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Unheimlich perfekte Freunde

Deutschland 2019

 

 

»Frido muss lernen, die Zahlen in die Kästchen zu schreiben!« Dies wird gewiss nicht das Ausschlag gebende Manko sein, sollte der Junge keine Empfehlung fürs Gymnasium kriegen. Aber es schlägt die Tonart an, in der Schule hier vorgespielt wird. Am Ende sind es auch ganz andere Kompetenzen, die zählen: die Gabe, quer zu denken und bei allem Ernst auch den Spaß nicht zu vernachlässigen. Frido jedenfalls steht ziemlich unter Druck, will er den Erwartungen von Mutter und Lehrerin genügen. Ablenkung bietet auf dem Rummel ein »Magisches Labyrinth« mit Zerrspiegeln und einem Zauberschrank, der verspricht: »Entdecke dein perfektes Ich«. Frido erliegt der Versuchung – und von nun an gibt es ihn doppelt. Das hat seinen Reiz, macht Spaß, lässt einen in anderem, besserem Licht erscheinen. Aber schon bald reift die Erkenntnis: So wie der möchte man überhaupt nicht sein. Ich bin ich! Im fantastischen Finale, unter Aufbietung aller Kräfte und mit der Lehrerin im Bunde, entledigt sich die ganze Klasse 4a ihrer Doppelgänger. 

Einfach erfreulich: die schulischen Einblicke. Doppelt und dreifach: das Vergnügen!

Entstanden im Rahmen der Initiative »Der besondere Kinderfilm«, ein Zusammenschluss von 26 Institutionen aus Filmwirtschaft, Politik, Förderungen des Bundes und einiger Länder sowie öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern zur Förderung originärer Filmstoffe mit einem Zielpublikum ab 6 Jahren.

Fotos: SquareOne Entertainment, Unterföhring

 

Themen

Außenseiter, Familie, Identität, Schule, Werte, Doppelgänger, Verwandlungen, soziale Rollen/Erwartungen, Freundschaft, Vertrauen, Erziehung, Leistungsdruck, Noten, Bildungs- und Erziehungsziele, Perfektion, Mobbing, Fantasie

 

Fächer

Deutsch, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Sachunterricht, Kunst

 

Kritikerstimmen

»Ein Plädoyer für mehr Spiel, Spaß und Spannung, denn Spielen ist das wahre Glück und Fantasie ist wichtiger als jede Bestnote […] In der Schwimmbadruine kreieren die Freund*innen jede Menge Aktivitäten, um sich die Zeit zu vertreiben, während ihre Klone in der Schule sitzen. Dass das den Kindern auf Dauer nicht ausreicht, um glücklich zu sein, wird ihnen schnell klar. Spätestens ab diesem Zeitpunkt stellt sich die Frage, wie sie ihre Spiegelvarianten wieder loswerden können, die es sich in ihren Kinderzimmern gemütlich gemacht haben. Aber auch hier wird die Kreativität siegen und beweisen, dass auswendig gelerntes Wissen bei Weitem nicht alles ist, was ein Mensch zum Leben braucht.« 
Katrin Hoffmann, kinder-jugend-filmportal.de, Remscheid

»Wollen wir wirklich so makellos sein, wie wir es uns manchmal vor dem Spiegel erträumen oder ist es nicht am Ende ganz gut, dass alle Menschen unterschiedliche Stärken und Fähigkeiten haben? Das ist die Frage, die Rosenmüller mit seinem Film stellt. Er tut dies nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern in Form eines modernen Märchens mit viel Augenzwinkern. Ein schöner Film mit Humor, Drive und einem tollen Darsteller-Ensemble. Sehr zu empfehlen für Kinder, bei denen es in der Schule gerade mal nicht so rund läuft!« Carsten Beyer, rbb-kulturradio, Potsdam/Berlin

»Zwischen Tortenschlacht im Elitegymnasium und Abenteuerspielplatz in der Ruine eines Erlebnisbads schleicht sich der Schrecken auf heitere Weise in diese Geschichte: Wer bin ich, und wer will ich sein, fragen sich die Kinder und merken zu spät: Ich ist ein Anderer – und der übernimmt das Kommando. Nur auf den ersten Blick ist dieser Antipode ja die bessere Verkörperung des mangelhaften Selbst. Aber um das zu merken, müssen die Kinder erst mal die eigenen Schwächen akzeptieren. Dies ist die pädagogische Lektion, die hier zwar ein wenig unheimlich, aber auch mit spielerischem Witz daherkommt.« 
Stefan Benz, Lampertheimer Zeitung

»Luis Vorbach hat dabei die schwierige Aufgabe einer Doppelrolle und meistert diese direkt mit Bravour. Er mimt nicht nur Frido gleichermaßen überzeugend als draufgängerischen Abenteurer und Filmfan sowie als sich um seine Zukunft sorgenden Schüler, auch seine Darstellung des sukzessive immer roboterhafteren Streberklons ist gerade wegen seines in diesen Szenen betont mechanischen Spiels genau auf den Punkt. ›Unheimlich perfekte Freunde‹ ist eine wunderbar lustige und zugleich angenehm ambitionierte Familienkomödie darüber, dass man nicht perfekt sein muss, um ein glückliches Leben zu führen.«
Antje Wessels, filmstarts.de, Berlin

»Marcus H. Rosenmüller verbindet Unterhaltung in Form von Fantasy und Humor mit inhaltlicher Relevanz. Schön, wenn ›Problemfilme‹ nicht als trockene Themenwerke daherkommen, sondern zuallererst als Filme, die nicht langweilen. Da passt es, dass die Story von ›Unheimlich perfekte Freunde‹ auf einem Jahrmarkt an Fahrt aufnimmt.« Christian Horn, programmkino.de, Osnabrück

»Tatsächlich fand ich den Film für sein Zielpublikum – Kinder ab etwa 9 Jahren und ihre Eltern – sehr gelungen, da er ein wichtiges Thema aufgreift. Als Mutter sehe ich mich genau mit dieser Fragestellung konfrontiert: Wie viel Bedeutung messen wir den schulischen Leistungen unserer Kinder bei und mit wie viel Disziplin müssen wir sie fordern, ohne zu überfordern? Wie legen wir selbst auch als Eltern das Konzept „Erfolg“ aus: als akademische Leistungen, als finanziell entlohnte Karriere oder als das Gefühl, mit unserem Leben vollkommen zufrieden zu sein? Sind wir erfolgreich, wenn es uns gelingt, unser Leben so zu gestalten, dass wir unsere Bedürfnisse befriedigt sehen?« Leena M. Peters, filmloewin.de, Berlin

»Wobei ›Unheimlich perfekte Freunde‹ eigentlich vor allem als Fortentwicklung von Rolf Losanskys viel zu wenig gesehenem DEFA-Kinderfilm ›Das Schulgespenst‹ wirkt – das Buch von Höft und Lämmermann nimmt das Motiv des Spiegels daraus ebenso auf wie das Setting Schule und speziell den verhassten Matheunterricht. Dass auf das Gespenst verzichtet wird, stattdessen jedes Kind sein eigenes Spiegelbild hervorholen kann, macht das alles nur deutlich gruseliger.« Rochus Wolff, kino-zeit.de, Mannheim




zuletzt aktualisiert am 29.10.2019

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