FILMERNST

Sehend lernen – Die Schule im Kino

Das Kompetenzzentrum für
Film – Schule – Kino
im Land Brandenburg

Klassenfahrt mit Höhenangst

Für die meisten ein Grund zur (Vor-)Freude aufs große Abenteuer, für manche jedoch eine Gleichung mit zu vielen Unbekannten. Erst recht, wenn sie zur Gattung der »Pechvögel« gehören, wie Alfons Zitterbacke. Der steckt inzwischen voll in der Pubertät – und an Fettnäpfchen, in die er tritt, mangelt es nach wie vor nicht. Im Kino zu erleben ab 7. Juli, wir haben Freikarten und noch ein paar andere schöne Dinge …

…zu verlosen. Das gibt es zu gewinnen, wenn Sie sich (mit Ihren Schüler:innen) beteiligen und die richtige Antwort auf unsere Frage wissen: sechs Bücher zum neuen Zitterbacke-Abenteuer, einen Zitterbacke-Beutel sowie 3 x 2 Eintrittskarten für Vorführungen der großen Zitterbacke-Premieren-Kino-Tour in diesen Orten des Landes Brandenburg:

Neuruppin, Union/CineMotion: Samstag, 02.07.2022, 13.00 Uhr
Oranienburg, Filmpalast/CineMotion: Samstag, 02.07.2022, 15.30 Uhr
Potsdam-Babelsberg, Thalia Programmkino: Sonntag, 03.07.2022, 16.30 Uhr
Brandenburg/Havel, Concerthaus/CineMotion: Montag, 04.07.2022, 14.00 Uhr
Cottbus: Weltspiegel: Sonntag, 10.07.2022, 13.00 Uhr
Lübben, Spreewald Lichtspiele: Sonntag, 10.07.2022, 15.00 Uhr
Wildau, CineStar: Sonntag, 10.07.2022, 17.00 Uhr


Und hier die Frage: Alfons auf Klassenfahrt, das stellt ihn auch im neuen Film wieder vor hohe Hürden. Vor allem, da er neuerdings unter Höhenangst leidet. Im Film von 1966 und auch in »Das Chaos ist zurück« von 2019, da wollte er noch hoch hinaus. Welchen großen Traum und Berufswunsch hatte Alfons in diesen beiden Filmen?


Die Antwort(en) per Mail an kontaktfilmernst,de – und mit etwas Glück geht’s auf Klassenfahrt mit einem Pechvogel.

Die Namen der Freikarten-Gewinner sind am jeweiligen Tag an der Kinokasse hinterlegt.

Wir danken dem X Verleih Berlin und dem Verlag Edel Books München, die uns die Preise zur Verfügung stellten.


Ab September dann auch im FILMERNST-Herbstprogramm: »Alfons Zitterbacke« – Endlich Klassenfahrt!«


Ein Stern leuchtet:
für Anna

Für FILMERNST hatte sie ein Faible, deshalb blieb sie uns über die Jahre eng verbunden. Sie wurde uns eine gute, verlässliche Freundin. 2014, zum zehnjährigen FILMERNST-Jubiläum, verbrachten wir einen ganzen Tag mit ihr im Kino. Sie wollte von früh an dabei sein und sehen, wie wir proben. Sie saß oben auf der Empore und redigierte ein Drehbuch. Wir hatten viel Spaß, machten ein Teamfoto im Foyer des CAPITOL, und am Abend holten wir sie auf die Bühne, um sie – mit zehn weiteren Prominenten – als FILMERNST-Patin vorzustellen. Am 18. April 2021 ist Anna Justice gestorben. Die Nachricht …



… hat uns geschockt und erschüttert, unsere Trauer ist groß. Wir mussten nicht lange nach den Bildern – auch denen im Kopf – suchen, um uns an die Begegnungen mit Anna zu erinnern. Zusammengebracht hatte uns Holly-Jane Rahlens, nachdem Anna deren wunderbaren Jugendroman »Prinz William, Maximilian Minsky und ich« inszeniert hatte. »Max Minsky und ich« wurde einer unserer erfolgreichsten, besucherstärksten Filme; Holly und Anna waren bei einigen Veranstaltungen unsere Gäste.

Anna hat sich aber nicht nur für ihre eigenen Filme in filmernster Sache interessiert und stark gemacht. Es ist noch nicht so lange her, dass sie uns in einer Mail schrieb, wie sie an der Schule ihrer Töchter auf »Das schweigende Klassenzimmer« im FILMERNST-Programm hingewiesen hatte: »Ich habe jedenfalls ordentlich geworben, weil ich den Film für sehr gelungen halte. Für Schulkino sowieso – und für die nächsten 50 Jahre mindestens!«

Sie antwortete immer sofort, wenn wir sie für eine Veranstaltung anfragten: kurz, aber eindeutig: »Selbstverständlich bleibt es bei meiner Zusage. Weiß noch nicht, wie ich hinkomme. Muss ich mich mal drum kümmern ... :) Lieben Gruß, Anna.« Sie war natürlich pünktlich in Schwedt.

In Eberswalde wollten wir im Rahmen einer Kulturwoche auch drei ihrer Filme zeigen – und sie hatte zugesagt für ein abendliches Publikumsgespräch zu »Die verlorene Zeit«. Der Film war kein großer Kinoerfolg, leider. Anna hatte viel Kraft und Energie, Leidenschaft und Herzblut in dieses Holocaust-Drama investiert. Eine bewegende Liebesgeschichte zwischen einer Jüdin und einem Polen, die 1944 in einem KZ beginnt und keine Chance auf Erfüllung hat. 32 Jahre später sieht eine Frau in New York in einer TV-Sendung den Geliebten von damals. Sie macht sich auf den Weg nach Polen. Großartige Schauspieler, die sie inszenierte: Alice Dwyer, Dagmar Manzel, Florian Lukas – und Susanne Lothar in einer ihrer letzten Rollen. Es ist absolut keine verlorene Zeit, diesen aufwühlenden, außergewöhnlichen Film immer wieder zu zeigen und zu sehen.
Wir werden es tun.

Anna hat sich aber auch in anderen Genres ausprobiert – und nicht zuletzt diese Begeisterung für etwas Neues machte sie so besonders. In einem Weihnachtsgruß schrieb sie: »Zu Weihnachten kommt eine neue Pinocchio-Verfilmung ins Fernsehen. Das war mal ein Ritt, sage ich dir. Aber Animation macht viel mehr Spaß, als ich anfangs dachte. Ein Gefriemel ist es trotzdem. Pixar-Qualität können wir nicht bieten, was mit deutschen TV-Budgets ja sowieso undenkbar ist. Nichtsdestotrotz haben wir eine echt hohe Qualität erreicht, in der die kleinen flaws sich verspielen. Ans Genre Märchen muss man sich ein bisschen gewöhnen, finde ich. Aber dann macht es Spaß, weil es so viel kreativen Spielraum lässt. Realismus ist völlig aus den Angeln gehoben. Klar, wenn einer im Wal leben kann, dann kann insgesamt gesehen auch noch so einiges andere passieren. Nur stimmig in sich muss es bleiben. Eine Welt mit eigenen Regeln. Filmisch toll ;) Dir eine schöne Weihnachtszeit und hoffentlich auf bald wieder!
Liebe Grüße, Anna.«

In »Max Minsky und ich« liegt die Heldin Nelly Sue Edelmeister verträumt auf ihrem Bett. Die Wände des Zimmers sind voller Poster mit Planeten und Galaxien. Zudem fantasiert sich die künftige Astronomin einen unendlichen Sternenhimmel auf ihre Zimmerdecke – und sie kann diese Sterne nach ihrem Wunsch und Willen formieren. In Zeit und Ewigkeit.
Das wollen wir hier auch tun – und sehen dort oben einen besonders schönen, ganz besonders hellen Stern. Danke, Anna, für dieses Licht.

Fotos: Pressefoto Anna Justice/privat; FILMERNST/Andreas Winter

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