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Das schönste Mädchen der Welt

Deutschland 2018

 

 

»Was ist wahre Schönheit? Liegt sie nur im Auge des Betrachters?«, referiert Benno im Kuppelsaal des Neuen Museums neben dem Kopf der Nofretete. Die Oberstufenfahrt zum Preußischen Kulturerbe nach Berlin ist durchaus eine Bildungsreise, wenngleich nicht im streng pädagogischen Sinne. Cyril wollte eigentlich gar nicht mitfahren, weiß er doch, was ihm blüht: permanente Häme wegen des übergroßen Zinkens im Gesicht – ein »Erbstück« der Mutter. Seine Gefühle lässt Cyril in Rap-Reime fließen, seine Verletzlichkeit verbirgt er bei Auftritten hinter einer goldenen Maske. Die aber sorgt dann in Berlin bei einem Rap-Battle für maximale Konfusion. Als »Goldgesicht« vermutet die neu in die Klasse gekommene, ebenso schöne wie coole Roxy nicht den klugen und witzigen Cyril, sondern den gutaussehenden, aber schüchternen Rick. Irrungen und Wirrungen, Intrigen und Turbulenzen bis zur grandios gerappten Liebeserklärung: Sei einfach du selbst!

Klasse Klassenfahrt: ein Klassiker der europäischen Literatur, Edmond Rostands »Cyrano de Bergerac«, 
für hier und heute.

Fotos: Tobis Filmverleih, Berlin


 

Themen

Anerkennung, Außenseiter, Erwachsenwerden, Familie, Familien- und Generationsbeziehungen, Freundschaft, Gruppendruck, Identität, Individualität, Ironie, Kommunikation, Liebe, Literaturverfilmung, Mobbing, Musik, Poesie, Rap, Selbstvertrauen, Stärken/Schwächen, Talent, Toleranz, Vorurteile, Werte

 

Fächer

Deutsch, Kunst, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Musik, Psychologie, Sozialkunde

 

Kritikerstimmen

»›Das schönste Mädchen der Welt‹ interpretiert einmal mehr das Theaterstück ›Cyrano de Bergerac‹ von Edmond Rostand. Die von Aron Lehmann inszenierte Jugendkomödie beweist mit Hip-Hop-Beats, Rap-Battles und witzigen Sprüchen, dass der Stoff auch noch nach mehr als 100 Jahren herzerwärmenden Esprit besitzt – und schlägt zudem aus der Figur der Roxy unerwartet freche Funken.« Barbara Hordych, Süddeutsche Zeitung, München

»Durch die Übertragung ins moderne Jugendleben wird dem historischen Stoff die klösterliche Strenge genommen. Die Dialoge sind pointiert, die Charaktere (selbst die der ironisierten Mädchen-Tussis) exzellent gezeichnet, die Ausflüge ins Rap-Milieu begeistern auch ältere Kinobesucher. Aron Lehmann und seine Co-Autoren präsentieren nach all den Verwicklungen im Gegensatz zu Edmond Rostand allerdings ein Happy End. Und das zeigt schlüssig, dass Roxy nicht nur das schönste Mädchen der Welt ist, sondern auch eine erfrischend intelligente, selbstbewusste junge Frau.«
Brigitte Jähnigen, Stuttgarter Zeitung

»Im Moment aber ist es wohl das Witzigste, was das Kino in dieser Sparte zu bieten hat, und zwar keineswegs nur allen unter 20. Nicht zuletzt ist der Film auch ein Beweis für die Zeitlosigkeit klassischer Stoffe, sofern man in ihren Kern vordringt und sie gründlich entstaubt. So gewinnt diese Interpretation des Stücks erstaunliche Tiefe.« Susanne Ostwald, Neue Zürcher Zeitung

»Man merkt schon, diese 120 Jahre alte Geschichte lässt sich perfekt in die Gegenwart transformieren, wo sie eine ganz gute Lektion abgibt, für eine Generation, die vom Vergleichszwang auf Instagram und Facebook in den oberflächlichen Wahnsinn getrieben wird. Besinnt euch auf die inneren Werte, vertraut Euren Gefühlen!, raunt der Franzose Edmund Rostand aus der Vergangenheit herüber.« Anke Sterneborg, epd film, Frankfurt/Main

»Eine mitreißende romantische Komödie. Die Inszenierung legt ein Tempo vor, das sich an US-amerikanischen Vorbildern orientiert und die Zuschauer endlich mal nicht unterfordert. Die Dialoge sind zutreffend, originell und witzig, die von Robin Haefs geschriebenen und von den guten Nachwuchsdarstellern selbst performten Songs ausgesprochen poetisch; die Musik von Konstantin Scherer ist eingängiger und liebevoll komponierter Hip Hop.« 
Julia Teichmann, film-dienst, Bonn

»Ein Glücksgriff: Pointierte Dialoge, toll geschriebene und gespielte Charaktere, eine exzellente Kamera, sehenswerte Schnittfolgen und eine sehr zeitgemäß rasante, aber niemals anbiedernde Inszenierung machen aus dem Film ein Sehvergnügen, bei dem nicht nur Teenager, sondern auch Erwachsene viel Spaß haben. Wie selbstverständlich lacht und fiebert man mit Cyril und Roxanne mit, taucht ein in den jugendlichen Überschwang, den Weltschmerz, das Gefühl des Verliebtseins und in die Freiheiten, die eine Klassenfahrt nach Berlin verspricht.« Joachim Kurz, kino-zeit.de, Mannheim

»Klug, aber nicht anbiedernd; hip, aber nicht peinlich; romantisch, aber nicht schnulzig – ›Das schönste Mädchen der Welt‹ ist eine Liebeskomödie mit grandiosen Dialogen (bzw. Raps) und zwei herausragenden Newcomern in den Hauptrollen.«
Christoph Petersen, filmstarts.de, Berlin

»Die flotte Inszenierung und eine angemessen dynamische Kameraarbeit ohne viel Schnickschnack, die viel von Berlin zeigt, ohne allzu sehr ins Touristische zu rutschen, sind ebenso erwähnenswert wie der temporeiche Bildschnitt. Last but not least, weil extrem herausragend, die Musik: Dazu gehören vor allem die Battle-Raps, sprich Hip Hop. Robin Haefs hat die Lyrics geschrieben, von denen einige zum Niederknien schön sind. Sie geben der ganzen verrückten Liebesgeschichte so viel Leichtigkeit, Echtheit und Würde, dass sogar ältere Erwachsene gerührt sein könnten.« Gaby Sikorski, programmkino.de, Osnabrück

»Glaubwürdig gestaltet ist zudem die Art, wie die Jugendlichen miteinander umgehen und welche Rolle digitale und soziale Medien in deren Alltag spielen. Da geht es heute in erster Linie darum, wer mit seinen Posts mehr Likes generiert, eine höhere Anzahl Twitter-Follower besitzt und die spektakulärsten Fotos auf Instagram hochlädt. Die heranwachsenden Figuren und ihre Welt erscheinen durchweg nachvollziehbar, sie wurden von den Drehbuchautoren realistisch angelegt. Nichts wirkt aufgesetzt oder gekünstelt, auch sind die Dialoge von einer hohen Authentizität und Lebensnähe durchzogen. Gut ist ebenso, dass der erfrischende Humor nie Fäkalwitz-Niveau erreicht.« Björn Schneider, filme-welt.de, Karlsruhe

»Zum Strahlen aber bringen diesen Film die jugendlichen Hauptdarsteller. Der mittlerweile 19-jährige Aaron Hilmer könnte im deutschen Film die Leerstelle eines nachdenklich-rebellischen Helden besetzen. Und die gleichaltrige Luna Wedler, deren indirekte Strahlkraft den Filmtitel nicht einmal abwegig klingen lässt, würde uns leicht sagen lassen: ›A star is born‹ – wäre sie das in ihrer Schweizer Heimat nicht schon längst. Um sie herum gruppiert Lehmann allerhand liebenswerte Stereotypen des Teenie-Genres; es gibt die tantige Lehrerin, diesmal gespielt von Heike Makatsch [...] Auch die schamlos-neugierige Mutter des Helden ist in Anke Engelkes Darstellung immer noch ein liebgewonnenes Klischee. Das alles ist ebenso entbehrlich wie doch nötig, um das Liebespaar aus den Niederungen der Normalität zu heben, weit in den Himmel zeitloser Romanzen.«
Daniel Kothenschulte, Frankfurter Rundschau

»Schade ist nur – und in dieser Hinsicht operierten die Fack-Ju-Göhte-Filme doch eine Spur radikaler –, dass Lehmann diesen antididaktischen Eskapaden doch nicht die letzte Konsequenz schenkt. Nicht, dass es grundsätzlich ein Problem wäre, den ganzen Wahnsinn, der in diesem Film stattfindet, am Ende in eine alles korrigierende moralische Schlusspointe einmünden zu lassen – im Gegenteil, es gelingt diesem Film streckenweise sehr gut, seine Antimobbing-Agenda locker herauszuarbeiten. Nur gibt es zum Schluss eine Art Regimewechsel in punkto Moral.« 
Lukas Stern, Berliner Zeitung




zuletzt aktualisiert am 07.11.2018

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