Urteil hin: 60 Tage Sozialdienst bei Behinderten. Doch schlimmer hätte es wohl kaum kommen können, zur barmherzigen Samariterin fehlt Kroko jegliches Gefühl. Sie bleibt sich treu und macht bei den »Spastis«, was sie am besten kann: abhängen, rummotzen, querschießen. Die »Behindis« aber geben auf das Null-Bock-Spiel ein überraschendes Kontra. Die zu Betreuenden sind mindestens ebenso widerspenstig, eigensinnig und ausgeflippt wie ihre missmutige Betreuerin. Was an Kroko zunächst abzuprallen scheint, dringt allmählich doch ein wenig tiefer. Wenn sie sich auf die »Verrückten« einlässt, dann nur auf ihre Weise: Während eines Ausflugs mit den WG-Schützlingen zeigt sie dem aufmüpfigen Epileptiker Thomas, was Freiheit ist. Das Abenteuer endet mit einem Anfall – und für Kroko mit dem Rausschmiss. Eigentlich könnte sie froh darüber sein, doch irgendwie möchte sie ihre Bewährung zu einem besseren Ende bringen.

Rauh, drastisch, sensibel: eine Geschichte von großer Wucht und großen Gefühlen. 

Hinweis: Aufgrund von Verleihproblemen ist dieser Film momentan leider nicht verfügbar. Wir bemühen uns um eine Lösung und bitten um Ihr Verständnis.



 

Themen

(Jugend-)Kriminalität, Autorität, Behinderung, Erwachsenwerden, Familie, Geschlechterrollen, Gewalt, Gruppenzugehörigkeit, Identität, Inklusion, Lebenskonzepte, Macht, Respekt, Rollenbilder, Sozialarbeit, Toleranz, Verantwortung, Vertrauen, Vorurteile, Werte

 

Fächer

Deutsch, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Pädagogik, Psychologie

 

Kritikerstimmen

»Jugendkriminalität und Behindertenarbeit sind im deutschen Film eigentlich nicht unbedingt die Themen, die zum Kinobesuch verführen. Diese Sorte Tristesse glaubt man irgendwie schon zu kennen, hat sie einmal zu oft als trübe Form der Sozialarbeit vorgeführt bekommen. Aber ›Kroko‹ ist anders: unterhaltsam, spannend, hart und genau.«
Michael Althen, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Es ist überaus sympathisch, dass endlich eine Filmemacherin nicht die gediegenen Yuppie-Interieurs der neuen Berliner Mitte als Folie bemüht, sondern die Randzonen der Hauptstadt, die eigentlich niemand freiwillig aufsucht, geschweige denn als Wohnort wählt.«
Claus Löser, film-dienst, Bonn

»Sylke Enders’ erster Spielfilm ist erstens schnell. Nicht huschhusch clipschnell, nein, nur schnell. Kannst auch zweitens mal lachen über Kroko und ihre und andere Leute, da hat Sylke Enders nichts gegen. Kannst dich drittens reinschummeln ohne Mühe in das verwaschene Leinwandbraun, Leinwandweiß und Rosa unter einem Himmel ohne Sonne. Denn viertens ist ›Kroko‹“ genau. Fünftens schön, aber das wusstest du schon.«
Jan Schulz-Ojala, Der Tagesspiegel, Berlin

»Die Figur der Kroko, die Regisseurin Enders selbst als ›Kopfidee‹ bezeichnet, ist derart radikal angelegt, daß ihre Entwicklung beinahe parabelhafte Deutlichkeit gewinnt. Die Erlösung von ihrer Maskerade ist ein klar vorgezeichneter Weg.« 
Christoph Pasour, Schnitt, Filmmagazin, Köln

»Gehen wie Marilyn, halb federnd, halb wankend, wie ein Matrose auf Landgang, für den der Asphalt zu Pudding wird; grinsen wie Nicholson, viel zu breit für ein breites Grinsen - und, die Reihenfolge stimmt schon, blicken wie Franziska Jünger. Man darf das ruhig so schreiben, ist es doch ein Blick, wie man ihn noch nie zuvor im Kino gesehen hat: Von ganz tief unten kommt er, die Pupillen halb vom oberen Augenlid bedeckt. Ein sehr weißer, lauernder Halb-Acht-Blick, der Verachtung und Gefahr signalisiert. Bis hierhin und nicht weiter, sagt er, eine letzte Warnung vor der totalen Eskalation.«
Cornelius Tittel, taz, Berlin

»Vielleicht ist ›Kroko‹ aber gerade deshalb so sympathisch, weil er eben nicht perfekt ist und ihm mit einer gewissen Leichtigkeit trotzdem das gelingt, wonach viele teure und makellose Großproduktionen vergeblich suchen: das Gute im Menschen und keine »Gutmenschen« zu zeigen.«
Michael Haberlander, artechock.de, München

»So gelingt mit ›Kroko‹ beides: Ein sozial-realistischer Film mit einer spannenden und durchaus hoffnungsvollen Geschichte, der trotzdem glaubwürdig bleibt.«
Michaela Schlangenwerth, Berliner Zeitung




zuletzt aktualisiert am 12.05.2014

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