Aufbruch zum Mond

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im Land Brandenburg

Aufbruch zum Mond
First Man

USA 2018 / Spielfilm / 142 Minuten / 9.-13. Jahrgangsstufe

Inhalt

»Das Schicksal hat es so gewollt, dass die Männer, die in friedlicher Mission zum Mond aufgebrochen sind, nun auf dem Mond bleiben werden, um dort in Frieden zu ruhen.« Die Erklärung, die Präsident Nixon abgegeben hätte, wären Neil Armstrong und Buzz Aldrin nicht vom Mond zurück- gekehrt, war schon geschrieben. Wir sehen und hören den Text in diesem Film – und wissen, dass die Apollo-11-Mission ein glückliches Ende fand. Was diesem kleinen Schritt für einen Menschen, aber einem Sprung für die Menschheit vorausging, wie sich Armstrong fast ein Jahrzehnt lang auf das wissenschaftliche, vor allem aber politische Space-Race-Abenteuer vorbereitete, zeigt dieser Film – in vielen Facetten. Er tut es mit atemberaubenden Bildern, die einem beim Zusehen physisch durchrütteln. Er tut es mit einer Tonspur, die das infernalisch Laute mit ehrfürchtiger Stille verbindet – und mit einer Anspielung auf Stanley Kubricks Klassiker »2001: a space odyssey«. Er tut es jedoch vor allem in der doppelten Darstellung des Mannes Armstrong als furchtloser Astronaut und verletzlicher Familienmensch. Er verzichtet auf nationales Pathos, wenn er die US-Flagge auf dem Mond ungesehen lässt – und offenbart große Gefühle. Das Ende ist gänzlich anders, als bei einem Weltraum-Spektakel und einer Heldenreise zu erwarten.

In voller Länge außerirdisch-überwältigend: 1969: A Moon Odyssey.

Fotos: Universal Pictures International Germany

Das Buch zum Film
James R. Hansen: Aufbruch zum Mond.
Neil Armstrong
Die autorisierte Biografie – Das Buch zum Film Deutsche Erstausgabe, aus dem Amerikanischen von
Elisabeth Schmalen, 512 Seiten,
mit 16 Seiten Bildteil
Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-60463-6



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Fächer

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»Erzählerisch ist ›Aufbruch zum Mond‹ ganz Familiendrama, das sich außerdem nicht scheut, die Mission auf einer weiteren, ethischen Ebene zu hinterfragen. Darf man zu Gunsten der Weltraumforschung eigentlich Menschenleben aufs Spiel setzen? In welchem Verhältnis stehen die horrenden Forschungssummen zum Nutzen für den Normalbürger? Und ist es egoistisch, sich gegen die Familie und für seine Arbeit als Astronaut zu entscheiden? All diese Elemente bringen Würze in den trotz seiner 140 Minuten Laufzeit ungemein kurzweiligen Film, der obendrein mit einer spektakulären Optik aufwarten kann.«
Antje Wessels, Wessels-Filmkritik.com, Hamburg

»Neben all der Authentizität und dramaturgischen Genauigkeit, wie auch der provokanten Nebenfrage nach dem Sinn der Mission (›I can’t pay no doctor bill but whitey’s on the moon‹), spitzt sich das Biopic in einem grandiosen Finale zu, das den bis dorthin limitierten Score zum sternenstündigen Orchester heranwachsen lässt. Chazelle lässt dem Zuschauer dennoch, neben jener Begeisterung, das beängstigende Mysterium um das Weltall spüren – visuell, wie auch musikalisch. Dass zusätzlich auf dem Mond das körnige Analogbild von der gestochen scharfen IMAX-Auflösung ersetzt wird, ist letztlich nur das i-Tüpfelchen für die hautnahe Erfahrung, die hier geboten wird.«
Robin Längert, inglouriousfilmgeeks.de

»Neben den 16-mm-Bildern, die dem Film eine brüchige Schönheit sowie angemessen nostalgische Qualität verleihen, einem bis ins letzte Detail ausgeklügelten Sound-Design und dem Schnitt, welcher dem erzählerischen Rhythmus immer wieder eine fast schon assoziative Poesie verleiht, findet ›Aufbruch zum Mond‹ nach einigen dramatischen und äußerst packenden Höhepunkten in den letzten 15 Minuten zu einer schier atemberaubenden Vollendung. Ähnlich wie Christopher Nolan, der in seinem Science-Fiction-Epos ›Interstellar‹ ebenfalls ganz nah am Menschen blieb und globale Auswirkungen in den kleinsten Gesten fand, entfaltet auch ›Aufbruch zum Mond‹ mit dem Betreten des Mondes eine emotionale Wucht von einzigartiger Intensität.«
Philippe Paturel, cinemaforever.net, Berlin

»Was ›Aufbruch zum Mond‹ interessant macht, ist die Art und Weise, wie sehr sich der Film in die technische Erfahrung des möglichen Scheiterns begibt. Drei Flüge strukturieren den Film, die aus der Perspektive des Manns im Cockpit gefilmt sind: der Testflug in die Schwerelosigkeit vom Beginn, das erste Andocken an ein Mutterschiff in der Mitte und die Expedition zum Mond im Finale. Das Bild wackelt dann stets gewaltig und sein Zuschnitt stiftet wenig Orientierung. Beim Fast-Crash nach dem Andockmanöver wird die ganze Dramatik visuell über eine Geschwindigkeitsanzeige am Armaturenbrett erzählt - der Zeiger muss wieder nach links zu den niedrigen Ziffern.«
Matthias Dell, Zeit online, Hamburg

»Wirklich bewegend, und deswegen trotz mancher Längen ein starker Film ist ›First Man‹ durch seinen Schlussakkord. Wie Chazelle vom Start bis zur Mondlandung und zur Rückkehr zur Erde die konkrete Mission inszeniert, wie er die körnigen Fernsehbilder von damals nachahmt und doch Dramatik und Pathos aus der feuerspuckenden Höllenmaschinerie dieses Apollo-Abenteuers bezieht, wie er auch zeigt, dass der Erfolg schließlich allen Protest übertönt - dies ist hochemotionales, verdichtetes und kluges Kino. Daran haben nicht zuletzt die Musik von Justin Hurwitz und das subtil zurückgenommene Spiel von Claire Foy als Armstrongs Ehefrau Jan massiven Anteil.«
Frank Olbert, Berliner Zeitung

»Die Tonspur erzählt eine ganz eigene grandiose Geschichte, die von der unzulänglichen Technik. Die Cockpits und Raumkapseln klingen allesamt wie rostige Seelenverkäufer auf hoher See oder gleich wie U-Boote in tiefster Not. Es knarzt und knackt, klappert und quietscht, als wären die Mechaniken des 20. Jahrhunderts bloß Steinzeitmittel vor Erfindung der strahlenden digitalen Gegenwart. Dabei sind die Fähigkeiten der Raketentechniker damals, gemessen etwa an Computerrechenkapazität, weitaus höher einzuschätzen […] Einmal noch porträtiert ›Aufbruch zum Mond‹ das alte, strikt geordnete, in Teilen längst überkommende Amerika auf dem Höhepunkt seiner Wirkung. Einheit durch Technik. Fortschritt durch Staatswillen. Und Männer mit kurzen Haaren in absoluter Kontrolle.«
Holger Kreitling, Die Welt, Berlin

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