1982

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1982
Nineteen Eighty-two ١٩٨٢ الف و تسعمائة و اثنان و ثمان

Libanon, USA, Katar, Norwegen 2019 / Spielfilm / 104 Minuten / 7.-13. Jahrgangsstufe

Inhalt

»Noch zwei Tage Prüfungen, dann geht’s ans Meer.« Majid ist die Vorfreude an den Augen abzulesen, als er seinem besten Freund Wissam berichtet, dass ihm der Vater erlauben wird, Wasserski zu fahren. Wissam wiederum weiht Majid in ein Geheimnis ein: Er hat eine Botschaft mit Zeichnung in den Spind von Joanna gelegt, ohne Absender natürlich. Zuversichtlich, was die Examen und die erste Liebe anlangt, ist es für ihn und die anderen ein herrlicher Sommertag, Juni 1982. Doch die Lehrer sind in höchster Anspannung. Es scheint etwas in der Luft zu liegen, am Himmel kündigt sich Unheil an: Kondensstreifen von Kampfjets, aufgescheuchte Vogelschwärme, schwarze Tauben auf dem Schuldach. Wenig später donnern Schützenpanzer am Sportplatz vorbei. Während der Mathe-Prüfung sind schon laute Detonationen zu hören, ist eine mächtige Rauchsäule am Horizont zu sehen. Die israelische Armee hat die Grenze zum Libanon überschritten und rückt in Richtung Beirut vor. Schnell wird aus der schulischen Prüfungs- eine existentielle Ausnahmesituation, für die Kinder wie für die Erwachsenen. Im Bus, der die Schüler in Sicherheit bringen soll, sitzt Wissam dann neben Joanna – und über Beirut erscheint ein von ihm gezeichneter Schutzpatron in den libanesischen Farben. Die ersehnten Ferien beginnen mit Krieg.

Manchmal denkt man, es ist weit weg. Aber das ist es nicht – weder 1982 noch heute.

Fotos: mec Film, Berlin

Themen

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»In der kindlichen Phantasie lässt sich der Krieg mit überdimensionalen, roboterhaften Gestalten kurzerhand beenden, die Realität sah anders aus. Jahre später hat sich die Phantasie Mouaness nun doch noch durchgesetzt, das Ergebnis ist ein zurückgenommener, aber dennoch eindringlicher Film über den Anfang eines Krieges, aus kindlicher Perspektive.«
Michael Meyns, programmkino.de, Berlin

»Mit sicherem Blick, einer abwechselnd festen wie nervösen Kamera, wobei letztere eingesetzt wird, um die wachsende seelische Anspannung der Figuren und die zunehmende Unordnung in der Schule zu verdeutlichen, hat Regisseur Mouaness einen ganz außergewöhnlichen Kriegsfilm geschaffen. Mutig in Bezug auf die Form und die dramaturgischen Entscheidungen und besetzt mit durchweg ausdrucksstarken Darstellern bei den Erwachsenen wie bei den Kindern. Geradezu ein Geniestreich ist dann noch das Poplied im Abspann ›Eye in the Sky‹ von The Alan Parsons Project aus dem Jahr 1982, das lange nachhallt und dessen Text als Ausdruck von Enttäuschung und Wunsch nach Wiedergutmachung des den Kindern zugefügten Schadens verstanden werden kann.«
Teresa Vena, kino-zeit.de, Mannheim

»›1982‹ zeichnet letztlich ein direktes, unverfälschtes Bild vom Alltagsleben in einem Kriegsgebiet und zeigt den Ort ›Schule‹ als etwas, das er hier nicht mehr ist: der Zufluchts- und Rückzugsort, der den Kindern Schutz und Sicherheit verspricht.«
Björn Schneider, spielfilm.de, Nierstein

»Dies ist kein nost­al­gi­scher Film. Erst zu den Abspann-Credits gestattet sich der Film eine Popsong-Referenz. Regisseur Oualid Mouaness subli­miert in ›1982‹ nicht die Tragödie zum Triumph der Liebe. Sondern er spielt mit unser aller Sehnsucht nach der Kindheit und dem Wissen der Erwach­senen, dass wir alle früher oder später dem Unglück ins Auge sehen müssen […] ›1982‹ ergreift dabei nicht Partei für die Unschuld der Jugend, aber er übernimmt ihre Perspek­tive: Fassungslos blicken die Kinder auf die zunehmend surrea­lere Erwach­se­nen­welt.«
Rüdiger Suchsland, artechock.de, München

»Die Inszenierung verbindet durchaus geschickt die Welt der Kinder und die der Erwachsenen. Während der narrative Mikrokosmos der Kinder eher von privaten Problemen wie Neckereien und Rivalitäten geprägt ist, dominieren bei den Erwachsenen die aktuellen politischen Konflikte zunehmend Alltag und Beziehungen. Das Lehrerliebespaar, das zugleich unterschiedliche politische Positionen vertritt, dient dabei gleichsam als Verbindungsbrücke.«
Reinhard Kleber, filmdienst.de, Bonn

»Voller Empathie für seine Figuren hat Oualid Mouaness in ›1982‹ einen großartigen Film realisiert. Mouaness inszeniert den heraufziehenden Krieg wie in einem Horrorfilm, der den Schrecken zunächst anklingen lässt, bevor er im Bild erscheint, und balanciert das Bedrückende dieser Bilder dann, indem Wissams Fantasie über sich hinauswächst. Ein großer Dank an Irit Neidhardt und ihren Verleih mec film dafür, diesen Film in die deutschen Kinos zu bringen.«
Fabian Tietke, taz, Berlin

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