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Sehend lernen – Die Schule im Kino

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Kino: Wiederholung im Wochentakt

»›Was heißt Rückkehr zu einem normalen Leben?‹ – ›Neue Filme im Kino‹, antwortete Tarrou lächelnd.« So ist es in einem Buch zu lesen, das der Rowohlt Verlag gerade in 90. Auflage gedruckt hat. Albert Camus »Die Pest« gilt als Roman der Stunde. Warum nur? Drängt es uns, Seuchen miteinander zu vergleichen, Ausnahmezustände, Leidensgeschichten? Die Fiktion der Vergangenheit mit der Realität von heute? Parallelen gibt es freilich …


Die Bürger Orans werden völlig unvermittelt und unvorbereitet von der sich schnell ausbreitenden Infektion heimgesucht. Es fehlt an einem Impfstoff, Quarantäne wird angeordnet, Ausgangssperren schränken die Freiheit ein. Mit zunehmender Bedrohung entwickeln sich Ängste, Misstrauen, Verzweiflung. Was jedoch anders ist: In Oran bleiben Cafés geöffnet, Kinos und Theater spielen weiter. Den Lichtspielen allerdings mangelt es an neuen Filmen, deshalb wiederholt sich das Programm im Wochentakt. Und die Oper gibt einzig »Orpheus und Eurydike«, bis auch der Protagonist der Seuche zum Opfer fällt und an der Rampe zusammenbricht.

»Es kann übrigens gesagt werden, dass die eigentliche Herrschaft der Pest in dem Augenblick zu Ende war, da für die Bevölkerung ein Fünklein Hoffnung wieder möglich wurde.« Das Leben, der Alltag kehren zur Normalität zurück, mit endlich neuen Filmen in alten Kinos.

Soweit der Exkurs auf einen literarischen Klassiker, der natürlich nicht nur in Corona-Zeiten lesenswert ist. Verfilmt werden literarische Klassiker natürlich auch (fast immer), obwohl es in diesem Falle recht lange gedauert hat: 1992 verlegte der argentinische Regisseur Luis Puenzo die Handlung in seine Heimatstadt Buenos Aires, William Hurt wurde für die Rolle des Dr. Rieux besetzt, die weibliche Hauptrolle spielte Sandrine Bonnaire. Der Film bekam miserable Kritiken und lief hierzulande nie im Kino, selbst eine DVD ist nicht zu bekommen …



Deshalb noch eine andere filmische Referenz: Weit bessere Kritiken bekam der Film »Das Labyrinth der Wörter« (2010) von Jean Becker: Hier spielt der mächtige Gérard Depardieu einen ziemlich ›bildungsfernen‹ Gelegenheitsarbeiter, der auf einer Parkbank eine über 90-jährige Dame mit feinen Umgangsformen kennenlernt. Die liest ihm eine Passage aus Camus »Die Pest« vor – und ist überrascht, welche Saiten die Literatur bei dem groben Klotz zum Klingen bringt.

Foto: Concorde Filmverleih, München; Teaser: Le Livre de Poche/Hachette Livre, Paris

Aktuelle Programmfilme

Lauras Stern

1.–3. Jahrgangsstufe

Hola Frida

1.–4. Jahrgangsstufe

Die Schatzsuche im Blaumeisental

2.–5. Jahrgangsstufe

Zirkuskind

2.–5. Jahrgangsstufe

Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde

3.–6. Jahrgangsstufe

Der letzte Walsänger

3.–6. Jahrgangsstufe

Wow! Nachricht aus dem All

3.–6. Jahrgangsstufe

Coco Farm

4.–6. Jahrgangsstufe

Ab morgen bin ich mutig

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Der Prank – April, April!

4.–7. Jahrgangsstufe

Romys Salon

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Flow

4.–13. Jahrgangsstufe

Das geheime Stockwerk

5.–7. Jahrgangsstufe

Lioness – Die Löwin

5.–7. Jahrgangsstufe

Momo

5.–7. Jahrgangsstufe

Amelie rennt

6.–10. Jahrgangsstufe

Wenn du Angst hast, nimmst du dein Herz in den Mund und lächelst

7.–9. Jahrgangsstufe

Reinas – Die Königinnen

7.–13. Jahrgangsstufe

Über uns von uns

8.–10. Jahrgangsstufe

Die Möllner Briefe

8.–13. Jahrgangsstufe

Im Prinzip Familie

8.–13. Jahrgangsstufe

Nulpen

8.–13. Jahrgangsstufe

Paternal Leave – Drei Tage Meer

8.–13. Jahrgangsstufe

22 Bahnen

9.–13. Jahrgangsstufe

Amrum

9.–13. Jahrgangsstufe

Ein Tag ohne Frauen

9.–13. Jahrgangsstufe

Könige des Sommers

9.–13. Jahrgangsstufe

Marie Curie

9.–13. Jahrgangsstufe

September 5

9.–13. Jahrgangsstufe

Riefenstahl

10.–13. Jahrgangsstufe

Die verlorene Ehre der Katharina Blum

11.–13. Jahrgangsstufe

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