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Iuventa

Italien/Deutschland 2018

 

 

»Das Meer ist so groß. Ich habe es auf der Weltkarte nachgeschaut.« Der 15-Jährige Afrikaner gehört zu den Glücklichen, die aus dem Mittelmeer gefischt wurden. 120 Leute, alle ohne Schwimmwesten. Am Ende ihrer ersten Rettungsaktion wird die »Iuventa« 2.000 Menschen in Sicherheit gebracht haben. Danach sollte eigentlich Schluss sein, denn ihr NGO-Einsatz wollte nur ein Zeichen setzen, Druck machen auf die EU-Flüchtlingspolitik, Regierungshandeln forcieren. 2015 war der Verein »Jugend rettet« von zwei Abiturienten gegründet worden. Per Crowdfunding brachten sie 400.000 Euro zusammen, erwarben einen alten Fischkutter und bauten ihn für ihre Zwecke um. Im Juli 2016 stachen sie von Malta aus in See – learning by doing. Dem ersten Mittelmeer-Einsatz folgten etliche weitere, insgesamt retteten sie 14.000 Menschen. Dann kommt das Aus: Die »Iuventa« wird von den italienischen Behörden beschlagnahmt wegen »Beihilfe zur illegalen Einwanderung«.

Die Mission der Menschlichkeit: an der Realität gescheitert oder ein Sieg für die Zivilcourage?

Fotos: farbfilm Verleih, Berlin


 

Themen

Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik, Flucht/Vertreibung, Flüchtlinge, Gruppenzugehörigkeit, Heimat, Idealismus, Menschenrechte, Menschenwürde, Migration, Mittelmeer, NGOs, Recht und Gerechtigkeit, Seenotrettung, soziale Netzwerke, Toleranz, Verantwortung, Werte, Zivilcourage

 

Fächer

Deutsch, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Politische Bildung

 

Kritikerstimmen

»Der Film ›Iuventa‹ sei in Italien genau an dem Tag in die Kinos gekommen, erzählt Regisseur Michele Cinque, ›an dem Salvini die Häfen geschlossen hat‹ […] Dass sie mit dem ›Fluchtgrund besseres Leben‹ eine Position vertreten, über die in Deutschland niemals ausdrücklich gesprochen wurde, ist den Leuten rund um die ›Iuventa‹ klar. ›Wir wollen Europa dazu bringen, endlich Europa zu sein‹, formulieren sie nach dem Film.« 
Bert Rebhandel, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»›Ich dachte die Realität habe die Iuventa hart genug getroffen, doch ich habe mich geirrt‹, sagt Michel Cinque und zeigt den Abend, der die Rettungsmissionen der jungen Crew beendete. Doch sie wollen weiterkämpfen, nicht aufgeben, den Mund aufmachen. Sie haben keine Angst davor angeklagt zu werden. Leben zu retten habe aus Sicht der Crew nichts mit Schmuggel zu tun. Die letzten Szenen zeigen die Mitglieder von ›Jugend rettet‹ auf Demonstrationen, bei ihrem Einsatz für Menschenrechte […] ›Iuventa‹, ein Film über Menschlichkeit und Zusammenhalt.« Charlotte Köhler, taz, Berlin

»Die Szenen mit den Geretteten zeigen den Flüchtling als Mensch, nicht als Teil einer Masse, zu der er in manchen Medien  gemacht wird. Die ersten Schritte salzverkrusteter Füße auf das nasse Metall des Schiffdecks, das Dankgebet, die Erschöpfung, die Erleichterung […] Man wünscht sich, Politiker und Beamte, die über solche Schicksale entscheiden, würden das sehen. Man wünscht sich, die Hetzer im Internet, die den massenhaften Tod im Meer kommentieren, würden die Empathie aufbringen, sich in die Strapazen der Flüchtenden hineinzuversetzen.«
Daland Segler, Frankfurter Rundschau

»Die Erschütterung junger Menschen, die über ihre persönlichen Grenzen gehen und dann mit Enttäuschung zurückbleiben, dokumentiert der Film auch: ›Wie lange sollen wir das machen und was kann die Lösung sein?‹, fragen sie sich immer wieder. Dass die spendenfinanzierte Seenotrettung keine Lösung ist, wissen sie. Dass sie staatliche Aufgaben übernehmen müssen, frustriert sie […] Ob sie die Iuventa jemals wiederbekommen, ist ungewiss. Bei der Podiumsdiskussion nach dem Film meldet sich ein kleiner Junge, vielleicht acht Jahre alt. Er sagt: ›Ich würde vorschlagen, dass man doch ein neues Schiff kaufen könnte‹.« 
Katharina Schipkowski, Der Spiegel, Hamburg

»Cinques beeindruckende Dokumentation könnte die Kraft haben, die Realität im Mittelmeer stärker in das hiesige Bewusstsein zu rücken. ›Iuventa‹ hat keinen klassischen Kinostart, sondern wird deutschlandweit immer in Anwesenheit von Mitgliedern der Initiative in ausgewählten Kinos gezeigt.« 
Helena Davenport, Potsdamer Neueste Nachrichten



zuletzt aktualisiert am 08.11.2018

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