FILMERNST

Sehend lernen – Die Schule im Kino

Das Kompetenzzentrum für
Film – Schule – Kino
im Land Brandenburg

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Lernt schwimmen!

Im neuen Schuljahr werden, in Kooperation mit Sportorganisationen, für Schüler:innen mit motorischen Defiziten oder psychosozialen Auffälligkeiten im Grundschulalter zusätzliche Bewegungsangebote geschaffen. Für all jene, die nicht schwimmen können, wird es Intensiv-Schwimmkurse geben. »Lernt schwimmen!«, so ist auch das letzte Kapitel von Erich Kästners satirischer Erzählung »Fabian« überschrieben. In der »Geschichte eines Moralisten« springt …


…. der Held am Ende von einer Brücke in den Fluss, um ein Kind vor dem Ertrinken zu retten. »Der kleine Junge schwamm heulend ans Ufer«, heißt es bei Kästner. »Fabian ertrank. Er konnte leider nicht schwimmen.«



Seit Anfang August ist die filmische »Fabian«-Adaption des Regisseurs Dominik Graf nun in den Kinos zu sehen– und wer die Gelegenheit hat, sollte sie unbedingt wahrnehmen. Es ist ein ganz großartiger Film, jetzt auch mit dem adäquaten, dem eigentlichen und ursprünglichen Untertitel: »Der Gang vor die Hunde«. Es ist ein faszinierender Rückblick auf das Ende der Weimarer Republik, aber kein Babylon Berlin. Es gibt Ähnlichkeiten und Parallelen zur Gegenwart, aber nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern für all jene, die sehen und Zwischentöne hören können und wollen. Ein Meisterwerk in schwarzweiß und Farbe, im klassischen Format, aber ein Film, der aus dem Rahmen fällt.
Kästner, so steht zu vermuten, hätte seinen Gefallen gefunden und sich bestätigt gefühlt – vielleicht gar als »Schulmeister«, der er im besten Sinne des Wortes als Satiriker auch sein mochte.


»Satiriker können nicht schweigen, weil sie Schulmeister sind. Und Schulmeister müssen schulmeistern. Ja, und im verstecktesten Winkel ihres Herzens blüht schüchtern und trotz allem Unfug der Welt die törichte, unsinnige Hoffnung, daß die Menschen vielleicht doch ein wenig, ein ganz klein wenig besser werden könnten, wenn man sie oft genug beschimpft, bittet, beleidigt und auslacht. Satiriker sind Idealisten.«
(Erich Kästner. Eine kleine Sonntagspredigt. Vom Sinn und Wesen der Satire
)


Wenn es ein »Leider« gibt zu Dominik Grafs »Fabian«, dann ist es nur in einer Beziehung von Belang: Der Film ist runde drei Stunden lang und damit – leider – für schulfilmische Veranstaltungen eine Herausforderung. Wer sie aber mit seinen Schüler:innen annehmen möchte, der verschafft ihnen ein Bildungserlebnis allererster Güte. Wir vermitteln das gern.


»Lernt schwimmen!«, diese dringende Aufforderung ist in Dominik Grafs Film an Berliner Litfaßsäulen und auf Plakaten zu lesen. Beiläufig, aber unübersehbar, wie so vieles in diesem Film. Gedreht wurde er übrigens zu großen Teilen in Görlitz an der Neiße.


Teaserphoto by Daoud Abismail on Unsplash
Film Social Media Posts »Fabian«: DCM Film Distribution GmbH
Buchcover: FILMERNST

It's Greta

Über dieses Bild konnten wir einfach nicht hinwegsehen. Greta Thunberg und »Fridays for Future« haben wir ja in unseren Rundbriefen schon etliche Male gewürdigt, aber immer mit den einschlägig bekannten Fotos illustriert. Dieses hier fällt natürlich völlig aus dem Rahmen – und passt doch so gut zu dieser absolut außergewöhnlichen jungen Frau. Greta als Cover-Motiv auf der »Vogue Scandinavia« …,


… in urwüchsig-grünem Ambiente, ein Pferd streichelnd, das könnte im ersten Moment etwas verstören. Wäre aber auch eine schöne Übung der Bildbetrachtung: sehen lernen und das scheinbar Widersprüchliche interpretieren. Warum hat sie sich in einen Oversize-Trenchcoat gehüllt? Einfach so, weil sie Mode mag, was man bisher nicht vermutet hätte? Doch Greta wäre nicht Greta, hätte sie keine kluge Botschaft dazu. Klar und deutlich ihre Worte zum Greenwashing der Textilindustrie:


»Many make it look as if the fashion industry is starting to take responsibility, spending fantasy amounts on campaigns portraying themselves as ›sustainable‹, ›ethical‹, ›green‹, ›climate neutral‹ or ›fair‹. But let’s be clear: This is almost never anything but pure greenwash.«


Und da wir weiter vorn auf die Formen dokumentaren Erzählens und die Fortbildung dazu hingewiesen haben: Letztes Jahr beim Filmfestival Venedig erlebte der Dokumentarfilm »I am Greta« (Regie: Nathan Grossman) seine internationale Premiere. Die Protagonistin kommentierte im Anschluss an die Venediger Vorführung – nahezu klimaneutral – per Video ihr Porträt: Der Film zeige sie so, wie sie sei. Nicht als »wütendes, naives Kind«, sondern als »schüchterne und nerdige Person« – und das ist »die Person, die ich bin«.


Als passenden, guten Dokumentarfilm zu den weltumspannenden Klimaprotesten junger Menschen können wir nach wie vor »Youth Unstoppable« sehr empfehlen.


HOPE


Teaserphoto: © Twitter/@GretaThunberg/Vogue Scandinavia
»Youth Unstoppable«: Bundesverband Jugend und Film (BJF), Frankfurt/Main

Digitaler Frühjahrsputz

Klingt gut, ist aber eine Untertreibung. Wir putzen schon mehrere Jahreszeiten an unserer Webseite herum. Haben nicht nur trockenen Staub aufgewirbelt, sondern alle Zimmer feucht durchgewischt. Haben die Wände gestrichen, andere Bilder dran gehängt, einige Möbel umgestellt. Der Keller wurde entrümpelt und Licht in Ecken gelassen, die seit dem letzten Umzug ziemlich im Dunkeln lagen. So ein Mega-Putz dauert natürlich, und …




… nach wie vor bleiben ein paar Dinge unerledigt. Wie halt im richtigen, so auch im digitalen Leben. Nun aber ist es endlich soweit, um umstands- und abstandslos Besuch einzuladen und virtuell durch die renovierte Wohnung zu führen. Vielleicht haben Sie Lust, sich etwas in den Zimmern umzuschauen: mal etwas durch die filmernste Chronik zu blättern, in der Filmdatenbank zu stöbern oder in der Bilanz zu sehen, welche Gäste wir im Laufe der Zeit begrüßt haben. Schön wäre es natürlich, viele Besucher würden und könnten sich gleich für eine FILMERNST-Veranstaltung in einem unserer Partnerkinos anmelden. Aber das ist ja seit langem – und bis auf weiteres – nicht möglich. Im Prinzip jedoch wären wir jeder »Anmeldeflut« gewachsen, denn auch in die Veranstaltungs-Datenbank wurde viel Arbeit investiert. Dass die sich noch auszahlen wird, davon sind wir fest überzeugt: Kino wird, Kino muss sein!

In diesem Sinne: Danken möchten wir allen, die mit und für uns die Geduld aufbrachten und auch in schwierigen Zeiten fest an FILMERNSTs-Seite standen. Dank unseren langjährigen Förderern, dem Medienboard Berlin-Brandenburg und dem Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg. Dank aber auch allen, die sich mit Rat und Tat am Putzen beteiligten: Ganz vorn der – wie immer – einfallsreiche hneun-Grafiker Volker Böhm und an seiner Seite unser Webmaster Nikolaos Topp, dessen Sprache wir mitunter nur schwer verstehen, der aber aus den Untiefen des Programmierens etwas nach oben bringt, was sich anschauen lässt. Nun hoffen wir natürlich, dass die Renovierung, die auch für die Darstellung unserer Webseite auf mobilen Geräten erfolgte, einige Beachtung findet und in Zukunft noch mehr Gäste vorbeischauen. Lob freut uns, Kritik nehmen wir an.

Virtueller Filmbesuch

»Auch der Wald hat seine Greta«, zitierten wir letztes Jahr aus einer euphorischen Kritik des Animationsfilms »Latte Igel und der magische Wasserstein«. Dieses Jahr zieht es uns wieder und noch drängender hinaus in die Natur, nun aber ganz real: »Lene und die Geister des Waldes« nimmt uns mit auf Entdeckungstour im Bayerischen Wald und ist – im wahrsten Sinne des Wortes – bezaubernd. »Die Hoffnung ist nicht umsonst grün«, hören wir aus berufenem Munde – und das gilt wohl nicht nur für unser Frühjahrsprogramm. Leider werden Lenes Waldabenteuer nicht direkt im Kino zu erleben sein, aber wir laden ein zu einem virtuellen Filmbesuch …



Wie schon bei den SchulKinoWochen mit guter Resonanz erprobt, wollen wir die vier Filme des Frühjahrsprogramms per Streaming, letztlich also auch für den Distanzunterricht, anbieten. Möglich wird das durch die Unterstützung der Verleiher, die uns – unter bestimmten Konditionen – Streaming-Links für die jeweiligen Filme zur Verfügung stellen.

So läuft es konkret: Sie signalisieren uns online – über Anmeldung / Streaming – Ihr Interesse für einen der Filme und bekommen mit einer Buchungsbestätigung den entsprechenden Sichtungslink.

Für die Bestellung des Films berechnen wir, im Auftrag des Verleihs, 3 Euro pro Schüler:in – unabhängig davon, ob der Film im Präsenz- oder im Distanzunterricht, gemeinsam im Klassen-/Gruppenverbund oder individuell gesehen wird. Sie überweisen bitte die Gesamtsumme für Ihre Klasse/Gruppe auf das angegebene FILMERNST-Konto beim Filmverband Brandenburg e.V. Wir werden den Betrag komplett an den jeweiligen Verleiher des Films weiterleiten.

Zur Sichtung des Films ist ein – zeitlich limitiertes – Passwort erforderlich, das Ihnen, aus Datenschutzgründen, in einer Extra-Mail zugestellt wird.


FILMERNST-Frühjahrsprogramm

»Lene und die Geister des Waldes« (1.-5. Jahrgangsstufe)
»Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess« (4.-7. Jahrgangsstufe)
»Romys Salon« (4.-8. Jahrgangsstufe)
»Kokon« (8.-13. Jahrgangsstufe)

Sonderprogramm – Von gestern für heute: Die DDR im DEFA-Film
Auch für diese Filme können wir nun – Dank an die DEFA-Stiftung – Streaming-Möglichkeiten sowohl für den Distanz- als auch den Präsenzuntericht anbieten. Das Bestell- und Abrechnungsprocedere erfolgt in gleicher Weise wie oben beschrieben. Wir freuen uns über Ihr Interesse und hoffen auf zahlreiche Anmeldungen.

»Moritz in der Litfaßsäule« (1.-4. Jahrgangsstufe)
»Isabel auf der Treppe« (4.-7. Jahrgangsstufe)
»Ikarus« (5.-8. Jahrgangsstufe)
»Biologie!« (8.-10. Jahrgangsstufe)

Ein Stern leuchtet:
für Anna

Für FILMERNST hatte sie ein Faible, deshalb blieb sie uns über die Jahre eng verbunden. Sie wurde uns eine gute, verlässliche Freundin. 2014, zum zehnjährigen FILMERNST-Jubiläum, verbrachten wir einen ganzen Tag mit ihr im Kino. Sie wollte von früh an dabei sein und sehen, wie wir proben. Sie saß oben auf der Empore und redigierte ein Drehbuch. Wir hatten viel Spaß, machten ein Teamfoto im Foyer des CAPITOL, und am Abend holten wir sie auf die Bühne, um sie – mit zehn weiteren Prominenten – als FILMERNST-Patin vorzustellen. Am 18. April 2021 ist Anna Justice gestorben. Die Nachricht …



… hat uns geschockt und erschüttert, unsere Trauer ist groß. Wir mussten nicht lange nach den Bildern – auch denen im Kopf – suchen, um uns an die Begegnungen mit Anna zu erinnern. Zusammengebracht hatte uns Holly-Jane Rahlens, nachdem Anna deren wunderbaren Jugendroman »Prinz William, Maximilian Minsky und ich« inszeniert hatte. »Max Minsky und ich« wurde einer unserer erfolgreichsten, besucherstärksten Filme; Holly und Anna waren bei einigen Veranstaltungen unsere Gäste.

Anna hat sich aber nicht nur für ihre eigenen Filme in filmernster Sache interessiert und stark gemacht. Es ist noch nicht so lange her, dass sie uns in einer Mail schrieb, wie sie an der Schule ihrer Töchter auf »Das schweigende Klassenzimmer« im FILMERNST-Programm hingewiesen hatte: »Ich habe jedenfalls ordentlich geworben, weil ich den Film für sehr gelungen halte. Für Schulkino sowieso – und für die nächsten 50 Jahre mindestens!«


Sie antwortete immer sofort, wenn wir sie für eine Veranstaltung anfragten: kurz, aber eindeutig: »Selbstverständlich bleibt es bei meiner Zusage. Weiß noch nicht, wie ich hinkomme. Muss ich mich mal drum kümmern ... :) Lieben Gruß, Anna.« Sie war natürlich pünktlich in Schwedt.


In Eberswalde wollten wir im Rahmen einer Kulturwoche auch drei ihrer Filme zeigen – und sie hatte zugesagt für ein abendliches Publikumsgespräch zu »Die verlorene Zeit«. Der Film war kein großer Kinoerfolg, leider. Anna hatte viel Kraft und Energie, Leidenschaft und Herzblut in dieses Holocaust-Drama investiert. Eine bewegende Liebesgeschichte zwischen einer Jüdin und einem Polen, die 1944 in einem KZ beginnt und keine Chance auf Erfüllung hat. 32 Jahre später sieht eine Frau in New York in einer TV-Sendung den Geliebten von damals. Sie macht sich auf den Weg nach Polen. Großartige Schauspieler, die sie inszenierte: Alice Dwyer, Dagmar Manzel, Florian Lukas – und Susanne Lothar in einer ihrer letzten Rollen. Es ist absolut keine verlorene Zeit, diesen aufwühlenden, außergewöhnlichen Film immer wieder zu zeigen und zu sehen.
Wir werden es tun.


Anna hat sich aber auch in anderen Genres ausprobiert – und nicht zuletzt diese Begeisterung für etwas Neues machte sie so besonders. In einem Weihnachtsgruß schrieb sie: »Zu Weihnachten kommt eine neue Pinocchio-Verfilmung ins Fernsehen. Das war mal ein Ritt, sage ich dir. Aber Animation macht viel mehr Spaß, als ich anfangs dachte. Ein Gefriemel ist es trotzdem. Pixar-Qualität können wir nicht bieten, was mit deutschen TV-Budgets ja sowieso undenkbar ist. Nichtsdestotrotz haben wir eine echt hohe Qualität erreicht, in der die kleinen flaws sich verspielen. Ans Genre Märchen muss man sich ein bisschen gewöhnen, finde ich. Aber dann macht es Spaß, weil es so viel kreativen Spielraum lässt. Realismus ist völlig aus den Angeln gehoben. Klar, wenn einer im Wal leben kann, dann kann insgesamt gesehen auch noch so einiges andere passieren. Nur stimmig in sich muss es bleiben. Eine Welt mit eigenen Regeln. Filmisch toll ;) Dir eine schöne Weihnachtszeit und hoffentlich auf bald wieder!
Liebe Grüße, Anna.«


In »Max Minsky und ich« liegt die Heldin Nelly Sue Edelmeister verträumt auf ihrem Bett. Die Wände des Zimmers sind voller Poster mit Planeten und Galaxien. Zudem fantasiert sich die künftige Astronomin einen unendlichen Sternenhimmel auf ihre Zimmerdecke – und sie kann diese Sterne nach ihrem Wunsch und Willen formieren. In Zeit und Ewigkeit.
Das wollen wir hier auch tun – und sehen dort oben einen besonders schönen, ganz besonders hellen Stern. Danke, Anna, für dieses Licht.



Fotos: Pressefoto Anna Justice/privat; FILMERNST/Andreas Winter

Rotkehlchen

Weil es so schön singt, so zutraulich ist und so niedlich aussieht, wurde das Rotkehlchen zum »Vogel des Jahres« 2021 gekürt. Zum ersten Mal war es ja eine urdemokratische Wahl, denn alle durften – online – abstimmen. 340.000 haben votiert, fast jeder Fünfte für das stimmgewaltige Rotkehlchen. Die Amsel dagegen (Wasseramsel siehe weiter unten) landete unter den zehn Finalisten nur auf dem letzten Platz. Ein der Uckermark sehr verbundener Schriftsteller, Saša Stanišić, hatte sich auf vielen Kanälen stark gemacht für den Goldregenpfeifer …


… doch der pfiff sich dann mit knapp sieben Prozent der Stimmen nur auf Platz 7 ein. Der Vogel- und Uckermark-Freund Stanišić hat ja schon in zweien seiner Romane den nordöstlichen Landkreis des Landes Brandenburg literarisch aufleben lassen – in »Fallensteller« und davor in »Vor dem Fest«, wo es heißt: »Fürstenfelde, Brandenburg. Einwohnerzahl ungerade. Bei uns am Ortseingang steht ein Schild: ›Jetzt wird’s schön‹. Anzahl der auf der aktuellen Wanderkarte als sehenswerte Einzelbäume gekennzeichneten Bäume: zwei. Was auch immer du über uns gehört hast, das nicht von uns selbst kommt: es stimmt nicht.«

Reisen in die Uckermark, um Stanišić zuzustimmen oder ihm zu widersprechen, sollten im Moment wohl eher vermieden werden. Glücklich darf sich schätzen, wer schon dort ist. Rotkehlchen können Sie aber vor ihrer eigenen Tür hören – und vielleicht auch Rauchschwalben, Kiebitze, Feldlerchen, Stadttauben, Haussperlinge, Goldregenpfeifer, Blaumeisen, Eisvögel – die Finalisten bei der Wahl zum »Vogel des Jahres«. Nun müssen Sie sie nur noch deren Stimmen erkennen, aber mit der richtigen App sollte das möglich sein …



Wir wünschen Ihnen jedenfalls für die kommenden Tage und Wochen trotz aller Einschränkungen viele schöne Frühlingsimpressionen in Bild und Ton.


Fotos: FILMERNST

Murmeltier

Kein großer Sänger, fürwahr. Aber seine Warnrufe erinnern durchaus an Vogellaute. Filmisch hat es dieses Tierchen gar zu einer Kult-Komödie gebracht: In »Und täglich grüßt das Murmeltier« findet sich der Held in einer Zeitschleife und muss als Marter immer wieder den 2. Februar erleben. Sprichwörtlich steht der Titel für eine ziemlich lästige, unangenehme Endlos-Wiederholung. Wer hier eine Anspielung auf unser aktuelles Programm erkennen will, der liegt nicht ganz falsch. Immer neue Versuche …


… aber so richtig kommen wir nicht voran – oder besser: mit unseren Filmen in die Kinos. Es scheint der ewige 13. März 2020 zu sein, als (nicht nur) uns der erste Lockdown traf. Nun haben wir ein weiteres Mal neue Flyer gestaltet und in die Schulen geschickt – und wieder hoffen wir auf einen Neustart mit Veranstaltungen bis zu den Sommerferien.


FILMERNST-Frühjahr-/Sommer-Programm 2021


»Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess« nimmt seinen mittlerweile dritten filmernsten Anlauf. »Romys Salon« und »Kokon« wollen beim jeweils zweiten Versuch gesehen werden.


»Lene und die Geister des Waldes« indes hat seinen Kinostart noch vor sich – und wir haben die wunderbare Möglichkeit (Dank an den Regisseur Dieter Schumann und an den Verleih Real Fiction), die Entdeckungstour im Bayerischen Wald bereits in einigen Previews zu präsentieren.
»Die Hoffnung ist nicht umsonst grün«, hören wir im Film aus berufenem Munde. Der »WaldKinderFilm« ist jedenfalls ein großes Erlebnis: poetisch, magisch, erleuchtend-schön – mit der Aufforderung: Gemeinsam hinaus in den nächsten Wald und nach Leuchtmoos suchen oder eben auch Vogelstimmen hören!


Foto: Екатерина Гусева auf Pixabay


Wasseramsel

Um die Rettung dieses Vogels kämpfen Schüler:innen in »Biologie!«. 1990 sollte er in die Kinos kommen, aber das Ende der DDR bedeutete auch das Aus für diesen DEFA-Film von Jörg Foth. Kaum einer wollte ihn damals noch sehen, nun ist er reif für eine Wiederentdeckung! Es geht um Natur- und Landschaftsschutz, um Kontroversen und Kompromisse, um Macht und Widerstand. »Biologie!« ist einer von vier Filmen unseres DEFA-Sonderprogramms, mit denen wir in die Vergangenheit zurückblenden …


… in die Geschichte der DDR. Die vier Filme umspannen und veranschaulichen einen zeitgeschichtlichen Horizont von 15 Jahren. Als »Ikarus« im Oktober 1975 in die ostdeutschen Kinos kam, war die DDR durchaus im Aufschwung begriffen. 1989, als »Biologie!« gedreht wurde, waren alle Messen gesungen und alle Hoffnungen verklungen. Die DDR stand vor ihrem Ende. Als der Film im September 1990 seinen Kinostart erlebte, dauerte es keine zwei Wochen mehr bis zur Wiedervereinigung.


FILMERNST-Sonderprogramm – Von gestern für heute: Die DDR im DEFA-Film

»Moritz in der Litfaßsäule« ist mittlerweile ein Kinderfilm-Klassiker unseres Ehren-FILMERNSTs Rolf Losansky. »Ein Film für alle, die die Welt noch mit drei Augen sehen können«, heißt es im Vorspann.

»Isabel auf der Treppe« stellt Fragen nach Mitgefühl und Solidarität gegenüber Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten. Er regt an zum Nachdenken über Anspruch und Wirklichkeit einer »Willkommenskultur« – heute wie damals.

»Ikarus« zeigt keinen blauen, sondern einen grauen Himmel über Berlin, Hauptstadt der DDR, 1975. Es geht um die Versprechen von Erwachsenen und die Enttäuschungen der Kinder. Heiner Carows »Die Legende von Paul und Paula« kennt jeder, seinen »Ikarus« leider (noch) nicht.

»Biologie!« – siehe oben: Die Rettung von Wasseramseln steht für weit mehr, damals wie heute.

Die ersten Anmeldungen für Filme des Frühjahr-/Sommerprogramms haben uns bereits erreicht. Sie sind, wie wir auch, optimistisch – und darüber freuen wir uns. Auf bald, im Kino!


Foto: DEFA-Stiftung, Dieter Jaeger

Nachtigall

»Wenn der holde Frühling lenzt/Und man sich mit Veilchen kränzt/Wenn man sich mit festem Mut/Schnittlauch in das Rührei tut.« Schon einmal, apropos Zeitschleife, haben wir in einem Rundbrief diese Zeilen zitiert und Ihnen verraten, dass sie von keinem Verseschmid, sondern aus der Feder einer Frau stammen, die als »schlesische Nachtigall« berühmt-berüchtigt, von den Kritikern zur »Großmeisterin der unfreiwilligen Komik« ausgerufen und immer wieder parodiert wurde …


Friederike Kempner war mit Leidenschaft Lyrikerin, aber auch durchdrungen von großem sozialen Engagement. In der DDR erschien 1987 in der berühmten »Poesiealbum«-Reihe das Heft 239 mit ihren Gedichten; bei Reclam illustrierte Horst Hussel ein sehr schönes Bändchen.

Hier noch einmal der Frühling in voller Länge:

»Wenn der holde Frühling lenzt / Und man sich mit Veilchen kränzt / Wenn man sich mit festem Mut / Schnittlauch in das Rührei tut / kreisen durch des Menschen Säfte / Neue ungeahnte Kräfte – / Jegliche Verstopfung weicht, / Alle Herzen werden leicht, / Und das meine fragt sich still: / »Ob mich dies Jahr einer will?« Friederike Kempner (1836 – 1904)


Foto: FILMERNST
 

Gefühl von Luxus

120 Sitzplätze hat das kleine, aber feine Kino im Babelsberger MedienCampus (KiM). Ganze fünf Plätze waren letzte Woche belegt, als sich auf der großen Leinwand »Kokon« für ein Mini-Publikum entpuppte. Die Maxi-Abstände zwischen den Personen lassen sich denken, Masken wurden dennoch getragen. Im Anschluss an die intime SchulKinoWochen-Vorführung gab’s noch ein intensives Gespräch über den Film – und ein schöner filmischer Beitrag entstand obendrein. Vier Schüler*innen vom Abiturjahrgang des Filmgymnasiums Babelsberg waren daran beteiligt, vor der Kamera …


… äußerten sich Leo Kuhn und Noah Kassin, was sie berührt hat an »Kokon« und warum es sich lohnt, den Film zu sehen und darüber zu reden. Marike Neumann und Lotte Krieger übernahmen Regie, Kamera und Schnitt. Kathrin Lantzsch, filmernste Kinoleiterin, hat alles organisiert und uns zur Verfügung gestellt. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten – und Kathrins hoffnungsvollen Satz möchten wir hier auch noch zitieren: »Es war ein richtiges Gefühl von Luxus, mal wieder im großen Kino sein und einen Film schauen zu können …«





Eröffnung im Lockdown

Vor genau einem Jahr hat sie, als FILMERNST-Schirmherrin, den Schirm für uns aufgespannt und als Bildungsministerin den offiziellen Startschuss für die Brandenburger SchulKinoWochen gegeben. Jetzt, zur 15. Auflage dieses gemeinsam mit VISION KINO gestalteten Projekts wollten wir das gern wieder so machen, dieses Mal im Kino »Movieland« Erkner. Das aber ist ebenso geschlossen wie die Schulen. Doch die SchulKinoWochen haben wir – symbolisch – trotzdem eröffnet, wie man im nächsten Beitrag lesen, sehen und hören kann. Auch die Bildungsministerin ...


... wäre gern wieder unser Gast gewesen. Ihre Videobotschaft ist auf dem Weg, und wir freuen uns natürlich über die Unterstützung auch aus der Ferne. »Film ab!«, heißt es am Schluss des Grußworts – und das gilt ja auch für die Vorführ-Möglichkeiten außerhalb des Kinos, im Distanzunterricht. Für den haben wir – kostenfreie – Streaming-Links zu fünf Filmen als Angebot für unterschiedliche Jahrgangsstufen, und es freut uns sehr, dass es bereits etliche Anfragen dazu gibt. Noch mehr freuen wir uns natürlich auf ein baldiges Wiedersehen im Kino. 


Unserer FILMERNST-Schirmherrin und Bildungsministerin des Landes Brandenburg, Britta Ernst, möchten wir hier und heute viel Kraft und Erfolg in ihrer neuen, wichtigen Funktion wünschen: Just am Eröffnungstag der Brandenburger SchulKinoWochen hat die Ministerin den Vorsitz der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) übernommen.

Erkner mit Film-Premiere

Im Kino »Movieland« hätte die Eröffnungsveranstaltung über die Bühne gehen sollen, mit Schülerinnen und Schülern vom »Carl-Bechstein-Gymnasium«, mit vielen Gästen und der Hauptdarstellerin des großartigen Films »Kokon«. Natürlich war keiner von ihnen zugegen, aber Lena Urzendowsky hat uns ein sehr schönes, ermutigendes Video geschickt. Und zwei Leute hatten sich dann auch tatsächlich höchstpersönlich im großen Kinosaal eingefunden: der Kinochef des »Movieland«, André Keller, und der Regisseur Bernd Sahling. Die beiden haben einen kurzen Film gedreht – und weil sie so viel Spaß dabei hatten, gibt’s noch extra ein Making-Of. Auf der nächsten Seite …


... weiter unten im Video ist zu sehen, dass es gar nicht so leicht ist, die richtigen Worte zu finden, Text zu lernen und am Ende sowohl ernsthaft als auch unterhaltsam rüber- und beim Publikum anzukommen. André, das hast Du ganz großartig gemacht, Dir werden bald Hauptrollen angeboten werden.

Ein großer Dank an unseren FILMERNST-Paten Bernd Sahling, der das nicht nur inszeniert, sondern auch geschnitten hat. Bernd, wir warten sehr auf Deinen nächsten Film bei FILMERNST. »Die Blindgänger« oder auch »Kopfüber« waren große Erfolge bei uns, wir brauchen und wollen mehr!

Schließlich ein dickes Kompliment an Lena Urzendowsky. Natürlich für ihr wirklich berührendes Spiel in »Kokon«, nicht zuletzt aber auch für ihre Bereitschaft und ihr filmernstes Engagement: ob direkt im Kino oder eben als Ersatz mit einem Videogruß. Lena, wir sehen uns im Kino bei FILMERNST oder den nächsten SchulKinoWochen.


ausgenockt und downgelockt

Es bleibt alles ganz anders. Aber eines ist mittlerweile, zu unserem großen Bedauern, gewiss: Die Eröffnungsveranstaltung für die 15. SchulKinoWochen im Land Brandenburg fällt aus – selbst in der Minimalvariante, wie wir sie uns so schön ausgedacht hatten: Wir wollten uns aus dem leeren Kinosaal des »Movieland« Erkner heraus mit Schülerinnen und Schülern des »Carl-Bechstein-Gymnasiums« verbinden. Sie sollten unserem Gast, Lena Urzendowsky, die in »Kokon« die Hauptrolle spielt, in gebotener Distanz ein paar Fragen stellen – und …


… an getrennten Orten, aber immerhin gemeinsam, wollten wir dann den Film sehen. Aber nun wird alles anders. Niemand wird im Kino sein und niemand in der Schule. Das ist jammerschade, doch nicht zu ändern. Wir hoffen auf bessere Zeiten und sind überzeugt: »Kokon« wird sich noch entpuppen – und wir werden den Schmetterling noch auf der großen Leinwand erleben.
Kino muss sein!

Dank an alle, die uns in diesen Zeiten des Hin und Her beigestanden und trotz allem ermutigt haben. Die bereit waren (und sind), alles mitzumachen, was möglich ist: Dank an André Keller, den Chef des »Movieland« Erkner, Dank an Kerstin Röske, Lehrerin am »Carl-Bechstein-Gymnasium«, Dank an Lena Urzendowsky und die FILMERNST-Freunde von der Edition Salzgeber.

Hier noch ein kleiner visueller Rückblick auf die Eröffnung der 14. SchulKinoWochen im Land Brandenburg. Januar 2020 in den »Neuen Kammerspielen« Kleinmachnow, zum Auftakt lief »Fritzi. Eine Wendewundergeschichte«. Als Gäste konnten wir die Bildungsministerin des Landes Brandenburg und FILMERNST-Schirmherrin, Britta Ernst, sowie die Drehbuchautorin Beate Völcker begrüßen.


Klein, aber fein: Ersatzangebot

Natürlich hatten wir immer auch einen Plan B für den Fall der Fälle parat. Allerdings war unsere Hoffnung stark, er würde nie gebraucht. Mittlerweile sind wir längst über Plan C hinaus – und aktuell bei einem kleinen, aber feinen Ersatzangebot. Ein paar Filme, die wir Ihnen – kostenfrei – per Streaming-Links anbieten können und die (auch) für den Distanzunterricht einsetzbar sind. Sollte es vor den Winterferien doch noch Präsenzunterricht geben, haben wir zu ausgewählten Filmen auch DVDs, die wir Ihnen …


… zusenden und die für Projektionen im Klassenraum verwendet werden können.

Für alle Ersatzangebote gilt: Sie nehmen bitte mit FILMERNST Kontakt auf (Susanne Guhlke unter 03378 209 148 oder Kathrin Lantzsch 03378 209 162) und besprechen mit unseren Kolleginnen Ihre Wünsche, Vorstellungen und Möglichkeiten.

Für diese Filme gibt es (bis 30.01.) kostenfreie Streaming-Links:

»Der Fall Mäuserich«
Niederlande 2016, 77 Min., FSK 0, empf. für 2.-4. Klasse

»2040 – Wir retten die Welt!« (Wissenschaftsjahr 2020/21: Bioökonomie)
Australien 2019, 92 Min., FSK 0, empf. für 4.-9. Klasse

»Youth Unstoppable. Der Aufstieg der globalen Jugend-Klimabewegung« (Dokumentarfilm / 17 ZIELE – Kino für eine bessere Welt) Kanada 2019, 88 Min., FSK 0, empf. für 8.-13. Klasse

»10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?« (Wissenschaftsjahr 2020/21: Bioökonomie)
Deutschland 2015, 107 Min., FSK 0, empf. für 9.-13. Klasse

»I Am Not Your Negro« (Dokumentarfilm /Rassismus im US-Kinofilm)
USA 2016, 93 Min., FSK 12, empf. für 11.-13. Klasse
(Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung)

Zu folgenden Filmen gibt es (bis 30.01.) DVDs für den Präsenzunterricht:


»Der Fall Mäuserich«
Niederlande 2016, 77 Min., FSK 0, empf. für 2.-4. Klasse


»Mein Freund, die Giraffe«
Niederlande/Belgien/Deutschland 2017, 74 Min., FSK 0, empf. für Vorschule und 1.-3. Klasse
(In Kooperation mit dem Kinderfilmfest im Land Brandenburg)


»Alfie, der kleine Werwolf«
Niederlande/Belgien 2011, 91 Min., FSK 0, empf. für 2.-4. Klasse
(In Kooperation mit dem Kinderfilmfest im Land Brandenburg)


»Fritzi. Eine Wendewundergeschichte« (Animation)
Deutschland, Belgien, Luxemburg, Tschechien 2019, 86 Min., FSK 6, empf. für 3.-6. Klasse
(In Kooperation mit dem Kinderfilmfest im Land Brandenburg)


»Wintertochter«
Deutschland, Polen 2011, 90 Min., FSK 0, empf. für 5.-8. Klasse
(In Kooperation mit dem Kinderfilmfest im Land Brandenburg)


sowie


»Youth Unstoppable. Der Aufstieg der globalen Jugend-Klimabewegung« (Dokumentarfilm / 17 ZIELE – Kino für eine bessere Welt) Kanada 2019, 88 Min., FSK 0, empf. für 8.-13. Klasse

»Sorry We Missed You« (17 ZIELE – Kino für eine bessere Welt)
Großbritannien/Frankreich/Belgien 2019, 101 Min., FSK 12, empf. für 9.-13. Klasse



Spatzenkino im Nest – Das Online-Angebot


Hinweisen möchten wir gern auch auf das Angebot des »Spatzenkino«, das nicht im Winterschlaf ist, sondern im Januar »Eiskalte Wintergeschichten« bietet. Mit dem Online-Programm, drei kurzen Filmen für Kinder ab 4 Jahren, kommt der Spatz in die Kita oder nach Hause geflogen.
Das Programm ist im Januar für einen Monat auf der Internetseite www.spatzenkino.de abrufbar und kann auf dem Computer oder dem Handy angesehen oder mit dem Beamer gestreamt werden. Für Bastelwütige und Wissensdurstige gibt es dort auch Begleitmaterial mit spannenden Informationen, Ideen und Angeboten für eine gelungene »Kinovorstellung«.


Treffpunkt Kino

Nein, eben nicht. Seit Monaten sind die Leinwände verwaist. Manche Häuser öffneten im Lockdown light an den Wochenenden für einen Popcorn-Verkauf aus dem Foyer heraus. Einige, wie das »Movieland« Erkner, boten zeitweise gar einen Maiskorn-Lieferdienst. Alles kein Ersatz für den eigentlichen Sinn und Zweck des Kinos: Film – FILMERNST – als Gemeinschaftserlebnis. Wenn die Schule nicht ins Kino kann, könnten wir uns aber auf die Zeit danach vorbereiten: Mit einem Blick hinter die Kulissen. VISION KINO bietet auf seiner Webseite …


… etliche Beiträge – und für verschiedene Altersstufen aufbereitetes Material – zum Kulturort und zur Medieninstitution Kino. Anregungen und Aufgaben, die sich sowohl für den Präsenz- als auch den Distanzunterricht gut verwenden lassen: lehrreich und unterhaltsam.
Informationen über Filmberufe beispielsweise, über die Verwertungskette des Films, über den Kulturort Kino oder die verschiedenen Anteile an den Kosten einer Kinokarte. Hintergrundwissen, das auch zur Filmbildung gehört.

Hier finden Sie diese und noch mehr Beiträge des Digitalen Begleitprogramms:
(nach unten scrollen)

FILMERNST-Neujahrsgruß 2021

»Es ist vollbracht«, so stand es auf unserem Neujahrsgruß 2020: »Brexit Is Done«. Mit Monty Pythons Frage »Wo ist der Spaß am Film?« sahen wir frohen Mutes und voller Zuversicht auf den »Sinn des Lebens« im und mit dem Kino. Wenig später hielt die Welt irgendwie an und inne, es kam zum großen AHA: Wir könnten den 2020er Gruß genauso für 2021 nehmen …


»Es ist vollbracht«, so stand es auf unserem Neujahrsgruß 2020: »Brexit Is Done«. Mit Monty Pythons Frage »Wo ist der Spaß am Film?« sahen wir frohen Mutes und voller Zuversicht auf den »Sinn des Lebens« im und mit dem Kino. Wenig später hielt die Welt irgendwie an und inne, es kam zum großen AHA: Wir könnten den 2020er Gruß genauso für 2021 nehmen …



»Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher,
dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen.«


Ob der französische Philosoph und Mathematiker Pascal wirklich recht hat, möchten wir nach diesem absolut außergewöhnlichen Jahr eher bezweifeln. Wir jedenfalls würden schon gern mal wieder raus aus der Stube und rein ins Kino. Wir freuen uns mehr denn je auf viel Spaß am Film, auf direkte Begegnungen vor der großen Leinwand und auf die Gespräche über den Sinn des Lebens nach dem Abspann. Wir halten, jetzt erst recht und trotz allem, an Bewährtem fest und sind ofen für Neues.
All unseren filmernsten Freunden und Förderern, Paten und Partnern, Vertrauten und Verbündeten wünschen wir ein helles, gesundes Jahr 2021.

Wir nutzen jede Chance

Nicht nur wir, sondern nahezu alle, die in diesem wirklich ›ver-rückten‹ Jahr Festivals, Veranstaltungen, Projekte planten, mussten immer wieder auf Null zurück. Immer wieder aber haben wir neu angefangen und versucht, das Mögliche möglich zu machen. Das gilt auch für die SchulKinoWochen, die wir im Januar auf die Brandenburger Leinwände bringen wollen. Mit dem Lockdown jetzt und den Aussichten über den 10. Januar hinaus bleibt vieles ungewiss und scheint eher unwahrscheinlich. Die Chance, Vorführungen wie geplant in Kinos stattfinden zu lassen …


… wird auch in den ersten Wochen des Neuen Jahres äußerst gering sein. Die Spielräume werden im wahrsten Sinne des Wortes immer enger, die Möglichkeiten immer schmaler. Dennoch geben wir nicht klein bei, sondern bereiten ein kleines Ersatzangebot vor, das wir allen bisherigen Anmeldern und allen Interessenten demnächst vorstellen werden. Einige ausgewählte Filme für verschiedene Jahrgangsstufen, die Sie dann im kleinen Klassen- oder Gruppenverband vorführen können. Dazu Begleitmaterial als Anregung für ein Unterrichtsgespräch über den Film. Wir hoffen, dass wir auf diese Weise zumindest punktuell ein paar filmische Erlebnisse schaffen und den Unterricht bereichern können.

Das Interesse am Programm ist nach wie vor groß, noch immer erreichen uns Anmeldungen für die Veranstaltungen ab Mitte Januar. Wir freuen uns natürlich sehr über die Resonanz und über Ihre filmernste Verbundenheit. Wir nehmen das als gutes, optimistisches Zeichen für das Neue Jahr – und bleiben in engem Kontakt.  

Bestimmt nicht im Angebot haben werden wir einen Film – schade eigentlich –, der zur gegenwärtigen Situation bestens passen würde. Es ist ein Werk des bayerischen anti-autoritären Autorenfilmers Herbert Achternbusch: »Die Atlantikschwimmer«, ein Zitat daraus wurde sprichwörtlich: Da stehen zwei Männer, Herbert und Heinz, am Meeresstrand. Es treibt sie hinaus, doch es fehlt ihnen ein Schiff. Angesichts dieser fatalen Lage verkündet Herbert, dargestellt vom Anarcho Achternbusch höchstselbst: »Du hast keine Chance, aber nutze sie!« Dann steigt er in voller Montur ins Wasser und schwimmt in die Fluten: Das Ende des Films und Hoffnung auf etwas Neues. Wir nutzen jede Chance!

Wir packen Päckchen

Das kam hervorragend an, so wie wir es uns gewünscht und vorgestellt hatten: Die in der FILMERNST-Nikolaus-Versandstelle geschnürten Adventspäckchen haben ihre Empfänger erreicht und viel Freude bereitet. Von einigen unserer treuesten und engagiertesten FILMERNST-Freunde in den Schulen kam die Bestätigung, mit Worten, die uns motivieren: »Machen Sie weiter so und bleiben Sie standhaft!« Das übertragen wir gern auf alle – mit den herzlichsten Grüßen und besten Wünschen für ein – auch in diesen Zeiten – schönes Weihnachtsfest und einen ruhigen Wechsel ins Jahr 2021. Wir sehen uns!

Salami und Spekulatius

Eine kulinarische Kombination, die nicht so recht zusammenpasst im Advent. Passt aber vielleicht ganz gut, etwas verzweifelnd-kalauernd, zum Corona-Status: Spekulationen, wie es strategisch weitergeht und wann wir die Welle brechen – und Salamitaktik beim Lockern, Ver- und Nachschärfen. Es war ja schon Ende Oktober abzusehen, aber nun ist es bittere Gewissheit: Auch im Dezember, jedenfalls bis 20., bleiben die Kinos dicht und FILMERNST fällt – wie links zu sehen ist – weiter flach.


Das heißt, auch die JugendFilmTage in den Kinos von Lübben und Königs Wusterhausen müssen dem Virus weichen, selbst wenn das Gesundheitsamt des Landkreises Dahme-Spreewald bis zuletzt nach Mitteln und Möglichkeiten gesucht hat. Dank allen, die vieles versucht und uns bei allen Wendungen unterstützt haben. Der Inzidenz waren wir nicht gewachsen. Nun bleibt uns weiter die Hoffnung auf das Neue Jahr und die SchulKinoWochen im Land Brandenburg vom 14. bis 29. Januar. Was uns diese Hoffnung gibt? Die doch recht zahlreichen Anmeldungen aus den Schulen, die uns Tag für Tag erreichen. Sie zeigen uns, dass nicht nur wir auf FILMERNST und den »Lernort Kino« setzen.

Foto: Dank an blog.speisekarte.de

Nikolauspäckchen

Einen Nikolaus-Film hatten wir bei FILMERNST noch nie im Programm, aber dafür schon einige Male beim Kinderfilmfest mit »Winky will ein Pferd«: Da ist ein sechsjähriges Mädchen mit ihren Eltern von China nach Holland gezogen, wo alles ganz anders ist: Sprache, Essen, Bräuche. Neu und absolut spannend ist für sie die Geschichte mit dem Nikolaus – von dem sie sich etwas ganz Besonderes wünscht. Ein Pferd können wir nicht als Überraschung bieten, aber es sind einige Nikolauspäckchen unterwegs an Schulklassen …


… die sich auf die FILMERNST-Veranstaltungen mit den ganz besonderen Filmen im Herbstprogramm sehr gefreut hatten. Doch nun mussten wir schon zum zweiten Mal alles absagen – und die Enttäuschung war bei vielen groß. Als kleinen Ersatz werden wir für einige, besonders engagierte Filmfreunde eine Überraschung – Bücher und DVDs – auf den Weg bringen: mit herzlichen Grüßen von FILMERNST und dem Nikolaus.

Foto: Bos Bros. Film & TV Productions

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