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Paradise Now

Niederlande/Israel/Deutschland/Frankreich 2004

 

Inhalt
Seit ihrer Kindheit sind die im Westjordanland lebenden Palästinenser Khaled und Saïd gute Freunde. Jetzt wurden die jungen Männer von einem radikalen, militanten Kommando als Märtyrer »auserwählt«, und mit Stolz und Hingabe nehmen sie den Auftrag an. Bevor sie ins Paradies auffahren, werden sie sich in Tel Aviv selbst in die Luft sprengen und dabei möglichst viele Juden mit in den Tod reißen. Die Nacht vor dem von Mordbürokraten sorgfältig geplanten Attentat dürfen sie noch einmal im Kreise ihrer Familien in Nablus verbringen. Da ihr Vorhaben strengster Geheimhaltung unterliegt, ist ihnen ein wirklicher Abschied von Freunden und Verwandten zwangsläufig verwehrt. Am nächsten Morgen schwören sie sich vor der palästinensischen Fahne auf eine erfolgreiche Terroraktion und die erlösende Ewigkeit ein, dann werden ihre Körper mit Sprengladungen »scharfgemacht«. Doch beim illegalen Grenzübertritt bringt eine unerwartete israelische Patrouille das Konzept durcheinander. Während Khaled sich rasch auf palästinensisches Gebiet zurückziehen kann, irrt Saïd einen Tag lang scheinbar orientierungslos im Feindesland umher. Zweifel beschleichen ihn und Skrupel machen sich breit, noch zögert er, den Zünder auszulösen. Aber wollte er nicht zum Märtyrer werden und die Schuld des Vaters tilgen, der als Kollaborateur sein Volk schändlich verriet? Am Ende gehen die einstigen Freunde verschiedene Wege – und ihr Gewissen trifft eine Entscheidung auf Leben und Tod.

Themen
Nahostkonflikt, Palästina/Palästinenserstaat, Zionismus, Anti-Israelismus, Besatzung, Glaubenskrieg, Fanatismus, Märtyrertum, Terror, Demagogie, Manipulation, Erlösung, Vergebung, Traditionen

Fächer
Deutsch, Geschichte, Lebensgestaltung-Ethik-Religion, Politische Bildung

Pressestimmen

»Ein nüchterner, radikal zurückgenommener Film, unter erschwerten Bedingungen an Originalschauplätzen gedreht: zerstörte Häuser, Alltag einer belagerten Stadt. Keine Musik, keine Gewalt, kein Drama. […] Kaum zu glauben, dass das geht: einen Film über den letzten Tag zweier palästinensischer Selbstmordattentäter zu drehen, der zwar nicht unparteiisch ist, aber auch nicht propagandistisch.«
Christiane Peitz, Der Tagesspiegel Berlin

»In der Authentizität liegt eine der großen Stärken des Films. Die Orte, die Personen, alles stimmt. Vor allem stimmt aber auch die Haltung des Films. […] Nicht zuletzt überzeugt er auch deshalb, weil er einfach gut gemacht ist. Eine spannende Mischung aus politischem Thriller und Psychodrama, die aufgrund des aktuellen Themas für Diskussionsstoff sorgen dürfte.«
Katharina Wantoch, Brigitte

»Hany Abu-Assads Film ist engagiert, eindringlich, spannend, berührend. Er macht deutlich, warum Menschen zu Selbstmord-Attentätern werden: aus Verzweiflung, Aussichtslosigkeit und der falschen Hoffnung auf das Paradies. Die beiden Hauptdarsteller spielen das äußerst authentisch.«
Jutta Louise Oechler, ZDF aspekte


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