Hauptnavigation

Filmernst | Moritz in der Litfaßsäule

Filme | Moritz in der Litfaßsäule | Inhalt

Unternavigation

Moritz in der Litfaßsäule

DDR 1983

 

Inhalt
Beim neunjährigen Moritz geht’s gar nicht »zackzack«, wie die Erwachsenen es gerne hätten. Im Gegenteil: »Langsam und gründlich«, ist seine Devise, mit der er Eltern, Geschwister und Lehrer fast zum Verzweifeln bringt. Von allen ständig gerügt und gehänselt, reicht es dem kleinen Träumer eines Tages. Moritz rückt von Zuhause aus und verkriecht sich in einer Litfaßsäule mitten auf dem Markt. In seinem »Land der Phantasie« lernt er eine sprechende Katze, ein Mädchen vom Zirkus und einen klugen Straßenkehrer kennen. Die neuen Freunde machen ihm klar, dass alle mehr Verständnis füreinander aufbringen müssen. Wirklich ausreißen, lernt Moritz von ihnen, kann man vor seinen Problemen nicht…

Literaturvorlage
nach dem gleichnamigen Roman von Christa Kožik

Themen Schule, Erziehung, Familie, Rollenbilder, Identität, Außenseiter, Vorurteile, Toleranz, Phantasie, Träume, Animation/Trick

Fächer
Deutsch, Musik, Kunst

Pressestimmen
» …der zwölfte Film von Rolf Losansky und einer seiner besten dazu. Auf dem gut bekannten und vielgelesenen Kinderbuch von Christa Kožik fußend, erzählt der rundum schöne, poetische Film von dem phantasiereichen, neugierigen, von lichten Tagträumen erfüllten neunjährigen Moritz […] Losansky vereint harmonisch eine sehr genau und problembewußt gesehene Wirklichkeit mit einer einfallsreich und vergnüglich geschilderten Traumwelt zu einer Filmrealität, die freundlich auffordert, Kinder in all ihren Eigenheiten ernst zu nehmen.«
Hans-Dieter Tok, Wochenpost, Berlin/DDR

»Alltagsrealität wird da gebrochen durch märchenhaft Phantastisches: eine Mischung, die Regisseur Rolf Losansky und seiner Autorin Christa Kožik … bereits früher gelungen ist. ›Ein Film für alle, die die Welt noch mit drei Augen sehen können‹, heißt es im Vorspann, und so ist dieser Film ein Plädoyer für ›Tagträumer und Traumtänzer‹ […] Ob die ›draußen‹ Gebliebenen aus ihrer Sorge um den Verschollenen die Lehre ziehen, künftig sensibler auf den Ausreißer einzugehen, nachdem sie ihn in den ›Schoß der Familie‹ zurückgeführt haben, bleibt am Ende eine Hoffnung. Jedenfalls vermittelt der Film auf sehr vergnügliche Weise nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen Nachdenkenswertes.»
Heinz Kersten, Frankfurter Rundschau, 7. Mai 1987

»Alle meinen es nur gut - und keine der Erwachsenen-Figuren wird durch übertriebene Karikatur denunziert. Das Erschrecken erwächst vielmehr aus ihrer Normalität. […] Das Gute an vielen unserer Kinderfilme ist, daß Konflikte, die innerhalb einer Familie aufbrechen, zwischen Vater und Sohn etwa, sich nicht aufs Private beschränken. Vielmehr wird mit ihrer Hilfe Umfassenderes eingebracht: Lebenshaltungen prallen aufeinander, deren Träger nicht abhängig sind von Alter, Geschlecht, Beruf. Filme mit Parabelcharakter, mal mehr, mal weniger von einem naturalistischen Abbild entfernt.
Ein Plädoyer fürs Individuelle. […] Daß im Kinderkino solche grundsätzlichen Debatten dank positiver, fragender, unbequemer Kinderfiguren weitaus schärfer ausgetragen werden als im Kino für Erwachsene (dessen Helden momentan entweder lasch oder über Gebühr verklausuliert sind), stimmt nachdenklich. Unser Kinderfilmschaffen jedenfalls ist eine beachtliche ideelle Größe innerhalb der DEFA-Produktion.«
Ralf Schenk, Film und Fernsehen, Berlin/DDR


Zweite Hauptnavigation