Stop ♥ Zemlia

Das Kompetenzzentrum für
Film – Schule – Kino
im Land Brandenburg

Stop ♥ Zemlia

Ukraine 2021 / Spielfilm / 122 Minuten / 9.-13. Jahrgangsstufe

Inhalt

»Was ist, wenn ich etwas will, aber ich habe Angst«, schreibt Masha per Instagram an einen ihr unbekannten Empfänger. Der antwortet ihr: »Du wirst etwas über dich selbst lernen, wenn du dich traust.« Doch genau das ist ihr Problem. Der 16-jährigen fehlt, in ihrem vorletzten Jahr auf dem Gymnasium, das Vertrauen in sich selbst und in die Zukunft. Ihren Kyjiwer Mitschüler:innen geht es nicht viel anders, alle driften so dahin. Sie spielen »Stop-Zemlia«, eine Art »Blinde Kuh«, als wären sie noch Kinder und wollten am liebsten mit verbundenen Augen durchs Leben gehen. Zu dritt liegen sie aber auch in Mashas Bett, ihre beste Freundin Yana und der coole Senia, die normalste Sache der Welt. Weil für die »Bloody Mary« der Tomatensaft fehlt, ritzen sie sich den Arm und nehmen das Blut. Trauen müsste sich Masha auch, Sasha ihre Gefühle für ihn zu offenbaren. Der hat Zoff mit der Mutter. Vielleicht meldet er sich, statt zu studieren, beim Militär. Dort, so sagt er ihr, nehmen sie ja jeden. Im Club flirren und schweben die Annäherungen und Beziehungen eher wortlos dahin. »I’ll always be alone« ist in einem der Songs zu hören. Am Ende stellen sich alle 25 Schüler:innen der Klasse 11A zu einem Gruppenfoto auf. »Halt die Welt an!« – ein Moment des Übergangs, ein Moment für die Zukunft.

Ein authentisches, liebevolles Generationen-Porträt – der Krieg lag noch außerhalb ihrer und unserer Vorstellungen.

Fotos: Déjà-vu Film, Hamburg

Themen

Familie   |  Identität   |  Individualität   |  Träume   |  Wünsche   |  Werte   |  Jugend   |  Erwachsenwerden   |  Lebenskonzepte   |  Selbstfindung   |  Selbstvertrauen   |  Stärken und Schwächen   |  Anerkennung   |  Freundschaft   |  (erste) Liebe   |  Kommunikation   |  Ängste   |  Depression   |  Ukraine

Fächer

Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde   |  Deutsch   |  Politische Bildung   |  Psychologie

»Es ist das Alltägliche im Hier und Jetzt, das sie mit ihrem Debütfilm einfängt, und sie tut es mit allergrößtem Mitgefühl und Respekt. Lässt man sich ein auf den ruhigen Erzählfluss und das Immergleiche, wirken Masha und ihre Freund:innen, allesamt von Laien dargestellt, die in dokumentarischen Sequenzen von sich selbst erzählen, einem plötzlich ganz nah […] Dass die junge Filmemacherin damit einen Nerv getroffen hat, unterstreicht die Entscheidung der Jugendjury, die ›Stop-Zemlia‹ als besten Film von 14plus mit dem Gläsernen Bären ausgezeichnet hat. Der Film zeige, so die Begründung, ›wie unsere Generation träumt, fühlt und erlebt“‹.«
Kirsten Taylor, Der Tagesspiegel, Berlin

»Dass die Schauspieler:innen Figuren darstellen, die nah an ihrer eigenen Lebensrealität angesiedelt sind, verleiht dem Film eine einzigartige, schon fast dokumentarische, Authentizität. Das Dokumentarische ist auch konzeptuell im Film angelegt: Die Handlung wird regelmäßig unterbrochen durch Interviewszenen, in denen die Figuren von der Regisseurin, als sie selbst auftretend, zu ihren Gefühlen und Gedanken befragt werden. Das Ergebnis dieser Vermischung von authentischem Lai:innenschauspiel und persönlicher Dokumentation hat ein ungeheuerliches, immersives Potenzial, das ›Stop-Zemlia‹ zu einer bemerkenswerten Filmerfahrung macht.«
Sophie Brakemeier, berliner-filmfestivals.de, Berlin

»Die Stärke dieses ersten, auf der Berlinale preisgekrönten Spielfilms liegt auch in seiner Universalität, in seiner Art, die Geschichte nie in einer eindeutigen Realität zu verankern. Wir könnten überall sein, außer dass wir uns in Kyjiw befinden. Die Jugendlichen, die wir entdecken, leben heute, wenn sie nicht aus der ukrainischen Hauptstadt geflohen sind, in einem Land, das sich unfreiwillig im Krieg befindet und von Wladimir Putins Russland heftig angegriffen wird. Es ist daher unmöglich, Stop-Zemlia nicht vor dem Hintergrund dieser tragischen Ereignisse zu betrachten und darin die Überbleibsel einer geopferten Generation zu sehen.«
Stéphanie Gobbo, Le Temps, Genf (übersetzt mit DeepL)

»Der Film deutet zahlreiche schwierige Themen an – unter anderem Streit mit den Eltern und Mobbing –, ohne in die Gefilde eines Problemfilms zu geraten. Es geht nicht darum, dezidierte Botschaften zu vermitteln, sondern aufmerksam am Dasein der Figuren teilzuhaben. Auch die Kommunikationswege über soziale Netzwerke werden stimmig integriert, ohne aufdringlich zu wirken […] Die Handlung wird noch um kurze, eingestreute Interviews ergänzt, in denen Masha und die anderen darüber reden, was sie nach der Schule machen wollen und welche Gedanken und Gefühle sie umtreiben. Auch hier entsteht eine angenehme, stets respektvolle Nähe zu den Figuren.«
Andreas Köhnemann, spielfilm.de, Nierstein

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