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Sieben Sommersprossen

DDR 1978

 

 

Jugend in der DDR, anno 1978: Auf der Fahrt ins Ferienlager begegnet die 14-jährige Karoline ihrem früheren Freund Robert. Gefühle flammen wieder auf, doch die strengen Vorschriften im Camp verhindern fast jede Annäherung. Mehr Verständnis für die Irrungen und Wirrungen in Sachen Liebe zeigt ein junges Betreuerpaar. Sie setzen auf die Kraft der Kunst mit Shakespeares »Romeo und Julia«, was bei den Mädchen auf Begeisterung, bei den Jungs aber auf Ablehnung stößt. Dramatisches Potential hat die Besetzung der Hauptrollen: Wer darf neben Robert-Romeo die angebetete Julia spielen − Karoline oder deren Rivalin Marlene? Kabale stört und verzögert zwar die Fortsetzung des theatralen Laien- und Liebesspiels, kann das gute Ende aber nicht verhindern. Die Kunst hat die Herzen gerührt.

Ein Plädoyer für Kreativität und Sensibilität, für Fantasie und Freiheit: Der Film wurde zu einem der größten DEFA-Erfolge, erreichte 1978 ein Millionenpublikum.

Fotos: DEFA-Stiftung/Herbert Kroiss


 

Themen

(erste) Liebe, DDR, DEFA-Klassiker, Erwachsenwerden, Erziehungsmethoden, Familien- und Cliquenbeziehungen, Freundschaft, Identität, Kindheit und Jugend in der DDR, Lehrer-Schüler-Verhältnis, Persönlichkeitsentwicklung, Pubertät, Selbstfindung, Selbstvertrauen, Theater, Vertrauen, Werte, Zeitgeschichte

 

Fächer

Darstellen und Gestalten, Darstellendes Spiel, Deutsch, Geschichte, Kunsterziehung, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde

 

Kritikerstimmen

»Gleich in den ersten Momenten des Defa-Films ›Sieben Sommersprossen‹ wird klar, dass der Regisseur kein Angepasster ist, dass er nicht willens ist, den DDR-Alltag aufzuhübschen. Wer wissen will, wie in der DDR gelebt wurde, wird bei allen Gegenwartsfilmen Herrmann Zschoches fündig. Er gehörte in der Geschichte des staatlichen Filmunternehmens Defa, das am 17. Mai vor 70 Jahren gegründet wurde, zu den produktivsten, erfolgreichsten und dennoch kritischsten Regisseuren.« 
Maurice Querner, Freie Presse, Chemnitz (05.05.2016)

»Väter gibt es, die ohrfeigen ihre halbwüchsigen Töchter, falls sie sie vor der Haustür mit einem Jungen erwischen. Mütter warnen ihre Söhne vor gleichaltrigen Mädchen, weil ›die ja viel weiter sind‹. Erwachsene habe ich angesichts der Filmfotos in den Schaukästen vom ›International‹ sagen hören, daß sie ihren Kindern verbieten würden, den Film zu sehen, wo gäbe es denn sowas, Vierzehn-jährige nackt, und die fassen sich auch noch an. Der neue DEFA-Film ›Sieben Sommersprossen‹ von Christa Kožik und Herrmann Zschoche bricht bewußt Tabus; er zeigt uns: Vierzehnjährige empfinden erotisch, wenn auch weitaus zögernder und zarter, als manch Fünfzigjähriger sich das vorstellen mag. Er appelliert an alle, die mit Erziehung zu tun haben, Disziplin und Ordnung nicht auf Kosten von Kreativität und Sensibilität durchzusetzen [...] ›Sieben Sommersprossen‹ ist der diskussionswürdigste DEFA-Film der letzten Zeit, ja vielleicht der schönste.« 

Jutta Voigt, Sonntag, Ost-Berlin (1978) 

»Ich habe mich schon lange nicht mehr so wohl gefühlt im Kino. Der Film hat, ich sag's mal auf altmodisch: Gesinnung und Herzenstakt und Charme und Poesie und eine helle Heiterkeit. Eine Fabel hat er erfreulicherweise auch [… ] Es bleibt abzuwarten, wie es die jungen Zuschauer nehmen, ob uns ein Stückchen ›Erziehung der Gefühle‹ gelingt. Meinte Regisseur Herrmann Zschoche nach den Dreharbeiten. Mir scheint, es ist den Filmleuten einiges in dieser Richtung gelungen [… ]
Rosemarie Rehahn, Wochenpost, Ost-Berlin (1978)

»Man muß weder unbedingt jung sein noch Sommersprossen haben, um einen Film zu mögen, der lebenswichtige Probleme Jugendlicher so ehrlich, mutig, ohne falsche Scham und mit ansteckendem Spaß behandelt.« 
Renate Holland-Moritz, Eulenspiegel, Ost-Berlin (1978)

»Glücklich der Regisseur, der solche literarische Vorlage in die Hand bekommt. Herrmann Zschoche hat schon ›Philipp der Kleine‹ gedreht, und das war einer unserer schönsten Kinderfilme der letzten Jahre. Auch diesmal entwickelt Zschoche ein sicheres Gefühl für die poetisch-lyrischen Elemente des Stoffes, gelingt es ihm, das Spiel der jungen Darsteller, die alle Laien sind, auf eine künstlerische Ebene zu heben, die Ursprünglichkeit, jugendliche Mentalität, Zartheit und Reinheit des Gefühls bewahrt. Das Pädagogische der Szenen ist nicht zu übersehen, aber es tritt nicht vordergründig in Erscheinung, ist Bestandteil des szenischen Vorgangs, des geistigen und ethischen Tableaus.«
Horst Knietzsch, Neues Deutschland, Ost-Berlin (1978)

»Ohne Tabus und Verfälschungen wird dargestellt, wie sich die Liebe für Vierzehnjährige psychisch und physisch ausnimmt. In der Begegnung mit ›Romeo und Julia‹ findet eine Erziehung der Gefühle statt.« Helmut Ullrich, Neue Zeit, Ost-Berlin (1976)

»Sehr überzeugend ist Günter Jaeuthes Kameraarbeit: er hat und fordert Geduld für Gesichter und Landschaften, vermittelt Emotionen, lenkt den Blick auf Schönheiten, aber er gibt keine Tableaus, sondern hält einen bewegten, natürlichen Erzähl-rhythmus durch, der den Helden ebenso entspricht wie dem jugendlichen Publikum. Und hervorragend ist Herrmann Zschoches Auswahl der Schauspieler, vor allem der Laien, mit denen er so gut gearbeitet hat, wie ich es selten gesehen habe. Diese Arbeit zeugt von genauer Kenntnis, großer Geduld und Liebe, einer Einheit menschlicher und künstlerisch-handwerklicher Qualitäten …«
Peter Ahrens, Die Weltbühne, Ost-Berlin (1978) 

»Robert und Karoline, Romeo und Julia. Christa Kožik bedient sich des Shakespeare-Dramas, des Schauspiels im Lichtspiel, um ihr Plädoyer für Gefühl und Phantasie bildhaft zu überhöhen. Was den beiden real passiert, soll sich gleichsam am klassischen Ideal spiegeln und kritisch brechen. Da wird auch der Deus ex machina bemüht, um die Handlung in diese Richtung zu drängen. Ein Hund scheucht die zu Karolines vorzeitiger Verabschiedung einberufene Lagerversammlung auseinander. Eine Wespe muß zustechen, damit sich unsere beiden denn auch als Romeo-und-Julia-Darsteller finden können. Hier walten kindlich-märchenhafte Elemente, die dem Empfinden des angestrebten Publikums ebenso wider den Strich gehen wie Karolines Wassergang und andere zu penible Anleihen bei Shakespeare.«
Helmut Hahnemann, BZ am Abend, Ost-Berlin (1978)

»Beim Bemühen, dem tiefen Anliegen und der schönen Liebes-geschichte einen lebensvollen, abenteuerlichen Rahmen zu geben, gingen die Interessen von Regie, Autor und Dramaturg mitunter nicht ganz zusammen. Manche Konflikte wurden an-, aber nicht ausgespielt; romantisierende Elemente kamen mitunter nur um des theatralischen Effektes willen ins Spiel; die Zielstellungen der künstlerischen Aussage verschoben sich vom Konflikt zwischen den beiden Liebenden zu Problemen zwischen Jüngeren und Älteren oder zu Fragen der Aneignung von Kunst im jugendlichen Alter. Dennoch: ein Film mit großem Atem und sehr viel Schönheit in Ausdruck wie Gefühl.«
Edeltraut Nowotny, Berliner Zeitung (1978) 

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Eine Zuschauerbewertung auf der Webseite der Internationalen Filmdatenbank imdb.com:

»This review is not intended to allure people who enjoy the coming of age teenage nudity. Only nudity should not be taken into account to credit the director as well as the various characters. The main two characters played well. Other consequences of the film, what can be expected to be included in a holiday camp, like the staged play of Romeo and Juliet, are beautifully presented. All the characters including adult and child actors have shown their ability to act naturally. To me this film is not in any way overrated. It is of course a beautiful combination/mixture of comedy, drama and romance which is of nice texture and tastes and digests well. Anyway, the plot may be predicted to some, if not many, as a well acted film, Sieben Sommersprossen is worthwhile to watch.«
bipuldaa (bipuldaa@gmail.com) from Bangladesh, 16 Dec 2013 


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Aktuelle Stimmen zum Film von DVD-Käufern unter:

https://www.amazon.de/Sieben-Sommersprossen-Blu-ray-Kareen-Schröter/product-reviews/B00DSNUU92


 



zuletzt aktualisiert am 10.01.2017

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