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Love, Simon

USA 2017

 

 

»Der Welt zu verkünden, wer man ist, ist ziemlich beängstigend.« Dabei ist er doch so ein Netter, dieser Simon – wie ihn wohl jede Mutter gern als Lover der Tochter hätte: Bestens aussehend, bescheiden, beliebt. Seine engste Freundin Leah kennt er aus frühsten Kindertagen, jetzt sind sie in einer Highschool-Klasse. Zu Halloween gehen sie als John und Yoko – und Simons Eltern haben nicht das geringste dagegen, wenn ihr Sohn das Mädchen mit auf sein Zimmer nimmt. Harmonie pur, so scheint es. Wäre da nicht ein Schwachpunkt, der Simon schon lange bedrückt: Er ist schwul und hält das geheim. Doch dann bringt ein Eintrag auf dem schulinternen Blog die Dinge in Bewegung: Einer, der sich »Blue« nennt, gibt preis, schwul zu sein – und einsam, weil er sich nicht zu outen wagt. Für Simon eine Offenbarung. Er schreibt »Blue«, sie tauschen online ihre Gedanken und Gefühle aus, bis der Klassen-clown Martin Wind davon bekommt und Simon erbärmlich erpresst.

Mit Zwischentönen, sehr viel Witz und großer Ermutigung:
Sei, wer du bist!

Fotos: Twentieth Century Fox of Germany, Frankfurt/Main

Buchtipp:

Becky Albertalli: Love, Simon (Ausgabe zum Film)
übersetzt von Ingo Herzke 
Carlsen Verlag GmbH, Hamburg,
Taschenbuch, 8,99 € ISBN 978-3-551-31752-0

Hardcover unter dem Titel: »Nur drei Worte«
16,99 € ISBN978-3-551-55609-7

Gewinner des Deutschen Jugendliteraturpreises 2017! (Jugendjury)


 

Themen

(erste) Liebe, Außenseiter, Coming-out, Empathie, Erwachsenwerden, Familie, Familien- und Cliquenbeziehungen, Freundschaft, Geschlechterrollen, Gruppendruck, Homosexualität, Identität, Kommunikation, Mobbing, Norm/Normalität, Schule, Sexualität, Social Media, Toleranz, Vorurteile, Werte, Zivilcourage

 

Fächer

Deutsch, Englisch, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Psychologie, Sozialkunde

 

Kritikerstimmen

»›Love, Simon‹ ist einer der schönsten Filme des Jahres und punktet mit pointierten Dialogen, Situationskomik und einem gesunden Schuss Sentimentalität. Die Mischung aus Coming of Age Film, Coming Out Drama, Komödie und Dramedy ist mehr als gelungen. Es ist bewundernswert, mit wie viel Leichtigkeit hier ein großes Major Studio (FOX) das erste Mal einen Film über das Coming Out eines High-School-Schülers produziert hat, der ganz bewusst ein breites Publikum erreichen soll.«
Jörg Taszman, Deutschlandfunk Kultur, Berlin

»Die New York Times hat im amerikanischen Mainstreamkino nach schwulen Hauptfiguren gesucht und kaum welche gefunden. Für eine Highschool-Komödie ist es jedenfalls ein echtes Novum. Da kommt einem die Welt vielleicht weiter entwickelt vor, als sie es tatsächlich ist; und als müsste es für einen Jungen wie Simon ganz einfach sein, vor aller Welt zuzugeben, dass er auf Jungs steht, obwohl Teenager eigentlich gar nichts gern zugeben. Immerhin hat einer wie Simon, anders als vorangegangene Generationen, Vorbilder. Sogar im Film.«
Susan Vahabzadeh, Süddeutsche Zeitung, München

»Die Darsteller der Teenager wirken ausgesprochen sympathisch und relativ natürlich, könnten aber durchaus ein bisschen rauer, wilder und lebensechter rüberkommen. Was diesen Film dennoch auszeichnet, ist ein feines Gespür für die Zwänge in einer heterosexuell geprägten Gesellschaft, was Greg Berlanti mit einer Montage-Sequenz auf die Schippe nimmt, in der mehrere Teenager ihren Eltern ihre Heterosexualität  ›gestehen‹. Zumindest für amerikanische Verhältnisse ist dieser Film ein Meilenstein, spürbar arbeitet Hollywood daran, sich nicht mehr 100%ig weiß und heterosexuell zu präsentieren.«
Anke Sterneborg,
kulturradio vom rbb, Potsdam

»Denn auch in Zeiten der rechtlichen Gleichstellung und höherer gesellschaftlicher Akzeptanz bleibt für homosexuelle Teenager das Gefühl der Einsamkeit und des Ausgeschlossenseins in einer anders gepolten Welt. Das fängt ›Love, Simon‹ stimmig ein, wenn er die ausschließlich heterosexuellen Liebeleien und Flirtversuche der Jugendlichen in Simons Umfeld zeigt.«
Nadine Lange, Der Tagesspiegel, Berlin

»Greg Berlantis Adaption nach einem Drehbuch von Elizabeth Berger und Isaac Aptaker teilt den überwiegend leichten Tonfall der Vorlage, steigert ihren humoristischen Anteil sogar durch herrlich überzogene Nebenfiguren und punktgenau gesetzte One-Liner, die vor allem in der Originalfassung die erhofften Lacher bringen, zeichnet die zentralen Figuren aber glaubwürdig und feinfühlig genug, um in Momenten emotionaler Aussprachen wirklich zu berühren und der Zuckerwattenwelt einen Schuss Realismus beizumischen.« Natália Wiedmann, Kinder und Jugend Filmportal  – kinder-jugend-filmportal.de, Remscheid

»Dadurch setzt ›Love, Simon‹ an, durch klassische Rom-Com-Verbindungen trotz allem kitschigen Bla-Bla eine der Hauptaufgaben des Kinos zu erfüllen: Empathie zu erzeugen und zwischen den verschiedenen Lebenswelten zu vermitteln. Ist es traurig, dass man so etwas im Jahr 2018 braucht? Absolut. Aber so ist das eben mit der Gleichberechtigung. Sie bedeutet auch, endlich mittelmäßiges Kitschkino zu bekommen, in dem man als queerer Mensch vertreten ist. In diesem Sinne ein Hallelujah für Love, Simon!«
Beatrice Behn, kino-zeit.de, Mannheim

»›Love, Simon‹ verhält sich zur aktuellen Welle an Coming-of-Age-Filmen, in denen das Zurandekommen mit dem Erwachsenwerden täglicher schwerer Entscheidungen bedarf, wie ein harmonisches Potpourri. Schwul sein ist schwer, aber hetero sein ist auch kein Vergnügen – selbst für Simons nerdigen Erpresser, den Berlanti nicht als hintertriebenen Bosnigl, sondern als ebenfalls von Liebesgefühlen Gesteuerten präsentiert. Und Simon nach seinem Coming-out natürlich als noch sympathischer.«
Michael Pekler, Der Standard, Wien

»Obwohl im Zentrum das Plädoyer für Toleranz und Rücksichtnahme ebenso steht, wie der Mut, sich zu sich selbst zu bekennen, ist die Kritik an jenen anonymen Plattformen im Internet ebenfalls zu sehen, auf denen gegen den Wunsch der Betroffenen bekannt gewordene Informationen die Leben der Opfer nicht nur nachhaltig verändern, sondern gar zerstören können. Dass Love, Simon allerdings nicht auf einem Tiefpunkt endet, sondern sein Publikum mit einem positiven Gefühl entlässt, passt zur Geschichte und Simons Reise gleichermaßen.«
Jens Adrian, Treffpunkt: Kritik!, München

»Like the Bechdel test, which examines how often female characters talk with each other about anything other than a man, Glaad has the Vito Russo test for portrayals of gay characters. For a film to pass, it must have a lead L.G.B.T.Q. character who is not solely defined by sexual orientation or gender identity and whose removal from the film would have a significant effect. ›Love, Simon‹ would definitely pass.« George Gene Gustines, The New York Times

»I did not see the movie at a press screening surrounded by critics. I went to an audience preview, and the excitement as the lights dimmed was palpable. I noticed no surreptitious checking of cell phones during the film, only an energy of complete engagement. People were talking back to the screen or gasping in sympathy or howling with laughter. When Simon's anonymous crush finally revealed his identity, the audience erupted into screams and applause. There was a feeling of cathartic release in the theatre, unique in my experience, especially with teenage rom-com fare.« Sheila O'Malley, RogerEbert.com, Chicago




zuletzt aktualisiert am 07.11.2018

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