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WALL·E – Der Letzte räumt die Erde auf

USA 2008

 

 

»Lassen Sie sich ins Weltall schießen. Wir räumen auf und Sie genießen!« Mit diesem Slogan wurden die Menschen von ihrem Heimatplaneten auf eine Raumstation gelockt. 700 Jahre später werkelt auf der verkümmerten Erde nur noch ein kleiner Roboter der Baureihe WALL•E herum (Waste Allocation Load Lifter – Earth-Class, auf gut Deutsch etwa: Abfall-Sortierer-Lasten-Heber – Baureihe: Erde: WALL•E). Einst programmiert, allen Müll zu sortieren, ihn in Würfel zu pressen und aufeinander zu stapeln. Manches, was ihm gefällt, bewahrt er auf: zwei Gartenzwerge und eine Glühbirne, eine Tonbandkassette und einen Zauberwürfel. Zudem hat er eine Schwäche für ein altes Musical-Video. Gerührt schaut er jeden Abend Szenen aus »Hello Dolly« und wünscht sich sehnlichst, etwas ähnlich Romantisches zu erleben. Doch mit wem? Als dann eines Tages ein Shuttle landet mit einer eleganten weißen Roboterin der Baureihe EVE an Bord, ist es um WALL•E geschehen. Es beginnt ein extraterrestrisches Abenteuer, um am Ende die Menschen und die Erde zu retten.

Diese künstliche Intelligenz ist zutiefst human: voller Neugier, Witz und großer Gefühle.

Fotos: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany 


 

Themen

Animationsfilm, Einsamkeit, Erinnerungsvermögen/Gedächtnis, Freundschaft, Gefühle, Heimat, Identität, Kommunikation, Konsumkritik, künstliche Intelligenz, Liebe, Musical, Roboter, Selbstfindung, Toleranz, Umwelt, Umweltethik, Vorurteile, Werte, Zukunftsperspektiven

 

Fächer

Deutsch, Englisch, Kunst, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Sachunterricht

 

Kritikerstimmen

»Das Kino brauchte die ersten 30 Jahre seiner Geschichte, um sprechen zu lernen. Das Verlernen gestaltete sich dann um einiges schwieriger. Es dauerte 80 Jahre, aber gottlob ist es noch nicht zu spät. Man ahnte schon lange, dass im kalifornischen Pixar-Studio das Filmemachen neu erfunden wird. Das ist nun geschehen. Dieser moderne Stummfilm namens »Wall.E› (zugegeben, Stummfilm stimmt nicht ganz; ab der 45. Minute sprechen Nebenfiguren ein paar Sätze, aber sie sind überhaupt nicht wichtig) ist das gewaltigste und kühnste Experiment in der Trickfilmkunst seit Disneys ›Fantasia‹. Und wie sein Vorgänger öffnet es Augen und Ohren.« Daniel Kothenschulte, Frankfurter Rundschau

»Die Welt gehört den Robotern. Der Trickfilm ›Wall-E‹ zeigt eine Zukunft, in der wir auf die Liebe der Androiden angewiesen sind, um unser Überleben zu sichern. Er lässt aber auch auf ein besseres Amerika hoffen: voller Ökologie, Kultur und Pflichtbewusstsein.« Andreas Platthaus, Frankfurter Allgmeine Zeitung 

»Für immer und ewig aber wird die erste Hälfte von WALL E im Gedächtnis haften bleiben, die dem Zuschauer die drei wichtigsten Tugenden des Kinos in Erinnerung rufen: zuschauen, zuhören, gebannt sein!« Jörg Gerle, film-dienst, Köln

»›WALL E‹, der neben Stummfilm auch Musikfilm und Tanzfilm ist, berührt wohl auch deswegen so tief, weil das Streben der kleinen Blechkiste nach Zuneigung mindestens ebenso groß ist, wie die Absurdität, die eine derartiges Vorhaben darstellt. Damit Maschinen Menschen zeigen können, was Gefühle sind, hat Pixar jedem Blechkasten, egal wie wenig sein Aussehen dem menschlichen gleicht, mit raffinierten Handgriffen einen Charakter gebaut, der mehr sagt als tausend Worte. Eine sehr eigener und auch traurig schöner Science-Fiction-Endzeit-Roboter-Liebes-Musical-Stummfilm, der einmal mehr beweist, dass Maschinen bessere Menschen sind.« Christopher Haug, 2501.eu – Gute Filme, Berlin

»Und bei der Romanze der Roboter laufen die Pixar-Leute zu voll­kom­mener Hochform auf. Das ist ein Lehr­bei­spiel dafür, wie man mit auf’s Wesent­lichste redu­zierten Mitteln größte Emotionen erzeugen kann: Wie ein stili­siertes Augen/Augen­brauen-Paar soviel rüber­bringen kann wie ein ganzes Gesicht, wie man jeder Geste, jeder Form, jedem Rhythmus Ausdruck, Witz, Geist abgewinnt. Kurz: Wie man eigent­lich abstrakten, leblosen Elementen eben eine Seele einhaucht, wie man sie dazu bringt, sämtliche Spiegelneuronen ein Bril­lant­feu­er­werk losfa­ckeln zu lassen, wie man jede sorg­fältig designte Einzel­heit (an)sprechend macht.« 
Thomas Willmann, artechock.de, München

»Die Computeranimation ist mittlerweile auf einem Stand, dass man sich bei Pixar gar nicht mehr so sehr um den spektakulären Effekt oder die Rendering-Protzerei bekümmern muss, sondern sich stattdessen auf das beseelte Detail konzentriert. Das Unangestrengte, Beiläufige und Zusätzliche wird zum eigentlichen Wert; und Wall-E ist der perfekte Ausdruck dieser Philosophie. Es kommt nicht auf die Kraft, sondern auf den Charakter an. Träumen kleine Roboter von elektronischen Schäfchen? Falsche Frage. Das Menschsein träumt sich, wenn es nicht anders geht, in eine Maschine.« Georg Seeßlen, epd Film, Frankfurt/Main

»Daß die Idee der aufmüpfigen künstlichen Intelligenz nicht neu ist, wird ungeniert gezeigt, als etwa der Autopilot des Exilschiffes durch eben jenes rote HAL-Auge terrorisiert, welches bereits Dave in Kubricks 2001 – Odyssee im Weltraum nicht an Bord lassen wollte. Überhaupt ist WALL·E gespickt mit Zitaten; von diversen Science Fiction-Filmen wie Blade Runner bis hin zu Pixars eigenen Produktionen. Hoch melancholisch, zum Ende hin kinderfreundlich rasant, gipfelt die Zukunftsvision in einen äußerst sehenswerten Abspann.« Jakob Stählin, schnitt – filmmagazin, Köln 

»Es funktioniert, was in Animationsfilmen als Königsdisziplin betrachtet wird: ohne viel Dialog Empathie beim Zuseher zu erzeugen. Die Liebesgeschichte von WALL-E und EVE ist einfach herzerweichend, wie von Pixar gewohnt gut designt (es sei verziehen, daß EVEs Blanko-Look verdächtig stark an Apple-Produkte erinnert) und entführt in eine spacig-futuristische Welt, in der den Menschen fernab vom Planeten Erde der Sinn fürs Wesentliche abhandengekommen ist. Aber dazu haben wir ja die Roboter …« Bettina Figl, evolver, Die Netzzeitschrift, Wien

»Von dieser einfachen und erstaunlich effektvoll erzählten Romanze weitet sich der Film in eine komplexe Science-Fiction Geschichte aus, bei der Wall-E und Eve dann doch noch auf Menschen treffen … Hier wird die Satire auf die Konsumgesellschaft so bissig, dass ›Wall-E‹ von konservativen Stimmen in den USA schon als antiamerikanisch kritisiert wurde - und das ist ja schon eine Empfehlung für sich.« Wilfried Hippen, taz, Bremen

»Die verblüffend realen Settings wurden unter der Regie von Andrew Stanton mit viel Liebe zum Detail animiert. Noch bemerkenswerter aber ist die Stille und Langsamkeit dieser Szenen. Wall-E schließt nicht nur damit an den Beginn des US-amerikanischen Unterhaltungskinos an. Charlie Chaplins romantischem Stummfilm City Lights erweist er dabei am deutlichsten seine Reverenz: Denn mitten in die Leere, wie ein Fingerzeig aus dem Himmel, kracht Eve, ein weiterer Roboter, der in der Evolution ein paar Generationen weiter ist, einem iPod sehr ähnlich sieht (Apple-Boss Steve Jobs war auch Pixar-Gründer) und nach pflanzlichen Überlebenden sucht. Und sie wird fündig, dank Wall-E. Die ökologische Heilserzählung des Films traf in den USA den Zeitgeist einer Politik, die gerade wieder auf den sehr amerikanischen Glauben an Regeneration pocht.« Dominik Kamalzadeh, Der Standard, Wien



zuletzt aktualisiert am 09.11.2018

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