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Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen
Hidden Figures

USA 2016

 

 

»Hier bei der NASA pinkeln wir alle dieselbe Farbe!« Das verkündet der Chef der Space Task Group seinen Mitarbeitern. Zu dieser bahnbrechenden Erkenntnis hatte ihm seine beste Mathematikerin verholfen – nach einem Gang aufs Klo. Für Katherine Goble schreibt die Rassentrennung den ›Coloured Women Restroom‹ vor: rund eine Meile entfernt, 40 Minuten hin und zurück, in Langley, Virginia, 1961. Nachdem die Russen Juri Gagarin ins All expediert hatten, steht die NASA im ›Space-Race‹ unter gewaltigem Druck. John Glenn soll der erste Amerikaner im Orbit sein, aber noch fehlt die Formel zur Berechnung der Flugbahn, die eine sichere Rückkehr garantiert. In nationaler Not werden – aus der Hilfsabteilung ›Colored Computers‹ – drei afroamerikanische Frauen ins Team geholt. Die Rassendiskriminierung kollidiert mit der Mathematik, mit dem Mut und der Moral dieser Frauen.

Lange vergessen und erst spät geehrt, gibt ihnen dieser Film, was sie verdienen: Anerkennung, Respekt, Bewunderung!

Fotos: Twentieth Century Fox of Germany, Frankfurt/Main


 

Themen

Bildung, Bildungschancen, Biografie, Demokratie, Diskriminierung, Freiheit, Gender, Geschlechterrollen, Gleichberechtigung, Ideale, Identität, Mathematik, Menschenrechte, Rassismus, Raumfahrt, Recht und Gerechtigkeit, Rollenbilder, Toleranz, Vorurteile, Werte, Wettlauf der Systeme, Zeitgeschichte, Zivilcourage

 

Fächer

Deutsch, Englisch, Geschichte, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Mathematik, Politische Bildung

 

Kritikerstimmen

»›Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen‹ ist ein sehr klarer, geradliniger Film. Er hat keine großen Ambitionen, er will einfach nur seine Geschichte endlich erzählen. Dabei ist der Ton hier von großer Bedeutung. Man hätte diese Geschichte in viel Drama und Gefühlen ersaufen lassen können, doch Dorothys, Katherines und Marys Geschichte ist viel weniger die eines Dramas, sondern die dreier Frauen, die sich trotzdem durchsetzen – mit viel Mut, Gefühl und Intelligenz. Und so ist auch der Film einer, der nie über die enormen Einschränkungen, die Demütigungen, die Gefahren hinwegspielt, sondern sie zeigt, wie sie sind. Aber er überkommt sie mit einem subtilen, warmen Humor, der den Protagonistinnen in jeder Lage ihre Würde und Menschlichkeit bewahrt.« 
Beatrice Behn, kino-zeit.de, Mannheim

»Es ist die Stärke des Films, große Worte in ihrer konkreten Anwendbarkeit zu zeigen. So schlägt sich John F. Kennedys Forderung ›Frag nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst‹ im taktischen Geschick wieder, mit dem Mary Jackson sich schließlich die Fortbildungskurse an einer ›weißen‹ Schule erkämpft: Sie ›ködert‹ den Richter damit, dass er mit einem Urteil zu ihren Gunsten Geschichte schreiben könnte.« 
Frank Arnold, epd film, Frankfurt/Main

»Ein klarer historischer Konflikt, ein formidabler Stoff. Es hat etwas Erhebendes, den drei Hidden Figures-Heldinnen bei ihrem Aufstieg zuzusehen, der durch den gleichzeitig auf den Straßen und in den Kirchen stattfindenden Kampf der Bürgerrechtsbewegung kontextualisiert wird. Dort ist etwa der Mann von Mary Jackson (großartig: Janelle Monáe) aktiv, die ihren Fortbildungsbesuch an einer weißen Schule gerichtlich durchsetzt.«
Nadine Lange, Die Zeit, Hamburg

»Überhaupt: Es ist die stets richtige Dosierung, die diesen Film so effektiv macht. Statt zum belehrenden Historienstück zu werden, lässt er viel Raum für Humor. Das Gespür für die Zeit und ihre Themen vermittelt er dennoch sehr präzise und mit einfachen Mitteln: hier eine Archivaufnahme von Jurij Gagarin, dort ein Gespräch am Esstisch über die Methoden der Bürgerrechtsbewegung. Und dann sind da natürlich die drei Hauptdarstellerinnen. Henson, Spencer und Monáe spielen derart beherzt auf, dass man gar nicht anders kann, als sich von ›Hidden Figures‹ mitreißen zu lassen.«
Patrick Heidmann, SPON/spiegelonline.de, Hamburg

»Zwar sind Wissenschaftlerinnen heutzutage deutlich seltener Hidden Figures, anonyme Genies, deren Lorbeeren andere, männliche* Häupter schmücken, sie sind aber immer noch in fast allen Bereichen unterrepräsentiert. Wissenschaft, Industrie, Wirtschaft und auch der Kulturbetrieb tun sich gestern wie heute keinen Gefallen damit, sich an sexistischen Strukturen festzubeißen. Denn so, liebe Leute, kommen wir nicht voran! Wenn so viel Potential ungenutzt bleibt, weil es das falsche Geschlecht, die falsche Hautfarbe, die falsche Religion oder die falsche sexuelle Orientierung hat, ist Fortschritt nicht mehr als eine Utopie.«
Sophie Charlotte Rieger, filmloewin.de, Berlin

»Die den Film dominierende, emotionale Gegensätzlichkeit wird so auch auf musikalischer Ebene immer wieder betont. Kamerafrau Mandy Walker … sorgt für schöne Kontraste zwischen der weltoffenen Atmosphäre der NASA-Gebäude sowie den beengten Lebensverhältnissen der Frauen. Theodore Melfi erzählt in genau richtigem Maße auch von den privaten Hintergründen der Protagonistinnen und macht sie so nahbar und ihre Beweggründe für jedwedes Handeln nachvollziehbar. Trotzdem bleibt sein Film in erster Linie die Erzählung von drei Karrierefrauen, einhergehend mit all den Widerständen, denen sie zu damaliger Zeit ausgesetzt waren. Dass das dann wiederum gelingt, ohne auf die Tränendrüse zu drücken (der rührendste Moment ist vermutlich ein Heiratsantrag an eine der Hauptfiguren), ist fast eine kleine Sensation.«
Antje Wessels, wessels-filmkritik.com, Hamburg




zuletzt aktualisiert am 21.03.2018

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