FILMERNST

Sehend lernen – Die Schule im Kino

Das Kompetenzzentrum für
Film – Schule – Kino
im Land Brandenburg

FILMERNST-Frühjahrsprogramm

Die Flyer mit dem Frühjahrs-/Sommerprogramm sind aus der Druckerei gekommen und wurden gerade vom LIBRA aus auf den Weg in die Schulen des Landes gebracht. Im Laufe dieser Woche sollten Sie die Druckwerke in der Hand haben. Freuen Sie sich auf vier besondere Filme, wie immer für alle Jahrgangsstufen und mit zahlreichen Anknüpfungspunkten für die Einbeziehung in den Unterricht. Für einen ersten Eindruck hier die Online-Version des Flyers. Die vier Filme stehen auch schon komplett in der Datenbank, mit weiteren Informationen, den Trailern, Begleitmaterial und allen Terminen in den jeweiligen Spielorten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch in einem unserer Partner-Kinos.

Shakespeare und Sommersprossen

»Die Erwachsenen wollen, dass man genauso wird wie sie. Das nennen sie dann Erziehung.« Weil ihn das elterliche Regelwerk zunehmend auf ein Muster trimmt, aber weil Moritz eben Moritz und so gar nicht »auf zack« ist, wie es der Vater gern hätte, quittiert er den Familiendienst: »Ich bin gegangen. Es hat mir nicht mehr gefallen«, hinterlässt der Junge als Botschaft und haut ab. Das starke kindliche »Plädoyer fürs Individuelle« hatte eine Autorin verfasst, deren literarische Vorlagen und filmische Szenarien …


… starke Vorgaben waren für starke Regisseure. Rolf Losansky drehte nach Christa Kożiks gleichnamigem Kinderbuch »Moritz in der Litfaßsäule«; die beiden waren ein Team auch bei »Der verzauberte Einbrecher« und »Ein Schneemann für Afrika«.

Bei FILMERNST war Christa Kożik etliche Male zu Gast. Einmal auch zu einer Veranstaltung, von der wir uns besonders viel erhofften. Wir wollten sehen, ob und wie die Verknüpfung einer zeitgenössischen Jugendliebe mit einer Shakespearschen Tragödie die Gefühlswelten eines jugendlichen Publikums auch heute noch berührt. Die Romeo-und Julia-Geschichte »Sieben Sommersprossen«, 1978 in die DDR-Kinos gekommen, erreichte seinerzeit ein Millionenpublikum. Der »Wochenpost«-Kritikerin Rosemarie Rehahn floß die Feder über: »Ich habe mich schon lange nicht mehr so wohl gefühlt im Kino. Der Film hat, ich sag’s mal auf altmodisch: Gesinnung und Herzenstakt und Charme und Poesie und eine helle Heiterkeit.«

Wir hatten Christa Kożik als Szenaristin des Films eingeladen, gemeinsam mit dem Regisseur Herrmann Zschoche. Die jungen Leute folgten dem Film mit Aufmerksamkeit, was ein gutes Filmgespräch erwarten ließ. Als aber ein junger Mann in der ersten Reihe spontan und laut von sich gab: »Ich fand’s eklig!«, kam kein Gespräch mehr zustande. Herrmann Zschoche war erstaunt und enttäuscht – und alle Nachfragen blieben unbeantwortet. Die Aufklärung des ›Ekligen‹ folgte erst im Foyer vermittels einer Lehrerin: Als die beiden jugendlichen Protagonisten nackt im Gras umhertollen und – seinerzeit eben spektakulär – auch nackt baden, sieht man: Sie sind an bestimmten Stellen nicht rasiert!


Im Foyer wurde es dann doch noch ein angeregtes und anregendes Filmgespräch – und wir waren um eine Erfahrung reicher, wie und wodurch Filme auch wirken.

Herrmann Zschoche und Christa Kożik wurden übrigens 2014 für ihren höchst berührenden Film »Hälfte des Lebens« – in den Hauptrollen Ulrich Mühe und Jenny Gröllmann – mit dem »Hölderlin-Ring« geehrt.

Hier gibt’s die nackte Haut, sehr ästhetisch: Filmtrailer
Und hier ist Hölderlins Liebe zu sehen: Filmtrailer

Fotos: FILMERNST; © DEFA-Stiftung/Herbert Kroiss

Aktuelle Programmfilme

Wie heiratet man einen König

1.–3. Jahrgangsstufe

Der Sommer, als (m)ich meine Geschichte fand

4.–6. Jahrgangsstufe

DJ Ahmet

8.–12. Jahrgangsstufe

Delegation

8.–13. Jahrgangsstufe

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Sehend lernen –
Die Schule im Kino

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… bietet

im besonderen Lernort Kino und als Teil des Unterrichts ein regelmäßiges Programm ausgewählter Kinder- und Jugendfilme für alle Jahrgangsstufen – und darüber hinaus die Möglichkeit für Veranstaltungen mit medienpädagogisch und künstlerisch wertvollen Wunschfilmen.

… vernetzt

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sein Angebot in zahlreichen Brandenburger und auch Berliner Kinos und hat sich zum Markenzeichen für schulische Film- und Kinokompetenz entwickelt – in der Region und darüber hinaus.

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