Meine Wunderkammern

Das Kompetenzzentrum für
Film – Schule – Kino
im Land Brandenburg

Meine Wunderkammern

Deutschland 2020 / Dokumentarfilm / 78 Minuten / 4.-6. Jahrgangsstufe

Inhalt

»Ich wünschte mir, ich könnte den Spieß umdrehen.« Der elfjährige Wisdom möchte das immer dann tun, wenn ihn jemand beleidigt hat. So würde die andere Person selbst mal fühlen, wie es ist, mit Worten gemobbt zu werden. Worte gehen mitten ins Herz, verkündet die Sprachbox des 14-jährigen Elias, der keine Freunde hat. Er möchte sich vor anderen verstecken, weil er ausgeschlossen, geschubst, manchmal getreten wurde. Das macht ihn wütend und traurig. Auch die beiden zwölfjährigen Mädchen Roya und Joline haben ihre speziellen Erfahrungen gemacht, die eine auf der Flucht aus dem Iran, die andere, weil sie gern mit Pflanzen spricht und sich am meisten wünscht, dass ihr Leben nicht so stressig wäre. Die vier jedenfalls gehören zu jenen Kindern, die auf ganz sonderbare Weise – mit einem magischen blauen Licht – in ihre eigene Welt verschwinden. Eltern, Lehrer, Wissenschaftler, alle sind ratlos, selbst die Bundeskanzlerin. Also macht sich die elfjährige Doro auf die Suche, findet für und mit uns die »Wunderkammern« der Kinder. Ihre ganz eigene, einzigartige Welt, in der sich Realität und Fantasie vermischen, mit Trickfilmbildern, mit Spielen und Songs. Wir hören von Wünschen und Träumen, von Hoffnungen und Erwartungen an das Leben und die Zukunft.

Erhellende, erheiternde, ernsthafte Entdeckungsreisen in Kinder-Kontinente: wundervoll.

Bilder: eksystent Filmverleih, München


Themen

Persönlichkeitsentwicklung   |  Individualität   |  Identität   |  Außenseiter   |  Mobbing   |  Freundschaft   |  Familie   |  Inklusion   |  Gemeinschaft   |  Toleranz   |  Vorurteile   |  Werte   |  Fantasie   |  Kreativität   |  Gefühle   |  Träume   |  Ängste   |  Wünsche   |  Politik   |  Musik/Songs   |  Filmsprache   |  Virtual Reality

Fächer

Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde   |  Deutsch   |  Musik   |  Kunst   |  Sachunterricht   |  Darstellen und Gestalten   |  Naturwissenschaften

»Kinder sind in ›Meine Wunderkammern‹ nicht nur Gegenstand der Beobachtung, sondern wirken an der Gestaltung des Films wesentlich mit. Sie bringen ihre Ideen, Wünsche und Träume ein, schreiben und interpretieren Liedertexte und wählen die Requisiten aus, mit denen sie ihre utopischen Träume und Wunschwelten ausstatten, egal, ob es nun blaue Leuchtkäfer, Diamantbaumhäuser oder eine mobile Sprachbox namens Rosa sind […] Die dokumentarischen Beobachtungen, aber auch die inszenierten Abschnitte sind häufig um animierte Zeichnungen von Franziska Junge ergänzt, die mit ihrer charmanten Unbeschwertheit poetische Akzente setzen und die collagenartige Struktur des Films unterstreichen. Zu dem Film wurde auch eine VR-Anwendung produziert, mit der weitere ›Wunderkammern‹ aus dem Leben der vier Protagonisten virtuell erkundet werden können.«
Reinhard Kleber, film-dienst.de, Bonn

»Klar ist: Hier stehen das Spielerische und Unbekümmerte im Zentrum. Einen klassischen inhaltlichen roten Faden gibt es ebenso wenig wie gängige dramaturgische Mittel oder bekannte Dokumentarfilm-Elemente wie Off-Kommentare oder einordnende Interviews von Wissenschaftlern oder externen Experten. Wer sich aber auf den in den ersten Minuten etwas ungewohnten, fast experimentellen Ansatz des Films einlässt und langsam versteht, dass wir hier gewissermaßen direkt in die Köpfe und in die Seele der Protagonisten schauen, wird definitiv Gefallen an ›Meine Wunderkammern‹ finden. Zumal wieder einmal klar wird, dass Kinder und Jugendliche mit gesellschaftlichen Zuschreibungen und ›Labels‹ wie Migrant, Flüchtling oder Autist nicht viel anfangen können.«
Björn Schneider, programmkino.de, Berlin

»In den Bildern und Songs, die den Kindern und dem Film dazu einfallen, geschieht etwas Wunderbares. Ohne in Science Fiction oder Abenteuerromantik abzugleiten, bringen sie die kindliche Fantasie an die Macht. So entsteht in Baumhäusern und Zelten jenseits von Schule und Elternhäusern ein demokratisches Reich. Denn in der Kreativität ihrer Vorstellungskraft sind alle Kinder gleich. ›Problemfälle‹ kann es hier nicht geben, weil jede und jeder sich in seiner ebenso unverwechselbaren wie unvergleichbaren Welt bewegt, egal ob er nun aus behüteten Verhältnissen stammt oder nicht. Da ist es nur folgerichtig, dass sich nicht nur unsere Protagonistinnen und Protagonisten dorthin aufmachen, sondern mit ihnen viele andere Kinder, die zuvor noch nicht oder nur am Rande zu sehen waren.«
Peter Gutting, film-rezensionen.de, München

»Kim macht auf die Not von Kindern aufmerksam, die soziale Ausgrenzung erfahren, weil sie ein wenig anders sind. Sie funktionieren entweder in der Schule nicht so schnell und so reibungslos, wie das die Ideale der Leistungsgesellschaft vorschreiben, oder sie werden wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft gemieden und herabgesetzt. Indem Kim die Kinder von sich erzählen lässt und ihren Traumwelten zu einer filmischen Form verhilft, will sie den Blick auf ihren inneren Reichtum und ihr Potenzial lenken. Roya, Elias, Joline und Wisdom haben so viel mitzuteilen und so viele schöne Ideen, die es anzuschauen und auszuprobieren lohnt. Es gibt allerhand gespielte Szenarien, in denen sich Kinder als blaue Käfer verkleiden oder auf ein weißes Floß stellen und bunte Animationsfiguren, die sich ins Bild schmuggeln.«
Bianka Piringer, spielfilm.de, Nierstein

»Es sind große Themen für kleine Menschen, von Meerschweinchen bis Mobbing. Aber man tut gut daran, Kinder in diesem Alter nicht zu unterschätzen: Sie haben schon einen recht klaren Blick auf ihre eigene Welt, auf Zusammenhänge, Lügen, Vortäuschungen. ›Meine Wunderkammern‹ ist kein Dokumentarfilm im klassischen Sinne, sondern letztlich eine so konsequente wie stringente Auseinandersetzung mit der dokumentarischen Form. Susanne Kim hinterfragt, ob es überhaupt möglich sein kann, sich rein beobachtend der Gefühls- und Gedankenwelt dieser Kinder zu nähern – und antwortet mit einem klaren ›Nein, aber‹.«
Rochus Wolff, kino-zeit.de, Mannheim

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