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Der Junge und die Wildgänse
Donne-moi des ailes

Frankreich/Norwegen 2019

 

 

»Nein, hier bleibe ich nicht!« Was Thomas gerade sieht, provoziert seine sofortige Verweigerung: Da huscht ein Mann in merkwürdiger Mönchskutte mit ein paar Vögeln über eine Sumpfwiese in der Camargue, tief im Süden Frankreichs. Es ist sein Vater, bei und mit dem er nun die Sommerferien verbringen soll. Abgeliefert von der Mutter, die mit ihrem neuen Freund in den Urlaub fahren möchte. Der 14-Jährige sieht eine sterbenslangweilige Zeit auf sich zukommen, hier in der Natur. Ohne WLAN und Online-Spiele, denn der Router ist abgeschaltet, weil die elektromagnetische Strahlung dem Brutprozess der Wildgänse schadet. Um diese vom Aussterben bedrohten Tiere sorgt sich Thomas’ Vater, und das mit einem ziemlich irrwitzigen Plan: Er will die geschlüpften Küken an sich gewöhnen, sie dann nach Lappland bringen und ihnen schließlich, zum Überwintern, die sicherste Flugroute in den Süden zeigen. Dem Schwarm gewissermaßen als »Leittier« kühn voranfliegend, in einem Ultraleichtflugzeug. Verrückt, aber gerade deshalb vielleicht für Thomas verlockend. So wird er bald Teil dieser Expedition mit Hindernissen. Er überwindet reale und fantastische Grenzen, motiviert sogar seinen Vater, es sich selbst und allen Zweiflern zu beweisen.

Spektakuläre Luftbilder, Experiment geglückt: viel gelernt und noch mehr gesehen mit Nils Holgerssons Nachfolger.

Fotos: capelight pictures, Berlin-Ahrensfelde


 

Themen

Familie, Vater-Sohn-Beziehung, Ökologie, Natur- und Tierschutz, Naturkreisläufe, Artensterben, Wildgänse, Prägung/Imprinting, Verhaltensforschung, Vogelflugrouten, Abenteuer, Mutproben, Vertrauen, Verantwortung, Realität und Fiktion, Werte

 

Fächer

Deutsch, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Sachunterricht, Naturwissenschaften, Biologie, Geografie, Französisch

 

Kritikerstimmen

»Überraschenderweise handelt es sich bei ›Der Junge und die Wildgänse‹ nicht um eine Romanverfilmung. Dabei hat das Ganze durchaus die emotionale Aura eines großen Jugendbuch-Klassikers, der Generationen von Kids (und ihre Eltern) inspirieren könnte. Stattdessen basiert der Film auf dem Sachbuch ›Mit den wilden Gänsen fliegen‹ von Christian Moullec. Der passionierte Ornithologe unternahm tatsächlich erfolgreiche Bemühungen, gefährdeten Wildgänsen sicherere, alternative Zugrouten anzugewöhnen. Über seine Idee und ihre Umsetzung gibt es auch schon eine wunderschön gefilmte, hierzulande auf DVD und Blu-ray erhältliche Dokumentation namens ›Der mit den Gänsen fliegt‹.« Oliver Kube, filmstarts.de, Berlin

»Das Drehbuch, das auf einem Sachbuch von Christian Moullec basiert, um das herum eine komplexe fiktive Geschichte mit zahlreichen frei erfundenen Figuren gestrickt wurde, ist überraschend stimmig und rund. Wie aus einem Guss und emotional so packend ist die Story, dass es fast wirkt, als läge ihr ein (Jugend-)Roman zugrunde – was nicht der Fall ist. Aber natürlich nimmt die Geschichte an mehreren Stellen Bezug auf Selma Lagerlöfs weltberühmtes Werk ›Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen‹.«
Katharina Zeckau, filmdienst.de, Bonn

»Vaniers Film ist, gerade jetzt im April 2020, wo er nicht im Kino zu sehen sein kann, sondern direkt auf Streaming-Plattformen erscheint, wie eine warme, weiche Decke von heiler Welt – gewiss, die Natur ist bedroht, aber wir können daran womöglich etwas ändern. Der Horizont ist weit, die Menschen einander zugetan. Nicht nur für Kinder und Eltern ein dringend nötiges Aufatmen.« Rochus Wolff, kino-zeit.de, Mannheim

»Lange, spektakuläre Sequenzen sind im Flug gefilmt, praktisch auf Tuchfühlung mit den Gänsen. Dabei entstehen wunderbare Landschaftsaufnahmen, die die Schönheit der Natur und das Gefühl der Freiheit feiern. Die ökologische Botschaft, dass der Mensch die Erde und die letzten Lebensräume der Wildtiere schützen muss, kommt unaufdringlich an.«
Bianka Piringer, spielfilm.de


»Der Film belehrt und berührt, belustigt und bezaubert, begeistert mit seinen Bildern. Aber hätte das Skript den jungen Protagonisten auch nur einmal vor eine schwierige Entscheidung gestellt (und damit dem jungen Publikum mehr Komplexität zugetraut) – um wie viel höher hätte der Film dann fliegen können!«
Natália Wiedmann, kinder-jugend-filmportal.de, Remscheid

»Durch den Einsatz neuer GPS-gesteuerter Kameras und nahezu vibrationsfreier Ultraleichtflugzeuge erreicht Vaniers Film ... eine Perfektion, die älteren Spiel- und Dokumentarfilmen nicht möglich war. Was ›Der Junge mit den Wildgänsen‹ wirklich sehenswert macht, sind die atemberaubenden Bilder vom Flug der jungen Gänse hinter dem, von Thomas, dem 14jährigen Jungen, gesteuerten Ultraleichtgerät, über den Himmel von Norwegen bis in die Camargue, wo sie aufgewachsen sind.«
Ditta Rudle, tanzschrift.at, Wien






zuletzt aktualisiert am 28.10.2020

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