Milla Meets Moses

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Film – Schule – Kino
im Land Brandenburg

Milla Meets Moses
Babyteeth

Australien 2019 / Spielfilm / 118 Minuten / 9.-13. Jahrgangsstufe

Inhalt

»Dieser Moses hat Probleme«, schreit die Mutter ihrer Tochter nach. »Ich doch auch«, gibt Milla zurück. Ob sie wirklich abheben wollte, als sie an der Kante des U-Bahnsteigs stand? Kann schon sein, wenn man als 16-Jährige weiß, dass der Krebs dem Leben bald ein Ende setzen wird. Die Chemo hat bereits begonnen. Moses trifft Milla jedenfalls im rechten Moment. Für beide mag es ein Zeichen gewesen sein. Ein Funke, der übersprang. Moses schnorrt sie noch auf der U-Bahn-Station um Geld an. Man glaubt es ihm anzusehen, wofür er es brauchen könnte. Milla gibt es ihm und lädt ihn spontan nach Hause ein. Sie will ihn den Eltern vorstellen. Die sind verständnisvoll, aber irgendwie überfordert, möchten ihre kranke Tochter vor allem behüten. Dabei entgeht ihnen, was ihr wirklich gut täte. Auch in der Schule ist sie eher für sich. Ein Mädchen fragt distanzlos und bar jeder Empathie, ob sie mal Millas Perücke aufsetzen dürfe. Sie möchte einfach nur sehen, ob ihr lange blonde Haare stehen. Moses dagegen schafft es in seiner rüden, rauen und auch verletzenden Art, in Milla Gefühle auszulösen: nicht die einer Sterbenden, sondern einer jungen Frau. Aber ob er sie denn wirklich richtig möge, möchte sie von ihm wissen. »An diesem Tag fühlt es sich nicht wie eine Liebesgeschichte an« – lässt uns eine der eingeblendeten Kapitelüberschriften wissen.

Ein Film wie Milla und Moses: voller Energie und aus dem Rahmen fallend.

Bilder: X Verleih, Berlin

Themen

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Fächer

Deutsch   |  Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde   |  Kunst   |  Musik   |  Darstellendes Spiel   |  Philosophie   |  Englisch

»›Milla meets Moses‹ von Shannon Murphy ist ein sehr lustiger Film, der atemberaubend unbefangen das Traurigste sagen kann – offen, klar, zart, ohne Bitterkitsch. Millas Vater zum Beispiel hat ja leider recht: Moses ist nicht gut für das Mädchen, außerdem zu alt (nämlich eigentlich erwachsen, jedenfalls älter als zwanzig, während Milla noch einen Milchzahn hat, ›eine Anomalie‹ wie fast alles hier). Und Millas Mutter hat noch ärger recht: ›Das ist wirklich die schlimmste Art von Beziehung, die ich mir vorstellen kann‹ – aber eben auch die schönste, die im Kino seit langem erzählt wurde.«
Dietmar Dath, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Ja, ›Milla meets Moses‹ ist ein Krebsdrama. Und ja, der Film erzählt von der ersten, zarten Liebe zwischen zwei Außenseitern. Dennoch ist es der Regisseurin Shannon Murphy und ihrer Autorin Rita Kalnejais geglückt, alle Klischees und Erwartungen, die gemeinhin mit diesen Sujets verknüpft sind, zu unterlaufen – oder derart ungewöhnlich und frisch auf die Leinwand zu bringen, als wären sie tatsächlich neu. Das liegt am Drehbuch und seinen höchst lebendigen Figuren. Sie alle haben Fehler und Macken, und doch lassen sich ihre Entscheidungen verstehen: Jeder Verzweiflungsausbruch, jede Tat, und sei sie noch so doof, ist hier nachvollziehbar.«
Michael Schleicher, Merkur.de, München

»Hier wird kein Gefühlskitsch forciert, um das Publikum möglichst hart zu treffen. Im Gegenteil: Der Film präsentiert sich im Bubblegum-Look und mit ironischer Haltung, um nur nicht den gängigen Klischees zu entsprechen.
Ein Schleier aus zartem Rosa, Lila und Türkis legt sich über viele Einstellungen, mit ostentativer Leichtigkeit versuchen Kapiteltitel wie ›Milla beginnt mit der Chemo‹ das Alptraumhafte zu neutralisieren. Die jungen Protagonist*innen tragen meistens ironische Vintage-Outfits, sprechen nicht über das Offensichtliche.«
Arabella Wintermayr, taz, Berlin

»Denn auch wenn Coming-of-Age-Dramen mit Teenagern, die an Krebs leiden, bereits seit einigen Jahren im Kino Konjunktur haben, stellt dieser Film eine angenehm eigenwillige Ausnahme dar. Wild und waghalsig stürzt sich Shannon Murphy mit ihrem Regiedebüt in eine Tour de Force aus erster Liebe und krankheitsbedingtem Verfall, die Scanlen mit jedem Blick, jeder noch so kleinen Geste Millas bis ins winzigste Detail auslebt, in dem nüchternen Bewusstsein, dass es vermutlich ihre einzige Beziehung zu einem Mann sein wird.«
Pamela Jahn, ray – Filmmagazin, Wien

»›Milla meets Moses‹ ist eine wirklich außergewöhnliche Liebesgeschichte. Die Handlung so unberechenbar wie Moses, der eine Kunstfigur sein mag, aber mit subtiler Komik das bürgerliche Milieu unterwandert. Die Charaktere tragikomisch und doch psychologisch stimmig gezeichnet. Auch der Soundtrack ist herausragend. Betörende Balladen drücken da – manchmal minutenlang für sich stehend – eine Stimmung aus.«
Walli Müller, NDR Kultur, Hamburg

»In diesem frühen Abschnitt ist ›Milla meets Moses‹ am konventionellsten, am durchschaubarsten, ›Rate mal, wer zum Essen kommt‹. Dann aber geht der Film wundersame Wege, weil die Konfrontationen auch offenbaren, wie ähnlich sich die Figuren sind, wie sehr die Situation sie belastet und in die Isolation zwängt. Und dann kommt die allerletzte Szene, ein Rückblick. Sie zerreißt einem das Herz, weil sie das Gesehene noch einmal in ein ganz neues Licht rückt und sagt: Love is all there is. Auch wenn es nicht immer gut ausgehen mag.«
Chris Weiß, musikexpress.de, Berlin

»Auch die Bildersprache strotzt vor Energie. ›Ich glaube nicht, dass die Welt so unglaublich groß und schön ist, damit wir uns nur für eine Sache entscheiden‹, sagt Moses irgendwann. Das wird auch auf der Bildebene eingelöst. Der Film hangelt sich von einer starken Farbkomposition zur anderen: golden im stilvollen Elternhaus, honigfarben beim Musiklehrer, surreal blau im Nachtclub, sommerlich neonfarben am Pool. ›Milla meets Moses‹ liebt das Saftige, das Gesättigte; es bürgt für Leben.«
Manon Cavagna, critic.de, Berlin

»Genauso andersartig wie die Gestaltung kommt eben auch der Soundtrack daher, den Murphy unter ihre wunderschön komponierten Bilder legt. Eine wilde Mischung mit Ohrwurmpotenzial, die das Auf und Ab sowie die Diversität der Gefühle und Emotionen des Films perfekt wieder geben. Damit gelingt es ihr sogar, den Film ziemlich leichtfüßig  dahinfließen zu lassen, ihm nie eine traurige Schwere zu geben, sondern gefühlt noch ein wenig das Leben zu feiern.«
Madeleine Eger, film-rezensionen.de, München

»Die wirklichen Lorbeeren gehen an Eliza Scanlen ... Sowohl in ›Little Women‹ als auch in ›Emma‹ spielte sie Nebenfiguren, und ›Babyteeth‹ zeigt, dass sie einen Film tragen kann. Wenn Milla auf den Nacken von Moses starrt, zeigt Scanlen nicht nur Millas erste Erfahrung mit dem Begehren. Was in Scanlens Gesicht steht, ist eine Art von stiller, dankbarer Ehrfurcht, dass dieser Junge auf wundersame Weise da ist und sie diese neuen Gefühle empfinden darf. Es ist eine erstaunliche Leistung. Und Wallace, so offen, so zugänglich, ist nichts weniger als ein Wunder. Er hat die seltene Gabe der persönlichen Ausstrahlung, und in der Rolle des Moses ist es keine Ausstrahlung, die darauf abzielt, eine Gegenleistung zu erhalten, sondern eine echte Ausstrahlung.« 
Sheila O'Malley, RogerEbert.com, Chicago IL. Übersetzt mit DeepL Translator


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