Ganz frisch in die Kinos, am 8. Oktober, kommt auch »Mira« (empf. für 5.-7. Klasse). Die dänische Produktion ist erneut ein Beispiel für den seit Jahrzehnten hervorragenden skandinavischen Kinder- und Jugendfilm. Beim renommierten Giffoni Film Festival in Italien wurde »Mira« Ende Juli als »Bester europäischer Spielfilm für Kinder« geehrt. Schulvorführungen im Rahmen des Filmfestivals im schwedischen Malmö bewiesen, wie sehr der Film sein Publikum zu fesseln vermag. Es geht um Freundschaften und erste Liebe …
… um Ehrlichkeit und Vertrauen, um Verlockungen und Enttäuschungen im Umgang mit sozialen Medien. Der Film zeigt, wie es ist, fast ein Teenager zu sein: mit allen Höhen und Tiefen der Gefühle, warmherzig, einfühlsam, witzig und film-ernst zugleich.
Nicht zuletzt: »Mira« ist nicht, wie vielleicht zu vermuten wäre, ein reiner »Mädchenfilm«. Bei der Sichtung und der Auswahl von Filmen achten wir immer auch darauf, einseitige oder eindimensionale Zuschreibungen zu vermeiden. »Warum weiß ich nichts über Liebe und Jungs?« Mira geht eine ganze Reihe von »Kandidaten« durch, wer denn geeignet sein könnte, ihn den anderen Mädchen als Freund zu präsentieren. Den guten Freund an ihrer Seite scheint sie zu übersehen, obwohl er doch so vieles mit ihr gemeinsam hat.
Der Film braucht genau diese Figur, diesen Charakter als Protagonisten neben Mira. Jungen werden sich als beim Zuschauen in dessen Rolle versetzen und überlegen können, was sie in solchen Situationen wohl tun oder lassen würden. »Ich will nicht mehr dein Freund sein, damit wir wieder Freunde sein können.« Klingt merkwürdig, aber wer den Film gesehen hat, weiß genau, was Louis meint.
Fotos: Der Filmverleih, Stuttgart