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Keeper
Keeper

Belgien/Frankreich/Schweiz 2015

 

 

»Du machst diesen idiotischen Fehler nicht!« Mit all ihrer Autorität und Wut stemmt sich Mélanies Mutter gegen die Entscheidung der Tochter, als Kind ein Kind zu bekommen. Die Frau weiß, wovon sie spricht, ist sie doch selbst viel zu früh schwanger geworden. Der Mann hat sie im Stich gelassen und sie das Kind allein großgezogen. Nun ist Mélanie 15, genau so alt wie ihr Freund Maxime. Die beiden mögen sich, gehen zärtlich und offen miteinander um, streiten und versöhnen sich. Sex gehört irgendwie dazu, die Nachricht liest Maxime auf dem Rechner: »Ich bin schwanger. Glaube ich.« Der Test liefert die Gewissheit, zu 99 Prozent. Nach erster Aufregung aber können beide sich vorstellen, auch jetzt schon gemeinsam ein Baby zu haben. »Ist doch cool«, sagt Maximes Freund, »Du musst nur Profifußballer werden.« Das hat Maxime auch vor, er träumt von einer Karriere bei Chelsea, wie sie seinem berühmten belgischen Landsmann Eden Hazard gelungen ist. Vom Vater hart trainiert, entdeckt ihn sogar ein Scout von Ajax Amsterdam. Doch aus dem Trainingscamp wird er vorzeitig nach Hause geschickt, er ist nicht bei der Sache, warum wohl. Maximes Eltern haben Verständnis für die komplizierte Situation und bieten ihre Hilfe an, aber Mélanies Mutter besteht auf einer Abtreibung in Holland, dort ist es auch nach drei Monaten noch legal. Die Kontroversen kochen hoch, die Zweifel wachsen, die Gefühle verwirren und Mél entscheidet sich.

Zwischen kindlicher Unbedarftheit, jugendlichem Überschwang und erwachsener Verantwortung: authentisch, glaubwürdig, einfühlsam – und hochspannend bis zum Schluss.


Fotos: Film Kino Text, Bonn


 

Themen

(erste) Liebe, Eltern-Kind-Beziehung, Erwachsenwerden, Familie, Identität, Krisen und Bewältigung, Lebenskonzepte, Rollenbilder, Selbstverwirklichung, Sexualität, Teenager-Schwangerschaft, Toleranz, Verantwortung, Zukunftsperspektiven, Zusammenhalt

 

Fächer

Deutsch, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Pädagogik, Psychologie, Sozialkunde

 

Kritikerstimmen

»Ganz unsentimental erzählt Guillaume Senez eine Coming-of-Age-Geschichte, mit einer bekannten Ausgangslage, jedoch mit einem ungewohnten Fokus: Welche Rolle darf der Junge, der Vater, bei der Entscheidung spielen, ein Kind zu behalten? Dass es in erster Linie um Maximes Gefühl geht, lässt uns die Kamera spüren. Sie bleibt beim Streit der Eltern um das weitere Vorgehen oder bei der Ultraschalluntersuchung auf seinem Gesicht, bei seinen Emotionen […] ›Keeper‹ bringt auf intelligente, sensible und unaufgeregte Weise ein Thema in den Fokus, das viel zu selten ernsthaft diskutiert wird: die Verantwortung und die Gefühle der Männer gegenüber Kindern.« Tereza Fischer, film bulletin, Zürich

»Der Belgier Senez zeigt, was es heißt, mit fünfzehn schwanger zu sein, weil er zunächst einmal zeigt, was es heißt, fünfzehn und noch ein halbes Kind zu sein, sich den Dingen also automatisch spielerisch zu nähern […] Wenn man hier hinter den Figuren und ihrer exemplarischen Situation stets die konkrete Realität bestimmter Körper und ihres Alters spürt, dann aufgrund der überragenden Präsenz der blutjungen Schauspieler Galatéa Bellugi und Kacey Mottet Klein. Mottet Kleins Körper ist dabei quasi die Essenz von Senez' Film. Der schlaksige Junge ist voller Energie und ein sehr guter Torwart. Da kann die infernalische Mutter von Mélanie, die das Kind nicht möchte, noch so sehr auf Maxime einbrüllen: Der Keeper will halten, was er halten kann, vor allem das gemeinsame Kind.« 
Philipp Stadelmaier, Süddeutsche Zeitung, München

»Die dramaturgische Rechnung geht in einem aufwühlenden Finale voll auf. Hier erst zeigt sich der ganze Sinn der so lange nach allen Richtungen offen wirkenden Beobachtungen, des Treibenlassens, das dem Gefühl der Jugendlichen entspricht. Max kann wie als Torhüter im Spiel das Geschehen nicht steuern, und doch erweist sich jetzt, wie aktiv und beanspruchend seine Rolle in zweiter Reihe ist. Weil sich der Film eigenen Wertungen entzieht, lädt er erst recht zu kontroversen Diskussionen ein. Auch das macht ihn empfehlenswert, nicht nur für ein junges Publikum.« 
Bianka Piringer, kino-zeit.de, Mannheim

»Wir sind Schülerinnen des FEGs und besuchten den Film ›Keeper‹ mit unserem Französischkurs. Uns hat der Film sehr gut gefallen, da die Hauptfiguren in unserem Alter sind und uns dadurch somit mit Ihnen identifizieren können. Die Situation in der sich die Hauptfiguren befinden, bringt einem zum nachdenken, da heutzutage viele von einer frühen Schwangerschaft betroffen sind. Die verschiedenen Perspektiven die man von den Figuren geschildert bekommt, zeigen einem die unterschiedlichen Arten mit Situationen umzugehen. Die Schauspieler spielen ihre Rolle sehr überzeugend und das Französisch ist auch für Nicht-Muttersprachler sehr verständlich. Alles in einem ist der Film sehr empfehlenswert.« 
Nelly Oubda, Victoria Roos, Susanne Brites Alves, Schülerinnen des Friedrich-Ebert-Gymnasiums (FEG), die den Film sahen und Kritiken verfassten (zit. nach: frz.filmtage-koeln.de/filme/keeper)




zuletzt aktualisiert am 09.08.2018

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