FILMERNST

Sehend lernen – Die Schule im Kino

Das Kompetenzzentrum für
Film – Schule – Kino
im Land Brandenburg

Schutzwochen

Das hört sich zumindest etwas gefälliger an als »Bundesnotbremse«, die dem letzten Rundbrief den Titel gab und die ja leider auch das FILMERNST-Vorsommer-Angebot komplett aushebelte. »Schutzwochen« – das Wort lässt den Ernst der epidemiologischen Lage anklingen, in der wir uns nach wie vor befinden, ist aber …

… nicht ganz so rigoros und von daher schon ein wenig hoffnungsvoller. Wir bewahren uns jeden Funken Optimismus und wagen den nächsten Versuch: Nun, beim dritten Anlauf, sollte doch endlich gelingen, was wir so lange und so sehr vermisst haben. Auch die Kinos dürfen ja nach scheinbar endloser Zwangspause wieder zeigen, was sie für alle als Kulturort und speziell für uns auch als Lernort so wichtig und unverzichtbar macht. Immer wieder erreichten uns von Ihnen, aus den Schulen des Landes, filmernst-freundliche Signale, die uns über diese lange Durstrecke Mut machten und uns die Gewissheit gaben: Wir werden gebraucht. Film und Kino sind eine Bereicherung des Unterrichts. Mit diesem Rückenwind, mit dieser Zuversicht, gehen wir ins neue Schuljahr und bieten den Filmen eine dritte Chance: Sie sind es absolut wert, auf der Leinwand gesehen zu werden und im Kino ihr Publikum zu finden.

»Außerschulische Lernorte verstärkt nutzen«, so heißt es in der Pressemeldung des Bildungsministeriums vom 5. August. Und selbst wenn die Kinos nicht explizit unter den Ergänzungsangeboten aufgeführt sind, die eine unterrichtliche Nähe haben (Bibliotheken, Museen, Theater, Musik- und Naturschulen, Sport- und Kulturvereine), rechnen wir uns sehr wohl zu den relevanten Anbietern (filmischer) Kinder- und Jugendarbeit und wissen uns der Unterstützung sicher. In jedem Fall gilt für FILMERNST wie für viele andere: Wir verfügen über das Format und »die Formate, die sich auf das schulische Lernen in bestimmten Jahrgangsstufen beziehen und daher einen direkten Bezug zum Rahmenlehrplan aufweisen«.
In diesem Sinne: Film ab!

Lernt schwimmen!

Im neuen Schuljahr werden, in Kooperation mit Sportorganisationen, für Schüler:innen mit motorischen Defiziten oder psychosozialen Auffälligkeiten im Grundschulalter zusätzliche Bewegungsangebote geschaffen. Für all jene, die nicht schwimmen können, wird es Intensiv-Schwimmkurse geben. »Lernt schwimmen!«, so ist auch das letzte Kapitel von Erich Kästners satirischer Erzählung »Fabian« überschrieben. In der »Geschichte eines Moralisten« springt …


…. der Held am Ende von einer Brücke in den Fluss, um ein Kind vor dem Ertrinken zu retten. »Der kleine Junge schwamm heulend ans Ufer«, heißt es bei Kästner. »Fabian ertrank. Er konnte leider nicht schwimmen.«

Seit Anfang August ist die filmische »Fabian«-Adaption des Regisseurs Dominik Graf nun in den Kinos zu sehen– und wer die Gelegenheit hat, sollte sie unbedingt wahrnehmen. Es ist ein ganz großartiger Film, jetzt auch mit dem adäquaten, dem eigentlichen und ursprünglichen Untertitel: »Der Gang vor die Hunde«. Es ist ein faszinierender Rückblick auf das Ende der Weimarer Republik, aber kein Babylon Berlin. Es gibt Ähnlichkeiten und Parallelen zur Gegenwart, aber nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern für all jene, die sehen und Zwischentöne hören können und wollen. Ein Meisterwerk in schwarzweiß und Farbe, im klassischen Format, aber ein Film, der aus dem Rahmen fällt.
Kästner, so steht zu vermuten, hätte seinen Gefallen gefunden und sich bestätigt gefühlt – vielleicht gar als »Schulmeister«, der er im besten Sinne des Wortes als Satiriker auch sein mochte.

»Satiriker können nicht schweigen, weil sie Schulmeister sind. Und Schulmeister müssen schulmeistern. Ja, und im verstecktesten Winkel ihres Herzens blüht schüchtern und trotz allem Unfug der Welt die törichte, unsinnige Hoffnung, daß die Menschen vielleicht doch ein wenig, ein ganz klein wenig besser werden könnten, wenn man sie oft genug beschimpft, bittet, beleidigt und auslacht. Satiriker sind Idealisten.«
(Erich Kästner. Eine kleine Sonntagspredigt. Vom Sinn und Wesen der Satire
)

Wenn es ein »Leider« gibt zu Dominik Grafs »Fabian«, dann ist es nur in einer Beziehung von Belang: Der Film ist runde drei Stunden lang und damit – leider – für schulfilmische Veranstaltungen eine Herausforderung. Wer sie aber mit seinen Schüler:innen annehmen möchte, der verschafft ihnen ein Bildungserlebnis allererster Güte. Wir vermitteln das gern.

»Lernt schwimmen!«, diese dringende Aufforderung ist in Dominik Grafs Film an Berliner Litfaßsäulen und auf Plakaten zu lesen. Beiläufig, aber unübersehbar, wie so vieles in diesem Film. Gedreht wurde er übrigens zu großen Teilen in Görlitz an der Neiße.

Teaserphoto by Daoud Abismail on Unsplash
Film Social Media Posts »Fabian«: DCM Film Distribution GmbH
Buchcover: FILMERNST

Aktuelle Programmfilme

Moritz in der Litfaßsäule

1.–2. Jahrgangsstufe

Lene und die Geister des Waldes – Der WaldKinderFilm

1.–5. Jahrgangsstufe

Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess

4.–7. Jahrgangsstufe

Romys Salon

4.–8. Jahrgangsstufe

Isabel auf der Treppe

5.–7. Jahrgangsstufe

Ikarus

5.–8. Jahrgangsstufe

Biologie!

8.–10. Jahrgangsstufe

Kokon

8.–13. Jahrgangsstufe

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SchulKinoWochen im Land Brandenburg

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Sehend lernen –
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FILMERNST

… bietet

im besonderen Lernort Kino und als Teil des Unterrichts ein regelmäßiges Programm ausgewählter Kinder- und Jugendfilme für alle Jahrgangsstufen – und darüber hinaus die Möglichkeit für Veranstaltungen mit medienpädagogisch und künstlerisch wertvollen Wunschfilmen.

… vernetzt

engagierte Lehrer, Kinobetreiber, Filmverleiher und Filmemacher und ist als Kompetenzzentrum Ansprechpartner für schulfilmische Projekte aller Art.

… präsentiert

sein Angebot in zahlreichen Brandenburger und auch Berliner Kinos und hat sich zum Markenzeichen für schulische Film- und Kinokompetenz entwickelt – in der Region und darüber hinaus.

… fördert

mit anspruchsvollen Unterrichtsmaterialien, mit moderierten Veranstaltungen, Gesprächen und Diskussionen nachhaltig die Entwicklung von Film- und Medienkompetenz, von kultureller und Allgemeinbildung.