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Pepe Mujica – Der Präsident

Deutschland 2014

 

 

Er ist vielleicht der reichste Staatspräsident gewesen, der sich denken lässt. So überaus reich an Freiheiten, die sich andere Oberhäupter und Würdenträger nicht herausnehmen wollen oder können. »Ich fahre Traktor und züchte Blumen, immer dann, wenn ich Zeit habe.« Materieller Reichtum ist Pepe Mujica nicht wichtig, soziale Gerechtigkeit dagegen sehr. Schon als junger Mann engagiert er sich politisch, in den 1960er Jahren gehört er zu den Gründern und Führern der linken Stadtguerilla »Tupamaros«. Der organisierte Widerstand gegen die uruguayische Militärdiktatur wird mit 14 Jahren Haft in berüchtigten Foltergefängnissen bestraft, viele davon allein in einem Erdloch eingesperrt. Nach einer Amnestie 1985 bewirtschaftet er mit seiner Lebensgefährtin einen kleinen Bauernhof, zieht für eine Linkspartei ins Parlament ein und ist ab 2005 drei Jahre Landwirtschaftsminister. Als Kandidat des Linksbündnisses »Frente Amplio« wird Pepe Mujica 2009 zum Präsidenten Uruguays gewählt. Seine Amtszeit bis 2015 ist verbunden mit zahlreichen Reformen auf den »Gerechtigkeits-feldern« Arbeitsmarkt-, Sozial- und Gesundheitspolitik.
Er befördert die Konfrontation des Landes und der Menschen mit den Schattenseiten der Vergangenheit. Für Aufsehen sorgen die Legalisierung des regulierten Marihuanaverkaufs und der Homoehe. Weil Pepe Mujica den größten Teil seines präsidialen Gehalts spendete, wurde er in den Medien immer wieder als »ärmster Staatspräsident« weltweit bezeichnet. Er aber sagt: 
»Ich bin nicht arm. Ich habe einfach nur leichtes Gepäck — damit die Dinge mir nicht die Freiheit rauben können.«

Ein großartiger Dokumentarfilm, das Porträt eines einfachen, aber charismatischen Menschen.


Fotos: Piffl Medien


 

Themen

Biografie, Demokratie, Dokumentation, Freiheit, Gerechtigkeit, Idealismus und Utopien, Latein- und Südamerika, Macht, Moral, Politik, Sinn des Lebens, Statussymbole, Uruguay, Weltanschauung, Werte, Zeitgeschichte

 

Fächer

Deutsch, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Philosophie, Politische Bildung, Sozialkunde, Spanisch

 

Kritikerstimmen

»Der Film porträtiert Mujica und seine Frau Lucía vor allem über ihre eigenen Worte, ihre kleinen Gesten im Alltag, aber er folgt beiden auch hinein in die parlamentarischen Debatten, und zwar nicht in irgendwelche: Soll Cannabis legalisiert werden? Der Zuschauer weiß vermutlich, dass Uruguay genau das letztlich beschlossen hat — im Oktober 2013, als erstes Land der Welt. Mujica, der gemütliche alte Mann von nebenan, brachte sein Land damit weltweit in die Schlagzeilen. Die Dokumentation wirft das ein oder andere Schlaglicht auf die Diskussionen, die der Entscheidung voran gingen, und auch auf Mujicas persönliche, recht pragmatische Sichtweise.« 
Sabrina Železný, moviebreak.de

»Normal Interessierte vermögen allenfalls eine verschwommene Vorstellung von Mujica und seinem gesellschaftspolitischen Credo haben. Die einfühlsame Dokumentation lässt erkennen, dass in Uruguay eben nicht versponnene Weltverbesserer den Ton angeben, sondern Realisten, die über die Funktionsweise von Macht und Abhängigkeit bestens im Bild sind. Die es aber im Gegensatz zum Gros der internationalen Politkaste etwas genauer nehmen mit der sozialen Agenda.« 
Martin Graetz, filmabriss.com

»Mujica ist ein Macher, der es durchaus legitim findet, auch einmal auf seinen Anspruch auf Freizeit zu pochen und nicht ans Telefon zu gehen. Eine schöne Utopie! Es ist dann ausgerechnet Angela Merkel, die auf unmissverständliche Weise dafür sorgt, dass die Träume des Zuschauers nicht ins Kraut schießen. Anlässlich eines Staatsbesuchs Mujicas in Berlin behandelt sie den älteren, immer leicht nachlässig gekleideten Repräsentanten eines für Deutschland bedeutungslosen Landes mit einer ungeduldigen Herablassung, als wäre Mujica eine lästige Stubenfliege, die nur von den wirklich wichtigen Geschäften abhält.«
Ulrich Kriest, filmgazette.de

»Die Botschaft des Films stimmt optimistisch: Ja, es gibt sie noch, die Vorbilder und Idealisten in der Politik, die fest daran glauben, dass man durch gute Taten die Welt verändern kann und muss. Hier ist der lebende Beweis dafür, dass Macht nicht unbedingt korrumpiert. Dieses Präsidentenpaar, das lediglich ein Zehntel seiner Einkünfte behält und den Rest an NGO’s spendet, verkörpert eine soziale und tolerante Politik, von der viele träumen, die aber kaum jemand für möglich hält. Heidi Specogna, die seit ihrem Film TUPAMAROS mit beiden bekannt und offenbar gut befreundet ist, zeigt in ihrem kleinen und angemessen prunklosen Film das Leben dieser beiden Kämpfer und Träumer, die noch immer Visionen haben und dazu stehen. Sie erzählt gemächlich und mit kleinen Exkursen in die Vergangenheit.«
Gaby Sikorski, programmkino.de

»Das Interesse am Stoff von Mujicas Leben scheint jedenfalls über den Film hinaus vorhanden - auch Emir Kusturica dreht gerade über Mujica. Vielleicht mit gutem Grund, auch aus hiesiger Perspektive: eine soziale oder gar sozialistische Politik wird hierzulande nicht mehr ernsthaft diskutiert. Pepe Mujicas Haltung allerdings, sein charismatischer Pragmatismus ohne den Verzicht auf eine Utopie und sein Beharren auf sozialer Gerechtigkeit, wird hoffentlich nie aus der Mode kommen.« 
Stephan Langer, kino-zeit.de





zuletzt aktualisiert am 01.09.2016

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