FILMERNST

Sehend lernen – Die Schule im Kino

Das Kompetenzzentrum für
Film – Schule – Kino
im Land Brandenburg

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Noch grün hinter den Ohren

Vielleicht, aber ziemlich helle im Kopf. Und damit wären wir beim Wetter – oder besser: beim Klima. »Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wär' nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.« Diese Sätze aus einem »Ärzte«-Song zieren die Urkunden, die die 245 Brandenburger Einser-Abiturienten letztes Jahr von Bildungsministerin – und FILMERNST-Schirmherrin – Britta Ernst erhielten. Ihr Amtsvorgänger fand ihn passend, hätte aber wohl eines nicht vermutet: »Fridays for Future« …


… macht genau das, was sich »Die Ärzte« schon 2003 erhofften:

»Geh mal wieder auf die Straße, geh mal wieder demonstrieren.
Denn wer nicht mehr versucht zu kämpfen, kann nur verlieren!
Die Dich verarschen, die hast Du selbst gewählt.
Darum lass sie Deine Stimme hören, weil jede Stimme zählt.«


Die Ärtzte: »Deine Schuld«


So aber ist es nun auch wieder nicht recht, die inzwischen zur Massenbewegung gewachsene Aktion scheidet die Geister. Während eine Institution wie die »tagesschau« applaudiert: »Danke, liebe ›Schulschwänzer‹ – Ihr seid großartig! Was ist schon Schulschwänzen am Freitag gegen das tägliche Klimaschwänzen der Regierenden? Ihr habt es verdient, ernst genommen zu werden und dass man sich inhaltlich mit Euch und Euren Forderungen auseinandersetzt«, sehen andere für die Bildungsnation Gefahr in Verzug: »Wenn sie später als Erwachsene die Welt verändern wollen, und das hoffen wir ja alle, dann ist eine gute Ausbildung wichtig«, mahnt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und hat gleich einen guten Vorschlag parat: »Die Demos wären außerhalb der Schulzeit nicht weniger sinnvoll. Dann würden wir auch mehr über das Klima und weniger über die Schulpflicht diskutieren.«

Irrtum, Herr Minister, entgegnete ihm eine Schülerin. Die »Fridays for Future« werden also weiterhin Probleme aufwerfen, am 29. März wird Greta Thunberg nach Berlin kommen und – fast genau vor dem Wirtschaftsministerium im Invalidenpark – auftreten. Es soll »groß, bunt und unbequem« werden, den Wirtschaftsminister wird sie wohl nicht treffen: »Ich würde mitdemonstrieren. Aber lieber am Samstag oder Sonntag«, sagte er.

Tags darauf wird Greta Thunberg, im früheren Flughafengebäude Tempelhof, eine »Goldene Kamera« bekommen, ausgezeichnet mit dem erstmals verliehenen »Sonderpreis Klimaschutz«.
Zur wichtigsten Frau Schwedens wurde sie bereits gekürt, für den Friedensnobelpreis ist sie vorgeschlagen. Mehr geht nicht, ist aber gut so, für das Klima und die Jugend!

Und weil FILMERNST ja ein Filmvermittlungsprogramm für Schulen ist: Wir haben viele Filme passend zum Thema im Angebot, die für jeden Wochentag, auch für Freitage, gebucht werden können, beispielsweise:

»Darwins Alptraum«
»Bottled Life – Das Geschäft mit dem Wasser«
»Das Geheimnis der Bäume«
»Das System Milch«
»Die Eroberung der Weltmeere«
»Eine unbequeme Wahrheit«
»Immer noch eine unbequeme Wahrheit: Unsere Zeit läuft«
»La Buena Vida – Das gute Leben«
»More than Honey«
»Plastic Planet«
»Taste the Waste«
»ThuleTuvalu«
»Über Wasser«
»Welcome to Sodom – Dein Smartphone ist schon hier«
»Work Hard – Play Hard«


Foto: https://fridaysforfuture.de/neuigkeiten/



Grünschnabel

Früh krümmt sich, was ein Haken werden – und die Gesellschaft verändern will. Allerdings: »Von Kindern und Jugendlichen kann man nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen«, ist FDP-Chef Christian Lindner überzeugt: »Das ist eine Sache für Profis.« Während der Schulzeit sollte nicht protestiert werden, sondern da sollten sich die Schülerinnen und Schüler »lieber über physikalische und naturwissenschaftliche sowie technische und wirtschaftliche Zusammenhänge informieren«. 20 Jahre zuvor war er …


… gänzlich gegensätzlicher Meinung. stern tv hat – bereits im letzten Jahr – einen 1997 von »Deutsche Welle TV« gedrehten Bericht über zwei karrierebewusste Abiturienten ans Licht befördert – und hier gibt der Grünschnabel Christian auch etwas übers Klima kund: »Wenn Schüler sehr aktiv sind, wenn sie leistungsbereit, sehr motiviert sind, dann hat das Auswirkungen auf das pädagogische Klima.«

Nassforsch ergänzt der 18-jährige Schlipsträger und schon Firmenchef: »Wenn man in der Schule sitzt und man sitzt seine Zeit ab, weiß, daß man telefonieren, den Kunden besuchen oder Arbeit erledigen müßte, dann kommt man sich so vor, als sei die Zeit durch den Schredder gelaufen.«
Und hat auch gleich noch einen Slogan parat: »Probleme sind nur dornige Chancen.« Greta, hilf – und gut zu wissen: Die Klima-Profis und Wissenschaftler sind klar auf Seiten der Schüler!

STERN: Fundstück der Woche: Christian Lindner, 1997


Foto: Netzverb www.verbformen.de


Grüne Hochzeit

Damit schließen wir den Bogen und kehren zum Anfang zurück, zu einem DEFA-Film, der Ende Mai 1989 in die Kinos kam. Anja Kling spielte ihre erste Hauptrolle – unter der Regie von Herrmann Zschoche. Ihm wurde vor kurzem im Kino International die »Berlinale Kamera« verliehen, mit einer Laudatio von Dieter Kosslick. Anschließend lief Zschoches letzter Kino-Spielfilm, »Das Mädchen aus dem Fahrstuhl« (1991). FILMERNST gratuliert auf das herzlichste, sind wir doch mit Herrmann Zschoche in mehrfacher Weise eng …


… verbunden. 2016 durften wir mit ihm gemeinsam in der Akademie der Künste auf der Bühne stehen: Er bekam von der DEFA-Stiftung den »Preis für das künstlerische Lebenswerk«, wir erhielten einen der drei Programmpreise.

Auch im Kino, zu »Sieben Sommersprossen«, konnten wir ihn als Gast einer FILMERNST-Veranstaltung begrüßen, gemeinsam mit seiner mehrfachen Drehbuchautorin Christa Kozik. »Grüne Hochzeit« ist gewissermaßen die Weitererzählung und Fortschreibung von »Sieben Sommersprossen«, war aber bei weitem nicht so ein durchschlagender Erfolg.

Auf dem FILMERNST-Programm stand mehrfach auch »Insel der Schwäne« (1983), dem die FDJ-Zeitung »Junge Welt« seinerzeit beschied: »Das ist wieder kein Film für uns.« Herrmann Zschoche und sein Drehbuchautor Ulrich Plenzdorf hatten ein Tabu gebrochen: Auf das Wohnungsbauprogramm von Staat und Partei durfte kein Schatten fallen! Beim III. Nationalen Spielfilmfestival in Karl-Marx-Stadt 1984 wurde es der Publikumsjury verwehrt, diesen Film auszuzeichnen. Die Platte in Marzahn gibt es noch, die Probleme auch – ein weitsichtiger Film.

Der für FILMERNST wichtigste Herrmann-Zschoche-Film ist »Karla«, der 1965 ebenfalls der Zensur zum Opfer fiel. Die Geschichte der jungen Hochschulabsolventin Karla Blum, die voller Hoffnung und mit großem Idealismus ihre Stelle als Lehrerin in einer mecklenburgischen Kleinstadt antritt. Sie will ihre Schüler zu selbständigem und kritischem Handeln erziehen. Karla passt sich kurzzeitig an, doch ihre Ideale sind stärker und sie gibt nicht auf, gegen den allgemeinen Opportunismus aufzubegehren. Als Konsequenz wird sie am Ende des Schuljahres zwangsversetzt. Die großartige Karla-Darstellerin Jutta Hoffmann war mehrfach unser Gast.




Für FILMERNST gibt es noch einiges aus dem Werk von Herrmann Zschoche zu entdecken, diese Filme von ihm finden sich – als Anregung – In der FILMERNST-Datenbank:

»Karla«
»Philipp der Kleine«
»Insel der Schwäne«
»Sieben Sommersprossen«

Und als Vorgeschmackt der Trailer von »Grüne Hochzeit«



Foto: jb, privat; DEFA-Stiftung/©Reinhardt & Sommer“

Wir wollen's wissen – und brauchen Ihre Unterstützung!

Der erste filmische Höhepunkt des Jahres liegt bereits hinter uns: nicht die Berlinale, sondern die SchulKinoWochen im Land Brandenburg. Rund 150 Veranstaltungen in 14 Tagen, das war schon eine ziemliche Herausforderung. Einige wenige Pannen schmerzen, aber alles in allem können wir sehr zufrieden sein: Knapp 14.000 Gäste sind spitze, wenn man bedenkt, dass uns vier Kinos und Spielorte – Prenzlau, Oranienburg, Neuruppin und Brandenburg – leider nicht mehr zur Verfügung standen. Bei etlichen Veranstaltungen gab es Moderationen und Filmgespräche, hier erhielten wir schon die direktesten Rückmeldungen – sowohl Lob als auch Kritik. Für die qualifizierte Evaluierung des Projekts hat VISION KINO aber auch eine (anonyme) Online-Befragung entwickelt – und so möchten wir Sie herzlich um Ihre Mitwirkung bitten. Unter diesem Link …


… können Sie sich an der Umfrage beteiligen:


https://www.surveymonkey.de/r/SKW1819Lehrkraefte



Ihre Auskünfte und Anregungen, Vorschläge und Wünsche helfen uns sehr. Die Daten werden vertraulich behandelt und ausschließlich zu internen Auswertungszwecken verwendet. Danke – und bis zum nächsten FILMERNST-Rundbrief die herzlichsten Grüße!

Neujahrsgruß

Ein weites Brandenburger Feld für FILMERNST im Fontane-Jahr 2019:
Wir wünschen allen filmernsten Freunden und Förderern, Paten und Partnern, Vertrauten und Verbündeten einen guten Start ins Neue Jahr und danach ein produktives, kreatives, an- und aufregendes 2019 – mit einem filmernsten Wiedersehen im Kino.


»Für mich persönlich steht es fest,
Natur ist Sittlichkeit und überhaupt die Hauptsache.
Geld ist Unsinn, Wissenschaft ist Unsinn,
alles ist Unsinn. Professor auch.
Wer es bestreitet, ist ein pecus.«

Dr. Wilibald Schmidt, Professor und Oberlehrer am Gymnasium zum Heiligen Geist, gibt diese tieferen Einsichten – leicht angesäuselt – zum Besten, nachdem er seine Tochter Corinna unter die Haube gebracht hat: Wo sich Herz zum Herzen findt – in Theodor Fontanes satirischem Meisterwerk »Frau Jenny Treibel«.




Einladung

Es ist soweit, Startschuss für die nächsten SchulKinoWochen im Land Brandenburg vom 17. bis 31. Januar 2019 (in Templin bereits einige Tage früher). Die Programmhefte wurden letzte Woche an alle Bildungseinrichtungen versandt, die ersten Anmeldungen sind bereits da. Das freut uns natürlich sehr, bei diesem exquisiten Angebot rechnen wir natürlich mit einem Besucheransturm. Erneut sind insgesamt 30 thematisch … 


... wie künstlerisch anspruchsvolle Filme für alle Jahrgangsstufen im Angebot. Was die einzelnen Filme und die Schwerpunkte empfehlens- und sehenswert macht, welche Themen sich damit im Unterricht aufgreifen und vertiefen lassen, dafür finden sich im Programm kurze und knappe Informationen. Noch mehr, vor allem auch die Begleitmaterialien zu den einzelnen Filmen oder die Trailer für einen ersten visuellen und stilistischen Eindruck, finden Sie auf der FILMERNST-Webseite. 


Ein Großteil der Veranstaltungen wird – wie bei FILMERNST üblich – von Moderationen umrahmt. Wie keine andere film- und medien-pädagogische Initiative unterbreiten die SchulKinoWochen damit ein Angebot, das Wissen und vor allem Kompetenzen bereichert. Der Besuch einer solchen Filmveranstaltung ist kein Wandertag, sondern Teil des Unterrichts an einem anderen Lernort – und wird daher vom MBJS auch als Unterrichtszeit anerkannt. 


Der Eintrittspreis für die im SKW-Programm aufgeführten Veranstaltungen beträgt 3,50 Euro pro Schülerin/Schüler. Für zwei Begleitpersonen pro Klasse ist der Eintritt kostenfrei. 
Bei »Wunschfilm«-Veranstaltungen kann sich, in Absprache mit dem Kino, ein höherer Eintrittspreis ergeben.


Alle im Programmheft aufgeführten Veranstaltungen können nur nach Anmeldung im FILMERNST-Kinobüro besucht werden. Bitte melden Sie sich nicht im Kino an! 


Anmeldungen nur online unter https://www.filmernst.de/Anmeldung.html
oder per E-Mail anmeldung@filmernst.de
oder telefonisch bei Kathrin Lantzsch oder Susanne Guhlke 03378 209-162


 Hier geht's zum digitalen Programmheft



Hier die 30 Filme im Programm der SKW 2019
(Sie können jeden Film direkt anklicken und aufrufen – und finden dort auch die Spielorte und Termine für eine direkte Online-Anmeldung)

»Pettersson und Findus – Findus zieht um« · 1.-3. Jahrgangsstufe

»Mein Freund, die Giraffe« 1.-3. Jahrgangsstufe
»Die kleine Hexe« · 1.-4. Jahrgangsstufe
»Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer« · 2.–5. Jahrgangsstufe
»Thilda und die beste Band der Welt« · 4.-8. Jahrgangsstufe
»Wintertochter« · 5.-8. Jahrgangsstufe
»Fannys Reise« · 5.-8. Jahrgangsstufe
»Love, Simon« · 7.-13. Jahrgangsstufe
»LOMO – The Language Of Many Others« · 8.-13. Jahrgangsstufe
»Letztendlich sind wir dem Universum egal« · 8.–13. Jahrgangsstufe
»Das schönste Mädchen der Welt« · 9.-13. Jahrgangsstufe
»Das schweigende Klassenzimmer« · 9.-13. Jahrgangsstufe
»Sonnenallee« · 9.-13. Jahrgangsstufe
»Ballon« · 9.-13. Jahrgangsstufe
»Gundermann« · 9.-13. Jahrgangsstufe
»Was werden die Leute sagen« · 9.-13. Jahrgangsstufe
»Iuventa« (Dokumentarfilm) ·  9.-13. Jahrgangsstufe
»Welcome to Sodom – Dein Smartphone ist schon hier«  (Dokumentarfilm) · 9.-13. Jahrgangsstufe


Filmprogramm zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung
17 Ziele, EINE Zukunft

Ziel 5: Geschlechtergleichheit
»Königin von Niendorf« · 3.–6. Jahrgangsstufe

Ziel 10: Weniger Ungleichheiten
»Blanka« · 5.–8. Jahrgangsstufe

Ziel 5: Geschlechtergleichheit
»Das Mädchen Wadjda« · 5.–9. Jahrgangsstufe

Ziel 5: Geschlechtergleichheit
»Mustang« · 9.–13. Klasse

Ziel 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
»Die grüne Lüge« · 9.–13. Jahrgangsstufe

»Landstreifen« – Der ländliche Raum im Film

» … verdammt, ich bin erwachsen« · 7.–9. Jahrgangsstufe
»Herr Wichmann aus der dritten Reihe« · 9.-13. Jahrgangsstufe
»Wildes Herz« · 9.-13. Jahrgangsstufe
»Wackersdorf« · 9.-13. Jahrgangsstufe

Wissenschaftsjahr 2019: Künstliche Intelligenz

»WALL•E – Der Letzte räumt die Erde auf« · 3.-8. Jahrgangsstufe
»Ex Machina« · 9.–13. Jahrgangsstufe
»Blade Runner« (Director’s Cut) · 11.–13. Jahrgangsstufe

Fortbildung

In Vorbereitung der SchulKinoWochen bieten wir eine ganztägige Fortbildung an – und einige Plätze  sind noch frei. Am Beispiel zweier thematisch verwandter Spielfilme aus dem SKW-Programm (»Das Mädchen Wadjda«, ab Klasse 5, und »Was werden die Leute sagen«, ab Klasse 8) werden elementare Strategien filmischen Erzählens transparent gemacht. Die mit den Teilnehmer*innen durchgeführten Übungen sind so angelegt, dass sie mühelos in den Schulalltag transferiert werden können …


Sie vermitteln einerseits film-narratologisches Grundwissen (zu Einstellungsgrößen, Kamerabewegungen, Filmton und -musik, Montage, Wendepunktstrukturen, Spannungsdramaturgie, Motivgeschichte, Intertextualität, etc.), andererseits aber auch technische Kompetenzen, die bei einer handlungs- und produktionsorientierten Didaktik gefordert sind (etwa bei der Arbeit mit Screenshots, Untertiteln oder kurzen Schnitt-Sequenzen).


Ziel der Fortbildung ist es, anhand verschiedener Lernszenarios zu verdeutlichen, inwiefern verschiedene filmische Gestaltungsmittel dazu beitragen empathische Felder zu erzeugen, die die Rezipient*innen an das erzählte Geschehen binden. Hierbei wird auch berücksichtigt, inwiefern die Rezeption kulturell geprägt ist und durch Vorerwartungen beeinflusst wird, beispielsweise solche, die durch die kulturspezifische Vermarktung von Filmen bestimmt sind.


Referent: Dr. Dieter Merlin; promov. Filmwissenschajler; zurzeit tätig als Deutsch-, Philosophie- und Ethiklehrer am Schiller-Gymnasium Berlin und als abgeordneter Lehrer in der Fachdidaktik Deutsch der Freien Universität.


Termin: Mittwoch, 28.11.2018, 09.00 – 17.00 Uhr 


Ort: Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM)
Struveweg, 14974 Ludwigsfelde-Struveshof


Zielgruppe: Lehrkräfte der Sekundarstufe I und II


Anmeldung: Bis zum 12. November 2018 über: 


Fortbildungsnetz des Landes Brandenburg TISOnline
hcps://2sonline.brandenburg.de/home
Veranstaltungs-Nr. 18L330801


Max. Teilnehmerzahl: 18 Personen


Ankündigung als PDF


Eine gemeinsame Veranstaltung von VISION KINO- Netzwerk für Film- und Medienkompetenz und der Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit dem LISUM und FILMERNST.

Ausfall

Einige Kolleginnen und Kollegen haben es gleich bemerkt und ihrer großen Verwunderung und Enttäuschung Ausdruck verliehen: Vier Spielorte, die von Anfang an FILMERNST-Partner sind und seit Jahren regelmäßig an den SchulKinoWochen teilgenommen haben, sind nicht mehr im Programm verzeichnet. Prenzlau, Neuruppin, Oranienburg und Brandenburg/Havel. Der schlichte Grund: der reduzierte Eintrittspreis von 3,50 Euro.


Die vier Kinos, so eine Entscheidung der Geschäftsführung der Kinogruppe, können zu diesem reduzierten Preis leider keine schulfilmischen Veranstaltungen mehr durchführen. Eine harte Entscheidung, die wir mit großem Bedauern zur Kenntnis nehmen mussten. Dieses Bedauern gilt auch für die Kinoleiter in den jeweiligen Spielorten, die gern und sehr engagiert mit uns zusammenarbeiten, aber an die zentrale Entscheidung gebunden sind. 


Wir hoffen natürlich sehr, und werden uns auch sehr darum bemühen, die vier Kinos und damit auch die vier Regionen des jeweiligen Einzugsgebietes für die schulfilmische Arbeit zurückzugewinnen.


Sündiges Sitzfleisch

Auch wenn die Temperaturen inzwischen gesunken sind und wir wissen, dass es trotz endlos langer Hitze kein Jahrhundertsommer war: Ins Schwitzen hat er uns allemal gebracht! Daher wollen wir kurz aufs Tropische zurückblenden, schon um diesen schönen Satz hier unterzubringen: »Lieber Freund! Welch ein Sommer! Ich denke Sie mir im Zimmer sitzen, mehr Omelette als Mensch.« – Wir hoffen, Sie sind rückverwandelt, in entsprechend guter, ursprünglicher Form und mit Schwung ins neue Schuljahr gestartet. Das Zitat übrigens …


… ist einem Brief Friedrich Nietzsches entnommen. Er schrieb ihn am 30. Juli 1887 aus dem hochgelegenen Sils im schweizerischen Engadin an seinen Freund und Adlatus Heinrich Köselitz in Sachsen. Schade, dass er keine Celsius-Grade angab, die ihn die menschliche Verwandlung in ein Omelett annehmen ließen.

Und da wir schon mal bei Nietzsche sind, haben wir gleich noch einen Ratschlag von ihm, der zu jeder Jahreszeit für Wohlbefinden sorgen kann: »So wenig als möglich sitzen; keinem Gedanken Glauben schenken, der nicht im Freien geboren ist und bei freier Bewegung, in dem nicht auch die Muskeln ein Fest feiern. Alle Vorurtheile kommen aus den Eingeweiden. – Das Sitzfleisch – ich sagte es schon einmal – die eigentliche Sünde wider den heiligen Geist.« In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Bewegung!

Nietzsches Aufforderung zum »Aufstehen« findet sich in »Ecce Homo«, im 4. Kapitel, »Warum ich so klug bin.«

Klasse Klassenzimmer

Wer im Sommer Schatten und Kühle sucht, für den ist das Kino ein idealer Ort. Wir wissen das aus eigener Erfahrung, allerdings saßen wir oft ziemlich verloren im Saal. Kein Wunder, dass der Umsatz der deutschen Lichtspielhäuser um 15% gesunken ist. Im Vergleich zu 2017 wurden im ersten Halbjahr 9 Millionen Eintrittskarten weniger verkauft. Zum Glück gibt's ja FILMERNST, da geht's nur bergauf: Rund 10.000 Besucher zählten wir zwischen März und Juli: »Wunder«, die ermutigende Inklusionsgeschichte, …


… ein Film großer Gefühle, ein Film über Normalität, Ausgrenzung und Anpassung, über Empathie und Toleranz war ein starkes Plädoyer für vielfaches Miteinander – und erreichte die meisten Besucher: 2.900 in 20 Veranstaltungen! Schönes »Wunder«!

Aber auch die anderen drei Filme brachten weit mehr Resonanz als erwartet: »Rudolf, der schwarze Kater« erlebte ja bei FILMERNST gewissermaßen seine Leinwandpremiere, eigentlich gibt's ihn nur auf DVD. Aber das japanische Katzen Animations-Abenteuer, die kindgerechte Geschichte über Freundschaft und Heimat, aber auch über Wissen und Bildung, hat uns derart überzeugt, dass wir ihn ins Programm genommen haben. Fast 1.800 Kinder waren bei den 18 Vorführungen begeistert.

Drehort und Schauplatz Brandenburg, das traf auf »Königin von Niendorf«, zu – einen vielfach ausgezeichneten Debütfilm, geschrieben und inszeniert von Joya Thome. 1.200 Besucher in 16 Vorführungen – im »Weltspiegel« Finsterwalde saßen sogar drei der Kinder-Komparsen des Films mit im Publikum.

Wahrheit, Ehrlichkeit, Zivilcourage – Werte wie diese zeigt »Das schweigende Klassenzimmer«, Lars Kraumes Zeitreise in die DDR-Geschichte. Wir hatten große Erwartungen und Hoffnungen in diesen Film gesetzt - und sie wurden erfüllt: mit fast 2.000 Schülerinnen und Schülern in bislang 15 Veranstaltungen.

Der Film entstand nach einer wahren Begebenheit, die sich 1956 in Storkow ereignete: eine Schweigeminute im Geschichtsunterricht, die den Abiturienten als konterrevolutionäre Aktion ausgelegt und drastisch bestraft wurde.




Karsten W. Köhler war einer der damaligen Abiturienten – und nun bei vielen FILMERNST-Veranstaltungen als Zeitzeuge dabei. In den Gesprächen nach dem Film berichtet er von jenem Ereignis, das sein Leben veränderte. FILMERNST-Pate Florian Lukas spielt den Schuldirektor, von dem die Schüler sich damals verraten glaubten. Beide, Karsten Köhler und Florian Lukas, waren Gast im »Weltspiegel« in Finsterwalde. Mehr als 300 Schülerinnen und Schüler saßen im ausverkauften Kinosaal – und werden sich im Deutsch- und Geschichtsunterricht weiter mit dem Film und seiner Geschichte beschäftigen.

Alle vier Filme des Frühjahrsprogramms können als »Wunschfilme« weiter nachgefragt und auch gebucht werden – einige sind auch im Angebot der nächsten SchulKinoWochen im Januar 2019.



Fotos: FILMERNST, StudioCanal

Fantastische farbfilme

Weil wir uns im Sommer so oft im Kino heruntergekühlt haben, konnten wir auch die Perlen fürs Herbstprogramm entdecken. Anfangs befürchteten wir schon, es gäbe gerade nicht genügend gute Kinder- und Jugendfilme, aber dann kam farbfilm: Kleingeschrieben, ganz recht, aber ein Verleih mit großen Filmen – und Leuten, die Herz und Verstand haben für die Eigenheiten schulfilmischer Arbeit. So gibt's im Herbst gleich zwei farbfilme – mit einer ganz großen Besonderheit: »Thilda & die beste Band der Welt« erlebt seinen ...


… offiziellen Kinostart deutschlandweit erst am 20. September. Die farbfilmer haben uns indes die Möglichkeit geboten, ihn gleich vom ersten Tage an zu zeigen, normalerweise liegen zwischen Kinostart und FILMERNST-Einsatz wenigstens acht Wochen. Unser Gespür für die norwegische Kinderfilmperle war richtig, die Nachfrage ist enorm: Bereits jetzt sind knapp 2.000 Schülerinnen und Schüler für das großartige Roadmovie »Thilda & die beste Band der Welt« angemeldet.

Auch LOMO ist ein farbfilm, empfohlen ab 8. Jahrgangsstufe, von der Filmbewertungsstelle (FBW) mit dem Prädikat »besonders wertvoll« ausgezeichnet. Der Film stellt die für immer mehr Menschen relevante und brisante Frage: Wie weit reicht sie, die Freiheit der sozialen Netzwerke? Der Abiturient Karl hat sein Leben fast komplett in ein Blog verlagert, mit der »Sprache der vielen anderen« will er seine Welt strukturieren. Doch wenn das Private öffentlich wird, drohen Gefahren, Verletzungen, Skandale. Rund 1.000 Schülerinnen und Schüler sind bis dato für die LOMO-Vorführungen angemeldet, hier gibt's in all unseren Partner-Kinos noch ausreichend analogen Platz fürs Digitale.

Nahezu keine Resonanz verzeichnen wir bislang leider auf »Layla M.«, empfohlen ab 9. Klasse. Es ist das starke Porträt einer starken jungen Frau, ein harter Weg der Erkenntnis. Marokkanischer Herkunft, aber in Amsterdam zuhause, sieht und spürt die junge Frau Zeichen alltäglichen Rassismus'. Im Internet sucht sie Gleichgesinnte, in einen der Chat-Partner verliebt sie sich. Sie wird seine Frau, folgt ihm in den Nahen Osten. Hoffnungen und Wünsche kollidieren mit der Realität. »Layla M.« ist ein bewegender, ein politischer, emanzipierter, engagierter Liebesfilm! Im vergangenen Jahr hatten wir mit »Der Himmel wird warten« einen Film ähnlicher Thematik im Programm, die Gespräche darüber haben gezeigt, dass es um Probleme geht, die auch uns hier und heute herausfordern.

Für die Jüngsten haben wir erneut einen niederländischen Film ins Programm genommen, er passt ausgezeichnet zum Schuljahresbeginn. »Mein Freund, die Giraffe«. In Holland gehen die Kinder ja bereits ab ihrem 4. Lebensjahr in die Schule – und wie überall mit großen Erwartungen und ein klein wenig Bammel. Ein wunderbarer Film für Schul- und Kino-Anfänger. Eine liebenswert-nostalgisch animierte Giraffe in einem Sonnenscheinfilm, in dem sich der Ernst des Lebens und der Zauber kindlicher Fantasie auf wunderbare Weise verbinden. 1.200 bislang angemeldete Mädchen und Jungen werden es sehen: Wenn Kinder mit Tieren sprechen, sollten Erwachsene zuhören.




Fotos: farbfilm Verleih, Little Dream Entertainment, Missing Films

Starke Seiteneinsteiger

»Unsere Schulen sind gut aufgestellt. Lehrerinnen und Lehrer kommen gern nach Brandenburg«, das konnte die Bildungsministerin – und FILMERNST-Schirmherrin – Britta Ernst zu Beginn des neuen Schuljahres verkünden. Wir freuen uns natürlich über diese Nachricht und die 1.114 neuen Lehrkräfte. Wir wissen, welche Anstrengungen und Herausforderungen, gerade auch für die sogenannten Seiteneinsteiger, damit verbunden sind, sehen aber vor allem auch filmernste Chancen: Willkommen im »Lernort Kino« …


… mit seinen ganz besonderen Möglichkeiten. Dazu passt, dass weitere 50 Brandenburger Schulen »medienfit« werden, in denen Filmbildung als Ein­stieg in eine zeitge­mäße Medien- und Wertebildung einer der Schwerpunkte ist.

Wir wollen mit unseren filmischen Angeboten, aber ebenso mit Fortbildungsveranstaltungen auch dazu unseren Beitrag leisten. Auf zwei dieser Veranstaltungen möchten wir hier gleich hinweisen:

Um »Strategien filmischen Erzählens« (am Beispiel der Filme »Das Mädchen Wadjda« und »Was werden die Leute sagen«) geht es am Dienstag, dem 04.10.2018, 9.00 – 17.00 Uhr. Der Filmwissenschaftler Dr. Dieter Merlin, zurzeit tätig als Deutsch-, Philosophie- und Ethiklehrer am Schiller-Gymnasium Berlin und als abgeordneter Lehrer in der Fachdidaktik Deutsch der Freien Universität, wird für insgesamt 15 Lehrkräfte der Sekundarstufe I und II die Fortbildung durchführen. Anmeldungen unter www.fortbildung-regional.de

»Urheberrecht und Film im Unterricht« ist das Thema der zweiten Fortbildung am 10.10. 2018, 14.30-17.30 Uhr, im Medienforum in der Berliner Levetzowstraße. Für den Unterricht relevante Urheberrechtsfragen sowie die Präsentation des Materials der Webseite www.wer-hat-urheberrecht.de stehen hier im Fokus der Fortbildung. Anmeldungen ebenfalls unter www.fortbildung-regional.de


Foto: NeONBRAND on Unsplash

Digitaler Druck

»Die Digitalisierung bietet enorme Chancen!« Mit dieser disruptiven Erkenntnis überraschte die Bundeskanzlerin kürzlich in ihrem Video-Podcast und avisierte auch gleich den lange erwarteten »Digitalrat« der Regierung. Der wird sich vielleicht starkmachen für ein Schulfach »Programmieren«, denn neue Unterrichtsfächer zu fordern, ist ja ein ebenso billiges wie beliebtes Spiel. »Webethik« hat der Bestseller-Autor Frank Schätzing vorgeschlagen, als er neulich sein Buch »Die Tyrannei des Schmetterlings« vorstellte. »Da müssen die Kids lernen, eine kritische Haltung ...


... gegenüber dem Selbstoptimierungswahn und der Verengung der Weltbilder einzunehmen.« Dem wollen wir nicht widersprechen – und den Blick auf Frankreich lenken, wo ja die Nationalversammlung gerade ein Gesetz verabschiedet hat, das Handys aus Klassenzimmern verbannen soll. Es war ein Wahlversprechen von Präsident Emmanuel Macron, und Erziehungsminister Jean-Michel Blanquer glaubt nun: »So können sich junge Menschen wieder besser konzentrieren, sie spielen wieder auf dem Schulhof, anstatt Videos zu gucken.« Ob das wohl funktioniert?

Apropos neue Schulfächer: Für Harry Potter stand ja in Hogwarts das Fach »Verteidigung gegen die dunklen Künste« auf den Plan, in dem gelehrt wurde, sich durch geeignete Zauberei und Flüche gegen bösartige magische Bedrohungen und Angriffe zu wehren.

FILMERNST hat sich, wie im letzten Rundbrief schon berichtet, von Facebook abgemeldet … Es werde Licht!


Foto: www.stock.adobe.com

Analoges Abseits

Nein, ganz können wir hier nicht verzichten auf einen weltmeisterlichen Rückblick. Die ganze Richtung hat nicht gestimmt, der Lehrer hatte seine Klasse nicht im Griff. Auch digitale Versuchungen sollen eine Rolle gespielt haben, Playstation-Sucht, und der Rauch aus Wasserpfeifen trübte den klaren Blick. Auf das Aus folgte lange nichts und dann die knallharte Analyse mit viel pädagogischem Feingefühl: Jetzt ist »Die Mannschaft« wieder auf gutem Wege – und die Ausbilder sollten sich den Rat eines früheren Musterschülers …


… zu Herzen nehmen: »Man muss aber auch heute gerade denen eine Chance geben, die weniger Talent für die Schule haben – nicht nur denen, die sich immer gut benehmen, nur Einsen schreiben und intelligenter sind als der Ball.« Der Poldi weiß, wovon er spricht! Der Philosoph Wolfram Eilenberger drückt es so aus: »Der Fußball ist eine Art Rationalitätsloch im Herzen unserer Gesellschaft, und vielleicht muss man das auch manchmal zulassen.«

Apropos Rationalitätsloch und Allgemeinbildung: Die Lufthansa hatte mit einem Spot für Flüge zur Fußball-WM nach Moskau geworben – mit Bildern aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew!!! In einer Entschuldigung hieß es, dies könnte »die Gefühle einiger Nutzer verletzt« haben. O sancta simplicitas!

Foto: Tom Grimbert ob Unsplash

Filmisches Finale

25 Partner-Kinos haben wir im Land Brandenburg, manche von ihnen sind schon 14 Jahre mit großem filmernsten Engagement dabei. Das Sommerloch – so ganz wollen wir doch nicht verzichten auf dieses schöne Wort – hat es ihnen in diesem Jahr besonders schwer gemacht, die Säle zu füllen. Um so nötiger brauchen sie jede Unterstützung. Eine Möglichkeit wäre, online sein ganz persönliches Lieblingskino zu wählen. Die Top 100 werden Mitte Oktober präsentiert, der Champion wird dann von einer Fachjury gekürt ...


Ihre Stimme abgeben können Sie bis 11. Oktober unter www.deutschlandslieblingskino.de – initiert ist die Aktion vom Film- und Kinoportal moviepilot.de

Unter den Top Ten 2017 war übrigens kein Kino aus dem Land Brandenburg, das ließe sich 2018 ja ändern. Uns fielen da einige Kandidaten ein.

Dass die Aktion von Motorola Mobility Deutschland gesponsert wird: ein Schelm, wer Arges dabei denkt. Mobil ins Kino!



Foto: Andreas Weber/FILMERNST

Wilde Wölfe

Wann immer er es ermöglichen kann, ist er bei FILMERNST zu Gast und bereichert Filmgespräche mit Witz und klugen Gedanken: Florian Lukas, einer unserer FILMERNST-Paten. Momentan dreht er in Kanada – und auch wenn er fern ist, ist er uns nah, mit dieser Nachricht und einem schönen Bild: »Ich schicke fröhliche filmernste Grüße vom Yukon im Kanada! Wir drehen hier einen Film für das ZDF. Es gibt jede Menge Bären, ein paar Wölfe (ich habe zwei gefangen), viel Gelände und ein weiter Himmel darüber!«


Wahrscheinlich wird »Fluss des Lebens« – in der »Herzkino«-Reihe des ZDF – keinen FILMERNST-Einsatz erleben, aber zum Glück haben wir bei Florians Filmografie reichlich Auswahl. Wir freuen uns auf Deinen nächsten Besuch – und: Wölfe gibt's auch in Brandenburg!


Foto: Florian Lukas privat


Datenschutz

Liebe Leserin, lieber Leser unseres FILMERNST-Rundbriefs,

in (un-)regelmäßigen Abständen informieren wir Sie über unsere Arbeit, über Filme und Veranstaltungen, über filmische und schulische Themen.
Ab 25. Mai 2018 tritt die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft. Dies bedeutet, dass wir Ihre persönlichen Daten nach der neuen Verordnung nur mit Ihrer Einwilligung verarbeiten dürfen. Gern möchten wir Sie auch weiterhin zu unseren aufmerksamen Leserinnen und Lesern zählen. Wenn Sie auch künftig auf diesem Wege mit uns verbunden bleiben möchten, brauchen Sie nichts zu tun. Sie erteilen uns damit die Genehmigung, Sie weiterhin über unsere filmernsten Aktivitäten zu informieren. Wir versichern Ihnen, dass wir Ihre Daten (Name und E-Mail-Adresse) ausschließlich für den Versand unseres Rundbriefs verwenden.
Falls Sie jedoch keine weiteren Informationen von uns erhalten und aus dem Verteiler gelöscht werden möchten, nutzen Sie bitte den Link am Ende dieser E-Mail oder übermitteln uns Ihre Entscheidung per kontakt@filmernst.de.

Danke – und herzliche Grüße vom FILMERNST-Team.



Filmkinder gesucht!

Mit Literaturverfilmungen kennen sie sich aus: Die Münchner »Lieblingsfilm« hat u.a. die drei »Rico & Oskar«-Romane verfilmt, auch »Blöde Mütze« stammt von ihnen – und gerade läuft »Matti und Sami« in den Kinos. Nun haben sie sich das »Lotta-Leben« vorgenommen und uns gebeten, ihnen bei der Suche nach geeigneten Kinder-Darstellern behilflich zu sein. Das machen wir doch gerne. Welche Rollen zu besetzen sind und was man dafür tun muss, steht im PDF …


… auf dieser Seite. Wir möchten Sie daher bitten – insbesondere die Lehrerinnen und Lehrer der Grundstufe – dem »Lotta-Leben« Ihre Aufmerksamkeit zu schenken und Kinder aus Ihren Klassen bzw. deren Eltern auf den Casting-Aufruf hinzuweisen. Viel Zeit bleibt nicht für die Berwerbung, aber wer zum Film will, der muss auch schnell sein. Wir freuen uns bereits jetzt auf die nächste Literatur-Adaption der »Lieblingsfilmer« im FILMERNST-Programm – hoffentlich mit Kindern aus Brandenburg in den Hauptrollen.


Casting-Aufruf als PDF

Es kann so einfach sein …

… endlich mal wieder einen filmernsten Rundbrief unters Volk zu bringen. »Einfach Dinge anpacken und machen«, der Rest ergibt sich dann wie von selbst. Was freilich noch dazu gehört, ist »märkische Bodenständigkeit«. Sie verstehen nicht? Das alles – oder so wenig – spricht aus dem neuen Slogan, mit dem das Land Brandenburg jetzt zur Marke werden will: »Es kann so einfach sein.« Nun gut, Hochdeutsch können wir ja schon …,


anders als die entfernten Verwandten in Baden-Württemberg. Für uns mussten sich die Markenartikler von Scholz & Friends einfach was anderes einfallen lassen, damit wir nicht länger nur als Kieferngrund irgendwo im Osten wahrgenommen werden, rund um Berlin. Sehr schwer, das so einfach auf den Punkt zu bringen. Gleich gab's heftigen Gegenwind. Das Ganze müsse weiterentwickelt werden, klingt da weit versöhnlicher als »ziemlicher Fehlschlag« oder: der Wappenadler sehe aus wie ein gefalteter Kranich. Allerdings: Die »Sehnsucht nach einem naturnahen Leben« lässt sich aus dem so einfachen Slogan kaum herauslesen, und die Alternative zum Babylon Berlin wohl auch nicht. Lassen wir doch der Kampagne – in Text und Bild – erst mal ihren Lauf, vielleicht werden wir – und andere – neue Perspektiven entdecken.

Imagefilm für das Land Brandenburg

Übrigens: Nur eines der 18 Bundesländer verzichtet selbstbewusst auf einen Slogan. Aber von dort kommt jetzt unser kreuzfideler Heimatminister. Einige der Länder-Slogans sind gar nicht schlecht, Sie kennen Sie natürlich von den Schildern an der Autobahn:

»Der echte Norden«1


»Hier hat Zukunft Tradition.«2


»Großes entsteht immer im Kleinen.«3


»Wachsen mit Weitsicht.«4


»Wir machen’s einfach.«5


»Land zum Leben.«6


Der dagegen geht gar nicht: »Germany at its best«7


Raten Sie mal, was zu wem passt - ohne zu googeln!





Die Auflösung: Schleswig-Holstein1, Thüringen2, Saarland3, Hamburg4, Rheinland-Pfalz5, Mecklenburg-Vorpommern6, Nordrhein-Westfalen7


Einfach naheliegend

In Brandenburg dreht sich natürlich auch viel um Film, vor und hinter der Kamera. Von Babelsberg aus werden große nationale und internationale Produktionen gefördert, aber das »Medienboard Berlin-Brandenburg« hat auch das nahe liegende »Kleine« und Regionale – wie FILMERNST – im Blick: Medienboard-geförderte Filme laufen in unserem medienboard-geförderten Projekt, ganz aktuell »Das schweigende Klassenzimmer«.


Entstanden nach einer wahren Geschichte, die sich 1956 in einer 12. Klasse der »Kurt-Steffelbauer-Oberschule« im brandenburgischen Storkow ereignet hat: Die Abiturienten beginnen eine Geschichtsstunde mit einer Schweigeminute – im Gedenken an die im Ungarn-Aufstand gegen die Russen Gefallenen. Im Arbeiter- und Bauernstaat keine Meinungsäußerung, über die zu diskutieren wäre, sondern ein konterrevolutionärer Akt, den es zu enttarnen gilt. Der Volksbildungsminister setzt das knallharte Ultimatum: Entweder sind binnen einer Woche die »Rädelsführer« benannt oder die gesamte Klasse wird vom Abitur in der ganzen Republik ausgeschlossen.

Gedreht in Eisenhüttenstadt und in Babelsberg, standen auch zwei FILMERNST-Paten vor der Kamera: Florian Lukas ist der gutmütige und eigentlich verständnisvolle Schuldirektor, der von seinen Genossen gnadenlos kaltgestellt wird. Ronald Zehrfeld ist ein Stahlarbeiter von echtem Schrot und Korn, der seinen ältesten Sohn gern als ersten in der Familie zum Studium schicken möchte. Gewissensentscheidungen – noch steht die Mauer nicht, noch gibt es einen Ausweg.




Drehort Brandenburg, Landkreis Teltow-Fläming: In Niendorf, einem Ortsteil der Gemeinde Ihlow, siedelte Joya Thome ihren ersten Spielfilm an: »Königin von Niendorf«. Ein Kinderfilm, der das Land zum Klingen und Leuchten bringt: Es summt, es quakt, es zwitschert. Im Gras liegen und in den Himmel schauen. Ein grüngold glänzender Rosenkäfer auf der Hand. Vollmond, Käuzchenschreie, 5 Uhr morgens auf einer Lichtung. Geheimnisse und Mutproben – Sommerferien in Brandenburg. Ein großartiger Film, der das Publikum schon auf zahlreichen Festivals begeisterte – und nun auch bei FILMERNST.

Die beiden anderen Filme des FILMERNST-Frühjahrsprogramms führen weit weg von Brandenburg: nach Japan (»Rudolf, der schwarze Kater«) und New York (»Wunder«).

Die Resonanz auf das Angebot ist bislang höchst erfreulich: Bereits mehr als 6.000 Schülerinnen und Schüler sind für die vier Filme angemeldet, etliche Veranstaltungen haben bereits stattgefunden, zum Teil mit intensiven Filmgesprächen. Weitere Anmeldungen, insbesondere für die Veranstaltungen im Juni, sind möglich – entweder gleich hier online oder Nachfragen und Beratung auch telefonisch unter 03378 209 161 /-162.


Fotos: Darling Berlin/ UCM.ONE, Berlin (Königin von Niendorf); StudioCanal/Julia Terjung (Das schweigende Klassenzimmer)

« neuer älter »


Telefon 03378 209 161 (Susanne Guhlke)
03378 209 162 (Jana Hornung)
03378 209 148 (Susanne Pomerance)
E-Mail kontaktfilmernst·de
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