Wo ist Anne Frank

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Wo ist Anne Frank

Belgien, Luxemburg, Frankreich, Niederlande, Israel 2021 / Animationsfilm / 99 Minuten / 6.-10. Jahrgangsstufe

Inhalt

»Sie sollte meinen Charme haben, mein Lächeln, meine Klugheit und natürlich auch meinen Humor.« So stellt sich Anne Frank ihre imaginäre Freundin vor, »ein nettes Mädchen von 14«. Sie nennt es »Kitty«, weil sie selbst gern so heißen wollte, als sie noch klein war. Anne vertraut Kitty ihre Gedanken und Geheimnisse an: im rotkarierten Tagebuch, einem Geschenk des Vaters zum 13. Geburtstag, am 12. Juni 1942. Anne Frank wurde weltweit zum Mythos, ihr Tagebuch gehört heute zum Weltdokumentenerbe.
Wer glaubt, von dieser Geschichte sei bereits alles in allen Facetten erzählt, der sehe diesen Film. In ihm geschieht das absolut
Unglaubliche: In der Amsterdamer Prinsengracht 263, im Anne-Frank-Haus, zerbirst der Glaskubus mit der Reliquie. Die Schrift der Tagebuchseiten löst sich auf und nimmt die Gestalt eines rothaarigen Mädchens an. Es ist Kitty, die aus dem Gestern ins Heute schwebt und mit Verwunderung Annes Heiligenstatus entdeckt. Auf gleiche wundersame Weise kann Kitty wieder zurück ins Tagebuch und uns hinführen zu Anne. Der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart vereint die Freundinnen, real und fantastisch. Unter welcher Bedingung Kitty das Tagebuch wieder an dessen Platz bringen wird, das wäre ganz in Annes Sinn – und gibt Hoffnung für die Zukunft.

Gewidmet hat Ari Folman diesen Film seinen Eltern, die in derselben Woche an den Toren von Auschwitz ankamen wie die Familie Frank.

Fotos: farbfilm Verleih, Berlin

Themen

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Fächer

Deutsch   |  Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde   |  Geschichte   |  Politische Bildung   |  Kunst

»Bildgewaltig, eindrücklich, zwischen Vergangenheit und Gegenwart pendelnd, erzählt der israelische Regisseur Ari Folman (der schon mit ›Waltz with Bashir‹ Maßstäbe setzte, was die Auseinandersetzung mit der Erinnerung betrifft) in seinem Animationsfilm ›Where is Anne Frank?‹ von der Tagebuchschreiberin und der Freundin, die sie sich erträumte […] In der Schlussszene des Films droht Kitty, das berühmte Tagebuch zu verbrennen, sollte der Staat sich nicht für die Verfolgten engagieren. So macht sie deutlich, dass Anne Franks Appelle, den Schwachen zur Seite zu stehen und für die Rettung jedes Einzelnen zu kämpfen, an Bedeutung nichts eingebüßt haben.«
Alexander Jürgs, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Folmans Entscheidung, Kitty statt Anne in den Mittelpunkt der Handlung zu rücken, macht die Adaption originell, da der Film nicht nur auf die Vergangenheit blickt, sondern seinen Blick auch auf die Gegenwart richtet. Er handelt von Anne Franks Leben und  ihrem Tagebuch, das zu einem wichtigen, ja ikonischen literarischen Dokument geworden ist. Wie in seinen anderen Filmen arbeitet Folman wieder mit erfolgreichen Künstlern zusammen, die den Film zu einem außergewöhnlichen Kinoerlebnis machen. Das elegante Design von Lena Guberman, die beeindruckende Animation von Yoni Goodman, die erschütternde Musik von Karen O und Ben Goldwasser haben die Vorführung in Cannes zu einem filmischen Erlebnis gemacht, das internationale Kritiker staunen ließ und die Vorführung zu einem viele Zuschauer zutiefst bewegenden Ereignis machte.« 
Nirit Anderman, Haaretz, Tel Aviv

»Der israelische Regisseur ist ein Experte darin, vertraute Geschichten mit der Kraft und den Möglichkeiten des Animationsfilms zu erzählen ... Dennoch ist die Idee, die hinter ›Wo ist Anne Frank‹ steckt, vielleicht die bisher beste von Folman ... Auch die Animation unter der Leitung von Lena Guberman ist fantastisch, denn sie lässt der Geschichte den Vortritt. Sie besteht jedoch aus 159.000 einzelnen Zeichnungen, die in 15 Ländern mit einer völlig neuen Technik erstellt wurden, indem statische Hintergründe mit klassischen, animierten Figuren in 2D kombiniert wurden. Das Hinterhaus wurde als Miniaturmodell erstellt, was es den Filmemachern ermöglichte, Bilder von realen Kulissen zu erstellen, die von echten Kameras aufgenommen wurden. Auf diese Hintergründe wurden dann gezeichnete Figuren als Animation gesetzt. Eine Technik, die so innovativ ist wie dieser brillante Film.«
Kaleem Aftab, cineuropa.org, Brüssel

»Kitty als reale Person im heutigen Amsterdam zum Leben zu erwecken, ist ein genialer Schachzug von Folman, und ihre Beziehung zu ihrem Freund Peter, der ein Heim für Flüchtlinge ohne Papiere leitet, schließt den Kreis, um mehr zu bewirken, als man sich je vorstellen könnte. Dies ist nicht nur eine weitere Nacherzählung der Anne-Frank-Geschichte, sondern eine komplette Neuerfindung, die in den Herzen des jungen Publikums, an das sie sich richtet, Widerhall finden sollte.«
Pete Hammond, deadline.com,
Los Angeles (CA)

»Ari Folmans ›Wo ist Anne Frank› ist eine so lebendige, kreative und gesellschaftspolitisch dringende Modernisierung einer klassischen Holocaust-Geschichte, dass die meisten Kinder gar nicht bemerken oder sich darum kümmern werden, dass sie im Dienste einer klaren moralischen Belehrung steht.« 
David Ehrlich, indiewire.com,
Los Angeles (CA)

»Folman gelingt ein Coup, indem er Annes Geburtstagsparty zeigt und dann Kitty zeigt, wie sie sich in das Publikum eines Theaterstücks über eben dieses Ereignis schleicht und sich über die Dinge aufregt, die die moderne Welt falsch macht. Und in ihrer Erinnerung tauchen die Nazi-Truppen wie riesige Dementoren auf, und dann, nachdem sie die Berichte von Annes Vater Otto gelesen hat, wird die letzte schreckliche Reise in die Lager mit Visionen der Unterwelt und des Flusses Styx verbunden.«
Peter Bradshaw, The Guardian, London

»Diese handgezeichnete, animierte Vision, die aussieht, als wäre sie digital erstellt worden, ist wundersam und magisch. Die Umgebungen haben eine große Tiefe, wenn man bedenkt, dass einige der Hintergründe zunächst als physische Miniaturen erstellt wurden und die gezeichneten Charaktere erst später hinzugefügt wurden […] Der Höhepunkt von ›Wo ist Anne Frank‹ strotzt vor Hoffnung und Aufrichtigkeit, die man als sentimental bezeichnen könnte, aber im Kontext dieser transzendentalen emotionalen Expedition ist es eine berechtigte Notwendigkeit, daran zu glauben, dass wir tatsächlich wachsen und uns aufrichtig um andere kümmern können.«
Carlos Aguilar, theplaylist.net, New York

(alle original englischsprachigen Zitate übersetzt mit DeepL)

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