Oeconomia

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Oeconomia

Deutschland 2020 / Dokumentarfilm / 89 Minuten / 10.-13. Jahrgangsstufe

Inhalt

»Mit diesem Film bin ich in eine schwierige Sache geraten«, teilt uns die Regisseurin gleich anfangs mit. Harmlose Neugier war es, die sie dazu brachte, die Phänomene unseres Wirtschaftssystems zu verstehen. Wie funktioniert eigentlich eine Bank? Weshalb sind Schulden scheinbar unerlässlich? Wo kommt das Geld her für die Gewinne? Warum wächst die Ungleichheit der Vermögensbildung? Welche Spielregeln, Abhängigkeiten und Zusammenhänge gibt es? Carmen Losmann stellt verblüffend einfache Fragen, die aber manchem Chefvolkswirt, Finanzvorstand oder Anlageberater glatt die Sprache verschlagen. Die meisten sagen Interviews von vornherein ab, wollen Meetings oder Gespräche für die Kamera höchstens simulieren. Einer legt für den Kontakt mit der Regisseurin einen Mail-Privataccount an und lässt sie wissen, ohne weitere Absprache keinesfalls zitierfähig zu sein. Immerhin benennt er den berühmt-berüchtigten »Elephant in the Room«, über den niemand spricht: Der zentrale Akteur im Kapitalismus ist der Schuldner. Die Erscheinungsform des Systems zeigt der Film mit spiegelglatten Oberflächen, in bläuliches Licht getaucht, absolut clean. Im Maschinenraum dagegen kann es ruhig dreckig zugehen. Man müsste über Alternativen nachdenken, lautet der letzte Satz.

Nach »Work Hard, Play Hard« der nächste Losmann-Film mit enormer Sogwirkung!

Bilder: Neue Visionen Filmverleih, Berlin

Themen

Geld   |  Vermögen   |  Wirtschaftswachstum   |  Banken   |  Kredite   |  Schulden   |  Verschuldung   |  Umverteilung   |  Finanzpolitik   |  Finanzmarkt-Regulierung   |  Wirtschaftsordnung   |  Kapitalismus   |  Neoliberalismus   |  Denk- und Verhaltensmuster   |  Rollen- und Sprachspiele   |  Ethik und Moral   |  Werte   |  Gerechtigkeit   |  Architektur

Fächer

Deutsch   |  Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde   |  Philosophie   |  Wirtschaft-Arbeit-Technik

»Das Dilemma auf dem Punkt gebracht, kommt ›Oeconomia‹ zum Schluss, dass unser derzeitiges Wirtschaftssystem ein Paradoxon in sich ist. Auch als pädagogisches Unterrichtsmaterial bestens geeignet, wird dies in unterschiedlichen Aspekten aufgezeigt. Somit richtet sich Losmanns neuestes Werk auch an die jüngere Generation, da nicht nur ein Grundverständnis über wirtschaftspolitische Zusammenhänge geschaffen wird, es wird darüber hinaus auch mit falschen Erklärungen über altbackene Systemtheorien aufgeräumt.«
Michael Gasch, film-rezensionen.de, München

»Zusammengehalten wird der ganze Film, der mitunter durchaus an das gute, alte Schulfernsehen erinnert, durch Losmanns eigentümlichen Humor, der insistiert und nachfragt. ›Oeconomia‹ besteht durchaus nicht nur aus Talking Heads vor Grafiken, sondern die Kamera begibt sich auf die Spurensuche nach der Realität hinter den abstrakten Prozessen. So wird sie, wenn es um den Komplex ›neue Märkte, neue Produkte, neue Wertschöpfungsketten‹ geht, fündig in und vor Kaufhäusern, wo dann die nächste Sonderedition eines bestimmten Schuhs auf Obdachlose auf der Straße davor trifft.«
Ulrich Kriest, filmdienst.de, Bonn

»Dieser Film ist stel­len­weise ziemlich witzig, und stel­len­weise bewusst belehrend. Es ist ein Film, dem es gelingt, ein schwie­riges Thema verständ­lich zu machen. Aber es ist auch ein Film, der sich dem Zuschauer nicht anbiedert. Carmen Losmanns Talent ist es, in verein­fachten, relativ leicht verständ­li­chen Aussagen den schieren System­wahn­sinn unserer heutigen Finanz­wirt­schaft fest­zu­halten. Das Ergebnis zeigt, wie virtuell und absurd unser Wirt­schaften inzwi­schen geworden ist. ›Oeconomia‹ ist eine so glänzende wie präzise Analyse unserer gegen­wär­tigen Finanz­welt.«
Rüdiger Suchsland, artechock.de, München

»Mit viel Vertrauen in ihr Publikum regt die Erzählweise zum selbstständigen Denken an. Wo kommt denn nun der Profit her, aus den steigenden Staatsschulden im Zusammenhang mit dem Wirtschaftswachstum? Es geht noch weiter, denn dieser Umstand ist nur ein Aspekt, der den Motor vorm Kollaps bewahrt. Wie eine Gesprächspartnerin formuliert, man muss in den Maschinenraum schauen und wird dort diejenigen finden, die Kohle in den Kessel schaufeln. Das sind nicht mehr die Menschen in Europa. Hier könnte ›Oeconomia‹ noch weiter ausholen und auf die nächsten ungerechten globalen Verteilungen aufmerksam machen. Doch der Film bleibt bei seiner Kernfrage und These, bei der man zum Ende sogar um alternative Lösungsansätze gebeten wird.« Christoph Müller, blog-fluxkompensator.de

»›Oeconomia‹ ist schlichtweg ein Meisterwerk: Ästhetisch einnehmend analysiert der Film den ökonomischen Status Quo mit dessen sozialen und ökologischen Folgen. Bewunderswert ist dabei, dass er seinem dokumentarischem Auftrag gerecht wird, das Thema in seiner Komplexität darzustellen, ohne der Narrative einer vermeintlichen Überkomplexität zu verfallen, der man sich zu ergeben hat, die jede eigene Haltung negiert.«
Maximilian Knade, moviebreak.de, Kassel

»Wie der Mehrwert erwirtschaftet wird, beantwortet Losmann dann selbst an anderer Stelle im Film – und zwar inmitten eines Gesprächs zwischen Ökonomen. Mit einem einfachen Szenenwechsel schneidet sie dem Diskurs das Bild ab und zeigt stattdessen Schichtarbeiter, die vor einer Werkfabrik stehen. Das hat gesessen. Ein simpler Schnitt reicht, um die einstudierten Phrasen über Innovation als Scheinargument zu enttarnen. Am Ende bleibt auch vom neoliberalen Gerede nur die glatte Oberfläche, die verbergen soll, dass da im Maschinenraum des Kapitalismus weiterhin nur einer ist: Der Arbeiter, der gegen einen Niedriglohn den Mehrwert erwirtschaftet oder die Servicekraft, die für das aseptische Klima in den Angestelltenbüros sorgen soll.«
Lucas Curstädt, Filmwissenschaftler,  YouTube-Kanal »die zweite produktion«

»Es gibt zwei falsche Reaktionen auf ›Oeconomia‹. Die erste besteht darin zu sagen, dass die Antworten von Losmanns Interviewpartnern so unzureichend sind, dass bei der Bearbeitung etwas herausgenommen worden sein muss. Ihre Fragen bleiben im Raum stehen, damit die Apologeten des Kapitalismus versuchen können, damit umzugehen, so gut sie können. Die zweite falsche Reaktion auf den Film wäre, ihm vorzuwerfen, dass er keine Lösungen anbietet. Das war nicht sein Ziel. ›Oeconomia‹ hat eine wichtige Debatte eröffnet und endet mit der Aufforderung an das Publikum, seine eigene Lösung vorzuschlagen. So sollte ein nicht-didaktischer Film sein – er macht uns auf die ernsten Probleme in unserer Gesellschaft aufmerksam, aber er versteht, dass jede Antwort gemeinschaftlich sein muss. Ein Teil dieser Antwort muss darin bestehen, sich mit diesem Film zu beschäftigen und jeden, den Sie kennen, zu ermutigen, sich ebenfalls mit ihm zu beschäftigen.«
Phil Butland, CinePhil: A Berliner Film Blog. Übersetzt mit DeepL Translator

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