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Supa Modo

Kenia/Deutschland 2018

 

 

»Was ist so schlimm an ein bisschen Theater?«, fragt Mwix, die ihrer kleinen Schwester Joana gern ein wenig Mut machen möchte. Jo hat Krebs, ihr bleiben maximal zwei Monate zum Leben. Die Mutter holt ihre Tochter aus der Klinik, um ihr daheim jede Anstrengung und Aufregung zu ersparen. Die Schwester aber hält nichts von dieser Schon-Behandlung. Wenn ihnen schon der Mut fehle, Jo die Wahrheit zu sagen, sollten sie wenigstens ihre letzten Tage glücklich gestalten. Ein paar Tricks und Schummeleien seien dabei erlaubt, meint Mwix – und inszeniert Bewährungsproben, bei denen Jo ihre Superheldenkräfte beweisen kann. Jo liebt Filme mit Superhelden, sie lebt und kämpft mit ihnen, möchte fliegen können wie sie. Gäbe es ein größeres Geschenk für sie, als einen Superheldinnen-Film zu drehen mit ihr in der Hauptrolle? Nachdem die Mutter eingewilligt hat, heißt es für Jo und die Dorfgemeinschaft: »Action«! Die Premiere ihres Films wird Jo nicht mehr erleben, aber die Bilder sind für alle Zuschauer die lebendigste, schönste Erinnerung an sie und die Superkräfte des Kinos. Herzerwärmend und Mut machend!

Fotos: One Fine Day Films / Sächsischer Kinder- und Jugendfilmdienst e.V., Chemnitz

 

Themen

Familie, Familien-, Geschwister- und Generationsbeziehungen, Freundschaft, Lebensentwürfe, Lebensmut, Krankheit, Sterben, Tod, Fantasie, Superheld*innen, Film im Film, Afrika/Kenia

 

Fächer

Deutsch, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Kunst

 

Kritikerstimmen

»Natürlich ist aber auch klar, dass – anders als in den großen Hollywood- und Comic-Superhelden-Abenteuern – keine falsche Erlösung von der Unabänderlichkeit eines Schicksals ablenkt. Statt Drama wird stattdessen auf Humor und Augenzwinkern gesetzt und durch den Einsatz von Phantasie von einem ungewöhnlichen Weg des Abschiednehmens und dem Entkommen aus ausweglosen Situationen erzählt, ohne dabei ins Sentimentale abzurutschen.« Thomas Volkmann, programmkino.de, Osnabrück

»Auffallend ist der unbeschwerte Tonfall der Geschichte, die nicht auf die Tränendrüse drückt. Jo will nicht traurig sein, das wollte sie doch auch früher nie, sondern das Leben auskosten. Die junge Hauptdarstellerin Stycie Waweru stattet Jo mit einem unwiderstehlichen Lächeln und mit lebhaftem Charme aus, der auf den ganzen Film ausstrahlt. Eine humorvolle Note schwingt in der Handlung mit und ergibt manchmal witzige Dialoge. Gerade diese Leichtigkeit trägt letztlich entscheidend mit dazu bei, dass die auf klare, naive Weise erzählte Geschichte so berührt.« 
Bianka Piringer, spielfilm.de, Nierstein

»Wainana schildert diese Entwick­lung mit einer genauen, sehr empa­thi­schen Kamera, die sich über­ra­schend viel Zeit für die Alltags­schil­de­rung des kleinen kenia­ni­schen Ortes nimmt, dabei aber immer bei ihrem Personal und deren Gefühlen bleibt, und einer span­nenden, komischen und traurigen Geschichte, die auch kleineren Kindern ab 6 Jahren endlich einmal die Möglich­keit gibt, sich mit so essen­zi­ellen Themen wie Abschied und Sterben ausein­an­der­zu­setzen. Und Wainanas Film ist so gut, dass auch Erwach­sene sich dieser im besten Sinne »rührenden« Geschichte nicht entziehen können, umso mehr, als sie auch auf poetische Weise von der Schönheit und der Kraft und dem Zauber des Kinos erzählt.«
Axel Timo Purr, artechock.de, München

»›Supa Modo‹ ist damit ein Superhelden-Film im wahrsten Sinne, der zu keinem Augenblick der Gefahr allzu sentimentaler Abschiedsszenen verfällt. Auch deswegen ist es ein Film, dessen Superkraft darin liegt, an die Ewigkeit der Phantasie glauben zu können und an ihre Macht, der kein Tod jemals etwas anhaben könnte.« Lars Dolkemeyer, kino-zeit.de, Mannheim

»Und doch lernen wir hier, dass es nicht sinnlos ist, was die Menschen hier tun. Dass die Gegenwart von Bedeutung ist, selbst wenn sie nur kurz ist und das Ende naht. Das ist sicherlich keine besonders neue Erkenntnis, viele Glückwunschkarten machen mit dem Spruch sogar richtig Umsatz. Doch so sympathisch und herzerwärmend wie hier wird diese Erkenntnis nur selten geteilt. Wenn in Supa Modo die Nachbarn und Freunde zusammenhalten, um gemeinsam Jos Traum zu erfüllen, dann weiß man kaum mehr, ob einem gerade vor Freude oder vor Trauer eine Träne die Wange herunterkullert.« Oliver Armknecht, film-rezensionen.de, Falkensee

»Und natürlich reflektiert ›Supa Modo‹, dessen pan-afrikanisches Filmteam um den Regisseur Likarion Wainaina durch vorbereitende Workshops der deutschen Produktionsfirma ›One Fine Day Films‹ und der ›DW Akademie‹ sowie durch renommierte Mentor*innen unterstützt wurde, nebenbei auch das Medium selbst und führt unter anderem vor, dass es keines großen Budgets und keiner aufwendigen Effekte bedarf, wenn man eine überzeugende Geschichte zu erzählen hat. Und dass ein Superheldenfilm keine Überlänge braucht, um noch lange nachzuhallen.« 
Natália Wiedmann, kinder-jugend-filmportal.de, Remscheid

»Likarion Wainainas liebenswertes Drama ›Supa Modo‹ wurde vor zwei Jahren auf der Berlinale uraufgeführt, hat seither auf Festivals rund um den Globus 50 Auszeichnungen eingesammelt und wurde als kenianischer Oscar-Kandidat ausgewählt. Das mag am lebensfrohen, fast ein wenig zu idyllischen Ansatz liegen, mit der Krankheit und Tod reflektiert werden, aber es liegt auch an der erzählerischen Frische und am hochwertigen Look, der mit dem Format anfängt. Ein Kinderfilm in Cinemascope – das ist ein Statement. ›Supa Modo‹ will gut aussehen, will raumgreifend sein. Das Krankenhaus, in dem Jo (Stycie Waweru) behandelt wird, könnte überall auf der Welt zu finden sein. So blitzblank und liebevoll ausgestattet sieht es aus. Nur, dass es eben in Kenia steht und gepflegte Bilder bürgerlichen Lebens vom afrikanischen Kontinent Mangelware sind.« Gunda Bartels, Der Tagesspiegel, Berlin

»Inhaltlich und vom Setting her ist ›Supa Modo‹ ein klassischer Independent-Film, der gleichzeitig mit einem großen cineastischen Look besticht. Die liebevoll gestalteten Bilder, großartige Darsteller und insgesamt die große Lebensfreude, die ›Supa Modo‹ trotz des traurigen Themas vermittelt, machen diesen kleinen Film zu einem großen Kinoerlebnis,  das unterhält, berührt und einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Dass er es dank des Sächsischen Kinder- und Jugendfilmdienstes nun auch offiziell in die Kinos geschafft hat, ist ein weiterer Grund zur Freude und Beweis dafür, dass künstlerische Vision und die Liebe zum Film am Ende belohnt werden.«
Gabi Rudolph, FastForward Magazine, Berlin



zuletzt aktualisiert am 29.10.2019

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