FILMERNST

Sehend lernen – Die Schule im Kino

Das Kompetenzzentrum für
Film – Schule – Kino
im Land Brandenburg

FILMERNST-Frühjahrsprogramm

Die Flyer mit dem Frühjahrs-/Sommerprogramm sind aus der Druckerei gekommen und wurden gerade vom LIBRA aus auf den Weg in die Schulen des Landes gebracht. Im Laufe dieser Woche sollten Sie die Druckwerke in der Hand haben. Freuen Sie sich auf vier besondere Filme, wie immer für alle Jahrgangsstufen und mit zahlreichen Anknüpfungspunkten für die Einbeziehung in den Unterricht. Für einen ersten Eindruck hier die Online-Version des Flyers. Die vier Filme stehen auch schon komplett in der Datenbank, mit weiteren Informationen, den Trailern, Begleitmaterial und allen Terminen in den jeweiligen Spielorten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch in einem unserer Partner-Kinos.

Königliches Traumpaar

Vom pazifischen Ozean um Neuseeland kommen wir nun auf kürzestem filmischen Weg ins brandenburgische Havel- und Seenland – und damit zum FILMERNST-Frühsommer-Programm. Der Film für die Kleinsten ist unser Gruß an den Regisseur Rainer Simon. Als junger Mann hatte er 1968 einen fantastisch-fulminanten Film gedreht: »Wie heiratet man einen König«. Fast 60 Jahre nach ihrem Entstehen ist diese Grimmsche Märchenadaption noch immer ein absolut geistreiches Vergnügen. Sie überrascht und überzeugt …


… von Anfang bis Ende mit Bildern und Tönen, Farben und Formen höchster Lebensfreude. Ein Dank also gen Potsdam an Rainer Simon. Ein Dank und Gruß aber auch nach Berlin, wo die DEFA-Stiftung ihren Sitz hat und seit Jahren dafür sorgt, dass das DEFA-Erbe erhalten und bewahrt, gehegt und gepflegt wird. Und dass Filme eben auch digitalisiert werden, damit sie nicht auf analogem Material in Archiven verstauben, sondern in Kinos weiter am Leben bleiben. Wie eben »Wie heiratet man einen König« (wir werden uns bei Rainer Simon erkundigen, warum dem Titel das Satzzeichen fehlt, obwohl es doch ganz eindeutig eine Frage ist).

Und um noch mal auf das havelländische Wasser zurückzukommen: Gedreht wurde u.a. um das Dorf Päwesin herum. Das erste Bild des Films zeigt uns ein windschiefes Häuschen an einem See. Ein malerisch schönes Motiv – und Rainer Simon glaubt sich zu erinnern, dass es ehemalige Kieskuten waren, »wo unsere Szenenbildner das Häuschen hinbauten, nachempfunden dem Weiherhaus von Albrecht Dürer«. Nicht das einzige Bild und die einzige Einstellung wie gemacht für den Kunstunterricht.

Wir empfehlen »Wie heiratet man einen König« für 1. bis 3. Klasse. Aber eigentlich ist er sehenswert für jedes Alter – und für die Älteren, die DEFA-Freunde, gibt es viel (wieder-)zuentdecken, vor allem auch ganz großartige Schauspielerinnen und Schauspieler. Cox Habbema und Eberhard Esche sind ein Traumpaaar!

Hier die Online-Version des Flyers mit dem FILMERNST-Frühjahrsprogramm.

Der MDR widmet sich mit einem opulenten Programm dem Jubiläum »DEFA 80« – unter diesem Link finden Sie alle Filme und alle Sendezeiten: https://www.mdr.de/presse/achtzig-jahre-defa-100.html

Teaserfoto: © DEFA-Stiftung/Hans Rudolf Hattop, Wolfgang Reinke
Gemälde: »Weier Haws«, Aquarell, Albrecht Dürer 1495/96

Ungarisch übersetzt

Wir bleiben am Wasser und baden jetzt im Balaton: Die 13-jährige Nina lässt sich rücklings auf dem See treiben, schaut in den strahlend blauen Himmel mit einer dahinschwebenden weißen Wolke. Das Mädchen träumt aber nicht nur so vor sich hin, sondern versucht, Bilder ihrer Mutter zu erinnern. Die ist vor acht Jahren schon gestorben, und nun drängt es die Tochter, mehr oder überhaupt etwas über die Frau zu erfahren, von der sie so gut wie nichts weiß, von der es absolut keine Fotos zu geben scheint. Um ihr auf die Spur zu kommen, beginnt Nina zu schreiben – und es wird »Der Sommer, als ich (m)eine Geschichte fand« …


Eigentlich trägt der Film den Titel »I Accidentally Wrote A Book – Der Sommer, als ich (m)eine Geschichte fand« – und das wäre der längste Titel gewesen, den wir jemals für einen Film gehabt hätten. Vor allem hätte er auf dem Flyer so viele Zeilen beansprucht, dass für den Inhaltstext kaum noch was übrig geblieben wäre. Also haben wir uns für die Kurzfassung entschieden, die auch schon lang genug ist. Und weil es so schön klingt, würden wir Ihnen gerne auch den Titel im Original zu Gehör bringen. Da das nicht geht, schreiben wir ihn wenigstens hin: »Véletlenül írtam egy könyvet«. So besonders wie der Titel ist auch das Werk: Ein Kinderfilm, der nicht behauptet, sondern zeigt, wie traurig und ernsthaft, wie kreativ und originell die Geschichten des Lebens sind.

Ungarische Filme waren bislang bei FILMERNST viel zu selten, fast nie zu sehen. Was nicht unbedingt daran liegt, dass es keine gäbe. Sie finden nur nicht den Weg zu uns, laufen vielleicht noch auf Festivals, aber nicht in den Kinos und nicht synchronisiert. Von daher sind wir froh um die Initiative des Chemnitzer SCHLiNGEL. Immer mehr der auf dem Festival gezeigten und ausgezeichneten Filme werden über den eigenen Landfilm-Verleih für das normale Kinoprogramm bereitgestellt. Der Vertrieb erfolgt über den im schleswigschen Ascheffel beheimateten barnsteiner filmverleih. Dort sitzen Film-Enthusiasten, mit denen wir seit Jahren bestens zusammenarbeiten, die uns Filme frühzeitig signalisieren und empfehlen, wie eben das – ins Ungarische übersetzte – »Véletlenül írtam egy könyvet«. Das aus dem Niederländischen übersetzte Buch von Annet Huizing, nach dem der Film entstand, trägt übrigens den Titel: »Wie ganz zufällig aus meinem Leben ein Buch wurde«
Eine Geschichte, so viele Titel!

Nun aber: Baden im Balaton! – mit der filmernsten Ergänzung, dass wir vor etlichen Jahren schon mal einen Film im Programm hatten, der am und auf dem Balaton spielt: Robert Thalheims leider arg unterschätzter »Westwind«, mit Friederike Becht, Luise Heyer, Franz Dinda und Volker Bruch. Zwei Mädchen aus der DDR, Zwillinge, die als Kanutinnen künftig Medaillen für ihr Sport-Land holen sollen. Das Sommer-Trainingslager am Plattensee ist eine Auszeichnung für sie, doch ihr Rudergleichschlag kommt schjon bald aus dem Takt. Die Bekanntschaft mit zwei Hamburger Jungs verursacht eine Konfusion der Gefühle und verlangt eine Entscheidung: Zurück in die DDR oder Flucht in den Westen? Ein Schicksalsmoment, im Sommer 1988. Ein spannend erzählter, eindringlich gespielter, emotional bewegender Film, auch für den Geschichts- und Politikunterricht. FILMERNST hat ausführliches Begleitmaterial für diesen Film erstellt.

Fotos: Landfilm Filmverleih, Chemnitz / barnsteiner filmverleih, Ascheffel (»Der Sommer, als ...«) / Zorro Filmverleih, München (»Westwind«)

Pretty in pink

Ganz wenig Wasser nur gibt es im Film »DJ Ahmet«. Lediglich frühmorgens klatscht der Vater seinem Sohn einen Scheffel eiskaltes Nass ins Gesicht, damit der aufstehe und sich an sein Tagwerk mache: Schafe hüten. Weil ihm eins von den 20 Tieren abhanden kam, muss Ahmet so lange draußen schlafen, bis die Herde wieder komplett ist. Das Leben in diesem nordmazedonischen Dorf bewegt sich in archaischen Bahnen. Eine arrangierte Ehe ist, auch heute noch, nichts Ungewöhnliches. Sie entspricht den Traditionen der hier lebenden türkischen Minderheit der Yörük …


… zu der auch die Vorfahren der 15-jährigen Aya gehören. Eigentlich in Deutschland lebend, ist das Mädchen in die Heimat ihrer Familie zurückgekommen, wo bereits ein ihr völlig unbekannter Bräutigam auf sie wartet. Doch die Zeiten haben sich gewandelt, und Aya hat einen Plan, wie die Hochzeit zu verhindern wäre. Mit ein paar mutigen Freundinnen will sie beim jährlichen Dorffest einen Auftritt präsentieren, der gegen alle Braut-Regeln verstößt. Ahmet hilft ihr bei den heimlichen Proben, indem er seinen Traktor DJ-mäßig mit Lautsprechern bestückt, aus denen die Rap-Songs ertönen. Die Musik ist für Ahmet ein Elixier, das ihn an die verstorbene Mutter erinnert und nun von Aya neuen Sinn bekommt. Ausbrechen aus der Herde, wie eines seiner Schafe, das aus der Reihe tanzt, um dann doch wieder zur Familie zu stoßen. Das Ende wird pretty in pink!

»DJ Ahmet« hat, nach seiner Premiere beim berühmten Sundance-Festival in Salt Lake City, eine weltweite Tour absolviert, wurde vielfach ausgezeichnet und von den Medien hochgelobt. Gerade auch für die großartigen Laiendarsteller, die der Regisseur nach ausgiebiger Suche in den noch bestehenden Yörük-Gemeinden fand. Mit welcher Intensität und Subtilität sie ihre Rollen spielen – Haupt- und Nebendarsteller, Kinder, Jugendliche, Erwachsene –, ist nachhaltig überzeugend und jetzt bei FILMERNST zu erleben.

Fotos: Neue Visionen Filmverleih, Berlin

Klassenfahrt nach Krakau

Es vergeht kein Tag, an dem nicht solche Nachrichten zu lesen sind: »Antisemitische Vorfälle haben … auch in NS-Gedenkstätten deutlich zugenommen«. Vielfach, aber eben nicht nur gibt es einen rechtsextremen Hintergrund, knapp die Hälfte der Geschehnisse ist anti-israelisch motiviert. Das nicht einfach nur stillschweigend hinzunehmen und sich noch weiter ausbreiten zu lassen, ist gesellschaftliche Verpflichtung, auch der Schulen. »Zu viele Bildungslücken« jedoch wurden Brandenburger Schülerinnen und Schülern bescheinigt, sie wüssten »zu wenig über jüdisches Leben, Geschichte und Religion«. Im Herbst …


… des vergangenen Jahres haben wir mit einem filmischen Sonderprogramm zu den Themen Holocaust und Antisemitismus etwas dazu beitragen wollen, Wissen zu erweitern und Gespräche zu befördern. Die vier ausgewählten Filme liefen im Rahmen einer Ausstellung im Filmmuseum Potsdam mit dem Titel »How to Catch a Nazi«. Die Resonanz war leider bescheiden, was die weiter oben getroffenen Einschätzungen nur zu bestätigen scheint. Zu wenige Klassen und Gruppen bekundeten Interesse am Angebot, meldeten sich zu den Filmen und den Ausstellungsrundgängen an. Für jene aber, die ins Potsdamer Filmmuseum kamen, bewirkte das im »Lernort Kino« Gesehene und Besprochene durchaus etwas, wirkte nach und regte zum Weiterdenken an.

Genau das möchten wir fortsetzen, bieten einen der Filme im Frühjahrsprogramm nicht nur im Filmmuseum Potsdam, sondern landesweit in allen Partner-Kinos an: »Delegation«, das Werk des israelischen Regisseurs Asaf Saban, hat auf Festivals weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt und Preise gewonnen. Der Film erzählt davon, wie Geschichte ohne Routine und Rituale lebendig bleibt, für jeden, wo auch immer.

»Verhaltet euch unauffällig. Kein lautes Rufen auf Hebräisch!« Mit diesen Regeln werden israelische Jugendliche für den Rundgang durch Krakau instruiert. Es ist eine Klassenfahrt der besonderen Art. Eine Reise, die junge Israelis nach Ende der Schulzeit obligatorisch gen Polen führt, zu den Orten früheren Schreckens, den Mahnmalen des Holocausts. Zu vieles scheint auf der Fahrt in die Vergangenheit allerdings normiert und programmiert. Routine mit Fixpunkten und kalkulierten Emotionen. Was aber macht es mit einem, wenn man in Maidanek vor den Bergen von Schuhen der Häftlinge steht? Was macht es mit einem (um auf den einleitenden Satz dieses Textes zurückzukommen), wenn man in Gedenkstätten antisemitische Grafitti liest? Was diese Tour in den israelischen Jugendlichen auslöst, wie sie sich der Vergangenheit und den Erwartungen der Erinnerungskultur stellen, wird zur Suche nach dem eigenen Platz im Leben.

Natürlich besteht auch weiterhin die Möglichkeit, die anderen Filme des letztjährigen Sonderprogramms als »Wunschfilm«-Veranstaltungen in einem Kino Ihrer Region bei uns anzufragen.

In diesem Zusammenhang möchten wir gern noch auf zwei Bücher hinweisen. Zum einen auf: Ben Salomo: Sechs Millionen, wer bietet mehr? Judenhass an deutschen Schulen
Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, Berlin 2025, 170 Seiten, Klappenbroschur, 18 Euro, ISBN 978-3-633-54342-7
»Lesen sollten das Buch vor ­allem Pädagogen, die sich scheuen, über Antisemitismus zu sprechen, denn Salomo liefert in erster Linie Argumente für die Notwendigkeit einer antisemitismuskritischen ­Bildungsarbeit, keine Anleitungen.« (aus einer Kritik des Buches von Silvia Stieneker, jungleworld.de)

Zum anderen auf: Sarah Cohen-Fantl: Wie alles begann und sich jetzt wiederholt. Meine jüdische Familiengeschichte. 
Bonifatius Verlag, Paderborn, 304 Seiten, gebunden, 25 Euro, 
ISBN 978-3-98790-100-3 
»Eine Auseinandersetzung mit der Frage, was ›Nie wieder‹ bedeutet, wenn Antisemitismus erneut um sich greift, und wie sich jüdisches Leben zwischen Erinnerungspflicht und alltäglicher Bedrohung behauptet. Sarah Cohen-Fantl gelingt damit ein Werk, das gleichermaßen Zeugnis und Selbstbehauptung ist. Ein Buch, das unbequem bleibt, weil es bewegt. Und das zum Handeln auffordert«, schrieb Jasmin Arémi in »mena-watch«, einem unabhängigen Nahost-Thinktank mit Sitz in Wien. Einen Auszug aus dem Buch in der »Jüdischen Allgemeinen« lesen Sie hier. 

Stehende Ovationen

Bildungslücken wie die eben beschriebenen schnell und dauerhaft zu schließen: Niemand dürfte wohl daran ein größeres Interesse haben als der Bildungsminister. Wir werden ihn bei passender Gelegenheit zu einer FILMERNST-Veranstaltung einladen und hoffen natürlich sehr auf eine Begegnung im »Lernort Kino«. Damit FILMERNST zu keiner Zeit im Regen steht, dafür haben wir uns seit seiner »Geburt« um einen Schirmherren bemüht – in Gestalt des Bildungsministers resp. der Bildungsministerin. Wie Sie alle wissen, …


… stand mal wieder ein Wechsel an, so dass wir in unserer ansehnlichen Schirmherren-Galerie inzwischen bei Porträt Nummer 7 angelangt sind. Wir freuen uns sehr, dass Gordon Hoffmann schnell und entschlossen den Schirm in die Hand genommen hat. Auf den an die Schulen gesandten Flyern fehlt sein Name, da war die Bestätigung noch nicht amtlich, aber auf der Online-Version des Flyers ist alles komplett.

Gordon Hoffmanns Vorgänger im Amt, Steffen Freiberg, sei auf dem SPD-Landesparteitag mit stehenden Ovationen verabschiedet worden, wie wir lasen. Ein bergmännisches »Glück auf!« soll er der neuen Koalition zugerufen haben. Wir danken ihm und zitieren aus Tucholskys Gedicht »Danach« die Zeile: »Und darum wird beim happy end im Film jewöhnlich abjeblendt«.

Probleme, Probleme

»Wie füllen wir denn diese Zeit? Wir denken über – gestatten Sie den Ausdruck? – über allen Teufelskram nach. Und das Resultat? Probleme! Dinge, die für den nichtdenkenden Menschen vollkommen selbstverständlich wären, wuchten sich auf, ballen sich zu unlösbaren Problemen. Wir haben Erziehungsprobleme, volkswirtschaftliche Probleme, Eheprobleme, wissenschaftliche Probleme, Sexualprobleme. Auf jeden Quadratmeter unserer Erde ein Problem!« Nun, hätten Sie gedacht, dass diese »Problematik« aus dem Abituraufsatz eines 19jährigen stammt? Von einem, der später mehrfach …


… für den Literatur-Nobelpreis im Gespräch war? Der selbst zum Abiturthema werden sollte mit seinen Werken, nun aber leider immer seltener unterrichts- und prüfungsrelevant ist.

Nun, der junge Max Frisch wählte 1930 im Deutsch-Abitur die »freie Erörterung« zum Thema »Licht- und Schattenseiten der modernen Technik«. Dass sein Ego auch in jungen Jahren Anspruch bewies, zeigte seine Ansage: »Ich erstrebe hier keine Vollständigkeit. Aus Mangel an Zeit und Lust.«

Wenn Sie wissen möchten, wie die Prüfer das Problembewusstsein des jungen Mannes benoteten, können Sie das in diesem Buch erfahren:
Bitte nicht ins Buch kritzeln! Von Lehrmitteln und Lernwegen
Herausgegeben von Dirk Vaihinger, mit Illustrationen von Sarah Weishaupt. Lehrmittelverlag Zürich 2026 / I
SBN 978-3-03713-972-1 / 108 Seiten / 16 Euro

https://nichtkritzeln.ch/

Sollten noch Examen anstehen, dann wünschen wir allen Prüflingen viel Erfolg – und verzichten Sie auf Sätze wie: »Ich erstrebe hier keine Vollständigkeit. Aus Mangel an Zeit und Lust.«

Knospen und KI

Auch diesen Rundbrief wollen wir gern wieder poetisch beenden. Aber nicht mit einem langen Frühlingsgedicht, sondern mit einem Haiku, passend zur Kirschblüte. Drei Zeilen, 17 Silben. Knappste Form, höchstes Gefühl. Aus Mangel an Zeit und Lust, wie der junge Max Frisch, bemühen wir die KI – und müssen doch korrigierend eingreifen: Die zweite Zeile wurde uns mit fünf statt sieben Silben angeboten. Also machten wir einen eigenen Vorschlag …


Im Frühlingsregen
Max Frisch wartet ohne Schirm
Knospen fragen nach.

Chat GPT wusste das wohlwollend so einzuschätzen:

Das funktioniert deutlich stärker als Haiku jetzt hast du auch eine klare 5–7–5-Struktur – und inhaltlich gewinnt es ebenfalls: Der Frühlingsregen setzt die Jahreszeit und Stimmung. »ohne Schirm« ist ein konkretes, alltägliches Bild sehr haiku-typisch. Die letzte Zeile öffnet dann einen Resonanzraum: Die Knospen wirken beinahe neugierig oder ungeduldig gegenüber dem Wartenden. Außerdem entsteht etwas subtil Ironisches: Der reale Schriftsteller Max Frisch steht plötzlich wie eine Figur im Regen beobachtet von der Natur selbst. Die Zäsur zwischen Zeile zwei und drei funktioniert gut. Das Gedicht hat Ruhe, Bildlichkeit und eine kleine Verschiebung ins Surreale alles Dinge, die ein gutes, modernes deutschsprachiges Haiku tragen können.

Damit wünschen wir Ihnen einen schönen Frühling. Nehmen Sie auf Ihre Spaziergänge einen Schirm mit, damit Sie nicht, wie der reale Schriftsteller Max Frisch, plötzlich im Regen stehen. Lassen Sie sich von Knospen befragen. Seien Sie neugierig auf deren Antworten.

Teaserbild: David Brooke Martin auf unsplash

Mut für Filme und Kinos

Wir wollten Ihnen, uns und dem neuen Jahr noch etwas Luft lassen, ehe im wahrsten Sinne des Wortes der FILMERNST des Lebens wieder beginnt. Nun aber ist es höchste Zeit, die Auszeit zu beenden, denn bald schon gibt es die nächste Ferienwoche, vor allem aber einiges zu berichten: sowohl im 2025er Nachtrag als auch im 2026er Ausblick – und da möchten wir den Blick gleich auf die nächsten SchulKinoWochen richten, die zum nunmehr 20. Male stattfinden werden: vom 12. bis 27. März. Mit so vielen Spielorten …


… wie noch nie, runden 33! Neu oder seit langem erstmals wieder dabei: das »Union« in Luckenwalde und der »Hofgarten« in Bad Belzig. In diesem schönen Kino wird am 12. März auch die Eröffnungsveranstaltung über die Bühne gehen – und es bedurfte keines großen Mutes, sich für den jüngsten Film unseres FILMERNST-Paten Bernd Sahling als passenden Auftakt zu entscheiden: »Ab morgen bin ich mutig«.

Die Kritik im Münchner Branchenblatt »THE SPOT media & film« ist nur eine von etlichen begeisterten Stimmen: » …ein überaus unterhaltsamer pädagogischer Film über die Liebe, andererseits der seltene Fall eines Liebesfilms für Kinder, in dem der jugendliche Held schließlich das erste Verliebtsein fast beiläufig in all seinen Facetten und dabei sich selbst kennenlernt, genauso, wie es tröstlicherweise jeder Erwachsene vor ihm irgendwann schon einmal durchlebt hat.«

Fotos: Real Fiction Filmverleih, Köln

»Ab morgen bin ich mutig« gehört zu den insgesamt 31 Filmen der diesjährigen SchulKinoWochen – und dass viele Lehrkräfte offenbar schon auf das Angebot des Jubiläumsjahrgangs gewartet haben, zeigt die erste Resonanz nach Aussendung des Programmhefts: Anmeldungen kamen bereits aus mehr als 100 Schulen, für rund 5.200 Kinder und Jugendliche aller Jahrgangsstufen. 

Der filmische Spitzenreiter bis dato wird wohl auch am Ende die Nase vorn haben: Tobias Krell alias Checker Tobi mit seiner dritten Weltexkursion: »Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde« . Dicht gefolgt von Bernd Sahlings »Ab morgen bin ich mutig« – und einem Film, der erst am Eröffnungstag der diesjährigen SchulKinoWochen, nämlich genau am 12. März, in die deutschen Kinos kommen wird. Dank der jahrelangen freundschaftlich-filmernsten Verbundenheit zum Berliner farbfilm-Verleih dürfen wir »Das geheime Stockwerk«, eine Zeitreise in die deutsche Geschichte,  ohne die sonst übliche Karenzzeit zeigen.

Poetisch, magisch, zauberhaft: Ein Film, der Sterne und Herzen schweben lässt, ist »Lauras Stern«, den wir früher schon mal mit Erfolg im Programm hatten. Poetisch, magisch, zauberhaft, ließe sich aber auch über einen Animationsfilm sagen, der ganz neu, am 12. Februar, seinen Kinostart erlebt und wenig später bei uns zu sehen sein wird: »Hola Frida«. Und weil uns das kleine Mädchen, aus der eine große Malerin werden wird, viel zu erzählen hat,  geben wir ihr gleich selbst das Wort: »Für mich ist nichts unmöglich (…) Ich umarme das Leben und gestalte es neu.«

Fotos: eksystent Filmverleih, München / Tobo Studio; Du Coup Animation & Production

Auf ein Neues also, mit den SchulKinoWochen 2026. 
Wir freuen uns über viele Anmeldungen!

Alle Filme finden Sie auf unserer Webseite, hier können Sie sich auch direkt online anmelden.

pdf: Programm SchulKinoWochen Brandenburg 2026

Aktuelle Programmfilme

Wie heiratet man einen König

1.–3. Jahrgangsstufe

Der Sommer, als (m)ich meine Geschichte fand

4.–6. Jahrgangsstufe

DJ Ahmet

8.–12. Jahrgangsstufe

Delegation

8.–13. Jahrgangsstufe

SchulKinoWochen im Land Brandenburg

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Die Schule im Kino

FILMERNST

… bietet

im besonderen Lernort Kino und als Teil des Unterrichts ein regelmäßiges Programm ausgewählter Kinder- und Jugendfilme für alle Jahrgangsstufen – und darüber hinaus die Möglichkeit für Veranstaltungen mit medienpädagogisch und künstlerisch wertvollen Wunschfilmen.

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engagierte Lehrer, Kinobetreiber, Filmverleiher und Filmemacher und ist als Kompetenzzentrum Ansprechpartner für schulfilmische Projekte aller Art.

… präsentiert

sein Angebot in zahlreichen Brandenburger und auch Berliner Kinos und hat sich zum Markenzeichen für schulische Film- und Kinokompetenz entwickelt – in der Region und darüber hinaus.

… fördert

mit anspruchsvollen Unterrichtsmaterialien, mit moderierten Veranstaltungen, Gesprächen und Diskussionen nachhaltig die Entwicklung von Film- und Medienkompetenz, von kultureller und Allgemeinbildung.