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Binti – Es gibt mich!
Binti

Belgien/Niederlande 2019

 

 

»Ich habe 1.000 Abonnenten!« Binti ist außer sich vor Freude, die sie sofort mit den Followern ihres Video-Blogs teilt. Die 12-Jährige versteht es, sich vor der Kamera in Szene zu setzen: Ohne Scheu, beherzt und kreativ – und mit einigen, von ihren Idolen abgekupferten Posen, so geht sie ihre Karriere als Video-Bloggerin an. Aber Binti gibt es gar nicht, zumindest nicht offiziell. Nach dem Tod der Mutter ist sie mit ihrem Vater aus dem Kongo nach Belgien gekommen. Ohne Papiere, stets in Gefahr, bei einer Razzia festgesetzt und abgeschoben zu werden. So wie jetzt, da sie sich in heller Angst in den Wald flüchtet und plötzlich vor einem Baumhaus steht. Wo sich Elias versteckt, ein kleiner Weltverbesserer mit der Mission, Okapis vor dem Aussterben zu retten. Leider mit zu wenig Resonanz. Als Binti ihm rät, online kreativ zu werden und das nötige Bewusstsein zu kreieren, gehen sie gemeinsam ans Werk. Das gelingt besser als Bintis noch größeres Vorhaben, aus ihrem Vater und Elias Mutter ein Paar zu machen. Das Gartenfest findet ein jähes Ende, aber Bintis Geschichte geht on- und offline noch ein gutes Stück weiter. »Es gibt viele Menschen, die uns hier haben wollen«, wendet sich Binti direkt an uns: »Ich hoffe, ihr gehört auch dazu.«

Ein ermutigend-realistischer Traum: Wir wünschen Elias die Rettung vieler Okapis und Binti Millionen von Followern!

Fotos: Sächsischer Kinder- und Jugendfilmdienst e.V. / barnsteiner-film


 

Themen

Heimat, Familie, Identität, Außenseiter, Migration, Asyl, Integration, multikulturelle Gesellschaft, Vorurteile, Rassismus, Toleranz, Freundschaft, Verantwortung, Vertrauen, Werte, mediale Selbstdarstellung, Social Media, Musik

 

Fächer

Deutsch, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Sachunterricht, Kunst, Darstellendes Spiel

 

Kritikerstimmen

»Dem ganz auf Augenhöhe der beiden Kinder erzählten Film gelingt es, trotz des bitterernsten Hintergrunds eine spannende, lustige und kurzweilige Komödie mit einer stimmigen Dramaturgie zu entwickeln, wobei es viel zu lachen und etwas zu weinen gibt, aber auch nachdenklich stimmt. Die beiden Kinderdarsteller*innen wirken echt und authentisch und das Gleiche gilt für die erwachsenen Darsteller*innen, die ihnen zur Seite stehen und sich wie authentische Erwachsene benehmen, statt bloße Zerrbilder ihrer selbst zu sein. Für diese Gesamtleistung wurde der Film mit dem ECFA-Award 2020 als Bester europäischer Kinderfilm ausgezeichnet.«
Holger Twele, kinder-jugend-filmportal.de, Remscheid

»Dass Binti da ist und dass sie ihren Platz in der Welt hat, ist ganz unmissverständlich zu spüren und zu sehen. Sie kann ein tolles Vorbild sein, weil sie sich nicht verkriecht, sondern mit beneidenswertem Selbstbewusstsein und einem in sich ruhenden Selbstwertgefühl auftritt und einfach da ist. Das einzige, was ihr fehlt, ist die Anerkennung und Wertschätzung der anderen: das Gefühl, erwünscht zu sein.« Stefan Stiletto, filmdienst.de, Bonn

»In einer Szene sehen wir, wie einer von Bintis Clips durch Tricktechnik, Kameraführung und Montage entsteht. Auf diese Weise wird ein Blick hinter die Fassade der glänzenden Video-Welt geworfen, und außerdem ist dieses Mal auch der Zweck ein guter: Rettung der Okapis statt Vortäuschung einer heilen Welt […] Mit ›Binti‹ ist Frederike Migom eine spannende Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Wirklichkeit und Abbild, Realität und Anspruch, Wahrheit und Fiktion gelungen – und nicht zuletzt auch ein einfach guter Jugendfilm.« Joshua Schultheis, critic.de, Berlin

»Im Schicksal der Okapis klingen die Folgen des europäischen Kolonialismus an. Und so verschieden Bintis und Elias' Hobbys auch sein mögen, lassen sie sich perfekt zu einem gemeinsamen Interesse verbinden. Jedes Kind begreift hier, dass Menschen überall auf der Welt dieselben Erfahrungen machen, dass geteiltes Leid halbes Leid und geteilte Freude doppelte Freude ist.«
Falk Straub, spielfilm.de, Nierstein



zuletzt aktualisiert am 27.10.2020

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